mini|Ein Acorn Risc PC 600 mit zwei Gehäusemodulen, 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk und DVD-ROM-Laufwerk.
Der Risc PC ist ein auf RISC-Technikbernd-leitenberger.de basierender Computer der Firma Acorn.https://www.computinghistory.org.uk/det/54310/Acorn-Risc-PC-600-Prototype-Motherboard/ Prototyp der Hauptplatinehttp://riscos.com/the_archive/acorn/products/riscpc/press/index.htm Pressetexte zur Computervorstellung (engl.)http://riscos.com/the_archive/acorn/products/riscpc/advert/index.htm Bild der Werbekampagne zur Produktvorstellunghttp://riscos.com/the_archive/acorn/products/riscpc/theteam/index.htm Bild vom Entwicklerteam des Projektes Medusa Wie sein Vorgänger, der Acorn Archimedes, besitzt er eine ARM-CPU, als Betriebssystem wird RISC OS in Version 3.5 oder neuer verwendet. Der erste Risc PC wurde 1994 mit einem ARM610-Prozessor vorgestellt, der mit 30 MHz getaktet war; ein Jahr später erschien ein Modell mit ARM710 (40 MHz). 1996 war der deutlich schnellere StrongARM-Prozessor (bis zu 287 MHz) für den Risc PC verfügbar.
Technische Beschreibung Eine Basisversion des Betriebssystems ist in austauschbaren ROM-Bausteinen gespeichert, so dass der Rechner auch ohne Festplatte gestartet werden kann. Als Arbeitsspeicher wurden die weitverbreiteten EDO-SIMMs verwendet, die sich der Hauptprozessor anders als beim Archimedes nicht mehr mit der Grafikkarte teilen musshttps://www.old-computers.com/museum/computer.asp?c=1015, jedoch nach wie vor kann, wenn kein Grafik-RAM-Modul eingesteckt ist. Der Hauptspeicher kann nach Vorgabe maximal auf 256 MiB aufgerüstet werden.
Die vier hauptsächlichen Hardwarebausteine sind, wie in der Archimedes Reihe, vorhanden. Allerdings ist der MEMC (Memory Management Unit) nun zusammen mit dem IOC in den IOMD Chip integriert. Daher finden sich nur noch VIDC (Video IC) und IOMD auf der Hauptplatine. Zusätzlich existiert ein Super I/O Chip (SMC FDC37C665GThttp://bitsavers.informatik.uni-stuttgart.de/components/standardMicrosystems/_SMSC/_dataSheets/FDC37C665GT_SuperIO.pdf PDF bei Bitsavershttps://www.alldatasheet.com/datasheet-pdf/pdf/86591/SMSC/FDC37C665GT.html PDF bei AllDataSheet), der für Floppy, die IDE-Festplatte, seriellen und parallelen Anschluss zuständig ist.
Das System besitzt zwei Slots für Prozessor-Steckkarten. In einem davon befindet sich der Hauptprozessor des Systems. In den zweiten Steckplatz kann ein weiterer Prozessor eingebaut werden. Dies ermöglicht es problemlos auf neuere Prozessoren aufzurüsten und z. B. als Zweit-CPU einen 486 einzusetzen, um diesen als „eingebetteten PC“ zu betreiben.http://www.riscos.com/the_archive/acorn/products/riscpc/pccard/spec/index.htm Dadurch ist es möglich, DOS oder Windows unter RISC OS auszuführen.acorn.chriswhy.co.ukchrisacorns.computinghistory.org.uk
Ein Netzwerkslot erlaubt das Nachrüsten einer Ethernet-Anbindung.
Das Gehäuse ist nahezu schraubenfrei, modular aufgebaut und sehr leicht zu öffnen.
Auslaufende Batterien Über 30 Jahre nach Markteinführung sind die Stützakkus für das CMOS-RAM, das bestimmte Konfigurationswerte zwischenspeichert, in fast allen Fällen erschöpft und tendieren zum Auslaufen. Dabei verteilt sich Batterielauge über die Hauptplatine und zerstört in der Folge Kupferbahnen – bis hin zum völligen Funktionsverlust des Gerätes. Daher sollte der Akku bei eingelagerten oder gebrauchten Geräten kontrolliert und getauscht werden, am besten durch ein Modell, das abseits der Platine im Gehäuse eingesetzt wird. Kleine Kristalle auf der Außenseite des Akkus sind erste Warnhinweise; grüne Oxidationsbeläge auf den benachbarten ICs deuten dagegen schon auf fortgeschrittene Zerstörung hin.
Technische Basisdaten Diese Daten sind gleich für alle Modelle.Technical Reference Manual, Issue 1, September 1994, Acorn Computers Ltd.old-computers.comchrisacorns.computinghistory.org.uk (PDF; 177 kB) Modulares Gehäuse mit proprietärem Netzteil und Monolautsprecher IOMD – Input-, Output- und Memorycontroller ASIC VIDC20 – Video- & Soundcontroller ASIC Betrieb mit und ohne VRAM möglich, ohne VRAM Rückgriff auf Shared Memory-Verfahren SVGA (800 × 600) mit 32 Bit Farbtiefe XGA (1024 × 768) mit 16 Bit UXGA (1600 × 1200) mit 8 Bit Sound: 8 Bit logarithmische (Issue 1 und Issue 2 Mainboards) bzw. 16 Bit lineare Samples (Issue 3 Mainboards) Open Processor-Architektur (2 Prozessorsteckplätze, davon 1 mit ARM-Karte belegt) 2 × 72 Pin SIMM-Sockel für PS/2-/EDO-RAM bis 256 MB (2 × 128 MB) 1 × VRAM-Sockel für ein DIMM-Modul mit 1 bzw. 2 MB, experimentell auch mit mehr Speicher 2 × ROM-Sockel für RISC OS-ROMs 1 × Netzwerkadapter-Sockel für Ethernet- bzw. Econet-Netzwerkkarten 240 Byte batteriegestütztes CMOS-RAM für Basiskonfiguration und Echtzeituhrnxp.com (PDF) DEBI-Erweiterungsbus mit voller DMA-Unterstützung für Slot 0 und 1 (Zählweise anfangend am Motherboard von 0 bis 7) DEBI: DMA Extended Bus Interface bis 8 Slots bei 4-Etagen-Backplane Sockel für 16-Bit-Soundkarte (nur Issue 1 und 2 Mainboards, Issue 3 Mainboards hatten 16bit-Sound on board) 1 × Mixer-Anschluss für Audio analog (nur Issue 3 Mainboards) 1 × IDE/ATAPI-Anschluss für bis zu 2 IDE/ATAPI-Laufwerke (Festplatten, CD-ROM, Wechselplatten, Bandlaufwerke) 1 × Floppy-Anschluss Beim Floppyanschluss gab es zwei unterschiedliche Modelle für den Risc PC 600, die sich darin unterschieden, dass beim einen Modell nur ein Laufwerk unterstützt wird, beim anderen hingegen zwei. Anbindung von 3,5″- und/oder 5,25″-Diskettenlaufwerken (SD und HD) 3,5″-Formate: 1,6 MB (ADFS), 1,8 MB (ADFS Extended), 1,44 MB (FAT), 800 kB (ADFS), 720 kB (FAT, ATARI) Alle Anschlüsse auf der Rückseite PS/2-Tastaturanschluss Logitech Mousebus-Mausanschluss (mechanische Drei-Tasten-Maus mitgeliefert) 1 × Parallelport, bidirektional 1 × serieller Port, 115200 Bit/s 1 × 3,5 mm Stereo-Klinkenstecker Audio Out 1 × VGA-D-Sub-15-Anschluss Externe Anschlüsse aller Erweiterungen werden nach hinten aus dem Gehäuse geführt.
Modelle
Modell Risc PC 600computinghistory.org.uk Risc PC 700computinghistory.org.uk Risc PC SA Markteinführung 1994 1995 1997 Prozessor ARM 610riscos.com ARM 710riscos.com Strong ARMriscos.comhttp://www.poppyfields.net/acorn/news/acopress/strarm.shtml Acorn Pressemitteilung über die erste StrongARM Karte (März 1996), bei poppyfields.net RISC OS 3.5 3.6 3.7
Der Risc PC erschien in seiner ersten Ausführung zunächst unter diesem Namen. Die Namenserweiterungen durch nachgestellte Zahlen (600,700) wurden erst nach Erscheinen der Prozessorkarte mit dem ARM710 eingeführt. mini|Prozessorkarte mit ARM610 für Acorn RiscPC mini|Prozessorkarte mit ARM710, 40MHz Der Risc PC wurde original mit einer ARM610 Prozessorkartechrisacorns.computinghistory.org.uk und 4 MB RAM sowie einer 210 MB Festplatte ausgeliefert. Das Mainboard hatte zu der Zeit nur 8Bit Sound und das VideoRAM war zunächst nur bis 1 MB installierbar, da die 2 MB Riegel anfangs nicht lieferbar waren. Diese Maschine wurde in verschiedenen Kombinationen mit Acorns eigenen Monitoren (AKF60, AKF85), größerer Festplatte (420 MB), einem CD-ROM, dem 1 MB VideoRAM Modul, Erweiterung auf 8 MB Arbeitsspeicher angeboten. Die direkte Vorgängermaschine, der A5000, konnte durch einfache Erweiterung per 2MB-Steckmodul 4 MB RAM enthalten oder hatte dieses als Maximalausbau direkt auf dem Board aufgelötet; durch aufwendigere Umbauten (Nachrüstung jeweils eines MEMC Memory Controllers je weitere 4 MB und Einbau eines Sockels für den originalen MEMC) waren 8 MB oder 12 MB RAM möglich. Daher sind die 4 MB RAM Grundausstattung des Risc PC zu der Zeit recht großzügig gewesen. Der Einstandspreis des Risc PC in Deutschland lag für das kleine Modell (ARM610,4MB,210HDD) bei exakt 2999,- DM.
Wichtige einzeln von Acorn erhältliche direkte Mainboarderweiterungen waren ein steckbares SoundModul mit 16Bit Soundausgabe (d. h. CD-Qualität), das VideoRAM Upgrade, ein Ethernetmodul, die PC-Kompatibilitätskarte. Letztere gehörte wohl zum Gesamtverständnis der Maschine aus Acorns Sicht unabdingbar dazu – das gesamte Gerät ist ja im Hinblick auf diese Möglichkeit konstruiert (OpenBus). Sie erschien zunächst in Form einer mit einem 486SX von Texas Instruments versehenen Version. Diese erlaubte durchaus das Betreiben von DR-DOS aus dem Lieferumfang, aber auch von MS-DOS, Windows 3.1, später Windows 95. Allerdings, natürlich, bei eingeschränkter Spieletauglichkeit.chrisacorns.computinghistory.org.uk
Wegen seines modularen Aufbaus kann der Risc PC schrittweise ausgebaut werden. Auch der Hersteller selbst bot im Laufe der Zeit weitere Prozessorkarten, RAM-Module, Netzwerkkarten, PC-Karten an, und verkaufte bestimmte Zusammenstellungen als Komplettgeräte unter offizieller eigener Gerätenummer (ACBxx). Daher ergeben sich auch „Meilensteine“ der Entwicklung mit besonderer Bezeichnung, wie in obiger Tabelle.
Während der Herstellungszeit wurde das Mainboard zweimal leicht überarbeitet, blieb aber von den Haupteigenschaften her im Wesentlichen unverändert. Die dritte Version enthält dann bereits 16-Bit-Sound on-board und eine an europäische Normen angepasste Videoeinheit (die das Bild nicht verbesserte). Daraus ergibt sich auch, dass man für den Betrieb etwa einer StrongARM Karte nicht auf ein passendes neueres Board angewiesen ist. Stattdessen lassen sich auch Geräte der ersten oder zweiten Generation auf den Stand eines Vollausbaues bringen. Oft wird noch ein ROM-Austausch nötig, da das OS den neuen Prozessor auch unterstützen muss.
Von Acorn selbst war ein Upgradepfad vom ARM600https://www.1000bit.it/js/web/viewer.html?file=%2Fad%2Fbro%2Facorn%2Facornarm610.pdf#zoom=page-fit Prospekt Prozessor ARM610 (1995)https://www.1000bit.it/js/web/viewer.html?file=%2Fad%2Fbro%2Facorn%2Facorn%2Darm610processorsnewseriesdatasheet2%2Epdf#zoom=page-fit Prospekt Prozessor ARM610 (1994) über den ARM700https://www.1000bit.it/js/web/viewer.html?file=%2Fad%2Fbro%2Facorn%2Facornarm710%2Epdf#zoom=page-fit Prospekt Prozessor ARM710 (1995)https://www.1000bit.it/js/web/viewer.html?file=%2Fad%2Fbro%2Facorn%2Facorn%2Darm700thenextstepdatasheet3%2Epdf#zoom=page-fit Prospekt Prozessor ARM700 (1994) (1995) hin zu einem angekündigten ARM800 vorgesehen.https://www.1000bit.it/js/web/viewer.html?file=%2Fad%2Fbro%2Facorn%2Facorn%2Darm610processorsdatasheet1%2Epdf#zoom=page-fit geplante Prozessor Upgrades der kommenden Jahre Dazu gab es schon zur Risc PC Einführung fixe garantierte Upgradepreise, um so eine geplante Aufrüstung zu ermöglichen. Alle diese Chips waren mit Taktraten in normaler Chipevolution geplant, beginnend bei den 30 MHz des ARM610 im Risc PC (Vergleich mit A5000 25 MHz bzw. 33 MHz und A540 mit 26 MHz, alle mit ARM3). Die ARM710 Prozessorkarte des Risc PC 700 wurde mit 40 MHz betrieben und war ca. 25 % schneller als der ARM610.chrisacorns.computinghistory.org.uk
mini|Acorn ART10 202 MHz StrongARM CPU 1996 erschien die StrongARM-CPU, die von der Digital Equipment Corporation (DEC) mit und für ARM entwickelt worden war. Bei deren Entwicklung war viel von Digitals Wissen über die Herstellung hochgetakteter RISC-Prozessoren wie dem Alpha-Prozessor eingeflossen. Unter anderem gab es getrennte Caches für Daten und Instruktionen (Harvard-Architektur) statt des einfachen Caches der älteren ARM-Prozessoren und die Befehlspipeline wurde von drei auf fünf Stufen verlängert. Dies zog bei der Nutzung dieses Chips im Risc PC einige Änderungen bei Betriebssystem (RISC OS 3.7 benötigt) und vielen Programmen nach sich. Im Gegenzug war so Ende 1996 mit der StrongARM-Karte eine Prozessorkarte verfügbar, die bei 202 MHz Taktrate wieder eine für Mikrocomputer hohe Rechenleistung erbrachte.4corn.co.uk Acorn Application Note zum StrongARM Prozessor (App295)
Besonderheiten mini|Die erste PC-Card