Das Kabinett Schleicher war das letzte Präsidialkabinett der Weimarer Republik. Es folgte auf das Kabinett Papen und wurde am 3. Dezember 1932 von Reichspräsident Paul von Hindenburg eingesetzt, mit Kurt von Schleicher als Reichskanzler.
Die Regierungserklärung des neuen Reichskanzlers wurde nicht im Reichstag, sondern im Rundfunk am 15. Dezember abgegeben. Weil der Reichstag am 9. Dezember seine unbefristete Vertagung beschlossen hatte, blieb Schleicher nur dieser Weg. Schleicher bekannte sich darin zur Sozialversicherung, er versprach, auf neue Steuern und weitere Kürzungen zu verzichten und Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung zu ergreifen.Jens Bisky: Die Entscheidung. Deutschland 1929 bis 1934. Rowohlt Berlin, Berlin 2024, ISBN 978-3-7371-0125-7, S. 449 f. Das Volk müsse Opfer bringen, aber er werde dafür sorgen, dass diese Opfer allen Bevölkerungskreisen gleichmäßig auferlegt werden würden.
Schleicher versuchte vergebens, die Hitlerbewegung durch eine Querfrontkonzeption zu spalten, indem er linksgerichtete Teile der NSDAP, die mit dem Namen Gregor Strasser verbunden waren, zur Regierungsbeteiligung ermunterte. Doch Strasser dachte nicht daran, sich von Hitler loszusagen. Mit den Gewerkschaften suchte Schleicher ebenfalls Anknüpfungspunkte, indem er das Programm seines Vorgängers Papen weiterführte, der Steuergutscheine und Einstellungsprämien zugesagt hatte, und um ein Sofortprogramm erweiterte, das Darlehen in Höhe von fünfhundert Millionen Reichsmark für Träger öffentlicher Arbeiten bereitstellte. Alles dies erfolgte nicht parlamentarisch legitimiert, sondern auf Basis von Notverordnungen.
Die Amtszeit der Regierung endete am 30. Januar 1933 mit der sogenannten nationalsozialistischen Machtergreifung, als Adolf Hitler von Reichspräsident Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt wurde.
Zusammensetzung Reichsminister Kabinett Schleicher 3. Dezember 1932 bis 30. Januar 1933 Reichskanzler rahmenlos|zentriert|100px Kurt von Schleicher parteilos Auswärtiges Amt rahmenlos|zentriert|100px Konstantin Freiherr von Neurath parteilos Inneres rahmenlos|zentriert|100px Franz Bracht parteilos Finanzen rahmenlos|zentriert|100px Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk parteilos Wirtschaft rahmenlos|zentriert|100px| Hermann Warmbold parteilos Arbeit rahmenlos|zentriert|100px Friedrich Syrup parteilos Justiz rahmenlos|zentriert|100px Franz Gürtner DNVP Reichswehr rahmenlos|zentriert|100px Kurt von SchleicherMit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt parteilos Postrahmenlos|zentriert|100px Paul Freiherr von Eltz-Rübenach parteilos Verkehr Ernährung und Landwirtschaft rahmenlos|zentriert|100px| Magnus Freiherr von Braun DNVP Ohne Geschäftsbereich rahmenlos|zentriert|100px Johannes Popitz parteilos
Beamte der Reichskanzlei Beamte der ReichskanzleiStaatssekretär der ReichskanzleiErwin PlanckGemeinsamer Dienst bei Reichskanzler und StaatssekretärMinisterialdirektor Edwin PukaßReferentMinisterialrat Othmar FeßlerReferentMinisterialrat Heinrich VogelsReferentMinisterialrat Richard WiensteinReferentMinisterialrat Edwin PukaßReferentOberregierungsrat Curt WalterReferentOberregierungsrat Otto WestphalReferentOberregierungsrat Hans ThomsenMinisterialbürodirektorHofrat Rudolf OstertagPressechef der ReichsregierungMinisterialdirektor Erich Marcks
Einzelnachweise
Weblinks Kabinett von Schleicher in den Akten der Reichskanzlei des Bundesarchivs Verhandlungen des Reichstages – Band 453 – Änderungen in der Reichsregierung Verhandlungen des Reichstages – Band 453 – Änderungen in der Reichsregierung – Folgeseite
Schleicher Kategorie:Politik 1932 Kategorie:Politik 1933