Der Deutsche Sportbund (DSB) war die Dachorganisation der Landessportbünde und Sportfachverbände in Deutschland in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins (e. V.). Am 20. Mai 2006 ist der Deutsche Sportbund mit dem Nationalen Olympischen Komitee für Deutschland zum Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) verschmolzen.

Geschichte mini|Historische Entwicklung deutscher Sportdachverbände und Nationaler Olympischer Komitees Der DSB wurde am 10. Dezember 1950 in Hannover als erster demokratischer und den ganzen Sport umfassender Zusammenschluss in der Bundesrepublik Deutschland einschließlich Berlin (West) gegründet. Der Gründung war eine fast fünfjährige Diskussion vorausgegangen,Wolfgang Buss: Die Entwicklung des Sports in Nordwestdeutschland. 1945–1949. Hoya: NISH 1985. ISBN 978-3-932423-93-2; Lorenz Peiffer (Hrsg.): Die erstrittene Einheit. Von der ADS zum DSB 1948–1950. Hoya: NISH 1988; ISBN 978-3-232-59324-3 in der die Interessen des Spitzen- und des Breitensports, des bürgerlichen und des Arbeitersports sowie von Turnen und vom Sport auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden mussten.Arnd Krüger: Sport und Politik. Vom Turnvater Jahn zum Staatsamateur. Fackelträger, Hannover 1975, ISBN 3-7716-2087-2. Erster Präsident des DSB wurde Willi Daume (bürgerlicher Sport), seine Stellvertreter wurden Heinrich Hünecke (Arbeitersport) und Oscar Drees (Arbeitersport). Weitere Mitglieder des ersten Präsidiums waren Max Danz, Bernhard Baier, Gerhard Schlegel, Walter Wülfing, Paul Reinberg, Johannes Stoll, August Zeuner, Ottoheinz Ertl, Ludwig Wolker, Herbert Kunze, Heinz Lindner und Grete Nordhoff (1899–1976). Hauptgeschäftsführer (dann umbenannt in Generalsekretär) des DSB waren von 1954 bis 31. Dezember 1963 Guido von Mengden, von 1964 bis 1989 Karlheinz Gieseler und von 1990 bis 1994 Norbert Wolf.

1990 traten die meisten der im Deutschen Turn- und Sportbund der DDR vertretenen Sportverbände dem DSB bei. Mit 27 Millionen Mitgliedern war der DSB die größte Personenorganisation Deutschlands.

Mitgliedsorganisationen des DSB waren die 16 Landessportbünde, 55 Spitzenverbände sowie elf Sportverbände mit besonderer Aufgabenstellung, sechs Verbände für Wissenschaft und Bildung und zwei Förderverbände. Sitz der Geschäftsstelle war in Frankfurt am Main.

Präsidenten Willi Daume (1950–1970) Wilhelm Kregel (1970–1974) Willi Weyer (1974–1986) Hans Hansen (1986–1994) Manfred von Richthofen (1994–2006) Zu den Präsidialmitgliedern gehörte auch der Unternehmer und Dressurreiter Josef Neckermann.Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 885.

Landessportbünde Folgende 16 Landessportbünde waren Mitglied des DSB: Landessportverband Baden-Württemberg Bayerischer Landes-Sportverband Landessportbund Berlin Landessportbund Brandenburg Landessportbund Bremen Hamburger Sportbund Landessportbund Hessen Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern Landessportbund Niedersachsen Landessportbund Nordrhein-Westfalen Landessportbund Rheinland-Pfalz Landessportverband für das Saarland Landessportbund Sachsen Landessportbund Sachsen-Anhalt Landessportverband Schleswig-Holstein Landessportbund Thüringen

Spitzenverbände Folgende Fachverbände waren Mitglied im Deutschen Sportbund: American Football Verband Deutschland Bob- und Schlittenverband für Deutschland Bund Deutscher Radfahrer Bundesverband Deutscher Gewichtheber Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer Deutsche Billard-Union Deutsche Eislauf-Union Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Deutsche Reiterliche Vereinigung Deutsche Taekwondo Union Deutsche Triathlon Union Deutscher Aero Club Deutscher Alpenverein Deutscher Athletenbund Deutscher Badminton-Verband Deutscher Baseball und Softball Verband Deutscher Basketball Bund Deutscher Behindertensportverband Deutscher Boccia-, Boule- und Pétanque-Verband Deutscher Boxsport-Verband Deutscher Curling-Verband Deutscher Eishockey-Bund Deutscher Eissport-Verband Deutscher Eisstock-Verband Deutscher Fechter-Bund Deutscher Fußball-Bund Deutscher Gehörlosen-Sportverband Deutscher Golf Verband Deutscher Handballbund Deutscher Hockey-Bund Deutscher Ju-Jutsu-Verband Deutscher Judo-Bund Deutscher Kanu-Verband Deutscher Karate Verband Deutscher Kegler- und Bowlingbund Deutscher Leichtathletik-Verband Deutscher Minigolfsport Verband Deutscher Motor Sport Bund Deutscher Motorsport Verband Deutscher Motoryachtverband Deutscher Rasenkraftsport- und Tauzieh-Verband Deutscher Ringer-Bund Deutscher Rollsport und Inline-Verband Deutscher Ruderverband Deutscher Rugby-Verband Deutscher Schachbund Deutscher Schwimm-Verband Deutscher Schützenbund Deutscher Segler-Verband Deutscher Skibob Verband Deutscher Skiverband Deutscher Sportakrobatik Bund Deutscher Squash und Rackets Verband Deutscher Tanzsportverband Deutscher Tennis Bund Deutscher Tischtennis-Bund Deutscher Turner-Bund Deutscher Verband für Modernen Fünfkampf Deutscher Volleyball-Verband Deutscher Wasserski-Verband Deutscher Angelfischerverband Verband Deutscher Sporttaucher

Mitglieder mit besonderer Aufgabenstellung Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband Deutscher Aikido-Bund Deutscher Betriebssportverband Deutscher Verband für Freikörperkultur DJK-Sportverband Deutsches Polizeisportkuratorium Eichenkreuzsport im CVJM Deutschland Kneipp-Bund Makkabi Deutschland Rad- und Kraftfahrerbund „Solidarität“ Deutschland 1896 Verband Deutscher Eisenbahner-Sportvereine Deutsche Olympische Gesellschaft

Trivia Das letzte noch lebende Gründungsmitglied war Fredy Stober, der am 18. Dezember 2010 im Alter von 100 Jahren starb.

Weblinks

Einzelnachweise

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