GRÜNE Schweiz (zuvor Grüne Partei der Schweiz (GPS), kurz GRÜNE; , , ) ist eine grünpolitische Partei in der Schweiz. Sie ist Mitglied der Europäischen Grünen Partei. Die Jungen Grünen bilden die gesamtschweizerische Jungpartei.Website der Jungen Grünen.
Kantonalparteien Bei den Grünen haben die Kantonalparteien ein grosses Gewicht. Entsprechend gibt es in den Kantonen zum Teil mehrere Parteien, die allesamt der Grünen Partei der Schweiz angehören.
Aargau: Grüne Aargau Appenzell Ausserrhoden: Grünes Appenzellerland (GRAL). Basel-Stadt: Grüne Partei Basel-Stadt und Basels starke Alternative (BastA!) Basel-Landschaft: Grüne Baselland Bern: Grüne Kanton Bern und Grün alternative Partei Freiburg: Les Verts fribourgeois/Grüne Freiburg Genf: Les Vert-e-s genevois-es Glarus: Grüne Kanton Glarus Graubünden: Grüne Graubünden Jura: Verts jurassiens Luzern: Grüne Kanton Luzern Neuenburg: Les Verts. Nidwalden: Grüne Nidwalden (bis Ende 2008 Demokratisches Nidwalden) Solothurn: Grüne Kanton Solothurn St. Gallen: Grüne Kanton St. Gallen Schaffhausen: Grüne Partei Schaffhausen (bis 2017 unter dem Namen Ökoliberale Bewegung Schaffhausen – ÖBS) Schwyz: Grüne Schwyz (neu gegründet 21. Juni 2007, Vorgänger: Kritisches Forum Schwyz, aufgelöst 1999) Thurgau: Grüne Partei Thurgau Tessin: Verdi del Ticino Uri: Grüne Uri Waadt: Les Verts – Mouvement écologiste vaudois Wallis: Parti écologiste valaisan Zug: Alternative – die Grünen Zug Zürich: Grüne Kanton Zürich
Im Kanton Appenzell Innerrhoden – wo es generell kaum Parteien oder Fraktionen gibt. Kanton Appenzell Innerrhoden. – existiert keine eigene Grüne Partei. Die am 5. Dezember 2008 gegründete Sektion Grüne Obwalden wurde per Ende des Jahres 2009 aufgelöst.http://www.zisch.ch/navigation/top_main_nav/nachrichten/zentralschweiz/obwalden/detail.htm?client_request_className=NewsItem&client_request_contentOID=329157 Grüne Obwalden lösen sich auf (29. Dezember 2009)
Position mini|Die Position der Grünen Partei im politischen Spektrum der Schweiz (2007)
Traditioneller Schwerpunkt der grünen Politik ist die Umwelt- und Verkehrspolitik, daneben sind die Grünen aber auch in allen anderen Gebieten der Schweizer Politik aktiv. In der Aussen- und Sicherheitspolitik verfolgen die Grünen einen weltoffenen und pazifistischen Kurs, in der Sozial- und Wirtschaftspolitik vertreten sie, von einer sozialen Grundhaltung ausgehend, ein relativ breites Spektrum links der Mitte.
Einen Beitritt zur Europäischen Union lehnen die Grünen grundsätzlich ab. Die Grünen unterstützen den bilateralen Weg und die Wiederaufnahme der Verhandlungen für ein Rahmenabkommen. In Ausländerfragen fordern die Grünen eine offensive Integrationspolitik und eine erleichterte Einbürgerung, insbesondere für junge ausländische Menschen. Die Grünen befürworten eine Erhöhung der Energiepreise. Der daraus entstehende Ertrag soll zur Finanzierung der Sozialversicherungen benutzt werden.
Eine Untersuchung im Rahmen der Swiss electoral studies der Universität Lausanne ergab, dass sich die grünen Kandidierenden stark für «mehr Staat» (gegen «mehr Markt») sowie für «Integration und gesellschaftliche Offenheit» (gegen «Tradition und Konservativismus») einsetzten.man vergleiche die Quelle unter Nach einer Auswertung des Geographischen Instituts der Universität Zürich war das Abstimmungsverhalten der grünen Parlamentsmitglieder in der Legislatur 2007 bis 2011 konservativ und links.Informationsdienste Bundeskanzlei, Departemente und Parlamentsdienste Bei smartvote sind die grünen Kandidierenden im Allgemeinen klar links und auf der Liberal-Konservativ-Achse gemässigt liberal., man vergleiche die Position der grünen Kandidierenden bei irgendwelchen Wahlen. Die Aussage trifft ausser bei den Glarner Landratswahlen zu.
Vor den Parlamentswahlen 2019 forderten die Grünen die Verabschiedung eines CO2-Gesetzes mit dem Ziel, den CO2-Ausstoss im Inland bis 2030 um 60 Prozent zu reduzieren. Bis 2050 soll der CO2-Ausstoss auf Null sinken.https://gruene.ch/wahlplattform-2019#k1-1 Weitere Forderungen waren ein verbindlicher Plan zum Ausstieg aus der Kernenergie, eine Stärkung der sozialen Sicherungsnetze und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Die Grünen setzen sich für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe ein.https://gruene.ch/gesellschaft/lgbtiq/fuer-gleichstellung-und-teilhabe-von-lgbtiq-gruene-waehlen
Vertretung in Parlamenten und Exekutiven mini|Die Grüne Fraktion nach den Parlamentswahlen 2019 mini|Parteistärke der Grünen bei den Nationalratswahlen 2019
National- und Ständerat Die GRÜNEN Schweiz ist die weitaus stärkste Partei, die nicht im Bundesrat vertreten ist. Bei den Parlamentswahlen 2015 verzeichneten die Grünen einen Wähleranteil von 7,1 %. Damit besetzte die Grüne Fraktion 11 von 200 Sitzen im Nationalrat, was einen Verlust von vier Sitzen verglichen mit 2011 bedeutete, sowie 1 von 46 Sitzen im Ständerat (Kanton Genf). Seit 1999 forderten die Grünen immer wieder einen Sitz im Bundesrat, und zwar in einer Mitte-links-Koalition unter Ausschluss der SVP, allerdings bisher erfolglos. Die erste Bundesratskandidatur der Grünen erfolgte indes bereits 1987, als Leni Robert versuchte, den frei gewordenen SVP-Sitz von Leon Schlumpf zu übernehmen. Bei der Bundesratswahl 2000 kandidierte mit Cécile Bühlmann erstmals eine Sprengkandidatin.
Nach den Parlamentswahlen 2019 – bei denen die Grünen mit 13,2 % ihr bislang bestes Ergebnis erzielten – entschied die Grüne Fraktion, für die Bundesratswahl 2019 die Parteipräsidentin Regula Rytz als Kandidatin aufzustellen. Ritz wurde nicht gewählt. Bei den Parlamentswahlen 2023 sank der Wähleranteil der Grünen auf 9,8 %Parteistärke. In: ch.ch., womit sie wieder nur noch fünftgrösste Partei waren. Trotzdem traten sie bei der Bundesratswahl 2023 mit dem Freiburger Nationalrat Gerhard Andrey als Sprengkandidat gegen einen der beiden FDP-Sitze an. Er war jedoch sowohl bei der Wahl von Ignazio Cassis wie auch von Karin Keller-Sutter chancenlos.Bisherige Bundesräte fest im Sattel – Grüne scheitern mit Angriff. Website des Parlaments, 13. Dezember 2023.
Kantons- und Stadtregierungen In den Kantonen Solothurn, Basel-Landschaft, Bern, Waadt, Genf und Zürich sind die Grünen mit je einem Mitglied in der Regierung vertreten. In diversen Gemeinden sind Grüne Mitglieder in den Exekutiven, in Lausanne, Basel, Bern oder Liestal stellten oder stellen die Grünen das Stadtpräsidium.
Kantonale Wahlergebnisse Jahr Kantonsparlamente 2007 9,6 10,4 7,3 12,0 * * 4,1 15,9 2008 3,0 0,8 13,0 8,3 5,1 9,0 2009 6,5 8,9 2,2 12,6 15,3 2010 10,1 n. a. 11,9 11,9 10,4 * 8,3 2011 8,4 10,6 8,7 3,7 13,7 0,4 * 7,6 2012 3,9 0,2 11,8 7,4 6,0 7,4 7,7 12,6 2013 7,7 3,3 11,2 9,2 2014 10,1 n. a. 12,8 11,4 11,6 * 2015 7,1 7,2 6,7 9,6 n. a. * 6,0 7,7 2016 2,4 0,8 4,5 13,4 3,9 5,2 7,1 7,4 2017 7,5 13,8 6,9 14,9 2018 10,1 n. a. 13,4 12,4 12,7 * 13,2 2019 13,2 11,9 11,7 15,2 n. a. * 6,3 2020 2,9 1,0 16,6 8,9 7,9 9,8 10,1 11,5 2021 11,3 10,2 9,5 18,3 2022 12,7 n. a. 11,2 13,7 13,0 3,6 15,3 2023 9,8 10,4 10,2 12,5 n. a. * 5,4 12,9 2024 5,0 1,3 17,7 6,1 6,8 7,4 8,8 2025 10,2 6,9 14,6 8,0 2026 10,9 n. a. 9,0 … … … … Legende: * – Landsgemeinde oder Majorzwahlen/Gemeindeversammlungen in mehreren/allen Wahlkreisen; … – zuk. Wahlen im laufenden Jahr; kursiv – Einzug ins Parlament verpasst; n. a. – nicht angetreten; Wahlergebnisse in Prozent; Quelle:Bundesamt für Statistik: Kantonale Parlamentswahlen: Parteistärken mit Zuteilung der Mischlisten auf die Parteien
Geschichte Ursprünge Die Schweizer Grünen haben zwei verschiedene Ursprünge:
die ökologischen Bewegungen, deren Hauptprogramm der Schutz der Natur war und die sowohl linke wie bürgerliche Anhänger hatten und eher auf dem Land erfolgreich waren. Die ersten regionalen Grünen Parteien in der Westschweiz sind dieser Kategorie zuzuordnen.
die Alternativen, welche aus der 68er-Bewegung hervorgegangen waren, stark linke Positionen vertraten und vor allem in den Städten erfolgreich waren. Deren wichtigste Parteien waren die «Progressiven Organisationen der Schweiz» (POCH) sowie die Sozialistische Arbeiterpartei (SAP).
Entstehung
Wahlergebnisse der GPS bzw. der Grünen Schweiz Wahl Wähleranteil Nationalrat Ständerat 1975 0,06 % 1979 0,63 % 1983 1,89 % 1987 4,88 % 1991 6,20 % 1995 5,19 % 1999 5,01 % 2003 7,43 % 2007 9,59 % 2011 8,44 % 2015 7,06 % 2019 13,20 % 2023 9,8 %
Wahlergebnisse der Grünalternativen 1979–1995 Wahl Wähleranteil Nationalrat 1979 0,18 % 1983 1,02 % 1987 4,00 % 1991 1,22 % 1995 0,86 % Die erste Grüne Partei in der Schweiz wurde 1971 in Neuenburg von Gegnern eines Autobahnprojekts, die deshalb aus etablierten Parteien ausgetreten waren, gegründet. Ihr Name lautete Mouvement populaire pour l'environnement (MPE) (Volksbewegung für den Umweltschutz). Im folgenden Jahrzehnt entstanden an verschiedenen Orten der Schweiz ähnliche Parteien. Bei den Wahlen 1979 zog mit dem Waadtländer Daniel Brélaz, später Stadtpräsident von Lausanne, zum ersten Mal ein Grüner in den Nationalrat ein.
Zu einer regelrechten Gründungswelle lokaler grüner, ökologischer und alternativer Parteien kam es in den 1980er Jahren, in der die beiden oben genannten Gruppierungen zum ersten Mal als Teil einer einheitlichen «grünen» Bewegung wahrgenommen wurden. Die Unterschiede zwischen «Gurken» (Ökologie ist das Hauptprogramm, soziale Fragen eher im Hintergrund) und «Melonen» (aussen grün, innen rot: mehr sozialpolitisches und weniger ökologisches Engagement) waren allerdings immer noch beträchtlich. Diese beiden Richtungen spiegelten sich auch in den beiden 1983 gegründeten nationalen Dachorganisationen. Am 28. Mai 1983 wurde in Freiburg die «Föderation der grünen Parteien der Schweiz» (ab 1986: Grüne Partei der Schweiz, GPS) gegründet. Gründungsmitglied Laurent Rebeaud wurde ihr erster Präsident. Zwei Wochen später gründeten auch die links-alternativen Grünen ihre Föderation unter dem Namen «Grüne Alternative Schweiz» (GRAS, später Grünes Bündnis der Schweiz, GBS). Diese beiden Gruppierungen konkurrierten in den 1980er Jahren. Bei den Wahlen 1987 wurde die GPS zur fünftgrössten Partei und grössten Nichtregierungspartei. Mit neun Sitzen im Nationalrat konnte sie erstmals eine Grüne Fraktion bilden.
Im Mai 1990 scheiterten Fusionsgespräche zwischen beiden grünen Organisationen. Bereits zuvor waren einzelne Kantonalverbände der GBS zur GPS übergetreten, dann folgten weitere. Auch die meisten verbliebenen Grün-Alternativen schlossen sich der GPS an. Das Grüne Bündnis Schweiz stand vor der Auflösung.
Im September 1993 änderte die Partei ihren Namen in «Grüne – Grüne Partei der Schweiz». Aufgrund dieser Entstehungsgeschichte erklären sich die teilweise abweichenden Namen der Grünen Kantonalparteien.
Die 1990er Jahre
Bei den Schweizer Parlamentswahlen 1991 erreichten die Grünen ihr bis zu diesem Zeitpunkt bestes Ergebnis mit einem Stimmenanteil von 6,1 % und 14 Sitzen im Nationalrat. Auf diesen Erfolg folgte allerdings eine längere Krise, die 1992 mit der Abstimmung über den EWR begann, welche die Schweiz, aber auch die Grüne Partei spaltete. Wie später auch bei der Volksabstimmung bildete sich innerhalb der Partei ein Röstigraben: Die Mehrheit der Deutschschweizer Grünen befürchteten negative ökologische Konsequenzen und weniger Mitbestimmungsrechte für das Volk, während die Grünen in der französischsprachigen Schweiz die Mängel (aus grüner Sicht) akzeptierten, weil ihnen die Annäherung an die EU wichtiger war. In den auf die EWR-Abstimmung folgenden Diskussionen sprach sich die Mehrheit der Grünen für einen Beitritt der Schweiz zur EU aus.