Tabellenführer Tabellenletzter

Die Saison 1995/96 war die erste Saison der deutschen Bundesliga, die nach der Drei-Punkte-Regel ausgetragen wurde. Deutscher Meister der Männer wurde Borussia Dortmund. Die Saison begann am 11. August 1995 und endete am 18. Mai 1996.

Saisonüberblick Die Saison war geprägt vom Zweikampf um die Meisterschaft zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund.

Meister wurde Borussia Dortmund mit Trainer Ottmar Hitzfeld, das damit seinen Meistertitel vom Vorjahr verteidigte. Es war die erste Saison mit der Vergabe von drei Punkten pro Sieg. Ebenso hatte nun jeder Spieler eine feste Nummer. Die Entscheidung fiel am vorletzten Spieltag, als Dortmund drei Zähler vor den Bayern lag. Zu diesem Zeitpunkt konnte Dortmunds Rivale Schalke 04 im Duell mit den Münchnern dem BVB die Meisterschaft ermöglichen, wohingegen der FC Bayern auf Hilfe vom Stadtrivalen TSV 1860 angewiesen war. Schalke gewann letztendlich zuhause, aufgrund dessen reichte Dortmund ein Remis gegen die Löwen zur Titelverteidigung.

Die Bayern starteten mit ihrem neuen Trainer Otto Rehhagel und mehreren neuen Spielern, u. a. Jürgen Klinsmann und Andreas Herzog, mit sieben Siegen in Serie. Jedoch kam es nach späteren Punktverlusten zu internen Konflikten und zur Entlassung von Otto Rehhagel nach einer 0:1-Heimniederlage gegen Hansa Rostock durch ein Tor von Jonathan Akpoborie. Unter Interimsteamchef Franz Beckenbauer wurde Bayern Zweiter und gewann später den UEFA-Pokal.

Absteiger waren der 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Frankfurt, sowie der KFC Uerdingen 05, der durch Umbenennung aus Bayer 05 Uerdingen hervorgegangen war. Sowohl für Kaiserslautern als auch für Frankfurt war es nach 33 Jahren ununterbrochener Bundesliga-Zugehörigkeit der erste Abstieg der Vereinsgeschichte. Somit verblieben nach der Saison nur noch der Hamburger SV und der 1. FC Köln als nie abgestiegene Gründungsmitglieder der Bundesliga.

Zwischen Bayer 04 Leverkusen und Kaiserslautern fand am 18. Mai 1996 ein entscheidendes Spiel gegen den Abstieg statt, das unentschieden und damit zugunsten von Bayer endete. Der 1. FCK musste gewinnen und führte auch bis zur 81. Minute durch ein Tor von Pavel Kuka in der 58. Minute. Dann glich Markus Münch für Leverkusen aus. Dieser Ausgleich war auch Gegenstand einer Kontroverse, denn einige Lauterer monierten, dass der Ball zuvor nach einer Verletzung nicht zurückgespielt worden war. Der dadurch gewonnene Ballbesitz von Leverkusen führte einige Augenblicke später zum Ausgleich.

Eine Woche später gewann der 1. FC Kaiserslautern gegen den Karlsruher SC das DFB-Pokalfinale mit 1:0. Somit nahm der Klub in der Folgesaison als Zweitligist am Europapokal der Pokalsieger teil, was vorher nur Hannover 96 in der Saison 1992/93 gelungen war.

Abschlusstabelle mini|360px|Teilnehmende Vereine im Überblick

(M) Deutscher Meister 1994/95 (P) DFB-Pokal-Sieger 1994/95 (N) Aufsteiger aus der 2. Bundesliga 1994/95

Tabellenverlauf 700px

Kreuztabelle Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe.

1995/9622px|Borussia Dortmund22px|FC Bayern München22px|FC Schalke 0422px|Borussia Mönchengladbach22px|Hamburger SV22px|F.C. Hansa Rostock22px|Karlsruher SC22px|TSV 1860 München22px|SV Werder Bremen22px|VfB Stuttgart22px|SC Freiburg22px|1. FC Köln22px|Fortuna Düsseldorf22px|Bayer 04 Leverkusen22px|FC St. Pauli22px|1. FC Kaiserslautern22px|Eintracht Frankfurt22px|KFC Uerdingen 05 1. Borussia Dortmund 3:1 0:0 2:1 1:1 1:2 4:1 3:1 1:1 6:3 3:2 3:0 3:0 2:0 1:0 1:1 6:0 5:0 2. FC Bayern München 1:0 4:0 1:2 3:2 0:1 1:4 4:2 2:0 5:3 2:0 3:2 2:2 1:0 1:1 2:0 1:1 2:0 3. FC Schalke 04 1:2 2:1 3:3 3:0 1:3 2:1 1:1 2:1 2:0 3:0 0:0 1:1 1:1 2:0 1:1 2:0 1:1 4. Borussia Mönchengladbach 2:2 3:1 4:1 1:2 3:2 1:2 0:2 1:0 1:1 1:0 2:1 1:1 0:0 2:4 1:1 4:1 2:1 5. Hamburger SV 2:2 2:1 1:1 2:1 1:1 0:0 2:2 3:3 3:0 0:0 0:0 4:1 2:2 1:0 1:0 5:1 0:0 6. Hansa Rostock 3:2 0:0 1:2 2:3 2:0 1:1 0:3 2:1 3:3 1:0 0:1 0:0 1:2 2:0 3:0 1:1 1:0 7. Karlsruher SC 5:0 2:6 0:1 4:0 3:1 0:2 1:1 1:1 1:2 1:1 1:0 3:1 1:4 2:2 0:0 1:1 2:0 8. TSV 1860 München 2:2 0:2 1:1 4:0 5:0 1:1 1:1 1:1 1:1 3:0 2:1 2:1 0:1 2:0 1:1 3:1 2:1 9. Werder Bremen 2:2 3:2 1:2 2:0 2:1 0:2 1:0 2:0 2:2 0:2 0:1 1:1 2:1 1:1 1:1 1:1 1:0 10. VfB Stuttgart 0:5 0:1 2:2 5:0 3:0 1:1 3:1 2:3 1:1 3:1 0:1 2:3 1:4 1:1 2:0 3:2 0:0 11. SC Freiburg 0:1 3:1 1:2 0:0 0:3 2:1 0:3 1:0 0:1 2:1 2:0 1:1 2:1 0:2 0:0 2:0 1:1 12. 1. FC Köln 0:0 0:0 0:1 0:2 3:2 3:0 0:1 2:0 1:2 2:2 1:1 0:0 2:2 1:0 0:1 3:0 0:0 13. Fortuna Düsseldorf 1:2 0:2 2:0 3:2 2:2 2:2 2:0 1:1 1:1 1:2 0:0 1:1 1:1 2:0 2:1 2:2 1:0 14. Bayer 04 Leverkusen 1:1 1:2 0:0 0:0 0:1 2:0 1:2 2:1 2:2 0:0 0:1 1:2 0:0 1:1 1:1 2:0 2:1 15. FC St. Pauli 0:3 0:1 2:0 0:2 1:1 3:2 1:1 4:2 1:2 1:3 1:1 3:3 2:1 2:1 1:2 2:1 0:2 16. 1. FC Kaiserslautern 1:1 2:3 0:0 1:3 1:2 2:0 2:2 0:0 0:0 1:1 1:2 1:1 2:0 1:0 0:0 1:1 3:0 17. Eintracht Frankfurt 3:4 4:1 0:3 0:2 1:4 1:3 2:2 4:2 1:0 2:2 0:1 1:0 3:0 1:1 2:2 3:1 1:0 18. KFC Uerdingen 05 0:2 1:6 1:1 0:2 1:1 1:1 2:3 2:0 3:0 3:4 3:1 1:1 1:3 3:0 2:5 1:1 1:1

Torschützenliste Mit 17 Toren, die zum Titel „Torschützenkönig“ reichten, stellte Fredi Bobic den damaligen Minusrekord aus der Saison 1988/89 ein, als Thomas Allofs und Roland Wohlfarth ebenfalls mit je 17 Toren Torschützenkönig wurden.

Spieler Verein Tore 1. VfB Stuttgart 17 2. Karlsruher SC 16 VfB Stuttgart FC Bayern München 5. Borussia Mönchengladbach 15 Borussia Dortmund

Sponsoren Verein Ausrüster Hauptsponsor 1. FC Kaiserslautern Adidas OKI 1. FC Köln Puma Ford Bayer 04 Leverkusen Adidas Alka-Seltzer Borussia Dortmund Nike Die Continentale Borussia Mönchengladbach Reebok Diebels Eintracht Frankfurt Puma Tetra Pak FC Bayern München Adidas Opel Hansa Rostock Erima Höffner FC Schalke 04 Adidas Kärcher FC St. Pauli Reusch Böklunder Fortuna Düsseldorf Umbro Diebels Hamburger SV Uhlsport Hyundai Karlsruher SC Adidas Ehrmann KFC Uerdingen 05 Reusch Trigema SC Freiburg Uhlsport Zehnder Wärmekörper TSV 1860 München Nike Löwenbräu VfB Stuttgart Adidas Südmilch Vifit Werder Bremen Puma dbv-Winterthur

Wissenswertes Zur Saison 1995/96 wurden feste Rückennummern eingeführt. Zuvor hatte der Torhüter die 1 getragen und die Feldspieler waren nach Position von 2 bis 11 durchnummeriert worden. Sommer 1995 - feste Rückennummern wurden eingeführt, reviersport.de, 2. Mai 2025, abgerufen am 10. August 2026. Beim Spiel des FC Bayern München gegen Fortuna Düsseldorf am 34. Spieltag wechselte Klaus Augenthaler, der ersatzweise für Franz Beckenbauer auf dem Trainerstuhl saß, zur Halbzeit versehentlich vier Spieler anstatt der erlaubten drei ein. Nach einem 0:2-Rückstand machten die Münchner noch ein 2:2-Unentschieden. Wegen der Bedeutungslosigkeit des Spiels für beide Mannschaften verzichtete Düsseldorf auf einen Protest. Das Spiel war bis zur Saison 2019/20, in der man aufgrund der COVID-19-Pandemie fünf Spieler pro Team einwechseln durfte, das einzige Bundesligaspiel mit sieben Auswechslungen in der Geschichte der Bundesliga. Mit dem Abstieg von Eintracht Frankfurt und des 1. FC Kaiserslautern blieben nur noch der 1. FC Köln und der Hamburger SV ununterbrochen in der Bundesliga. Damit stiegen das 13. und 14. Gründungsmitglied ab.Kaiserslautern steigt ab Mit einem 4:2-Sieg am 1. Spieltag wurde der FC St. Pauli zum ersten und bis jetzt (Stand: Saison 2025/26) einzigen Mal Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. Es gingen 108 von insgesamt 306 Spielen unentschieden aus. Damit ist die Saison 1995/96 die Bundesliga-Saison mit den zweitmeisten Unentschieden (in der Saison 1991/92 wurde 124 mal unentschieden gespielt, aber auch 74 Partien mehr ausgetragen) und der höchsten Unentschieden-Quote von 35,3 %. Dadurch hat die Abschlusstabelle die kleinste Summe an Punkten seit Einführung der 3-Punkte-Regel.

Die Meistermannschaft Borussia Dortmund

1. Borussia Dortmund 60px|Borussia Dortmund Tor: Stefan Klos (33/-); Wolfgang de Beer (1/-); Toni Schumacher (1/-) Abwehr: Jürgen Kohler (29/5); Stefan Reuter (26/6); Júlio César (23/2); Martin Kree (23/-); Matthias Sammer (22/3); Bodo Schmidt (17/-); Carsten Wolters (11/1); Günter Kutowski (3/-) Mittelfeld: Michael Zorc (30/15); Steffen Freund (30/2); Patrik Berger (27/4); Lars Ricken (26/6); Andreas Möller (23/8); René Tretschok (20/2); Knut Reinhardt (20/-); Jörg Heinrich (17/2); Thomas Franck (5/-); Lars Müller (5/-); Mallam Yahaya (1/-) Angriff: Karl-Heinz Riedle (18/7); Stéphane Chapuisat (17/3); Rubén Sosa (17/3); Heiko Herrlich (16/7); Ibrahim Tanko (3/-) Trainer: Ottmar Hitzfeld

Schiedsrichter Name Geboren Landesverband Spiele 12px 12px 12px Anmerkung Hermann Albrecht Bayern 14 71 2 1 Jürgen Aust Mittelrhein 13 58 2 2 Alfons Berg Rheinland 13 48 0 0 Hans-Peter Best Württemberg 11 37 2 2 Winfried Buchhart Bayern 10 42 2 0 Heinz-Dieter Casper 3 6 0 0 Georg Dardenne Mittelrhein 15 67 2 2 Herbert Fandel Rheinland 4 18 0 0 Erste Saison in der Bundesliga Helmut Fleischer Bayern 3 8 0 0 Erste Saison in der Bundesliga Frank Fleske Brandenburg 11 36 0 1 Günther Frey Bayern 3 14 0 0 Einzige Saison in der Bundesliga Lutz Michael Fröhlich Berlin 16 64 1 1 Günther Habermann Thüringen 11 29 0 0 Bernd Heynemann Sachsen-Anhalt 14 67 0 2 Burkhard Hufgard 3 9 0 0 Erste Saison in der Bundesliga Jürgen Jansen Niederrhein 11 39 1 3 Hans-Jürgen Kasper Niedersachsen 10 48 1 1 Uwe Kemmling Niedersachsen 5 17 2 1 Erste Saison in der Bundesliga Torsten Koop Mecklenburg-Vorpommern 4 1 0 0 Erste Saison in der Bundesliga Hellmut Krug Westfalen 18 77 3 3 Michael Malbranc Hamburg 9 47 4 3 Markus Merk Südwest 13 58 1 2 Lutz Pohlmann Schleswig-Holstein 9 35 2 1 Hans Scheuerer Bayern 10 42 0 0 Edgar Steinborn Rheinland 18 51 1 0 Hartmut Strampe Niedersachsen 16 68 3 3 Lutz Wagner Hessen 11 57 0 2 Hans-Jürgen Weber Niederrhein 8 32 4 1 Rainer Werthmann Westfalen 8 28 2 0 Bernhard Zerr Südbaden 12 54 1 2 Gesamt: 306 1238 36 33 Quelle: weltfussball.de

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Einzelnachweise

#1995/96 Kategorie:Fußballsaison 1995/96