mini|Avionik (Radarsystem) in einer Cessna 501
Die Avionik – ein Kofferwort bestehend aus Aviatik (von lat. avis = Vogel) und Elektronik – ist ein Begriff für Technologie aus der Luft- und Raumfahrttechnik und bezeichnet die Gesamtheit der elektrischen und elektronischen Geräte an Bord eines Fluggerätes, einschließlich der elektronischen Fluginstrumente. Ausgenommen hiervon sind im Sprachgebrauch allerdings Elektronikanwendungen in Kabinensystemen.
Der Ausdruck Avionik (engl. Avionics) wurde in den USA ca. in den 1960er Jahren geprägt. Ein verwandtes Thema ist die Luft- und Raumfahrtinformatik, denn auch diese Systeme bestehen aus Hardware und Software. Hier kommen häufig eingebettete System zum Einsatz mit Echtzeitanforderungen. Die Hersteller dieser Systeme und Geräte sind Unternehmen und Organisationen aus der Luftfahrt- und Rüstungsindustrie.
Systeme und Technologien Flugkontroll- und Managementsysteme Zu den Flugkontroll- und Managementsystemen gehören unter anderem der Autopilot, das Flight Management System (FMS) und die Elektronik für Fly-by-wire-Flugsteuerungssysteme (FBW) sowie Flugüberwachungsgeräte, wie z. B. Kollisionswarnsysteme (TCAS). Die Flugzeugsysteme, wie z. B. die Triebwerke, werden von den folgenden Systemen überwacht: EFIS, ECAM oder EICAS, FADEC.
Kommunikation Man unterscheidet Kommunikationssysteme zur Verständigung im Flugzeug (Interkommunikationssysteme) und Flugfunksysteme für Sprache und Text (Future Air Navigation System (FANS)).
Navigation Die Navigationsgeräte teilen sich auf in Funknavigation wie Drehfunkfeuer (VOR), Instrumentenlandesystem (ILS), ungerichtetes Funkfeuer (NDB), Entfernungsmessgerät (DME) und Radiokompass (ADF/RDF), globales Navigationssatellitensystem (GPS), GBAS-Empfänger, SBAS-Empfänger, sowie Trägheitsnavigation (INS).
Sensoren Radarsysteme teilen sich in Wetterradare sowie die in der Regel dem militärischen Bereich vorbehaltenen Luft- und Bodenradarsysteme auf. Infrarotzielsysteme und Forward Looking Infrared bei Militärflugzeugen.
Bussysteme Dazu zählen die in der Luftfahrt bekannten Busse:
AFDX (auch ARINC 664) ein auf Ethernet basierender Standard zur Vernetzung von Avionik-Komponenten in einem Flugzeug. ARINC 429: Klassischer Datenbus für Verkehrsflugzeuge ARINC 629: Datenbus für Zivilflugzeuge (z. B. Boeing 777) ARINC 717: Datenbus zum Flugdatenaufzeichnungsgerät CAN: Datenbus für Subsysteme, beispielsweise nach ARINC 825 (z. B. Airbus A380, A350) MIL-STD-1553 (kurz MIL-Bus): Datenbus für Militärflugzeuge STANAG 3910 (MIL-Bus + optische Datenübertragung): Datenbus für Militärflugzeuge Time-Triggered Protocol (TTP): Datenbus für zeitgesteuerte Kommunikation im Bereich sicherheitskritischer Anwendungen der Luft- und Raumfahrt; TTTechs zeitgesteuertes Protokoll TTP ist der erste Hochgeschwindigkeitsdatenbus, der sowohl in kommerziellen als auch in militärischen Flugzeugen verbaut wird (Bsp.: Boeing 787, Airbus A380, F-16 von Lockheed Martin, M-346 von Aermacchi)
Modularisierung In modernen Flugzeugen sind noch viele weitere Steuergeräte, Computer und Geräte im Einsatz. Meist sind die Geräte in einem bestimmten Bereich unterhalb des Kabinenbodens oder in der Nähe des Cockpits zusammengefasst, dem Avionics Compartment (auch Avionics Bay). Um die zunehmende Anzahl notwendiger Geräte zu reduzieren (Modularisierung), wurde Anfang 2000 das Prinzip der Integrierten Modularen Avionik (IMA) entwickelt.
Siehe auch Aerospace Qualified Electronic Component (AQEC) Automobilelektronik Systems Engineering Unbemannte Systeme
Literatur
Weblinks
FAA Pilot handbook - Chapter 8: Flight Instruments
Einzelnachweise
Kategorie:Kofferwort Kategorie:Technisches Fachgebiet Kategorie:Ingenieurwissenschaft Kategorie:Elektronisches Gerät