mini|Panorama vom Piastenturm mini|Mit Schlesischen Beskiden mini|Piastenturm mini|hochkant|Nikolausrotunde mini|Marktplatz von Westen mini|Marktplatz von Norden mini|Altstadt mini|Habsburger-Schloss mini|hochkant|Heiligkreuzkirche (ehem. Jesuitenkirche) mini|Zahlreiche Bierkeller in der Altstadt tragen der Brautradition Cieszyns Rechnung mini|Marienkirche mini|Jesuskirche mini|Adam-Mickiewicz-Theater mini|Amtsgericht mini|hochkant|Nationalhaus mini|Hauptpostamt mini|hochkant|Alumneum mini|Larisch-Palast mini|Standesamt mini|Elisabethkloster mini|Eingangstor zum Kommunalfriedhof mini|Eingangstor zum Evangelischen Friedhof mini|Alter Jüdischer Friedhof mini|hochkant|Neuer Jüdischer Friedhof mini|Friedenspark mini|Mieszko-I.-Denkmal mini|hochkant|Joseph-II.-Denkmal mini|hochkant|Floriansbrunnen mini|hochkant|Dreibrüder-Brunnen

Cieszyn [] (, ) ist der im Süden Polens gelegene Teil der polnisch-tschechischen Doppelstadt Cieszyn / Český Těšín in der Woiwodschaft Schlesien.

Geographie Cieszyn liegt im Westen des Schlesischen Vorgebirges (Pogórze Śląskie), eines Teiles der zu den Karpaten gehörenden Westbeskiden. Es liegt am Westrand des Beskidenvorlands. Cieszyn ist Grenzstadt zu Tschechien. Die Grenze zur tschechischen Stadthälfte Český Těšín bildet der zur Oder führende Fluss Olsa (), über den im Stadtgebiet drei Straßenbrücken mit Grenzübergängen führen. Die größte Brücke hat eine Spannweite von 760 m. Cieszyn grenzt im Norden an die Gemeinde Hażlach, im Nordosten an die Gemeinde Dębowiec und im Südosten an die Gemeinde Goleszów. Die Woiwodschaftshauptstadt Katowice liegt etwa 70 km nördlich.

Das Stadtgebiet mit einer eine Fläche von 28,69 km² entspricht 3,93 % der Fläche des Kreises. Es besteht zu 55 % aus Ackerland und zu 7 % aus Wäldern.

Südöstlich von Cieszyn liegt in den Schlesischen Beskiden am 1257 m hohen Berg Skrzyczne eines der größten polnischen Wintersportgebiete.

Stadtgliederung Die Einwohnerentwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt einen anhaltenden Trend des Wegzugs aus dem Stadtkern in die Außenbezirke. Stadtteile Einwohner 1985 Einwohner 1997 Stare Miasto (Altstadt) 7.185 6.053 Mała Łąka (Kleine Wiese) 575 436 Liburnia 9.227 9.571 Bobrek (Bobrek/Bobersdorf) 2.344 3.040 Podgórze 7.598 7.945 Błogocice (Blogotitz) 5.445 5.560 Boguszowice (Boguschowitz) 430 361 Marklowice (Marklowitz) 590 935 Kalembice (Kalembitz) 765 970 Pastwiska (Pastwisk) 936 1.712 Krasna (Krasna/Schöndorf) 478 525 Gułdowy (Guldau) 180 193 Mnisztwo (Mönichhof) 407 388 Insgesamt 36.163 38.115

Etymologie Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Tescin“ in einer 1155 ausgestellten Bulle des Papstes Hadrian IV., in der die Grenzen des Bistums Breslau beschrieben werden.Rudolf Žáček: Dějiny Slezska v datech. Prag 2004, ISBN 80-7277-172-8, S. 33. Der Name ist abgeleitet vom Vornamen des Urbesitzers *Ciecha, *Ciesza (≤ Chiech-ja), Ciechosław, wie z. B. Tessin. Im 13. Jahrhundert tauchen weitere Varianten des Ortsnamens auf: Tessin (1223), Thesin (1228), Tesin (1239), Tesschin (1258), Cessin (1288). Offenbar im Zusammenhang mit der durch die schlesischen Herzöge initiierten Besiedlung des Umlands durch deutsche Kolonisten setzte sich schließlich der deutsche Name Teschen (1312) durch.

Die polnische Bezeichnung Cieszyn leitet sich von dem Verbum cieszyć ab, das sich als (sich) freuen übersetzen lässt. Es nimmt Bezug auf die Gründungslegende, wonach die Stadt von den drei Brüdern Leszek, Cieszek und Bolek an dem Ort gegründet wurde, an dem sie zusammentrafen und sich über das Treffen freuten. Laut Gründungslegende soll dies 810 geschehen sein.

Geschichte Die älteste Münze, die in Teschen gefunden wurde, ist eine goldene keltische Münze aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. Sie wurde 1951 auf dem Schlossberg gefunden und gehört zu den sogenannten Schüsselmünzen der Ostkelten. Die Münze wurde in Erdschichten gefunden, in denen Gegenstände der sogenannten Puchauer Kultur vorkamen.Münzfund

Entstehung Der Überlieferung nach soll ein Treffen der drei Fürstenbrüder Leszko, Bolko und Cieszko der Anlass gewesen sein, 810 das heutige Cieszyn zu gründen.Das Jahr 810 wurde zuerst von Eleazar Tilisch (1560–1612) frei erfunden und danach von anderen wiederholt. Siehe Cieszyńskie jubileusze, czyli w jaki sposób kształtowała się legenda o początkach grodu nad Olzą. In: Idzi Panic: Dzieje Cieszynaod pradziejów do czasow współczesnych. Praca zbiorowa. Band III: Cieszyn od Wiosny Ludów do III Rzeczypospolitej. 2. Auflage. Książnica Cieszyńska, Cieszyn 2010, ISBN 978-83-927052-6-0, S. 15–24. Tatsächlich finden sich Spuren einer antiken Besiedlung des Burgbergs (Slawischer Burgwall) aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Seit dem 6. Jahrhundert siedelten hier die westslawischen Golensizen, die im 7. Jahrhundert eine Siedlung mit Burg in Alt-Teschen im heutigen Chotěbuz-Podobora errichteten. Diese Siedlung wurde im 9. Jahrhundert, wahrscheinlich bei Kämpfen zwischen dem Großmährischen Reich unter Svatopluk und den Wislanen, zerstört. Die Bewohner bauten die Siedlung nicht mehr am gleichen Ort wieder auf, sondern zogen ca. 5 km die Olsa aufwärts und wählten den heutigen Burgberg als neuen Siedlungsort, der wahrscheinlich ab dem Ende des 9. Jahrhunderts zum Herrschaftsgebiet des Großmährischen Reiches gehörte.

Polen Der slawische Burgwall kam Ende des 10. Jahrhunderts zusammen mit ganz Schlesien an Polen. Aus dem 11. Jahrhundert stammen die ältesten erhaltenen Gebäude der Stadt. Die Stadt selbst wurde 1155 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Damals gehörte Cieszyn zum Herzogtum Schlesien, das Teil des Seniorats Polen war, nachdem 1138 mit dem Testament Bolesławs III. Schiefmund der polnische Partikularismus begründet worden war. Dieses zerfiel 1173 in mehrere Herzogtümer, unter anderem das Herzogtum Ratibor, das 1202 an das Herzogtum Oppeln kam. 1281 entstand infolge einer Erbteilung aus dem Herzogtum Oppeln das Herzogtum Teschen. Während des 12. und 13. Jahrhunderts entstanden die gegenwärtigen Straßenzüge der Altstadt. Der Breslauer Bischof Lorenz erwähnte die Stadt 1223, die Gründung der Stadt nach dem Löwenberger Stadtrecht muss also zuvor stattgefunden haben. Damit gehört Cieszyn zu den ältesten Städten in Schlesien und ganz Polen. 1240 wurde die Marienkirche zunächst als Pfarrkirche mit Pfarrschule und später als Klosterkirche der Dominikaner errichtet, deren Kloster bis 1270 in Cieszyn errichtet wurde.

Erster Herzog des Herzogtums Teschen war Mieszko I., der die Burg zum Herzogssitz ausbaute. Nach seinem Tod 1315 wurde sein Herrschaftsgebiet unter seinen Söhnen aufgeteilt, zugleich wurde das Herzogtum Auschwitz abgetrennt. Das Herzogtum Teschen fiel an Kasimir I., der sich 1327 zusammen mit den Oppelner Teilherzögen von Ratibor, Falkenberg, Strehlitz und Auschwitz unter die Oberhoheit Böhmens stellte, was die Kujawischen Piasten, die den polnischen Königsthron 1320 übernommen hatten, 1335 mit dem Vertrag von Trentschin anerkannten.

Schlesische Piasten unter böhmischer Lehenshoheit Die nachfolgende wirtschaftliche Entwicklung, die durch die günstige Lage an der Kaiserstraße von Wien nach Krakau bedingt war, veranlasste Herzog Przemko I., dem Ort 1374 das Magdeburger Stadtrecht zu verleihen. Sein Sohn Bolko I. bestätigte 1416 die städtischen Privilegien und die Besitzungen, insbesondere die Dörfer Bürgersdorf und Krasna sowie die Schwarzwasserteiche. Zusätzlich verlieh er der Stadt das Erbfolgerecht. 1496 verkaufte Herzog Kasimir II. der Stadt Grund zum Bau eines Rathauses und zur Anlage eines Marktplatzes.

Unter dem ab 1545 regierenden Herzog Wenzel III. wurde im gesamten Herzogtum die Reformation eingeführt. Zwar konvertierte Herzog Adam Wenzel 1610 wieder zum Katholizismus, doch blieb Cieszyn weiterhin mehrheitlich lutherisch. Die letzten Schlesischen Piasten waren gegenüber ihren andersgläubigen Untertanen weitgehend tolerant. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Cieszyn mehrfach von kaiserlichen und schwedischen Truppen geplündert. Das im Stil der Renaissance ausgebaute Schloss wurde 1646 von schwedischen Soldaten zerstört. Nach dem Erlöschen des Teschener Zweigs der Schlesischen Piasten mit Herzogin Elisabeth Lukretia fiel Teschen 1654 zusammen mit dem Herzogtum Teschen als erledigtes Lehen durch Heimfall an die Krone Böhmen, die 1526 an die Habsburger gelangt war.

Das Franziskanerkloster Teschen bestand von 1476 bis 1542.

Habsburger Nach der Übernahme Cieszyns durch die Habsburger wurde im Rahmen der Gegenreformation der evangelische Pfarrer aus der Stadt verwiesen und die Pfarrkirche Maria Magdalena der katholischen Gemeinde übergeben. 1670 errichtete der Jesuitenorden die Heiligkreuzkirche, 1675 ein Gymnasium. Nachdem die Evangelischen zum Teil ausgewandert waren, zum Teil sich in den Geheimprotestantismus zurückgezogen hatten, war Teschen 1683 eine katholische Stadt. Gleichzeitig sank mit der Einwohnerzahl die wirtschaftliche Bedeutung. Erst die 1707 vom schwedischen König Karl XII. durchgesetzte Altranstädter Konvention erlaubte es den Teschener Evangelischen, in der Stadt wieder eine eigene Kirche zu errichten. Der Bau der Gnadenkirche von 1709 bis 1730 mit 8000 Plätzen, bis 1751 mit einem 72 Meter hohen Turm, bedeutete eine geistige Wende. Die Jesuskirche, die größte der sechs zugelassenen Gnadenkirchen in Schlesien, wird noch heute, nach mehr als 300 Jahren, als evangelisches Gotteshaus genutzt (siehe Abschnitt Religion).

Ab 1722 residierte Herzog Leopold Joseph Karl von Lothringen, Vater des späteren Kaisers Franz I. Stephan, in Teschen. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg, 1742, infolge dessen der größte Teil Schlesiens an Preußen fiel, verblieb Teschen bei der böhmischen Landesherrin Maria Theresia und wurde dem neu geschaffenen Österreichisch-Schlesien eingegliedert. Im Zuge der Ersten Polnischen Teilung kam das östlich von Cieszyn gelegene Kleinpolen als Königreich Galizien an die Habsburger, womit Cieszyn seine Randlage in der Habsburgermonarchie verlor und zentral zwischen Wien und Krakau lag. Am 13. Mai 1779 wurde in Teschen zwischen Maria Theresia und Friedrich II. der Friede von Teschen geschlossen, der den Bayerischen Erbfolgekrieg beendete. Teschen besaß die einzige offiziell anerkannte evangelische Kirchengemeinde in Österreich, geleitet von einem Konsistorium. Die Jesus-Schule wurde zum Gymnasium erhoben. Der Einfluss der Teschener Gnadenkirche erstreckte sich auf den Geheimprotestantismus in ganz Österreich. Die Kirche gilt bis heute als die Mutterkirche der Diözese Cieszyn, die, obwohl sie ihren Sitz in Bielsko-Biała hat, nach der Stadt Teschen benannt ist. 1790 gab es nur 181 Lutheraner in Teschen (6,7 % der Stadtbewohner); aber die Pfarrei umfasste um 6000 überwiegend polnischsprachige Bauern in den benachbarten Dörfern.

Die Zahl der Juden stieg schrittweise nach dem Toleranzpatent von 1713 und 1781. Im 18. Jahrhundert wurde der weitreichende Handel in Teschen von italienischen Kaufleuten fast monopolisiert.

Von 1766 bis 1822 war der Schwiegersohn Maria Theresias, Prinz Albert von Sachsen, unter dem Titel Herzog von Sachsen und Teschen Regent in der Stadt. In der Stammliste des Hauses Habsburg-Lothringen bildete nun die „Feldherrenlinie“ bis ins 20. Jahrhundert einen wichtigen Zweig; ihre Vertreter nannten sich Erzherzöge von Österreich-Teschen. Im späten 18. Jahrhundert begann die deutsche Kultur in der Stadt wieder zu dominieren, unter anderem dank der neuen Bildungspolitik, die in Teschen auf Deutsch eingeführt wurde. Ab dem frühen 19. Jahrhundert waren die Stadtbewohner überwiegend deutschsprachig oder zweisprachig, da viele von ihnen, die slawischer Herkunft waren, sich die deutsche Sprache angeeignet hatten.Dzieje Cieszyna … 2010, Band 2, S. 241, 349.