Königsfeld ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg, Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Steinfeld und zählt zur Metropolregion Nürnberg.
Geografie Lage Die Gemeinde liegt in der Region Oberfranken-West zwischen den Städten Bamberg und Bayreuth an der östlichen Grenze des Landkreises Bamberg und im Fränkischen Jura, am nördlichen Rand der Fränkischen Schweiz. Die Gemeindeteile liegen etwa 450 bis .
Am westlichen Ortsrand des Hauptortes Königsfeld entspringt die Aufseß, die das Dorf durchfließt und nach 23 Kilometern bei Doos in die Wiesent mündet. Die Aufseß und die Wiesent, die in einem Paralleltal durch den Gemeindeteil Treunitz fließt, sind die ständig fließenden Gewässer auf dem Gemeindegebiet. Das bei Wanderern und Kletterern beliebte Paradiestal mündet östlich von Treunitz ins Wiesenttal. Kotzendorf und Voitmannsdorf liegen ebenfalls im Aufseßtal.
Naturdenkmäler und Geotope Naturdenkmal/GeotopFotoBeschreibungGemeindeteilAufseßquellemini|Aufseßquelle KönigsfeldKarstquelle mit historischem QuellhäuschenKönigsfeldDolomitfelsgruppe GimpelsteinDolomitfelsgruppeKönigsfeldDolomitfelsgruppe SulzensteinDolomitfelsgruppeKönigsfeldParadiestalTrockental mit DolomitfelsgruppenTreunitzTrockental TeichgrundTrockental mit DolomitfelsgruppenKönigsfeldWiesenttal zwischen Steinfeld und Treunitzmäanderndes Bachtal mit DolomitfelsgruppenTreunitz
Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn: 70px 70px 70px 60px 60px 70px LitzendorfLandkreisBamberg ScheßlitzLandkreisBamberg StadelhofenLandkreisBamberg HollfeldLandkreisBayreuth AufseßLandkreisBayreuth HeiligenstadtLandkreisBamberg
Gemeindegliederung Es gibt 7 Gemeindeteile, die Einwohnerzahlen stammen von Anfang 2024: 90px 70px Huppendorf war vor der Kommunalreform eine eigene Gemeinde, die Kinder gingen aber in Königsfeld zur Schule. 109 Einwohner 90px 70px Königsfeld war seit Jahrhunderten das Zentrum einer katholischen Pfarrei, zu der die Dörfer der heutigen Gemeinde gehören. 540 Einwohner 90px 70px Kotzendorf bildete bereits vor der Kommunalreform zusammen mit Königsfeld eine Gemeinde. 109 Einwohner 90px 70px Laibarös bildete bis zur Gebietsreform mit Poxdorf eine kleine Gemeinde, die Kinder gingen aber in Hohenpölz zur Schule. 134 Einwohner 90px 70px Poxdorf war Sitz der ehemaligen Gemeinde Poxdorf/Laibarös und hatte eine eigene Schule, die ausschließlich von Poxdorfer Schulkindern besucht wurde. 142 Einwohner 90px 70px Treunitz war vor der Kommunalreform eine selbstständige Gemeinde und hatte eine eigene Schule. 136 Einwohner 90px 70px Voitmannsdorf bildete ursprünglich mit Drosendorf an der Aufseß eine Gemeinde. Dorthin gingen auch die Kinder zur Schule. 119 Einwohner
Die Einöden Holzmühle und Mittelmühle zählen zum Gemeindeteil Kotzendorf.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Huppendorf, Königsfeld, Poxdorf, Treunitz und Voitmannsdorf. Die Gemarkung Königsfeld hat eine Fläche von 14,783 km². Sie ist in 1687 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8763,10 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Kotzendorf.
Geschichte Vorgeschichte Südwestlich des Hauptortes Königsfeld ergab eine archäologische Grabung der Universität Bamberg im Jahre 2015, dass sich dort bereits vor über 7000 Jahren um das Jahr 5050 v. Chr. eine 150 × 100 Meter große Siedlung der Bandkeramischen Kultur mit großen, sechs bis acht Meter breiten und bis zu 40 Meter langen Holzbauten befand. Geschützt wurde diese von einer mindestens zwei Meter tiefen Grabenanlage, deren Errichtung ein enormer Kraftakt war und welche in Mitteleuropa in dieser Höhenlage bisher einmalig ist. Diese Siedlung wurde nach rund 100 Jahren wieder aufgegeben.
Spätantike und Frühmittelalter Die Region um Königsfeld war in der Spätantike von Slawen bevölkert. Die Namen einiger Gemeindeteile von Königsfeld haben slawischen Ursprung. Die Überreste slawischer Fliehburgen mit Ringwall-Anlagen zeugen ebenfalls davon, so etwa der Burgstuhl und das Gehai.
Mit der Ausdehnung des fränkischen Reiches im Frühmittelalter wurde das Gebiet eine Grenzregion zu den Slawen, in welchem fränkische Kolonisten und ansässige Slawen über Jahrhunderte nebeneinander wohnten.
Um diese Grenzregion des Frankenreiches zu sichern, legten die Karolinger an der Aufseß-Quelle einen Königshof an, mit dessen Befestigungen das Straßennetz und der Handel geschützt werden konnten.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Königsfeld im Jahr 741 in einer karolingischen Schenkungsurkunde als Königshof „Chunigeshofen in montibus versus Bohemiam“ (Königshof im Gebirge auf Böhmen zu).
Der zum Königsgut gehörende Wirtschaftshof lag am westlichen Ortsrand. Ein zweiter Siedlungskern befand sich unmittelbar an der Aufseß im östlichen Ortsbereich. Dort wurde slawische Siedlungskeramik gefunden.
Eisenerzvorkommen um Königsfeld wurden seit vorgeschichtlicher Zeit abgebaut und verhüttet und hatten wohl eine große wirtschaftliche Bedeutung für den Königshof. Heute erinnern Schürfgruben, Schlackenhalden und Flurnamen wie zum Beispiel Arzberg (Erzberg) daran.
Hochmittelalter mini|Pfarrkirche St. Jakobus1008 schenkte der spätere Kaiser Heinrich II. dieses Königsgut („sein Eigen mit allen Zugehörigen“) dem Bistum Bamberg. Bamberger Ministeriale, also Gefolgsleute des Bischofs, sind seit 1121 nachweisbar. Zu diesen zählt das Adelsgeschlecht der Herren von Königsfeld, welches später ausstarb.
Da der fränkische Hausmeier Karlmann in der oben genannten Schenkungsurkunde von 741 Königsfeld dem Bistum Würzburg zugeteilt hatte, bestanden Würzburger Zehntrechte noch nach der Gründung des Bistums Bamberg in Poxdorf, Brunn und Voitmannsdorf. Der Würzburger Bischof war bis ins 14. Jahrhundert Patronatsherr der Kilianskirche zu Königsfeld.
Im 14. Jahrhundert kam Königsfeld an die Herren von Aufseß. mini|Pfarrer-Funk-Denkmal an der Aufseßquelle Die Herren von Streitberg besaßen wenige Güter als kaiserliche Lehen.Dieter Zöberlein: Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie. Selbstverlag, Burggrub 2018.
Neuzeit Königsfeld als Teil des Hochstifts Bamberg gehörte ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis. Der Bamberger Reichsforst Hauptsmoorwald reichte noch im 16. Jahrhundert bis an die Königsfelder Gemarkung. Im 17. Jahrhundert hatte sich der Ort auf mehr als tausend Einwohner vergrößert. Durch den Dreißigjährigen Krieg verringerte sich diese Zahl jedoch stark und die Ortschaft konnte diesen Stand nie mehr erreichen. Der Ort wurde 1632 von den Schweden niedergebrannt. Bei diesem Überfall wurde der damalige Pfarrer Funk an der Aufseßquelle ermordet. An ihn erinnert der Bildstock an der Quelle.
Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort wie weite Teile Frankens zu Bayern (Siehe auch Geschichte Frankens). (PDF-Datei; 179 kB) Auf seinem Marsch nach Russland zog Napoleon Bonaparte im Mai 1812 von Bamberg kommend mit 300 Garde-Reitern durch Königsfeld in Richtung Bayreuth, nachdem zuvor schon Anfang April 1812 8500 Garde-Soldaten mit 4500 Pferden dieselbe Marschroute durch Königsfeld genommen hatten.
Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 auf dem heutigen Gemeindegebiet folgende Gemeinden: Königsfeld (Gemeindeteile Königsfeld und Kotzendorf), Huppendorf, Poxdorf (Ortsteile Poxdorf und Laibarös), Treunitz, Drosendorf an der Aufseß (Gemeindeteile Drosendorf und Voitmannsdorf).
Den Ersten Weltkrieg überstanden Königsfeld und die umliegenden Ortschaften ohne große Schäden. Am Ende des Zweiten Weltkriegs lag Königsfeld mehrere Stunden unter Beschuss US-amerikanischer Soldaten, nachdem Wehrmachtssoldaten zuvor einen amerikanischen Panzer in Brand geschossen hatten. Schlimmeres konnte ein verwundeter Amerikaner verhindern, der zu seiner Einheit zurückgebracht wurde.
Durch Flüchtlinge stieg die Einwohnerzahl nach 1945 zwar an, die landwirtschaftlich geprägte Wirtschaftsstruktur bot jedoch nicht ausreichend Arbeitsplätze, so dass viele Menschen in Stadtregionen abwanderten.
Die Großgemeinde Königsfeld entstand am 1. April 1971 im Rahmen der Gebietsreform in Bayern durch den Zusammenschluss der Gemeinden Huppendorf, Königsfeld, Poxdorf und Treunitz. Am 1. Juli 1971 kam der Gemeindeteil Voitmannsdorf der damaligen Gemeinde Drosendorf an der Aufseß hinzu. Hierdurch erreichte die Jura-Gemeinde die heutige Einwohnerzahl von etwa 1400.
Infolge der bayerischen Gebietsreform bildet Königsfeld mit den Gemeinden Stadelhofen und Wattendorf seit Mai 1978 die Verwaltungsgemeinschaft Steinfeld, deren Sitz sich im zentral gelegenen Ort Steinfeld befindet.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum von 1988 bis 2024 sank die Einwohnerzahl von 1302 auf 1289 um 13 bzw. um 1 %. Ein Höchststand wurde am 31. Dezember 2001 mit 1400 Einwohnern erreicht.
Religion Laut Zensus waren am 9. Mai 2011 90,4 % der Einwohner römisch-katholisch und 5,1 % evangelisch-lutherisch. 4,5 % hatten eine andere Religion oder waren konfessionslos.
Politik und Öffentliche Verwaltung Gemeinderatswahlen Der Gemeinderat hat zwölf Mitglieder und setzt sich folgendermaßen zusammen:
Partei 2002 2008 2014 2020 Bürgerblock 4 Sitze(33,3 %) 7 Sitze(56,9 %) 6 Sitze 5 Sitze(42,7 %) CSU/Freie Wähler 8 Sitze(66,7 %) 5 Sitze(43,1 %) n. a. 7 Sitze(57,3 %) Freie Wähler n. a. n. a. 4 Sitze n. a. CSU n. a. n. a. 2 Sitze n. a.
Bürgermeister mini|Gisela Hofmann Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2026 Klaus Bezold (CSU/FWK). Dieser setzte sich gegen den seit 2020 amtierenden Norbert Grasser (Bürgerblock) durch, der 2020 ohne Gegenkandidaten 64,57 % der Stimmen erhielt.
Vorgängerin war von 2008 bis 2020 Gisela Hofmann (Bürgerblock). Sie war damit nicht nur die erste Frau in der Gemeinde Königsfeld, die diesen Posten innehatte, sondern auch eine der beiden ersten Bürgermeisterinnen im Landkreis Bamberg (neben Maria Beck in Priesendorf). 2014 wurde sie mit 93,94 % der Stimmen ohne Gegenkandidaten wiedergewählt.
Gisela Hofmann war Nachfolgerin von Albert Dippold (CSU), der aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl antrat.
1984 1990 1996 2002 2008 2014 2020 2026 Josef Stadter(CSU) Albert Dippold(CSU) Albert Dippold(CSU) Albert Dippold(CSU) Gisela Hofmann(Bürgerblock) Gisela Hofmann(Bürgerblock) Norbert Grasser(Bürgerblock) Klaus Bezold(CSU/FWK)
Verwaltung Seit der bayerischen Gebietsreform bildet Königsfeld mit den Gemeinden Stadelhofen und Wattendorf die Verwaltungsgemeinschaft Steinfeld.
Wappen
Baudenkmäler
Infrastruktur mini|Bauernhof um 1949 In der Gemeinde gibt es einschließlich der Landwirtschaft insgesamt 220 Arbeitsplätze. Die Anzahl der Vollerwerbslandwirte ist gering, jedoch gibt es noch eine größere Zahl von Zu- und Nebenerwerbslandwirten. Das Klima auf dem Fränkischen Jura ist relativ kühl, die steinigen Böden sind wenig ertragreich und die Niederschläge gering.
Die meisten Berufstätigen pendeln nach Bamberg, Scheßlitz und Heiligenstadt.
Verkehr Die Bundesautobahn 70 ist sieben Kilometer vom Hauptort entfernt. Durch Treunitz führt die Bundesstraße 22 von Bamberg nach Bayreuth. Es gibt tägliche Busverbindungen nach Bamberg und zurück.