Mockrehna ist eine verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde im Landkreis Nordsachsen im Freistaat Sachsen. Sie ist eine der flächenmäßig größten Gemeinden im Kreis.
Geographie Die Gemeinde liegt im nördlichen Teil Sachsens, südlich der Dübener Heide, ungefähr auf halber Strecke zwischen den Städten Eilenburg (15 km) und Torgau (15 km).
Ortsgliederung
Geschichte Mehrere Ortsteile werden im Jahr 1201 in einer Besitzurkunde des Augustinerklosters auf dem Petersberg bei Halle durch Papst Innozenz III. erstmals erwähnt. Nach dem Wiener Kongress im Jahr 1815 kommt das Gebiet zu Preußen und wird dem Kreis Torgau zugeordnet. Im Zuge der sächsischen Gemeindegebietsreform schlossen sich am 1. März 1994 die bis dahin selbständigen Gemeinden Audenhain, Langenreichenbach und Klitzschen zur Großgemeinde Audenhain zusammenGemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt, die sich am 1. Januar 1999 mit Mockrehna, Schöna, Strelln, Wildenhain und Wildschütz zur jetzigen Gemeinde Mockrehna vereinigte.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999.
Der Name des Ortes Mockrehna, als Teil der Gemeinde Mockrehna, hat seinen Ursprung im slawischen Mokrechna (dt.: Sumpflandschaft) und bezeichnet die Gegebenheiten bei der Besiedlung durch slawische Stämme. Reste dieser Moorlandschaft sind noch im „Zadlitzbruch“ und dem „Wildenhainer Bruch“ im nahegelegenen Naturpark „Dübener Heide“ vorhanden. Im Laufe der Zeit wurde das Gebiet zwischen Mulde und Elbe systematisch entwässert, sodass heute in der Umgebung von Mockrehna eine Flächennutzung durch Land- und Forstwirtschaft im Vordergrund steht.
Eine gewisse Bekanntheit erlangte Mockrehna in weiten Teilen der DDR durch die Ansiedlung eines Großschlachtbetriebes für Geflügel durch das Kombinat Industrielle Mast (KIM) im Jahre 1972, das ab den 1980er Jahren als Betrieb des Kombinats Industrielle Tierproduktion firmierte. Heute existiert im Ort die Alfra Geflügel- und Tiefkühlfeinkost GmbH, die ein Teil der Sprehe-Gruppe ist. Der Betrieb war für die Versorgung der südlichen Bezirke der Republik (DDR) mit Geflügelprodukten (hauptsächlich Broiler) zuständig. Diese Ansiedlung führte zum Bau einer Plattenbausiedlung mit 170 Wohneinheiten und zur Erschließung von Flächen zum Bau von Eigenheimen. Die dadurch ausgelöste Veränderung in der Struktur von Bebauung und Bewohnern führte zum Verlust des zuvor stark dörflich geprägten Charakters des Ortes. Lediglich das Unterdorf mit seinen traditionellen Dreiseitenhöfen spiegelt diesen noch wider. Allerdings ist auch hier ein Rückgang der häuslichen Viehzucht und landwirtschaftlichen Nutzung dieser Gebäude zu verzeichnen.
Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 5.851* 2005 5.551 2010 5.293 2015 5.023 2020 4.976 Jahr Einwohner 2021 5.005 2022 5.011 2023 4.883 2024 4.884 2025 4.847
* 3. Oktober
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik
Gemeinderat Die Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 war die letzte Wahl der Gemeindevertretung von Mockrehna. Eine Übersicht über diese und vergangene Wahlen gibt die Tabelle:
+letzte GemeinderatswahlenPartei/Liste2024Ergebnisse der Gemeinderatswahl 20242019Ergebnisse der Gemeinderatswahl 20192014Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014%Sitze%Sitze%Sitze Freie Wählergemeinschaft (FWG)40,3 764,6 1248,3 9 AfD29,2 2–– CDU24,7 427,5 534,5 7 Heimatverein Wildschütz e. V.3,0 1–– SPD2,8 1–5,4 1 Die Linke–7,9 19,8 1 Sonstige––2,0– Gesamt100151001810018Wahlbeteiligung (in %)72,464,350,8
Bürgermeister Bürgermeister ist seit 2006 Peter Klepel. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2020Peter KlepelKlepel61,6201579,0200671,8[...]1994Konrad RülkeFDP72,8
Bildung Ein wichtiger Bestandteil der Gemeinde ist der Grund- und Mittelschulstandort im Ortsteil Mockrehna, der 1960 als Georg-Schumann-Oberschule gegründet wurde. Bis Ende 2011 wurde die Schule für etwa zwölf Millionen Euro, zum Teil aus EFRE- und Landesmitteln, neu-, um- und ausgebaut. Neben der Mittelschule, die saniert wurde, entstand eine Zweifeldersporthalle, ein Erweiterungsbau sowie ein Verbindungsbau. In Mockrehna lernen heute 395 Schüler der Oberschule (ehemalige Mittelschule) und 207 Schüler der Grundschule (2022/23).
Gedenkstätten Eine Grabstätte auf dem Friedhof des Ortsteiles Klitzschen erinnert an den kommunistischen NS-Gegner Otto Hennicke, der 1942 in Halle von der Gestapo ermordet wurde.
Sehenswürdigkeiten
mini|Beil im Kirchturm mini|Gut Mockrehna Kirche Mockrehna mit dem im Kirchturm steckenden Beil, das laut Sage vom Müllerburschen Pumphut dort hinaufgeschleudert wurde und so ins Ortswappen kam Pumphut-Denkmal in Mockrehna Gut Mockrehna romanische Saalkirchen in Audenhain und Klitzschen Paltrockmühle in Audenhain Kirche in Wildschütz Naturpark Dübener Heide
Naturschutz
Verkehr Die Bundesstraße 87 sowie die Bahnstrecke Halle–Cottbus führen durch das Gemeindegebiet. Der Bahnhof Mockrehna liegt an der vorgenannten Verbindung, die Linie S4 der S-Bahn Mitteldeutschland hält hier. Die Verbindung nach Schildau wurde seit 1971 nicht mehr befahren und ist abgebaut.
Persönlichkeiten Gottfried Hientzsch (1787–1856), Musikpädagoge Alfred Erich Hoche (1. August 1865 – 16. Mai 1943), Psychiater Christine Ebersbach (* 1954), im Ortsteil Strelln geborene Grafikerin und Malerin
Weblinks
www.mockrehna.de
Fotogalerie Pumphut
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Nordsachsen