Loxstedt () ist eine Einheitsgemeinde im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven. Der Verwaltungssitz befindet sich in der Ortschaft Loxstedt.
Geografie Lage mini|hochkant|links|Topografie der Gemeinde Loxstedt Die Gemeinde befindet sich südlich von Bremerhaven. Sie liegt in der Norddeutschen Tiefebene und ist von Geest-, Marsch- und Moorlandschaften geprägt. Innerhalb des Gemeindegebietes befinden sich die Naturschutzgebiete Bülter See und Randmoore, Königsmoor, Neuenlander Außendeich, Stoteler Moor und Plackenmoor. Im Westen wird die Kommune auf 15 Kilometer Länge durch die Weser begrenzt. Südlich der Kernortschaft fließt die Lune, ein kleiner Nebenfluss der Weser, durch die Gemeinde. An der südlichen Gemeindegrenze befindet sich die Drepte.
Gemeindegliederung mini|Flächen gemäß dem 2010 in Kraft getretenen Staatsvertrag:Rot zur Stadt Bremerhaven,Blau zur Einheitsgemeinde Loxstedt Die Gemeinde besteht aus 20 Ortschaften, die teilweise weitere Wohnplätze umfassen. In der nachfolgenden Tabelle sind die Ortschaften mit ihren Einwohnerzahlen (Erst- und Zweitwohnsitz zum 31. Dezember 2021) aufgeführt. Außerdem sind die jeweiligen Katasterflächen der ehemaligen gleichnamigen Gemeinden (Gemarkungen) aus dem Jahr 1965 angegeben.
Da die Ortschaften Büttel, Holte und Schwegen aus Gebieten gebildet wurden, die früher zu unterschiedlichen Gemeinden gehörten, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht die tatsächliche heutige Größe ableiten oder die Bevölkerungsdichte berechnen: Für Schwegen müssten beispielsweise Teile von Neuenlande (Neuenlandermoor) abgezogen und ebenso wie die Fläche von Langendammsmoor (1,079 km²) hinzugefügt werden. Darüber hinaus veränderten sich 2010 auch die Größen der an Bremerhaven grenzenden Gemarkungen Bexhövede, Lanhausen und Loxstedt wegen des Gebietsaustausches mit der Nachbarstadt. Für die Orte der Gemarkung Landwürden gibt es keine verlässlichen Flächenangaben.
In einer besonderen Spalte werden die jeweiligen Gemarkungen angegeben, in denen die Ortschaft liegt. Heute abweichende oder fehlende Flächenangaben werden in der Tabelle durch einen Stern (*) gekennzeichnet.
Ortschaft Einwohnerzahlen Fläche (km²) (1965) Gemarkungen Ortsteile oder Wohnplätze 1. Bexhövede 2254 12,27 * Bexhövede Hosermühlen, Junkernhose, Nückel 2. Büttel 246 1,74 * Büttel, Landwürden Buttel, Indiek, Schwingenburg, Schwingenfeld 3. Dedesdorf-Eidewarden 552 * Landwürden 4. Donnern 575 14,39 Donnern Böcken 5. Düring 875 9,53 Düring Friedrich-Wilhelmsdorf 6. Fleeste 121 2,64 Fleeste 7. Hahnenknoop 219 5,50 Hahnenknoop Drostendamm 8. Hetthorn 80 4,03 Hetthorn Moorhausen 9. Holte 64 2,05 * Holte, Landwürden (ehemals), Stotel Speckje 10. Lanhausen 249 3,81 * Lanhausen Welle 11. Loxstedt 5539 12,26 * Loxstedt Dünenfähr, Hohewurth, Siedewurt 12. Maihausen 46 * Landwürden 13. Nesse 1385 6,20 Nesse Im Zollenhamm 14. Neuenlande 119 10,67 * Neuenlande 15. Overwarfe 135 * Landwürden Overwarfersiel 16. Schwegen 218 1,86 * Langendammsmoor, Schwegen, Stotel Langendammsmoor, Neuenlandermoor 17. Stinstedt 785 6,18 Stinstedt 18. Stotel 2582 10,99 * Stotel Sandberg (Stotelermoor) 19. Ueterlande 386 * Landwürden Auf der Jührde 20. Wiemsdorf 148 * Landwürden
Nachbargemeinden
Geschichte Ortschaft Die Ortschaft Loxstedt wurde das erste Mal im Jahr 1059 unter dem Namen Lacstidi urkundlich erwähnt. Lacstidi bedeutet „Siedlung an der Lache“ und verweist auf ein Moorgebiet, das zwischen den Orten Loxstedt und Düring existierte. Allerdings weisen Bodenfunde darauf hin, dass das Gebiet bereits seit der mittleren Steinzeit von Menschen genutzt wird. Mit umfangreichen archäologischen Grabungen hat das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung (NIhK), Wilhelmshaven, Vorgängersiedlungen des heutigen Loxstedt untersucht. Dabei wurden Siedlungsspuren aus der Zeit 1. Jh. v. Chr. bis 9. Jh. n. Chr. freigelegt. Wahrscheinlich kann man mit einer Kontinuität von über 2000 Jahren für Loxstedt rechnen. Die geborgenen Funde sollen im archäologischen Museum in der Burg Bederkesa ausgestellt werden.
Im historischen Kirchspiel waren Loxstedt, Düring und Nesse sowie später auch Hosermühlen eingepfarrt. Das Dorf gehörte um 1500 zur Börde Beverstedt und um 1768 zum Adeligen Gericht Beverstedt. Zwischenzeitlich war Loxstedt nach der Annexion durch Frankreich bis zum Sieg über Napoléon Bonaparte ein Teil der Kommune Bexhövede im Kanton Bremerlehe. Mit der Einführung der Ämter in Hannover gehörte Loxstedt von 1851 bis 1859 zum Amt Beverstedt und von 1859 bis 1885 zum Amt Lehe. Später war Loxstedt Teil der Landkreise Geestemünde, Wesermünde beziehungsweise Cuxhaven. Der Ort wurde 1840 eine Landgemeinde und war von 1971 bis 1974 Mitgliedsgemeinde der gleichnamigen Samtgemeinde.
Eingemeindungen Die Gemeinde Loxstedt ist in ihrer heutigen Form mit dem Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Osterholz/Wesermünde vom 13. Juni 1974 (rückwirkend zum 1. März 1974) entstanden. Dabei wurden die zur damaligen Samtgemeinde Loxstedt gehörenden Kommunen Bexhövede, Donnern, Düring, Loxstedt, Nesse und Stinstedt sowie die Gemeinden Büttel, Fleeste, Holte, Landwürden, Lanhausen, Neuenlande und Stotel zu einer Einheitsgemeinde zusammengelegt. Eine vergrößerte Samtgemeinde mit selbständigen Mitgliedsgemeinden war im Umland der Großstadt Bremerhaven nicht erlaubt. Die Gebietsreform sorgte daher vor allem im Raum Stotel für Proteste. Als Alternative wurden zwei Gemeinden vorgeschlagen, nämlich eine westlich und eine östlich der (ehemaligen) Bundesstraße 6 gelegen. Dieser Wunsch wurde jedoch vom Innenministerium abgelehnt.
Historisch gesehen besaßen die Orte um Loxstedt eine Zugehörigkeit zu Beverstedt, die Orte um Stotel bildeten dagegen eher eine Verbindung mit Stotel und Hagen. Eine Besonderheit stellt Landwürden dar, da die Dörfer seit dem Mittelalter zu Oldenburg und somit (bis auf zeitliche Ausnahmen) zu einem anderen Land gehörten. Die zugehörigen Orte bildeten schon frühzeitig eine Einheit und sind auch heute noch in der Gemarkung Landwürden zusammengefasst.
Einwohnerstatistik In der Gemeinde Loxstedt leben 16.115 Menschen, von denen 7982 männlich und 8133 weiblich sind. Das durchschnittliche Alter der Menschen in der Gemeinde Loxstedt liegt bei 45,6 Jahren. Der Ausländeranteil in Loxstedt liegt bei 6,77 %. +Bevölkerung nach Altersgruppen Insgesamt 0–6 6–18 18–65 65+ 16115 815 1819 9734 3747 (Quelle: Stand: 31. Dezember 2017)
Einwohnerentwicklung Kernort Loxstedt Jahr Einwohner Quelle 1910 1128 1925 1239 1933 1308 1939 1444 1950 2311 1956 2653 Jahr Einwohner Quelle 1961 2919 ¹ 1970 3402 ² 1973 3492 2010 5429 2015 5482 2020 5712 ¹ Volkszählungsergebnis vom 6. Juni ² Volkszählungsergebnis vom 27. Mai
Gemeinde Loxstedt Jahr Einwohner Quelle 1975 12.911 ¹ 1980 14.471 ¹ 1985 14.800 ¹ 1990 14.933 ¹ 1995 15.889 ¹ Jahr Einwohner Quelle 2000 16.466 ¹ 2005 16.261 ¹ 2010 16.126 ¹ 2015 15.980 ¹ 2020 16.387 ¹ ¹ jeweils zum 31. Dezember
Politik
Gemeinderat In der Wahlperiode 2021–2026 gehören dem Rat der Gemeinde Loxstedt 32 Ratsfrauen und -herren an. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 15.001 und 20.000 Einwohnern. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.
Stimm- und sitzberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister.
Die Abgeordneten der SPD und von Bündnis 90/Die Grünen haben sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen und stellen mit 19 Stimmen die Mehrheit. Außerdem haben sich die CDU und die Bürgerfraktion mit insgesamt 11 Stimmen zur Gruppe zusammengetan. Zwei weitere Mitglieder sind Fraktionslos.
Die Wahlbeteiligung lag bei 56,3 %.
Sitzverteilung Gruppe SPD-Grüne: 19 Sitze Gruppe CDU-Bürgerfraktion: 11 Sitze Fraktionslose: 2 Sitze Parteilose (Bürgermeistersitz): 1 Sitz (Quelle:)
Bürgermeister Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Loxstedt ist Detlef Wellbrock (parteilos). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er als Amtsinhaber ohne Gegenkandidaten mit 90,9 % der Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 47,8 %. Wellbrock trat seine weitere Amtszeit am 1. November 2014 an. Seine Stellvertreter sind Fritz Grieger (SPD), Susanna Köster (SPD) und Eva Viehoff (Grüne).
Ortsvorsteher in Loxstedt Bexhövede: Silvia Pauper (fraktionslos) Büttel: Lars Behrje (fraktionslos) Dedesdorf-Eidewarden: Holger Onken (SPD) Donnern: Jörg Fierlings (SPD) Düring: Jochen Luitjens (fraktionslos) Fleeste: Monika Marquardt (fraktionslos) Hahnenknoop: Hartmuth John (fraktionslos) Hetthorn: Karl Becken (fraktionslos) Holte: Cord Bellmer (fraktionslos) Lanhausen: Christian Weiland-Eylers (fraktionslos) Kernort Loxstedt: Frank Albers (fraktionslos) Maihausen: Andrea Dellas (fraktionslos) Nesse: Susanna Köster (SPD) Neuenlande: Gerd Keithan (CDU) Overwarfe: Eymer Köhnken (SPD) Schwegen: Anke Lusch (fraktionslos) Stinstedt: Carsten Link (SPD) Stotel: Fritz Grieger (SPD) Ueterlande: Jürgen Grotheer (fraktionslos) Wiemsdorf: Michael Stüve (fraktionslos)
Die Amtszeit läuft von 2021 bis 2026.
Aktuelles Wappen Mit Ratsbeschluss vom 21. Mai 1985 wurde die Einführung eines neuen Kommunalwappens und einer Gemeindeflagge für die Gemeinde Loxstedt beschlossen. Seit Bestehen der (Einheits-)Gemeinde Loxstedt am 1. März 1974 wurde noch immer das Wappen der bis zum 28. Februar 1974 bestandenen (Einzel-)Gemeinde Loxstedt mit den drei Hufnägeln und drei Rosen geführt. Das Wappen und die Flagge wurden mit dem Inkrafttreten der neuen Hauptsatzung am 20. September 1985, dem Tag der Einweihung des erweiterten Rathauses, wirksam.
Altes Wappen Der Entwurf des alten Loxstedter Wappens stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.
Gemeindepartnerschaften , Stadt in Deutschland südlich von Rostock, seit 1990 , Gemeinde in Frankreich im Süden von Paris, seit 2013
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Galerieholländerwindmühle in Dedesdorf mini|Wieder aufgebaute Teile des Dreptesiels von 1796 mini|239x239px|Sankt-Marien-Kirche in Loxstedt Aufgrund der unmittelbaren Nachbarschaft zum Oberzentrum Bremerhaven ist das kulturelle Angebot eher gering. Höhepunkte sind jedoch der Dedesdorfer Markt und die Theateraufführungen, Konzerte und Kunstausstellungen einiger Vereine. Sehenswerte Baudenkmale
Ev. Johannes-der-Täufer-Kirche in Bexhövede, Ev. St. Marien in Büttel von um 1500 und später Ev. St. Margarethenkirche in Stotel Ev. Sankt-Marien-Kirche in Loxstedt mit Deckenmalereien (Loxstedter Totentanz, Heilige Sippe) und einer Denkmalsorgel von 1768, erbaut von Johann Matthias Schreiber/Glückstadt. Katholische St.-Johannes-Kirche (1966) mit dem Bild „Heilige Familie mit Johannesknabe“ des italienischen Barockmalers Andrea Sacchi (1641) sowie ein modernes Mosaik auf der Altarrückwand (2001) mit Motiven aus der Johannesoffenbarung. Ev. Sankt-Laurentius-Kirche in Dedesdorf mit einer Arp-Schnitger-Orgel. Diese Kirche gehört zum Kirchenkreis Wesermarsch in der evangelischen Oldenburgischen Landeskirche. Wohn- und Wirtschaftsgebäude Claus-Gieschen-Straße 5 von um 1810 und 1890 Wohn- und Wirtschaftsgebäude Kirchenstraße 19 von 1864 Windmühle Dedesdorf von 1847, in der auch Trauungen stattfinden Weitere sehenswerte Bauwerke sind die vielen reetgedeckten Häuser in den Dörfern (s. dort).
Von kulturellem Interesse sind die auf Initiative des Marschendichters Hermann Allmers gemalten Stoteler Fresken von Hugo Ungewitter.
Neben dem neuen Dreptesiel wurden im Jahr 2000 Teile des alten Sieles von 1796 wieder aufgebaut.
Wirtschaft und Infrastruktur
mini|PVC- und Plastik-Produktion in Loxstedt