Trossin ist eine Gemeinde im nördlichen Teil des Landkreises Nordsachsen im Freistaat Sachsen. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Dommitzsch. Trossin ist die sächsische Gemeinde mit der niedrigsten Bevölkerungsdichte.
Geographie Lage Die Gemeinde liegt im Ostteil der Dübener Heide an der Grenze zum Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Nachbarstädte sind Dommitzsch (5 km), Torgau (17 km) und Bad Düben (20 km).
Ortsteile Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Dahlenberg, Falkenberg mit Gniebitz und Hachemühle, Roitzsch und Trossin.
Geschichte Dorf und Gut Das Straßendorf Trossin ist slawischen Ursprungs und wurde im Jahr 1237 mit der Nennung des Conradus de Trocin erstmals urkundlich erwähnt. Seit dem Jahr 1349 befand sich im Ort ein Rittergut, das mit dem Ober- und Untergut die etwa 1400 Hektar große Nutzfläche bewirtschaftete. Im Gut und in der Gutssiedlung wohnten 1818 240 und 1925 419 Personen. Im Jahr 2000 lebten hier 1653 Menschen.
Trossin gehörte ab 1551 zum Amt Torgau, 1816 bis 1952 zum Landkreis Torgau, 1952 bis 1994 zum Kreis Torgau, ab 1994 zum Landkreis Torgau-Oschatz und seit 2008 zum Landkreis Nordsachsen.
Am 17. Oktober 1928 wurde der Gutsbezirk Trossin mit der Landgemeinde Trossin vereinigt.
Ortsteile Die Gemeinde Dahlenberg wurde am 7. Juli 1971 in Trossin eingemeindet. Dahlenberg wurde Ende des 13. Jahrhunderts gegründet. Benannt wurde der Ort nach der Dahle, einer kultivierten Ackerpflanze der Flamen, die den Ort gründeten.
Ebenfalls am 7. Juli 1971 wurde die Gemeinde Roitzsch in Trossin eingemeindet. Roitzsch ist slawischen Ursprungs, wurde im Jahr 1223 erstmals urkundlich erwähnt und ist somit der älteste Ortsteil der Gemeinde. Seit dem Jahr 1508 gab es im Ort ein Rittergut.
Die Gemeinde Falkenberg wurde am 1. Januar 1994 in Trossin eingemeindet. Falkenberg wurde im Jahr 1314 erstmals urkundlich erwähnt.
Bevölkerung Jahr Einwohner 2002 1.579 2005 1.501 2010 1.352 2015 1.290 2020 1.246 Jahr Einwohner 2021 1.237 2022 1.263 2023 1.237 2024 1.200 2025 1.159
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Religion 38 % der Einwohner von Trossin sind evangelisch und 3 % katholisch.Zensus 2011 Die lutherischen Dorfkirchen in Dahlenberg, Falkenberg, Roitzsch und Trossin gehören zum Kirchspiel Dommitzsch-Trossin im Pfarrbereich Dommitzsch-Süptitz des Kirchenkreises Torgau-Delitzsch der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Die Katholiken sind der Pfarrei Schmerzhafte Mutter mit Sitz in Torgau (Bistum Magdeburg) zugeordnet, die in Dommitzsch die Filialkirche Mariä Himmelfahrt unterhält.
Politik
Gemeinderat Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 12 Sitze des Gemeinderates wie nebenstehend dargestellt. Ergebnisse früherer Wahlen sind tabellarisch aufgelistet. +letzte GemeinderatswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Interessengemeinschaft Trossin (IGT)542,6535,3––Freie Wählergemeinschaft Torgau-Oschatz430,3428,5650,8CDU217,3220,1432,9FDP19,9–––4,0AfD––110,8––Linke–––5,3112,3Wahlbeteiligung75,7 %67,8 %58,3 %
Bürgermeister 1994–2008: Gunter Klepel (parteilos) 2008–2011: Ines Pfundt (CDU) 2011–2018: Max-Bringfried Otto (parteilos) 2018–2025: Herbert Schröder (CDU) seit 2025: Steffen Klepel (IGT)
Schröder wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 25. März 2018 mit 56,0 % der gültigen Stimmen gewählt. Bei der Wahl am 23. März 2025 wurde Klepel mit 64,1 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 23. März 2025 Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.
WahlBürgermeisterVorschlagStimmenanteil (in %)2001Gunter KlepelKlepel65,92008Ines PfundtCDU57,12011Max-Bringfried OttoOtto72,62018Herbert SchröderCDU56,02025Steffen KlepelIGT64,1
Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=0.9|Dorfkirche Trossin
Neben dem Naturpark Dübener Heide gelten in Trossin die Dorfkirche aus dem Jahr 1776, der Schlossteich mit Parkanlage und die tausendjährige Lutherlinde auf dem Friedhof als sehenswert.
Weitere Sehenswürdigkeiten in den Ortsteilen sind: Kirche mit Fachwerkturm aus dem 13. Jahrhundert in Falkenberg Dorfkirche aus dem 16. Jahrhundert in Roitzsch Paker Schloss, ehemalige Burganlage mit noch sichtbarem Wall und Wassergraben Dorfmühle Dahlenberg Nachbarbierbrunnen am Dorfteich Dahlenberg Hügelgräber Die Ruhe bei Roitzsch in Richtung Süptitz Jagdhaus aus dem 16. Jahrhundert im Zadlitzbruch Damwildgehege in Falkenberg Stausee Dahlenberg Naturschutzgebiet Zadlitzbruch bei Roitzsch, ein fast ursprüngliches erhaltenes Hochmoor
Verkehr Die Bundesstraße B 182 verläuft östlich, die B 183 südlich der Gemeinde.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde mini|hochkant|August von Mackensen Peter Carl Wilhelm Graf von Hohenthal (1754–1825), sächsischer Minister Karl Blumauer (1785–1841), Theaterschauspieler Eugen Küstner (1821–1894), Arzt und Politiker August von Mackensen (1849–1945), preußischer Generalfeldmarschall, in Leipnitz geboren Otto Küstner (1849–1931), Gynäkologe und Hochschullehrer Max Küstner (1855–1940), Bürgermeister in Meuselwitz und Friedrichroda Carl Hollweg (1867–1932), Vizeadmiral der Kaiserlichen Marine, in Falkenberg geboren Bruno Kubas (1928–2011), Bildhauer, in Dahlenberg geboren
Mit Trossin verbundene Persönlichkeiten Ernst Wilhelm Küstner (1759–1836), Rittergutsbesitzer in Trossin Bernhard Grobe (1819–1891), Rittergutsbesitzer in Trossin Christfried Gebauer (* 1942), Tierzuchtleiter des Volkseigenen Gutes Trossin
Weblinks
Website der Gemeinde
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Nordsachsen
Kategorie:Ersterwähnung 1237