Niedere Börde ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt.
Geografie Das Gemeindegebiet befindet sich am Nordrand der fruchtbaren Magdeburger Börde mit Bodenwertzahlen bis 100. Im Norden der Einheitsgemeinde fließt die Ohre und befindet sich der Mittellandkanal. Dort geht die Börde in die Colbitz-Letzlinger Heide mit leichten Sandböden über. Im südlichen Teil der Gemeinde ist die Landschaft durch den Übergang von der Hohen Börde zum Urstromtal der Elbe mit Höhenunterschieden von bis zu 70 m geprägt.
Nächstgelegene größere Städte sind Haldensleben etwa 10 km nordwestlich, Wolmirstedt etwa 10 km östlich und die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts Magdeburg rund 20 km südöstlich.
Gemeindegliederung
Als Ortsteile (Ortschaften) der Gemeinde sind ausgewiesen:
PLZ Ortschaft Einwohner 39326 Dahlenwarsleben mit Gersdorf 920 und 408 39326 Groß Ammensleben 1.178 39326 Gutenswegen 653 39326 Jersleben 644 39326 Klein Ammensleben 682 39326 Meseberg 380 39326 Samswegen mit Bleiche 1.703 39345 Vahldorf 455
(Einwohnerzahl am 24. Februar 2023)
Als Wohnplätze der Gemeinde sind ausgewiesen: Gipshütte Heidberg Campingplatz Jersleber See
Die Ortschaften von Niedere Börde (anklickbare Karte)
Geschichte Die Gemeinde Niedere Börde entstand am 1. Januar 2004 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Dahlenwarsleben/Gersdorf, Groß Ammensleben, Gutenswegen, Jersleben, Klein Ammensleben, Meseberg, Samswegen und Vahldorf, welche vorher der Verwaltungsgemeinschaft Niedere Börde angehörten.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
Bevölkerung Jahr Einwohner 2005 7.741 2010 7.321 2015 7.066 2020 7.072 Jahr Einwohner 2021 7.037 2022 6.887 2023 6.776 2024 6.726 2025 6.635
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik Stadtrat Der Stadtrat von Niedere Börde besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Stadt aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 37 Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 66,8 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 35,5 % 7 31,2 % 6 Aufbruch Niedere Börde – – 27,0 % 5 AfD 6,2 % 1 23,0 % 3 Einzelbewerber Dominik Richter . . 5,0 % 1 Einzelbewerber Lars Sonnemann . . 4,5 % 1 Einzelbewerber Andreas Leonhardt . . 4,0 % 1 Einzelbewerber Günther Scharlach . . 2,7 % 1 Einzelbewerber Thomas Beringer . . 2,5 % – Freie Wählergruppe 23,0 % 5 – – SPD 11,8 % 2 – – FDP 2,8 % 1 – – Insgesamt 100 % 20 100 % 18
Bei der Wahl 2024 entfielen auf die AfD fünf Sitze, von denen zwei unbesetzt bleiben, weil die Partei nur drei Kandidaten nominiert hatte.
Bürgermeister 2004–2018: Erika Tholotowsky (parteilos) seit 2018: Stefan Müller (CDU)
Tholotowsky wurde bei der Bürgermeisterstichwahl am 3. April 2011 mit 66,8 % der gültigen Stimmen in ihrem Amt bestätigt.
Müller wurde bei der Bürgermeisterstichwahl am 8. April 2018 mit 68,0 % der gültigen Stimmen zu ihrem Nachfolger gewählt. Am 16. März 2025 wurde er mit 53,7 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 16. März 2025 Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61
Wappen Das Wappen wurde am 5. Juli 2004 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.mini|Gemeindeverwaltung Niedere BördeBlasonierung: „In Grün über zwei parallelen, schwarz konturierten Wellenleistenstäben ein offener silberner Torbogen (Korbbogen), in der Toröffnung ein abgeschnittener Pferderumpf.“
Die neugegründete Einheitsgemeinde übernahm das vorher genehmigte Wappen der aufgelösten Verwaltungsgemeinschaft Niedere Börde. Die Farben der Gemeinde sind Silber (Weiß) – Grün.
Es soll die Architektur der Toreinfahrten der Bördehöfe in diesem Territorium verbunden werden mit der Würdigung der Pferde, die täglich durch diese Tore auf die Felder zogen. Weiterhin soll die Toreinfahrt gleichzeitig das Tor von Norden her (Altmark) in die Börde symbolisieren. Die beiden Wellenbalken gelten der geografischen Parallelität von Ohre und Mittellandkanal, die das Gebiet der Gemeinde durchqueren.
Ortsteilwappen
Sehenswürdigkeiten mini|links|„Straße der Romanik“|125x125px mini|hochkant=0.7|Ehemalige Klosterkirche St. Peter und Paul in Groß Ammensleben mini|Domäne und Museum mit Touristeninformation
Die in der Gemeinde befindlichen Kulturdenkmale sind in der Liste der Kulturdenkmale in Niedere Börde eingetragen, die Bodendenkmale in der Liste der Bodendenkmale in Niedere Börde.
Das Kloster Ammensleben mit der St. Peter und Paul-Kirche in Groß Ammensleben sind Sehenswürdigkeiten an der Straße der Romanik. Ein Merkmal der Gemeinde sind außerdem die zahlreichen ehemaligen Bauernhöfe mit großen Torbögen, den sogenannten Bördehöfen.
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Hafen am Mittellandkanal in Vahldorf
Industrie Niedere Börde besitzt in Vahldorf ein 75 ha großes Industrie- und Gewerbegebiet mit Hafenanbindung an den Mittellandkanal. Dort angesiedelt sind unter anderem die BördeBus Verkehrsgesellschaft und die Magdeburger Getreide GmbH.
Verkehr In der Gemeinde endet zurzeit die A 14 aus Dresden kommend, welche bei Dahlenwarsleben in die Bundesstraße 71 nach Haldensleben übergeht. Geplant ist die Nordverlängerung der A 14 Richtung Norden nach Schwerin. Etwa 5 km im weiteren Verlauf der A 14 Richtung Süden befindet sich das Autobahnkreuz Magdeburg mit der Anbindung an die A 2 Berlin – Hannover. Von Wolmirstedt aus kommend verlaufen die L 44 und die L 47 durch mehrere Ortschaften der Niederen Börde.
Die Gemeinde liegt außerdem mit den Haltepunkten Vahldorf und Groß Ammensleben an der Bahnstrecke Glindenberg–Oebisfelde. Im Norden verläuft der Mittellandkanal von Osten nach Westen durch die Gemeinde, welche im Gewerbegebiet Vahldorf einen Hafen besitzt.
Der ÖPNV wird in der Niederen Börde durch sieben durch die Gemeinde verlaufende Regionalbuslinien der BördeBus Verkehrsgesellschaft realisiert.
Sport Die Gewichtheber des SSV Samswegen 1884 e. V. wurden 2006, 2007 und 2019 deutscher Mannschaftsmeister. 2023 wurden sie Vizemeister in der Gewichtheber-Bundesliga.
Einzelnachweise
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Niedere Börde www.niedere-boerde.de
Kategorie:Gemeindegründung 2004