Die Bundesautobahn 52 (Abkürzung: BAB 52) – Kurzform: Autobahn 52 (Abkürzung: A 52) – ist eine Bundesautobahn im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen und führt in drei Teilstücken von der niederländischen Grenze bei Niederkrüchten-Elmpt nach Marl, wo sie als Landesstraße (L612) nach Haltern am See weitergeführt wird.
Verlauf mini|Grünbrücke bei Elmpt mini|Kurz vor der Mintarder Ruhrtalbrücke mini|Ende der A 52 am Kreuz Marl-Nord Erstes Teilstück: Niederlande bis Düsseldorf Die A 52 beginnt an der niederländischen Grenze westlich von Elmpt als Fortsetzung der von Roermond her kommenden N 280. Ostwärts durchquert man zunächst ein großes Waldgebiet, das zum Naturpark Maas-Schwalm-Nette gehört, anschließend erreicht man die ländliche Region des linken Niederrheins. Nach Passieren der Gemeinden Niederkrüchten und Schwalmtal erreicht man das Kreuz Mönchengladbach, wo die A 61 (Venlo–Hockenheim) angebunden wird. Mönchengladbach wird nördlich umfahren und am anschließenden Kreuz Neersen kreuzt die A 44 (Aachen–Hessisch Lichtenau). Dahinter, südlich von Willich, befindet sich die einzige Autobahnraststätte der A 52. Das Kreuz Kaarst bindet die A 57 (Goch–Köln) an. Nach der Anschlussstelle Büderich endet das erste Teilstück der Autobahn, die Straße führt als B 7 über die Theodor-Heuss-Brücke in den Düsseldorfer Norden.
Lücke im Düsseldorfer Nordwesten Von Meerbusch-Büderich bis Düsseldorf-Mörsenbroich ist die Lücke in der A 52 durch die B 7 und zwischen Düsseldorf-Mörsenbroich und Düsseldorf-Rath durch die B 1 geschlossen. Die Strecke ist als eine Stadtautobahn errichtet worden, überquert den Rhein (Theodor-Heuss-Brücke), verläuft durch die nördliche Düsseldorfer Innenstadt und führt direkt durch das Mörsenbroicher Ei.
Die B 7 führt auch durch das Heerdter Dreieck (auch „Abzweig Rheinkniebrücke“ genannt) in Düsseldorf-Heerdt an der Grenze zu Oberkassel. An dieser Stelle gabelt sich die dreistreifige Bundesstraße unter Aufteilung des mittleren Fahrstreifens in zwei zweistreifige Schnellstraßen. Nördlich führt die zweistreifige B 7 auf die Theodor-Heuss-Brücke. Die südliche Schnellstraße verläuft unterirdisch parallel zum Rhein auf die Rheinkniebrücke zu.
Für die Umgehung dieser Lücke im Stadtgebiet Düsseldorf steht dem Kraftfahrzeugverkehr die Strecke Kreuz Neersen – Kreuz Düsseldorf-Nord über die A 44 oder die Strecke Kreuz Kaarst – Kreuz Meerbusch – Kreuz Düsseldorf-Nord via A 44 und A 57 zur Verfügung.
Zweites Teilstück: Düsseldorf bis Essen In Höhe der Bahnunterführung nördlich des Mörsenbroicher Eis befindet sich der Übergang der B 1 in das zweite Teilstück der A 52. Am Kreuz Düsseldorf-Nord kreuzt man erneut die A 44, die hier den nördlichen Teil des Düsseldorfer Autobahnringes bildet. Der Knotenpunkt befindet sich unmittelbar am Flughafen Düsseldorf und hat einen sehr ungewöhnlichen Aufbau in Form zweier Verbindungsrampen. Darüber hinaus sind auch zwei Anschlussstellen in das Kreuz integriert. In nordwestliche Richtung umfährt man Ratingen, ehe im nördlichen Stadtteil Breitscheid die A 524 nach Krefeld und die A 3 (Emmerich–Passau) in einem kombinierten Knotenpunkt angebunden werden.
Im südlichen Mülheimer Stadtteil Mintard wird das Ruhrtal auf der 1830 m langen Mintarder Ruhrtalbrücke überquert. Bei dem Bauwerk handelt es sich um die längste Stahlbrücke Deutschlands. Man erreicht das Essener Stadtgebiet. Direkt nach dem 340 m langen Tunnel Huttrop endet das zweite Teilstück der A 52 am Dreieck Essen-Ost an der A 40.
Lücke im Essener Norden Zwischen dem Autobahndreieck Essen-Ost und der Anschlussstelle (ehemals Kreuz) Essen-Nord an der A 42 gibt es, anders als in Düsseldorf, keinen gut ausgebauten Lückenschluss. Im Bereich der Anschlussstelle Essen-Nord ist die B 224 beim Bau der A 42 bereits als Autobahn ausgebaut und als Kraftfahrstraße ausgewiesen. Im weiteren Verlauf bis Gladbeck ist die Straße zwar vierspurig ausgebaut, allerdings mit geringem Querschnitt, Geh- und Radwegen sowie mehreren ampelgeregelten Kreuzungen. Die Anschlussstelle Essen/Gladbeck an der A 2 ist in der Relation von Oberhausen nach Dorsten kreuzungsfrei ausgebaut.
Drittes Teilstück: Gladbeck bis Marl Etwa an der Gemarkungsgrenze der Städte Gladbeck und Gelsenkirchen beginnt in Höhe einer Tankstelle das dritte Teilstück der A 52 als Fortsetzung der von Essen her kommenden vierspurigen B 224. Die Autobahn führt unmittelbar östlich der Raffinerie Gelsenkirchen in Gelsenkirchen-Scholven entlang nach Norden und knickt bei Dorsten bzw. Marl-Polsum in nordöstliche Richtung, um die Stadt Marl nördlich zu umgehen. Unmittelbar nördlich befindet sich der Chemiepark Marl, ein weiterer großer Industriestandort. Am Kreuz Marl-Nord mit der A 43 (Münster–Wuppertal) endet die Autobahn und führt als L 612 weiter nach Haltern-Flaesheim.
Geschichte mini|Die A52 bei Essen (unten im Bild). Hinten ist die Ruhrtalbrücke zu sehen. Blick nach Westen. Bereits in den 1950er Jahren wurde der autobahnähnliche Neubau der Bundesstraße 1 zwischen Düsseldorf-Mörsenbroich (Stadtautobahn) und Breitscheid an der A 3 als nördlicher Zubringer für die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens in Angriff genommen. Der Ausbau wurde im Wesentlichen 1960 vollendet.
Ebenfalls in den 1950er Jahren begann der Bau der Düsseldorfer Stadtautobahn zwischen Meerbusch-Büderich, Düsseldorf-Heerdt, -Niederkassel, -Derendorf und -Mörsenbroich mit der Theodor-Heuss-Brücke im Zuge der Bundesstraße 7. Zwischen 1957 und 1959 erfolgte die Fertigstellung der einzelnen Teilabschnitte.Tamms, Auberlen, Beyer: Die Stadtautobahn Düsseldorf. Brücken, Straßen und Hochstraßen der Zufahrt zur Nordbrücke. Kirschbaum Verlag, Bad Godesberg 1960
Bereits 1956 wurden die Planungen für die autobahnmäßige Fortführung des nördlichen Düsseldorfer Zubringers von Breitscheid nach Essen einschließlich einer Ruhrtalhochbrücke bei Mintard als neue Bundesstraße 288 aufgenommen. Die Arbeiten begannen 1963 und wurden 1966 mit der Verkehrsübergabe des Abschnittes zwischen der AS Breitscheid und der AS Essen-Rüttenscheid abgeschlossen.
In den 1960er Jahren wurde einerseits der vierstreifige Aus- und Neubau der Bundesstraße 224 zwischen Gelsenkirchen, Gladbeck und Essen vorangetrieben. 1967 wurde ein Abschnitt zwischen Gladbeck-Butendorf, AS Gelsenkirchen-Buer-West und einem Anschluss an die alte B 224 nördlich der AS Gelsenkirchen-Scholven fertiggestellt.
Ebenfalls in dieser Zeit fand die vierstreifige Strecke Mönchengladbach (etwa ab dem AK Neersen) bis Meerbusch-Büderich im Zuge der Bundesstraße 7 Aufnahme in die Planungen. 1971 wurde auch diese Verbindung für den Verkehr freigegeben.
Im Bedarfsplan des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 30. Juni 1971Bundesgesetzblatt Jg. 1971, Teil I, S. 873 war zwar auf der später als „Bundesautobahn 52“ bezeichneten Trasse noch keine Bundesautobahn enthalten. Doch dafür war der vierstreifige und teilweise sechsstreifige autobahnähnliche Neubau von Bundesstraßen vorgesehen. Es handelte sich um folgende Vorhaben:
KurzbezeichnungAbschnittAusbauStandB 230Roermond – Niederkrüchten – Schwalmtal-HostertvierstreifigStufe IIIB 230Schwalmtal-Hostert – Kreuz Mönchengladbach (B 7/B 59)vierstreifigStufe IIB 7nvierstreifiglaufendes VorhabenB 288Kreuz Breitscheid und Essen-RüttenscheidsechsstreifigStufe IIIB 288Essen-Rüttenscheid – Kreuz Essen-Ost (Ruhrschnellweg, B 1)sechsstreifigStufe IB 224sechsstreifigStufe IB 224Kreuz Gladbeck – Gelsenkirchen-Scholven – Dreieck Gelsenkirchen-Buer-Nord (B 227n/B 224n, später als A 41 bezeichnet)vierstreifigStufe I
Die Verbindung Dorsten-Ost – Marl-Nord war noch nicht ins Auge gefasst.
Noch vor der Neustrukturierung und neuen Nummerierung des Netzes der Bundesautobahnen erhielt 1973 der Streckenzug Roermond – Mönchengladbach – Büderich die interne Bezeichnung „Autobahn 209“, während die Linie Düsseldorf-Rath – Essen-Rüttenscheid als „Autobahn 214“ bezeichnet wurde.Der Große Shell Atlas, Mairs Geographischer Verlag, Stuttgart 1973/74, Bl. 31
Mit der Neustrukturierung des Netzes der Bundesautobahnen, die mit Wirkung ab 1. Januar 1975 eingeführt wurde, erhielt die Strecke Roermond – Mönchengladbach – Düsseldorf – Essen – Gelsenkirchen-Buer-Nord die Bezeichnung „Bundesautobahn 52“.
Der Bedarfsplan des Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 5. August 1976Bundesgesetzblatt Jg. 1976, Teil I, S. 2093 enthielt den Streckenzug der A 52 zwar unverändert, doch wurde die Dringlichkeit der einzelnen Teilabschnitte verändert: AbschnittAusbauStandRoermond – Niederkrüchten – Mönchengladbach-Hardtvierstreifig1. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe Ia, 2. Fahrbahn als möglicher weiterer BedarfMönchengladbach-Hardt – Kreuz Mönchengladbach (A 61)vierstreifig,Stufe IaAK Kaarst und AS Büderichsechsstreifiger AusbauStufe IbAK Breitscheid und AS Essen-Rüttenscheidsechsstreifiger Ausbaumöglicher weiterer BedarfAS Essen-Rüttenscheid – Kreuz Essen-Ost (Ruhrschnellweg, B 1/A 430)sechsstreifiglaufendes VorhabenKreuz Essen-Ost (B 1/A 430) – Kreuz Essen-NordsechsstreifigStufe IbKreuz Essen-Nord – Kreuz Gladbeckvierstreifig/sechsstreifigStufe Ib/möglicher weiterer BedarfKreuz Gladbeck – Gladbeck-Butendorf2. FahrbahnStufe Ib
Die Strecke Dorsten-Ost bis Marl-Nord war weiterhin nicht vorgesehen.
Das zweite Gesetz zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 25. August 1980Bundesgesetzblatt Jg. 1980, Teil I, S. 1614 brachte eine geringfügige Veränderung für den Streckenverlauf der A 52: Mit dem Wegfall der Planung der A 41 Dorsten – Gelsenkirchen – Sprockhövel wurde der fertiggestellte Abschnitt der A 41 zwischen Gelsenkirchen-Buer-Nord und Dorsten-Ost der A 52 zugeordnet. Darüber hinaus waren folgende Vorhaben enthalten: AbschnittAusbauStandRoermond – Elmpt2. FahrbahnStufe IIvierstreifigStufe IAS Kaarst-Nord und AS Büderich sechsstreifiger AusbauStufe I/teilweise laufendes VorhabenKreuz Essen-Ost (B 1/A 430) – Kreuz Essen-Nord – Kreuz GladbecksechsstreifigStufe IKreuz Gladbeck – Gelsenkirchen-Buer-Nordabschnittsweiser Ausbau in Stufe I
Die Strecke Dorsten-Ost – Marl-Nord war weiterhin nicht als Bestandteil der A 52 vorgesehen, obgleich sie 1980 insgesamt fertiggestellt war.
Das Dritte Gesetz zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes vom 21. April 1986Bundesgesetzblatt Jg. 1986, Teil I, S. 537 enthielt weiterhin die Aufnahme der Strecke Dorsten-Ost – Marl-Nord in die Linie der A 52 nicht. Das Gesetz brachte allerdings für die A 52 weitere Änderungen. Vorgenommen waren nun:
AbschnittAusbauStandRoermond – Elmpt2. Fahrbahnals weiterer Bedarfvierstreifig1. Fahrbahn im vordringlichen Bedarf, 2. Fahrbahn im weiteren BedarfKreuz Essen-Ost (B 1/A 430) – Kreuz Essen-Nord – Kreuz Gladbecksechsstreifigvordringlicher BedarfKreuz Gladbeck – Gelsenkirchen-Buer-Westabschnittsweiser Ausbau als vordringlicher Bedarf
1987 wurde die Strecke Dorsten-Ost bis Marl-Nord als A 52 gewidmet.
Nach dem Vierten Gesetzes zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes vom 15. November 1993Bundesgesetzblatt Jg. 1993, Teil I, S. 1877 waren geplant:
AbschnittAusbauStandRoermond – Elmpt2. Fahrbahnweiterer BedarfElmpt – AS Hostert2. Fahrbahnvordringlichen BedarfKreuz Essen-Ost (B 1/A 430) – Kreuz Essen-Nordsechsstreifigweiterer BedarfKreuz Essen-Nord – Kreuz Gladbeck – AS Gelsenkirchen-Buer-Westsechsstreifigvordringlicher Bedarf
Der Bedarfsplan des Fünften Gesetzes zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes vom 4. Oktober 2004Bundesgesetzblatt Jg. 2004, Teil I, S. 2574 umfasste noch folgende Projekte: AbschnittAusbauStandRoermond – Elmptvordringlicher BedarfKreuz Essen-Ost (B 1/A 430) – Kreuz Essen-Nordsechsstreifigfest disponiertes VorhabenKreuz Essen-Nord – Kreuz Gladbeck – Gladbeck-Butendorfvierstreifigvordringlicher Bedarf