mini|hochkant=1.35|Hauptsitz von Yamaha in Hamamatsu

Das Unternehmen Yamaha Corporation (englisch für ) ist eine japanische Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Hamamatsu. Der im Nikkei 225 gelistete Mischkonzern bietet viele Produkte und Dienstleistungen an, vorwiegend aus den Bereichen Musikinstrumente, Elektronik und HiFi. Das Logo mit den drei Stimmgabeln symbolisiert das ursprüngliche Geschäftsfeld der Musikinstrumente.

Im Gründungsjahr 1887 baute Torakusu Yamaha sein erstes Instrument, ein Harmonium. Im 20. Jahrhundert folgten zahlreiche andere Musikinstrumente. Seinen heutigen Namen hat der Konzern seit 1987, als das 100-jährige Jubiläum gefeiert wurde. Bei Tochtergesellschaften wurde der Name Yamaha schon früher verwendet, so auch bei der 1955 gegründeten Yamaha Motor Company. Diese ist heute ein eigenständiger Konzern, an dem die Yamaha Corporation noch knapp 3 Prozent der Aktien hält.

Geschichte Gründungsjahre und früher Aufschwung mini|hochkant|Torakusu Yamaha (1851–1916) Die Gründung von Yamaha wird auf das Jahr 1887 datiert. In diesem Jahr baute Torakusu Yamaha sein erstes Harmonium. Zuvor hatte er den Auftrag bekommen, in der Grundschule von Hamamatsu das amerikanische Harmonium zu reparieren. Er war von der Konstruktion so fasziniert, dass er sich zusammen mit einem Helfer 36 Tage lang mit dem Instrument beschäftigte. Er entwickelte die Vision, dass künftig in jeder Grundschule in Japan ein Harmonium stehen würde und dass diese Instrumente in Japan hergestellt werden sollten. Er fertigte Zeichnungen an und baute anschließend mit seinem Assistenten ein ähnliches Instrument. Die beiden trugen angeblich ihren Prototyp an einer Tragestange aufgehängt rund 250 Kilometer weit und teils über steile Berge hinweg von Hamamatsu nach Tokio, um das Instrument im dortigen neu gegründeten Konservatorium begutachten zu lassen. Immerhin gab es auf dem letzten Drittel der Strecke die Eisenbahnverbindung von Odawara nach Tokio. Das Instrument war jedoch schlecht gestimmt und wurde deshalb abgelehnt. Daraufhin erarbeitete sich Yamaha am Konservatorium theoretische Kenntnisse und arbeitete vier Monate lang von früh bis spät, bis es ihm gelang, ein brauchbares Harmonium herzustellen. Das Fachbuch The Piano: An Encyclopedia will allerdings von dem heroischen Gewaltmarsch mit dem Harmonium als Gepäck nichts wissen. Es berichtet nur, der Präsident des Konservatoriums in Tokio habe Yamaha zur Weiterbildung nach Tokio eingeladen, nachdem er von dessen Versuch erfahren hatte, ein Harmonium zu bauen, und Yamaha sei der Einladung gefolgt.

Yamahas Unternehmen in Hamamatsu hieß zunächst Yamaha Hukin Seizo-sho, was so viel wie „Yamaha Orgelmanufaktur“ bedeutet. 1889 wurde sie als Kapitalgesellschaft eingerichtet und hatte rund 100 Mitarbeiter. 1889 wurden bereits 250 Harmonien gebaut. Das junge Unternehmen profitierte davon, dass Hamamatsu im selben Jahr an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde und einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte. 1891 wurde das Unternehmen umbenannt in Yamaha Gakki Seizo-sho, sinngemäß „Yamaha Musikinstrumentenbau“.Gellerman: Gellerman’s International Reed Organ Atlas, 2nd Edition, Vestal Press, 1998, S. 276, Artikel Yamaha Corp. 1892 exportierte das Unternehmen bereits 78 Harmonien.Robert Palmieri (Hg.): The Piano: An Encyclopedia. Routledge, 2004, S. 191.

Am 12. Oktober 1897 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und umbenannt in Nippon Gakki K.K., wörtlich „Japan Musikinstrumente AG“. Sie behielt diesen Namen 90 Jahre lang, bis 1987. Torakusu Yamaha wurde der erste Präsident des Unternehmens. Er leitete das Unternehmen bis zu seinem Tod im Jahr 1916.

Im Jahr 1898 entwickelte das Unternehmen sein erstes Logo. Das Bildmotiv war ein von Ornamenten umrankter drachenähnlicher Vogel, eine Art chinesischer Phönix, der eine einzelne große Stimmgabel im Schnabel hält. Erst 1916 entstand die Bildmarke mit den drei sich kreuzenden Stimmgabeln, 1967 kam der umrahmende Kreis hinzu.

In den ersten Jahrzehnten war das Wachstum von Nippon Gakki davon begünstigt, dass es nur wenig Konkurrenz in Japan gab. 1927 erwuchs ein Konkurrent am selben Ort, als die Klavierbaugesellschaft Kawai ebenfalls in Hamamatsu entstand. Deren Gründer Koichi Kawai hatte 1897 als elfjähriger Lehrling bei Nippon Gakki angefangen und später in dem Unternehmen eine Schlüsselrolle als genialer Techniker gespielt.The founder of Kawai Musical Instruments Mfg. Co., Ltd.: Koichi Kawai hamamatsu-daisuki.net 1933 beherrschte Nippon Gakki den japanischen Klaviermarkt mit einem Marktanteil von rund 85 Prozent.

Zeitleiste: Meilensteine mini|Yamaha CR-500, Receiver (1973), Leistung 2 × 22 WattYamaha CR-500: AM/FM Stereo Receiver (1973). In: Manual Library › Yamaha. HiFi Engine, 2023. Auf HiFiEngine.com, abgerufen am 22. März 2023 (englisch). mini|E-Piano CP30 von 1976 mini| Yamaha CP-70M Grand Piano (1980) mini|C6 grand piano (1980er Jahre) mini|Yamaha DX7 (ab 1983) mini|hochkant|Pacifica E-Gitarre von Yamaha (ab 1989) mini|Große Lautsprecher NR-9191 von Yamaha mini|Yamaha QY70 (1997) mini|Yamaha RX-V 393Heimkino-Receiver (1998–99), Leistung der Frontkanäle je 50 WattYamaha RX-V393, Audio Video Receiver. Auf HifiEngine.com, abgerufen am 29. Dezember 2023 (englisch).

Quelle: u. a.

1900 bis 1950 1900 begann die Herstellung von Klavieren. Im Vorjahr hatte Torakusu Yamaha eine Reise in die USA unternommen und dort Klavierfabriken besucht, um die Technik des Klavierbaus im Detail kennenzulernen und den Import von Bauteilen und Maschinen nach Japan zu organisieren. 1902 wurden die ersten Flügel hergestellt. 1903 begann Torakusu Yamaha aufgrund seiner Kenntnisse bei der Holzbearbeitung mit der Herstellung von Holzmöbeln. 1904 gewann Yamahas Unternehmen den Honorary Grand Prize bei der Louisiana Purchase Exposition im US-amerikanischen St. Louis für seine Pianos und Harmonien. 1914 wurde die erste Mundharmonika hergestellt. 1922 begann die Herstellung von Phonographen. 1930 errichtete das Unternehmen den weltweit ersten Akustik-Laborraum. 1932 wurden erstmals Pfeifenorgeln in die Produktpalette aufgenommen. 1935 wurde mit der Magna Orgel die erste elektromechanische Orgel gebaut. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Produktion wie bei vielen anderen Unternehmen auf Rüstungsgüter (überwiegend Flugzeugteile) umgestellt. 1942 wurden die ersten akustischen Gitarren hergestellt. Anfang 1945 wurden die Produktionsstätten durch Bombentreffer der Alliierten größtenteils zerstört. Nach dem Kriegsende baute der damalige Direktor Kaichi Kawakami das Unternehmen mit der Fertigung von einfachen Mechanikteilen wieder auf, konzentrierte sich jedoch bald wieder auf den Bau von Musikinstrumenten. 1949: Im Mai dieses Jahres wurde das Unternehmen an der Tokioter Börse gelistet. 1950 übernahm Genichi Kawakami die Leitung des Unternehmens. Er prägte in der Folge jahrzehntelang den Konzern und trieb dessen Expansion voran.

1951 bis 2000 1953 begann Nippon Gakki mit der Expansion außerhalb Asiens. 1953: Genichi Kawakami ordnete im November 1953 an, die Entwicklung eines Motorrads in Angriff zu nehmen. Im folgenden Jahr wurden Prototypen des ersten Motorradmodells Yamaha YA-1 gebaut und erprobt. 1954 wurde die erste Yamaha-Musikschule eröffnet. 1954 wurde der erste Hi-Fi-Spieler vorgestellt. 1955 wurde das Tochterunternehmen Yamaha Motor Co., Ltd. gegründet, das nun die Produktion der YA-1 übernahm. Damit wurde die Motorrad-Sparte aus Nippon Gakki ausgegliedert. 1958 entstand mit Yamaha de Mexico S.A. die erste Übersee-Filiale. 1959 wurden die Yamaha Technical Laboratories eröffnet. Zudem wurde mit der Electone die erste Elektronische Orgel vorgestellt. 1959 wurden mit glasfaserverstärkten Kunststoff-Bögen und Pfeilen die ersten Sportgeräte verkauft. 1960 wurde die erste Filiale in den USA eröffnet. 1962 wurde die Yamaha Recreation Co., Ltd. gegründet. 1965 begann Yamaha mit der Produktion von Blasinstrumenten und eröffnete die erste Musikschule in Los Angeles. 1966 expandierte der Konzern mit der Yamaha Europa GmbH in Deutschland nach Europa und begann die Vermarktung von Gitarren und Schlagzeugen. 1967 präsentierte Yamaha mit dem CF concert grand piano den ersten Konzertflügel, den der Pianist Swjatoslaw Richter 1969 auf seiner Italien-Tournee spielte. 1968 stellte Yamaha seine ersten Hi-Fi-Stereo-Geräte vor. 1971 begann Yamaha mit der Produktion von Mikroelektronik. 1972 präsentierte Yamaha eine neue Serie von Blasinstrumenten, welche in Kooperation mit den Wiener Philharmonikern entwickelt worden waren. 1974 erweiterte der Konzern sein Produktportfolio mit der Vorstellung von Lautsprechern (NS1000M), Synthesizern (CSY-1) und Mischpulten (PM-1000). 1975 erweiterte die Sportgeräte-Sparte sein Portfolio um Tennisschläger. 1976 begann Yamaha mit der Produktion von elektrischen und elektronischen Pianos. 1980 wurde mit dem PortaSound das erste portable Keyboard vorgestellt. 1982 stellte die Sportgeräte-Division die ersten carbon-komposit Golfschläger vor. 1982 verkaufte Yamaha den ersten CD-Spieler und das erste Disklavier. 1983 stellte Yamaha den auf der FM-Synthese basierenden Synthesizer DX7 vor, von dem etwa 160.000 Exemplare verkauft wurden und der die Klangwelt der 1980er nachhaltig prägte. 1984 wurden die ersten Industrieroboter hergestellt. 1986 wurde mit dem DSP-1 der erste Digital Sound Field Processor vorgestellt. 1987 wurde der Konzern zum 100-jährigen Jubiläum in Yamaha Corporation umbenannt. 1989 stellte Yamaha den ersten CD-Rekorder vor. 1993 wurden weltweit die ersten Golfschläger mit Titanschäften vorgestellt.

21. Jahrhundert 2002 wurde die Vermarktung von Sportbögen eingestellt. 2003 zog sich Yamaha aus dem CD-R/RW-Geschäft zurück. 2004 wurde mit der STAGEA eine weitere elektronische Orgel vorgestellt. 2004 wurde der renommierte Musiksoftware-Hersteller Steinberg übernommen. 2007 wurde die österreichische Klaviermanufaktur Bösendorfer übernommen. 2008 wurde das französische Unternehmen Nexo übernommen, ein Spezialist für Lautsprecher und Beschallungssysteme. mini|Yamaha AV-Receiver 2009–2010, Leistung je Kanal 105 Watthifiengine.com 2020, Yamaha RX-V465, abgerufen am 6. Juni 2020. 2009 wurde der Klavierhersteller Kemble in Milton Keynes, U. K. zu 100 % übernommen. 2009 wurde die Minderheitsbeteiligung von 24,99 % am Braunschweiger Klavierhersteller Schimmel während dessen Insolvenzphase beendet. 2010 wurde der neue Konzertflügel Modell CFX nach fast 20-jähriger Entwicklungszeit vorgestellt. Yulianna Avdeeva gewann am 25. Oktober 2010 auf dem CFX-Konzertflügel den ersten Preis beim internationalen Chopin-Klavierwettbewerb in Warschau. 2012 wurden auf der Frankfurter Musikmesse die neuen Klaviere SE122 und SE132 vorgestellt. 2012 wurde die neue Flügelgeneration der CX-Serie vorgestellt. mini|Yamaha, IFA 2018, Berlin 2014 wurde Line 6 zu 100 % übernommen (gegr. 1996 in Kalifornien). Geschäftsbereiche: Digitale Modeling-Gitarrenverstärker, kabellose Mikrofone, Systeme für Gitarren sowie PA-Equipment; POD Multi-Effekt-Prozessoren, digitale Effekte und Live-Sound-Mischer, Lautsprecher und iOS-Interfaces. 2014 wurde der Audio-Hersteller Revolabs mit Sitz in Sudbury/Mass. (USA) zu 100 % übernommen. Im Juni 2018 wurde die Tochtergesellschaft umbenannt in Yamaha Unified Communications. 2014 wurde die neue Generation von TransAcoustic Pianos im Markt eingeführt. Die neue Technologie verwandelt den Resonanzboden des akustischen Pianos in einen Lautsprecher. 2015 veröffentlichte Yamaha das MusicCast-Multiroom-System erneut, mit dem nun Musikquellen zwischen Audiokomponenten verteilt werden können. 2018: Die im April 2018 in Kalifornien gegründete Tochtergesellschaft Yamaha Guitar Group übernahm im Mai 2018 die Marke des Bassverstärker-Herstellers Ampeg von Loud Technologies (USA).