Die Siedler von Catan ist ein im Kosmos-Verlag veröffentlichtes Brettspiel von Klaus Teuber. Es erschien 1995 unter dem Namen Die Siedler von Catan, 2015 erfolgte zum 20. Geburtstag die Umbenennung in Catan – Das Spiel. Es ist das erste Spiel des Jahres, für das es eine Ergänzung für zwei weitere Spieler und Erweiterungen mit neuen Inhalten gab, was danach auch bei anderen Spielen erfolgte.
Spielidee und Bedeutung des Spiels In der konstruktiv-kooperativ aufgebauten Simulation erbauen die Spieler auf der fiktiven Insel Catan Siedlungen, welche Rohstoffeinnahmen bringen, mit denen Straßen, neue Siedlungen und Städte gebaut sowie Ritter zur Verteidigung ausgeschickt werden können. Für erbaute Siedlungen und Städte erhalten die Spieler Siegpunkte, ebenso wie für die längste Handelsstraße und größte Rittermacht. Gewinner ist, wer zuerst eine bestimmte Anzahl solcher Siegpunkte erreicht.
Im Vergleich zu anderen zeitgenössischen Brettspielen weist Catan – Das Spiel eine Vielzahl innovativer Spielideen auf. Dazu zählen die Möglichkeit der Spieler, untereinander mit ihren Rohstoffen handeln zu können, die breite Spanne an möglichen Spieltaktiken innerhalb einer längerfristigen Strategie sowie der variable Spielplan, mit dem sich für jedes Spiel eine anders gestaltete Insel auslegen lässt. Bis 1996 wurden 500.000 Exemplare verkauft, 10 Jahre nach Erstverlegung waren es insgesamt 8 Millionen deutsche Exemplare.catan.de: Catan-News 1/2005, S. 7 f. (PDF; 4,9 MB) Bereits 2004 war der Begriff Catan jedem zweiten Deutschen bekannt. (PDF; 1,4 MB). Weltweit hat das Spiel bis 2002 über 10 Millionen Spieler gefunden (PDF; 2,1 MB). und ist bis Ende 2018 in über 42 verschiedenen Sprachen in mehr als 40 Ländern zu beziehen.catan.de: Über die Catan GmbH. National wie international wurden diverse Preise vergeben, insbesondere mit dem Spiel des Jahres und Deutschem Spielepreis die beiden in Deutschland relevantesten.
Durch die Popularität des Spiels und die Medienwirksamkeit des Begriffs Catan ist ein regelrechtes Catan-Universum entstanden. So werden einzelne Spielkomponenten in neue Spiele eingebettet – unter anderem sind bisher Karten-, Würfel- und Computerspiele erschienen. Aber auch der geschichtliche Hintergrund findet, unabhängig von den Spielprinzipien, sowohl in weiteren Brettspielen als auch in einem gleichnamigen Roman von Rebecca Gablé Verwendung.
Spielmaterial mini|Auswahl des Spielmaterials: Städte (hinten), Straßen und Siedlungen. (Ausgabe von 1995) mini|Die Beschriftungen der Zahlenchips deuten auf die Wahrscheinlichkeit eines entsprechenden Würfelwurfs hin. Die Rückseiten (rechts) sind mit Buchstaben beschriftet.
Im Spiel enthalten sind: 19 sechseckige Landschaftsfelder: 4 × Wald (ergibt Holz) 4 × Weideland (ergibt Wolle) 4 × Ackerland (ergibt Getreide) 3 × Hügelland (ergibt Lehm) 3 × Gebirge (ergibt Erz) 1 × Wüste (Keine Erträge) 18 sechseckige Meeresfelder, davon jeweils 9 mit und ohne Hafen (Ausgabe von 1995catan.de: CATAN Basisspiel Anleitung) 6 Rahmenteile mit Häfen (Ausgaben ab 2002catan.de: CATAN-Das Spiel-Manual2022) 95 Rohstoffkarten, je 19 × Holz, Wolle, Getreide, Lehm und Erz 96 Spielfiguren in 4 Farben, je Farbe 15 Straßen 5 Siedlungen 4 Städte 18 Zahlenchips mit den Zahlen von 2 bis 6 und 8 bis 12 (3 bis 11 jeweils doppelt); die Rückseiten sind mit Buchstaben markiert 25 Entwicklungskarten (14 × Ritter, 6 × Fortschritt und 5 × Siegpunkte) 2 Sonderkarten „Längste Handelsstraße“ und „Größte Rittermacht“ 4 Infotafeln „Baukosten“ 2 Würfel eine Räuberfigur
Spielablauf Spielaufbau Aus den 19 gut gemischten sechseckigen Landfeldern wird zu Spielbeginn eine nahezu kreisförmige Insel ausgelegt. Die neun Hafenfelder werden ebenfalls gemischt und mit jeweils einem Feld Abstand rund um die Insel platziert. Mit den übrigen neun Wasserfeldern werden die entstandenen Lücken aufgefüllt (seit 2002 werden 6 Randfelder statt der Meeres- und Hafenfelder verteilt). Die Zahlenchips werden auf die Rückseite gedreht und nach Buchstaben sortiert. Beginnend bei einem beliebigen Eckfeld werden die Zahlenchips nun dem Alphabet nach gegen den Uhrzeigersinn auf der Insel verteilt, die Wüste wird dabei ausgelassen und erhält keinen Zahlenchip. Anschließend werden die Zahlenchips aufgedeckt. Die Räuberfigur wird auf die Wüste gestellt.
Jeder Spieler erhält in der Startaufstellung zwei Siedlungen und zwei Straßen. Reihum im Uhrzeigersinn setzt jeder Spieler eine Siedlung mit angrenzender Straße, anschließend setzt – beginnend beim letzten Spieler reihum gegen den Uhrzeigersinn – jeder Spieler seine zweite Siedlung mit einer Straße. Siedlungen dürfen dabei nur auf Eckpunkte gesetzt werden, an denen drei Sechseckfelder aneinandergrenzen. Straßen verbinden jeweils zwei solcher Punkte entlang einer Kante zwischen zwei Feldern, wobei nicht zwischen zwei Wasserfeldern gebaut werden darf. Dabei dürfen weder zwei Siedlungen noch zwei Straßen aufeinander gebaut werden. Siedlungen müssen untereinander einen Abstand von mindestens zwei Kantenabschnitten aufweisen. Rohstoffkarten erhalten die Spieler zu Anfang entsprechend den an ihre zweite Siedlung angrenzenden Feldern. Im weiteren Spiel halten die Spieler ihre Rohstoffkarten verdeckt.
Ein Spielzug Der Spielzug eines Spielers besteht aus drei Phasen: Auswürfeln der Rohstofferträge Handeln Bauen.
Das Auswürfeln der Rohstofferträge wird stets zu Beginn getätigt und die beiden Phasen Handeln und Bauen werden nach den Originalregeln nacheinander durchgeführt. Soll das Handeln und Bauen gemischt durchgeführt werden (beispielsweise darf ein Spieler zuerst bauen, dann handeln und dann nochmals bauen), muss dies vor Spielbeginn mit den Mitspielern oder Turnierregeln festgelegt werden.
Auswürfeln der Rohstofferträge mini|Jugendliche beim Spielen
Das Auswürfeln der Rohstofferträge erfolgt durch Werfen beider Würfel. Die addierte Augenzahl benennt die Landschaftsfelder, welche in dieser Runde Erträge abwerfen. Jeder Spieler, der eine Siedlung angrenzend an einem Feld besitzt, welches auf seinem Zahlenchip die gewürfelte Augensumme zeigt, erhält den entsprechenden Rohstoff. Für eine angrenzende Stadt erhält der Spieler zwei Rohstoffkarten.
Wird eine Sieben gewürfelt, erhalten die Spieler keine Rohstoffe. Stattdessen tritt der Räuber in Aktion. Der am Zug befindliche Spieler muss die Räuberfigur auf ein anderes Feld versetzen. Sollte an dieses Feld eine Siedlung eines oder mehrerer Mitspielers angrenzen, darf von einem dieser Spieler verdeckt eine Rohstoffkarte gezogen werden. Solange der Räuber auf einem Feld steht, wirft es keine Rohstoffe ab. Weiterhin muss jeder Spieler, der mehr als sieben Rohstoffkarten auf der Hand hat, die Hälfte seiner Rohstoffe abgeben. Bei einer ungeraden Anzahl von Rohstoffkarten wird abgerundet.
Da die Summe der Augen beim Wurf mit zwei Würfeln dreiecksverteilt ist, wird die Sieben häufiger als jede andere Zahl gewürfelt. Auch sind dadurch bestimmte Felder lukrativer als andere. Um dies im Spiel zu verdeutlichen, sind die wahrscheinlicheren Zahlen größer und dicker gedruckt als die unwahrscheinlicheren und die besonders häufigen Zahlen 6 und 8 rot.
+ Wahrscheinlichkeiten für Würfelergebnisse mit zwei Würfeln Zahl 2 3 4 5 6 7 (Räuber) 8 9 10 11 12 Wahrscheinlichkeit (2,8 %) (5,6 %) (8,3 %) (11,1 %) (13,9 %) (16,7 %) (13,9 %) (11,1 %) (8,3 %) (5,6 %) (2,8 %)
Handeln
In der zweiten Phase darf der Spieler handeln. Dies kann einerseits über den Seehandel geschehen: Hat der Spieler eine Siedlung oder Stadt an einem entsprechenden Hafenfeld am Inselrand, dürfen je nach Hafenart drei beliebige gleiche Rohstoffe gegen einen anderen Rohstoff getauscht werden (3:1) oder mit dem angegebenen Rohstoff 2:1 getauscht werden. Andererseits ist ebenso ein Binnenhandel erlaubt: unter den Spielern dürfen Angebote gemacht werden und der am Zug befindliche Spieler darf im freien Verhältnis Rohstoffkarten mit den anderen Spielern tauschen. Es ist aber auch erlaubt, vier gleiche Rohstoffkarten gegen eine beliebige Rohstoffkarte mit der Bank zu tauschen (4:1). Lediglich Schenkungen sind nicht erlaubt.catan.de-FAQ: Darf man Rohstoffe an seine Mitspieler verschenken?. Es darf nur derjenige Spieler Handel betreiben, der an der Reihe ist. Andere Spieler dürfen weder untereinander noch mit der Bank tauschen, sondern nur mit dem Spieler, der an der Reihe ist.
Bauen Die dritte Phase ist die Bauphase. Hier darf der Spieler gegen Abgabe entsprechender Rohstoffe Straßen, Siedlungen und Städte bauen sowie Entwicklungskarten kaufen. Beim Platzieren von Siedlungen, Städten und Straßen auf dem Spielplan gelten die gleichen Regeln wie bei der Anfangsaufstellung, insbesondere dürfen nicht mehrere Elemente aufeinander gebaut werden, und Siedlungen und Städte müssen mindestens zwei Kreuzungen voneinander entfernt sein. Eine Stadt kann nur gebaut werden, wenn ein Spieler noch eine Siedlung auf dem Spielfeld besitzt, diese wird entfernt und die Stadt anstelle der Siedlung auf das Spielfeld gesetzt.
+ Baukosten Spielelement Benötigte Rohstoffe Lehm Holz Wolle Getreide Erz Straße 1 × 1 × Siedlung 1 × 1 × 1 × 1 × Stadt (nur durch Überbauen einer Siedlung) 2 × 3 × Entwicklungskarte 1 × 1 × 1 ×
Erfahrene Spieler können die beiden Phasen Handeln und Bauen beliebig mischen.
Hat ein Spieler mit mindestens fünf zusammenhängenden Straßen (wobei Abzweigungen nicht gezählt werden) die längste Handelsroute erbaut, erhält er die entsprechende Sonderkarte, welche offen vor ihm liegen bleibt. Sobald ein Spieler eine längere Handelsstraße erbaut hat, wechselt die Karte ihren Besitzer. Falls mehrere Spieler gleich lange Handelsstraßen haben, behält der Spieler die Karte, der sie vorher hatte. Hatte sie vorher keiner der Spieler, wird sie erst vergeben, sobald jemand alleine die längste Handelsstraße hat. Die Sonderkarte „Längste Handelsstraße“ bringt dem Spieler zwei Siegpunkte. Baut ein anderer Spieler eine Siedlung zwischen zwei Straßen, ist die Straße unterbrochen, unter Umständen gilt sie nicht mehr als längste Handelsstraße.
Entwicklungskarten spielen Einmal während seines Zuges darf der Spieler zu einem beliebigen Zeitpunkt eine Entwicklungskarte spielen, allerdings nicht solche, welche im gleichen Zug gekauft wurden. Zeigt die Karte einen Ritter, darf die Räuberfigur versetzt werden. Die aufgedeckte Karte bleibt vor dem Spieler liegen. Sobald ein Spieler drei Ritterkarten gespieltcatan.de: Zählen beim Anspruch auf die Größte Rittermacht auch die Ritterkarten mit, die man noch nicht ausgespielt hat?. hat, erhält er die Sonderkarte „Größte Rittermacht“, wodurch der Spieler zwei Siegpunkte erhält. Gleich wie bei der längsten Handelsstraße wechselt die Karte ihren Besitzer erst, wenn ein anderer Spieler mehr Ritterkarten aufgedeckt hat. Siegpunktkarten darf der Spieler alle auf einmal aufdecken, soweit er damit das Spiel beenden kann. Fortschrittskarten existieren je zweimal mit folgenden Ausführungen: Entwicklung Der Spieler erhält zwei beliebige Rohstoffkarten von der Bank, es können sowohl zwei verschiedene als auch zwei der gleichen Art sein. Straßenbau Der Spieler darf regelkonform zwei Straßen bauen, wird mit der Seefahrer-Erweiterung gespielt, auch zwei Schiffe oder eine Straße und ein Schiff. Die Straßen können sich an zwei verschiedenen Orten befinden. Monopol Der Spieler bekommt alle Rohstoffe einer von ihm bestimmten Art von seinen Gegnern. Die anderen Spieler können sich nicht dagegen wehren.
Fortschrittskarten kommen nach dem Ausführen der Aktion aus dem Spiel.
Spielende Das Spiel endet, sobald der am Zug befindliche Spieler zehn Siegpunkte erreicht hat und am Zug ist. Siegpunkte erhalten die Spieler für Siedlungen, Städte, die längste Handelsroute, die größte Rittermacht und entsprechende Entwicklungskarten.
+ Siegpunkte Spielelement Siegpunkte Straße 0 Siedlung 1 Stadt 2 Siegpunktkarte 1 Größte Rittermacht 2 Längste Handelsstraße 2
Varianten