Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz () ist ein Landkreis im Süden des Landes Brandenburg. Sitz der Kreisverwaltung ist die Stadt Senftenberg. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz ist der flächenkleinste Landkreis in Brandenburg.

Geografie mini|hochkant=1.35|Übersichtskarte des Landkreises Oberspreewald-Lausitz Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz liegt im Süden des Landes Brandenburg auf 51 Grad nördlicher Breite und 14 Grad östlicher Länge. Der niedrigste Punkt liegt im Spreewald nordöstlich von Ragow bei , der höchste Berg im Kreis ist der Kutschenberg mit . Er ist nach der Heidehöhe im Landkreis Elbe-Elster die zweithöchste Erhebung des Landes Brandenburg. Der Landkreis stellt einen Querschnitt durch die Lausitz dar: im Süden die Oberlausitz und das beginnende Lausitzer Bergland, dann in der Mitte die Niederlausitz mit dem Flussbett der Schwarzen Elster und dem Lausitzer Grenzwall und im Norden der Obere Spreewald.

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz grenzt im Norden an den Landkreis Dahme-Spreewald, im Osten an den Landkreis Spree-Neiße, im Südosten an den Landkreis Bautzen, im Südwesten an den Landkreis Meißen und im Westen an den Landkreis Elbe-Elster. Südlich von Ortrand befindet sich der südlichste Punkt Brandenburgs.Brandenburg in Zahlen und Karten. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg, Potsdam 2018, S. 2 (PDF; 8,9 MB). Abgerufen am 17. Juni 2024.

Geschichte Bis 1945 existierten auf dem Boden des Landkreises Oberspreewald-Lausitz die preußischen Landkreise Hoyerswerda, Calau und Liebenwerda; aus Teilen dieser entstand 1952 der Kreis Senftenberg im Bezirk Cottbus. Im Jahr 1990 gab es eine knappe Mehrheit im damaligen Kreis Senftenberg für die Zugehörigkeit zu Sachsen, der Kreistag entschied sich gegen eine Angliederung an Sachsen. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz entstand 1993 im Rahmen der brandenburgischen Kreisreform durch Zusammenlegung der Landkreise Calau und Senftenberg und kleinerer Teile des Landkreises Bad Liebenwerda.

Im Rahmen der für 2019 geplanten Verwaltungsstrukturreform in Brandenburg sollte der Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit den Landkreisen Elbe-Elster und Spree-Neiße sowie der kreisfreien Stadt Cottbus nach einem ersten Vorschlag vom 6. Oktober 2016 in einem neuen Landkreis Niederlausitz vereinigt werden. Im Juli 2017 legte die Landesregierung von Brandenburg einen Gesetzentwurf vor, der die Fusion des Landkreises Oberspreewald-Lausitz mit dem Landkreis Elbe-Elster zu einem neuen Landkreis Elsterland-Oberspreewald vorsah. Nach heftigen Protesten auf kommunaler Ebene wurden die Pläne im November 2017 wieder verworfen.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1993 159.828 1995 156.758 2000 145.110 2005 132.032 2010 121.679 2015 112.450 Jahr Einwohner 2020 108.396 2021 107.558 2022 109.091 2023 108.434 2024 107.793 2025 106.744

Gebietsstand und Einwohnerzahl am 31. Dezember des jeweiligen JahresHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberspreewald-Lausitz (PDF) S. 8–9Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 1, A II 4. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg. (jeweilige Ausgaben des 4. Quartals), von 2011 bis 2021 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Gemeinden Nach Abschluss der Gemeindegebietsreform 2003 umfasst der Landkreis noch 25 Gemeinden, darunter neun Städte. Nach der amtlichen Feststellung 2016 sind sechs Gemeinden offiziell zweisprachig (deutsch, niedersorbisch).

→ Siehe auch Liste der Orte im Landkreis Oberspreewald-Lausitz und Sorbisches Siedlungsgebiet

(Einwohner am )

Amtsfreie Städte Calau – Kalawa () Großräschen () Lauchhammer () Lübbenau/Spreewald – Lubnjow/Błota () Schwarzheide () Senftenberg – Zły Komorow () Vetschau/Spreewald – Wětošow/Błota () Weitere amtsfreie Gemeinde Schipkau ()Ämter und zugehörige Gemeinden

1. Altdöbern () Altdöbern () Bronkow () Luckaitztal () Neupetershain – Nowe Wiki () Neu-Seeland – Nowa Jazorina () 2. Ortrand () Frauendorf () Großkmehlen () Kroppen () Lindenau () Ortrand, Stadt () Tettau () 3. Ruhland () Grünewald () Guteborn () Hermsdorf () Hohenbocka () Ruhland, Stadt () Schwarzbach ()

Politik Kreistag

Die 50 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 wie folgt auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen:Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 9. Juni 2024

Übersicht über die Ergebnisse der vergangenen Wahlen: Partei / Wählergruppe Stimmen2024 Sitze2024 Stimmen2019 Sitze2019 Stimmen2014 Sitze2014 Stimmen2008 Sitze2008 Stimmen2003 Sitze2003 Stimmen1998 Sitze1998 AfD 31,9 % 16 19,6 % 10 – – – – – – – – CDU 17,6 % 9 19,5 % 10 28,2 % 14 23,1 % 11 32,4 % 16 27,3 % 15 SPD 17,1 % 9 21,5 % 11 29,3 % 15 28,8 % 14 25,8 % 13 40,4 % 23 Die Linke (bis 2007 PDS) 7,5 % 4 12,8 % 6 18,0 % 9 22,2 % 11 19,1 % 10 18,7 % 10 Freie Wählergruppe Bauern – Landwirtschaft, Umwelt, Natur 6,0 % 3 6,5 % 3 5,9 % 3 4,4 % 2 4,2 % 2 1,8 % 1 BVB/Freie Wähler 5,0 % 2 3,7 % 2 2,4 % 1 – – – – – – Bündnis 90/Die Grünen 3,0 % 2 5,8 % 3 4,0 % 2 3,5 % 2 4,3 % 2 4,7 % 2 FDP 2,7 % 1 3,6 % 2 2,1 % 1 4,2 % 2 4,0 % 2 3,4 % 2 Tierschutzpartei 2,5 % 1 – – – – – – – – – – Die Heimat (bis 2023 NPD) 1,7 % 1 1,5 % 1 4,3 % 2 – – – – – – Stimme Freier Bürger 1,5 % 1 2,1 % 1 1,5 % 1 2,0 % 1 2,1 % 1 – – Wählergruppe Für Vernunft und Gerechtigkeit 1,3 % 1 – – – – – – – – – – Aktionsgruppe gegen soziales Unrecht Senftenberg 1,0 % – 1,4 % 1 1,8 % 1 1,7 % 1 – – – – Wählergruppe Senftenberg kann mehr! 0,7 % – – – – – – – – – – – Einzelbewerber Toni Dabow 0,3 % – – – – – – – – – – – Einzelbewerber Uwe Kminikowski 0,3 % – – – – – – – – – – – Freie Wählergruppe Schwarzheide – – 1,1 % 1 1,1 % 1 1,3 % 1 – – – – DSU – – – – 0,9 % – 1,6 % 1 3,0 % 2 3,4 % 2 Einzelbewerber Frank Hurraß – – – – 0,5 % – – – – – – – DVU – – – – – – 4,4 % 2 4,3 % 2 – – Altdöbern-Freie Wählervereinigung – – – – – – 1,4 % 1 – – – – Unabhängige Wählergruppe Senftenberg – – – – – – 1,3 % 1 – – – – Wählergruppe Lauchhammer Pur – – – – – – – – 0,8 % – – – Einzelbewerber Redlich – – – – – – – – – – 0,1 % – Einzelbewerber Nowka – – – – – – – – – – 0,1 % – Wahlbeteiligung 64,4 % 56,4 % 46,1 % 48,8 % 42,7 % 76,6 %

Vorsitzende des Kreistages ist Martina Gregor-Ness (SPD), ihre Stellvertreter sind Roswitha Schier (CDU) und Jens Kullick (Freie Wählergruppe Bauern).Wer den Kreistag künftig leitet. Lausitzer Rundschau, 4. Juli 2024, abgerufen am 6. Juli 2024.

mini|Sitz der Kreisverwaltung und des Kreistages Der Sitz des Kreistages und der Kreisverwaltung ist das Bergbauhaus in Senftenberg.

Landrat 1994–2006: Holger Bartsch (SPD) 2006–2009: Georg Dürrschmidt (CDU) 2010–2026: Siegurd Heinze (parteilos) seit 2026: Alexander Erbert (CDU)

Bis 2010 wurde der Landrat von den Kreistagsabgeordneten gewählt. Holger Bartsch ging im März 2006 nach dem Erreichen der Altersgrenze von 65 Jahren in den Ruhestand. Sein Nachfolger Georg Dürrschmidt wurde im Dezember 2008 wegen eines eingeleiteten Strafbefehlsverfahrens suspendiert und im Juli 2009 abgewählt. Amtierender Landrat bis zur Neuwahl im Januar 2010 war Titus Faustmann (SPD).

Siegurd Heinze ist der erste direkt gewählte Landrat des Landkreises. Am 24. Januar 2010 erreichte er als parteiloser Kandidat der CDU in der Landratsstichwahl 66,4 % der gültigen Stimmen, die Wahlbeteiligung lag bei 27,2 %. In der Landratswahl am 22. April 2018 wurde Heinze mit 56,3 % der gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 33,3 % für weitere acht Jahre in seinem Amt bestätigt. Zur Wahl 2026 trat er nicht mehr an.

Bei der Landratsstichwahl am 25. Januar 2026 wurde Alexander Erbert laut vorläufigem Ergebnis mit 53,4 % der gültigen Stimmen zum Landrat gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 45,2 %.Landratsstichwahl 2026. Landkreis Oberspreewald-Lausitz, abgerufen am 25. Januar 2026. Er ist seit dem 9. Mai 2026 im Amt.

Wappen und Flagge mini|Flagge des Landkreises Oberspreewald-Lausitz Das Wappen wurde am 25. November 1994 genehmigt.

Blasonierung: „Geteilt von Silber und Blau, oben ein unbewehrter schreitender roter Stier mit über den Rücken geschlagenem Schweif, unten eine dreigezinnte goldene Mauer, belegt mit einem goldenen Schild, darin ein aufrechter schwarzer Löwe.“Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg, abgerufen am 19. Januar 2022. Das Wappen spiegelt die Territorialgeschichte des Landkreises wider: Oben die Niederlausitz, unten die Oberlausitz, belegt mit der Mark Meißen (für Ortrand).

Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz.

Die Flagge ist Weiß – Rot – Weiß (1:3:1) gestreift und auf dem Mittelstreifen mit dem Kreiswappen belegt.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Im Zukunftsatlas 2019 belegte der Landkreis Oberspreewald-Lausitz Platz 358 von 401 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „hohen Zukunftsrisiken“. Im Zukunftsatlas 2025 verbesserte sich der Landkreis auf Platz 325 von 400, womit er zu den Regionen mit „leichten Risiken“ zählt.Prognos Zukunftsatlas 2025. Prognos AG, Berlin 2025, S. 23.

Der Wirtschaftsstandort „Westlausitz“ mit den Städten Großräschen, Lauchhammer, Schwarzheide und Senftenberg ist einer von 15 Regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert.

mini|Solarkomplex Senftenberg Mit 401 MW in Solarparks u. a. im Solarkomplex Senftenberg und in Energieparks in Schipkau lag der Landkreis 2023 an zweiter Stelle der Landkreise in Brandenburg und bundesweit. Genutzt wurden Abraumhalden und weitere Konversionsflächen der früheren Braunkohleförderung.

Verkehr mini|Bundesautobahn 13 am Autobahndreieck Spreewald Autobahnen A 13 A 15 Bundesstraßen B 96 B 156 B 169

Eisenbahnstrecken mit Regional- und Güterverkehr: Strecke Leipzig/Halle–Calau–Cottbus Strecke Berlin–Lübbenau–Cottbus–Görlitz Strecke Lübbenau–Calau–Altdöbern–Senftenberg Strecke Großenhain–Ruhland–Senftenberg–Cottbus Strecke Falkenberg/Elster–Lauchhammer–Ruhland–Hoyerswerda–Horka

nur Güterverkehr: Strecke Senftenberg–Kamenz

Weiterhin existierte ein umfangreiches, nicht dem öffentlichen Verkehr dienendes Grubenbahnnetz, welches die Braunkohlentagebaue mit den Brikettfabriken und Kraftwerken verband.

Öffentlicher Personennahverkehr Der öffentliche Personennahverkehr wird von der Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz organisiert. Der Busverkehr wird seit August 2017 durch die OSL Bus GmbH, einem Tochterunternehmen der zur Transdev GmbH gehörenden Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck, sowie weiteren private Busunternehmen durchgeführt. Die Stadtverkehre in Senftenberg und Lübbenau werden von der OSL Bus GmbH eigenständig organisiert und durchgeführt. Der Stadtverkehr in Lauchhammer wird von der Firma „Busverkehr Gerd Schmidt GmbH“ eigenständig organisiert und durchgeführt.

Tourismus mini|Naturhafen Raddusch Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat Anteil an den Tourismusregionen Spreewald und Lausitzer Seenland; touristischer Hauptort ist Lübbenau. Der Spreeradweg und der Gurken-Radweg führen durch den Landkreis.

Schutzgebiete Im Landkreis befinden sich 26 ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Februar 2017).

Kfz-Kennzeichen Am 1. Januar 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen OSL zugewiesen. Es wird seitdem ausgegeben. Seit dem 15. März 2013 sind zudem aufgrund der Kennzeichenliberalisierung die Unterscheidungszeichen CA (Calau) und SFB (Senftenberg) erhältlich.

Eingliederungen und Zusammenschlüsse von Gemeinden In der Tabelle sind die Eingliederungen und Zusammenschlüsse von Gemeinden seit der Bildung des Landkreises am 5. Dezember 1993 erfasstHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberspreewald-Lausitz, S. 34–37.