mini|Campus am Roten Tor: K-Bau (Sitz der Hochschulleitung) mini|Campus am Brunnenlech: A-Bau (Blick aus dem H-Bau)

Die Technische Hochschule Augsburg (kurz THA, bis März 2023: Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg) ist eine Fachhochschule mit Sitz in Augsburg, welche 1971 gegründet wurde. Sie teilt sich in die Schwerpunkte Wirtschaft, Gestaltung, Technik, Informatik und Soziale Arbeit auf.

Geschichte mini|Zeitlicher Überblick zu den Vorgängereinrichtungen

Präsidenten 1972–1976 Friedrich Dworschak 1976–1982 Wolfgang Heidecker 1982–1988 Rudolf Bretzel 1988–2000 Hans Benedikt 2000–2004 Hans-Jürgen Körner 2004–2016 Hans-Eberhard Schurk seit 2016 Gordon Thomas Rohrmair

Die Technische Hochschule Augsburg wurde am 1. August 1971 aufgrund des Bayerischen Fachhochschulgesetzes durch Vereinigung des Rudolf-Diesel-Polytechnikums und der Werkkunstschule errichtet.

Anfänge

Die Anfänge der Hochschule können bis auf das Jahr 1670 zurückgeführt werden. 1684 erfolgte die Anerkennung der Akademie durch den protestantischen Teil des paritätisch besetzten Rates der Stadt Augsburg. Ab diesem Zeitpunkt wurde von der Protestantischen Akademie gesprochen. 1710 wurde die Reichsstädtische Kunstakademie gegründet und die Einrichtung somit allen Bürgern zugänglich gemacht. Die Reichsstädtische Kunstakademie wurde von Beginn an von zwei paritätischen Direktoren geleitet. 1779 begann die Reformierung des gesamten Lehrangebotes und man gründete unter Stadtpfleger Paul von Stetten eine Privatgesellschaft zur Ermunterung der Künste (eine Art Förderverein).

19. Jahrhundert Nachdem 1808 Augsburg den Status der freien Reichsstadt verloren hatte, endete auch das Bestehen der Reichsstädtischen Kunstakademie. So diente die Einrichtung bis 1814 als Zubringer für die Münchner Akademie und wurde ab 1814 Königliche Kunstschule genannt. Diese ging in der 1820 gegründeten Höheren Kunstschule auf. Im Jahre 1835 wurde sie in die am 11. November 1833 gegründete Königliche Polytechnische Schule eingegliedert. Diese befand sich zunächst in den Fuggerhäusern und ab 1834 im ehemaligen Katharinenkloster. Berühmtester Schüler war Franz von Lenbach. 1864 wurde nach 29 Jahren diese Schule aufgelöst, nur eine Maschinenbauschule blieb bestehen. Sie führte von 1870 bis 1907 den Namen Königliche Industrieschule, die auch von Rudolf Diesel besucht wurde. In den technischen Fakultäten gab es bis 1924 Übergangslösungen.

Der Kunstunterricht wurde 1877 unter dem Namen Städtische Höhere Kunstschule neu organisiert. 1905 siedelte die Kunstschule in die neuerbauten Räume im Dachgeschoss der Hallschule an der Maximilianstraße um. Dort verblieb sie, von kriegs- und zerstörungsbedingten Auslagerungen abgesehen bis 1984. 1921 wurde diese Anstalt an die Gewerbliche Fachschule der Stadt Augsburg angegliedert, behielt aber ihr Eigenleben bis zur Zerstörung bei einem Luftangriff im Jahre 1944 bei.

1893 wurde die Baugewerkschule ins Leben gerufen. Sie nutzte zuerst Räumlichkeiten im ehemaligen Jesuitenkolleg St. Salvator in der Jesuitengasse. Ein Jahr später bezog die Baugewerkschule den ehemaligen Prälatenbau des Stifts Heilig Kreuz im Ottmarsgäßchen und blieb dort bis 1925. 1910 erfolgte die Umwandlung in eine Bauschule.

20. Jahrhundert

1905 erfolgte auf Anregung der Augsburger Gewerbehalle, einer Vereinigung von Augsburger Gewerbetreibenden, die Gründung der Augsburger Handwerkerschule. Zu diesem Zweck wurde das ehemalige Landgestüt an der Baumgartnerstraße umgebaut. Ein Jahr später wurde dieser Schule die Augsburger Webschule angeschlossen. Aus Platzmangel wurden im Jahre 1910 umfangreiche Um- und Neubauten erforderlich. Zwei Jahre später erfolgte die Angliederung einer Abteilung für Spinnerei und damit die Errichtung einer Fachschule für Maschinenbau und Elektrotechnik als Nachfolgeeinrichtung der 1907 auf königlichen Erlass aufgelösten Industrieschule. Im September des gleichen Jahres wurden alle Fachschulen und Fachkurse an der Baumgartnerstraße zu einer Gesamtanstalt unter der Bezeichnung Gewerbliche Fachschulen der Stadt Augsburg zusammengefasst. Unter diesem Namen wurde 1913 der so genannte A-Bau und ein Jahr darauf der so genannte F-Bau bezogen.

Von 1924 bis 1932 wurde der gewerblichen Fachschule die Höhere Technische Lehranstalt der Stadt Augsburg mit den Abteilungen Maschinenwesen und Elektrotechnik angegliedert. Dazu bestand parallel eine Städtische Bauschule mit fünf Semestern Ausbildungsdauer. Beide Schulen wurden 1932 unter dem Namen Höhere Technische Lehranstalt zusammengelegt, der weiterhin die Gewerblichen Fachschulen einschließlich der Städtischen Höheren Kunstschule angeschlossen waren. Im April 1944 zerstörte eine Bombe das Dach des Schulgebäudes in der Baumgartnerstraße.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Lehrbetrieb im Januar 1946 wieder aufgenommen. Die technischen und künstlerischen Einrichtungen wurden fortan wieder unabhängig und unter den Namen Bau- und Ingenieurschule und Kunstschule der Stadt Augsburg wiedereröffnet. 1951 kam es zu einer erneuten Umbenennung der Bau- und Ingenieurschule in Rudolf-Diesel-Bau- und Ingenieurschule der Stadt Augsburg, Akademie für angewandte Technik. Die Studiendauer wurde 1953 von 5 auf 6 Semester angehoben und gleichzeitig der Studiengang Elektrotechnik mit den Studienrichtungen Energietechnik und Nachrichtentechnik eingerichtet.

Am 1. Oktober 1958 erhielt die Bau- und Ingenieurschule nach entsprechender Ausweitung den Namen Rudolf-Diesel-Polytechnikum der Stadt Augsburg, Akademie für angewandte Technik.

In den 1950er und 1960er Jahren wurde der A-Bau durch den B-Flügel und den Großen Physiksaal mit Kernphysiklabor ergänzt, der C-Bau vollendet und das Maschinenbaulabor (D-Bau) konzipiert.

Im Juli 1965 wurden die Gewerblichen Fachschulen ersatzlos aufgelöst.mini|Campus am Roten Tor: K- und W-Bau

Die Kunstschule erhielt 1961 den Namen Werkkunstschule der Stadt Augsburg, Höhere Fachschule für angewandte Grafik und Malerei. Sie umfasste einen einsemestrigen Vorkurs nach Vorbild des Dessauer Bauhauses und war in die Fachklassen Gebrauchsgraphik, Mustergestaltung, Schaufenster- und Ausstellungsgestaltung und Angewandte Malerei eingeteilt.

Beide städtischen Einrichtungen wurden zum 1. August 1971 zur staatlichen Fachhochschule Augsburg (FHA) vereint. In den Ausbildungsrichtungen Technik und Gestaltung fanden die Lehrbereiche der Vorgängerschulen ihre Fortsetzung.

Mit dem Beginn des Wintersemesters 1974/75 wurde mit der Ausbildungsrichtung Wirtschaft ein neuer Ausbildungszweig eröffnet. Die heutige School of Business (damals Fachbereich Betriebswirtschaft) entstand 1979 als Ausgründung des Fachbereichs Allgemeinwissenschaften. Ein weiteres Fachgebiet kam zum Wintersemester 1980/81 mit dem Studiengang Informatik dazu. 1991 erfolgte die Gründung des eigenständigen Fachbereichs Informatik (heute Fakultät für Informatik). Der Studiengang Medieninformatik/Multimedia wurde zum Wintersemester 1996/97 als Kooperation der Fakultäten für Gestaltung und Informatik eingerichtet. Der Studiengang Umwelttechnik in der Fakultät für Maschinenbau startete zum Wintersemester 1998/99.

21. Jahrhundert Im Wintersemester 2000/01 begannen die Studiengänge Mechatronik, Wirtschaftsinformatik und International Management mit dem Lehrbetrieb. Nach und nach wurden so genannte Weiterbildungsstudiengänge eingerichtet. Im Wintersemester 1995/96 startete an der Fakultät für Allgemeinwissenschaften (heute: Fakultät für Angewandte Geistes- und Naturwissenschaften), der Weiterbildungsstudiengang Umwelttechnik-Immissionsschutz, im Wintersemester 2000/01 an der Fakultät für Architektur und Bauwesen der Studiengang Baumanagement (Master of Engineering in Project Management) und im Wintersemester 2007/08 an der Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik der Studiengang Technologiemanagement.

mini|Campus am Brunnenlech: H-Bau mit Cafeteria, im Vordergrund der Lochbach

Zum Wintersemester 2005 wurde mit dem H-Bau ein Servicezentrum mit Zentralbibliothek, Rechenzentrum und Cafeteria bezogen, der erste Neubau seit langem. Im Frühjahr 2007 wurden die Bauten K bis M für die Fakultäten für Gestaltung und Informatik am Standort der ehemaligen Schüleschen Kattunfabrik eingeweiht. Dabei wurde der erhaltene historische Kopfbau im Stil eines Barockschlosses saniert und die beiden, 1996 abgebrochenen, Flügelbauten in moderner Architektur aus Glas, Stahl und Sichtbeton wiedererrichtet.

Der neu entstandene zweite Campus an der Friedberger Straße, zu dem auch der bereits 1999 von der Fakultät für Informatik bezogene J-Bau gehört, wurde wegen seiner Nähe zum Roten Tor Campus am Roten Tor benannt. Die Gebäude am Standort Baumgartnerstraße bekamen den Namen Campus am Brunnenlech durch den Lochbach, der das Gelände der Hochschule zwischen H-Bau am westlichen und A- und E-Bau am östlichen Ufer durchfließt. Er wird im Bereich der Hochschule auch Brunnenlech genannt.

Durch eine Änderung des Bayerischen Hochschulgesetzes wurde 2007 aus der Fachhochschule Augsburg die Hochschule für angewandte Wissenschaften – Fachhochschule Augsburg. Seit Februar 2008 wird die Kurzform Hochschule Augsburg als Name verwendet. 2011 erfolgte erneut eine Umbenennung in Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg (weiterhin Abkürzung als Hochschule Augsburg).

mini|Logo bis November 2023

2011 feierte die Hochschule Augsburg ihr 40-jähriges Bestehen als Fachhochschule.

Die Fakultät für Wirtschaft bezog zum Wintersemester 2011/12 einen Neubau am Campus am Roten Tor. Zuvor befand sie sich 34 Jahre lang gemeinsam mit den Musik- und Kunstpädagogischen Lehrstühlen der Universität Augsburg in Lechhausen in der Schillstraße in der ehemaligen Pädagogischen Hochschule, wohin sie zum Wintersemester 1977/78 vom Stammgelände ausgelagert wurde.

Am 11. Juli 2022 gab der bayerische Ministerpräsident Markus Söder zusammen mit dem bayerischen Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Markus Blume im Rahmen des Festakts 50 Jahre Hochschule Augsburg bekannt, dass die Institution den Titel Technische Hochschule erhalte.

Fakultäten Fakultät seit Immatrikulierte Studierende(Stand: WS 2022) Studiengänge(Stand: SS 2026) Angewandte Geistes- und Naturwissenschaften 1978 367 5 Architektur und Bauwesen 1978 1.173 8 Elektrotechnik 1971 863 11 Gestaltung 1971 741 6 Informatik 1980 1.241 15 Maschinenbau und Verfahrenstechnik 1971 843 10 School of Business 1978 1.434 11 Gesamt – 6.662 66 mini|Campus am Roten Tor: W-Bau (School of Business und Fakultät für Informatik)

Die Fakultät für Angewandte Geistes- und Naturwissenschaften (zuvor Allgemeinwissenschaften) betreut die allgemeinwissenschaftlichen Wahlpflichtfächer und die geistes- und naturwissenschaftlichen Grundlagenfächer der technischen Studiengänge. Die allgemeinwissenschaftlichen Wahlpflichtfächer mit Themen aus Philosophie, Literatur, Geschichte, Politik, Sprachen etc. sollen das Fachstudium ergänzen und erweitern. Außerdem bietet sie die Zusatzqualifikation Umwelttechnik-Immissionsschutz an. Die Technische Hochschule Augsburg ist Mitglied im MedienCampus Bayern, dem Dachverband für die Medienaus- und -weiterbildung in Bayern.

Studiengänge Aktuell (Stand: 15. Juli 2026) werden an der TH Augsburg folgende Studiengänge angeboten: Kursiv gesetzte Studiengänge werden auch als Duales Studium angeboten.

Bachelorstudiengänge Architektur Bauingenieurwesen Betriebswirtschaft Creative Engineering Data Science Digitaler Baumeister (auch in Englisch) Elektro- und Informationstechnik Elektrotechnik Energieeffizientes Planen und Bauen Informatik Interaktive Medien International Information Systems (auch in Englisch) International Management (auch in Englisch) Internationales Wirtschaftsingenieurwesen (auch in Englisch) Kommunikationsdesign Künstliche Intelligenz und Robotik (ab WiSe 2026) Maschinenbau Mechatronik Medizintechnik Rettungsingenieurwesen Soziale Arbeit Systems Engineering Technische Informatik Umwelt- und Verfahrenstechnik Wirtschaftsinformatik