mini|hochkant=1.5|Blick auf Kirche und Rathaus von Ebringen

Ebringen (alemannisch Ebringe) ist eine Gemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg (Deutschland) südlich von Freiburg im Breisgau.

Geographie Ausführliche Darstellung Eine ausführliche Darstellung der Geographie, Geologie sowie von Fauna und Flora auf der Ebringer Gemarkung findet sich im Artikel Schönberg (Ebringen).

Geographische Lage mini|hochkant=1.4|Isohypsenkarte der Ebringer Gemarkung Ebringen liegt circa vier Kilometer vom südwestlichen Stadtrand Freiburgs entfernt in 245 bis 644 Meter Höhe. Der Ort liegt in einer ansteigenden Talmulde des 644 m hohen Schönbergs, ist nach Westen und Süden zur oberrheinischen Tiefebene offen und bietet damit dem Weinbau ideale Bedingungen.

Geologie Die gesamte Ebringer Gemarkung liegt im Schönbergmassiv, einem Vorgebirge des Schwarzwaldes, das geologisch zum Oberrheingraben gehört.

Der Schönberg zeichnet sich durch eine sehr vielfältige Oberflächengeologie aus, die aus allen Perioden der Trias und des Juras stammt sowie Konglomerate und vulkanische Schichten aus dem Paläogen. Von der Eiszeit zeugen zum Teil mächtige Lössablagerungen in den Rebbergen.

Ausdehnung des Siedlungsgebiets Das bebaute Gebiet Ebringens ist nach Westen hin nur durch eine schmale Siedlungszäsur von 200 Metern Breite – durch die die L125 führt und die die Rheintalbahn nach Westen begrenzt – von der Nachbarortschaft Wolfenweiler getrennt, so dass Schallstadt (mit Wolfenweiler) und Ebringen ein nahezu zusammenhängendes Siedlungsgebiet von 4 km Länge in Ost-West-Richtung bilden.

Nachbargemeinden Die Gemarkung grenzt – vom Norden im Uhrzeigersinn – an Freiburg im Breisgau, Merzhausen, Au, Wittnau, Sölden, Bollschweil, Ehrenkirchen, Pfaffenweiler und Schallstadt.

Gemeindegliederung mini|hochkant=1.1|Ebringen mit Ruine Schneeburg Zur Gemeinde Ebringen gehören das Dorf Ebringen, der Weiler Talhausen, die Höfe Oberer Schönbergerhof und Unterer Schönbergerhof sowie die Berghauser Kapelle. Im Gemeindegebiet liegt die Ruine Schneeburg.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2, S. 162–163. Die Hauptsiedlungsachse in Ebringen zieht sich von der westlichen Gemarkungsgrenze über eine Länge von etwa 1700 Metern an die unteren Hänge des Schönbergs hinauf, beginnend bei etwa 240 Metern über NN bis hinauf auf etwa 350 Meter über NHN.

Die Hauptachse gliedert sich in die Ebringer Ortsteile Unterdorf mit Gewerbegebiet, Mitteldorf und Oberdorf sowie den bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts vom Kernort baulich getrennten Ortsteil Tirol (bis in die 1920er Jahre als „Beim Schlemmer“ bzw. „Bim Schlemmer“ bezeichnet). Südlich der Umgehungsstraße befindet sich, südwestlich der Ortsmitte und fast im rechten Winkel zur Hauptsiedlungsachse, der Ortsteil Talhausen, der sich über etwa 600 Meter Länge erstreckt. An der Stelle der mittelalterlichen Siedlung Berghausen am Südhang des Schönbergs existiert nur noch die nach Aufgabe der Siedlung mehrfach erweiterte Kapelle. Auf dem Schönberg befinden sich außerdem zwei Höfe. Während der Obere Schönberger Hof nur Viehwirtschaft betreibt, ist der Untere Schönberger Hof ein Ausflugslokal mit Blick auf Freiburg und die Freiburger Bucht.

Klima Das Klima in Ebringen ist typisch für den Ostrand des Oberrheingrabens. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 11,6 °C, mit dem Minimum von 2,5 °C im Januar und dem Maximum von 21 °C im Juli für die Periode von 1983 bis 2014. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt 958 Liter/m² jährlich.

Diese an einer privaten Wetterstation in Ebringen seit 1983 gemessenen Daten lassen als Trend – synchron mit den DWD-Daten der Station Freiburg-St.Georgen – eine Zunahme der jährlichen Durchschnittstemperaturen im Zeitablauf erkennen.

Geschichte Die Gemeinde kann auf den ältesten urkundlich erwähnten Weinbau im Markgräflerland zurückblicken. In einer Schenkungsurkunde von Rebland an das Kloster St. Gallen wird Ebringen neben einem Openwilare erwähnt: Propterea vernacula terra juris mei in loco, qui dicitur Openwilare, tradimus sancto Galloni viginti juchos, et in Eberingen unum juchum de vinea. Die Urkunde datiert von einem 16. Januar in der Herrschaftszeit des Frankenkönigs Chilperich II., der von Juni 715 bis März 721 regierte, ohne eine Jahresangabe, es wird nur ein herrschender König Chilperich erwähnt. Die Regierungszeit von Chilperich I. (561–584) scheidet aus, da zu dieser Zeit das Kloster St. Gallen noch nicht bestand. Weitere Chilperichs gab es nicht, so dass die Datierung in die Zeit von 716 bis 721 eingrenzbar ist. Die inneren Verhältnisse des Frankenreiches machen eine Errichtung der Urkunde im Jahre 720 am wahrscheinlichsten, da Chilperich II. erst ab 720 auch das Ostreich, in dem St. Gallen wie auch Ebringen lagen, regierte.

Die Ebringer Nachbarorte Pfaffenweiler wie Wolfenweiler erhoben lange den Anspruch, mit Openwilare identisch zu sein. Die Forschung geht bei Openwilare von einem untergegangenen Weiler im nördlichen Schneckental zwischen beiden Ortschaften aus.Clausdieter Schott, Edmund Weeger (Hrsg.): Ebringen, Herrschaft und Gemeinde. Band 1, S. 45.

Vorgeschichte Die ältesten Siedlungsspuren der Ebringer Gemarkung finden sich auf dem Gipfelplateau des Schönbergs. Diese werden in die Jungsteinzeit (ca. 5000 v. Chr.) datiert.

Antike Aus der Keltenzeit sind keine archäologischen Zeugnisse bekannt, dagegen gab es in der Römerzeit auf der Ebringer Gemarkung einen Gutshof. Im Ortsteil Talhausen wurden in den 2010er Jahren bei Bauarbeiten ebenfalls Reste eines Gebäudes aus der Römerzeit entdeckt. In die Zeit der Römerherrschaft (etwa von Christi Geburt bis 260 n. Chr.) dürfte daher auch die Einführung des Weinbaus fallen.

Völkerwanderung und Frühmittelalter 260 nach Christus überschritten die Alamannen den Limes. Die Römer zogen sich an die Rheingrenze zurück, bleiben aber im Bereich des Breisgaus politisch bestimmend. Die Alamannen gründeten kleinere Siedlungen. Ebringen dürfte nicht nur aufgrund der Namensendung -ingen zu den ersten alamannischen Siedlungen gehört haben, denn im südwestlichen Bereich des Ortes legten die Alamannen ein größeres Gräberfeld an, das von circa 300 bis 700 nach Christus als Friedhof benutzt wurde.

Erste St. Galler Herrschaft (ca. 720–1349) Bei der mit der Eingliederung der Alamannen ins Frankenreich beginnenden Christianisierung gewinnt das Kloster St. Gallen bereits seit seiner Gründung 719 rasch an Einfluss. Dies belegt auch die oben genannte Schenkungsurkunde um das Jahr 720, in welcher u. a. Ebringer Rebland dem Kloster vermacht wird. Die Urkunde stellt sowohl das älteste schriftliche Zeugnis für den Weinbau zwischen Freiburg und Basel dar als auch den ersten Grundbesitz des Klosters Sankt Gallen. Ebringen markiert damit sowohl den Beginn als auch das Ende des Klosters Sankt Gallen, war es doch 1805 auch dessen letztes verbliebene Territorium.

817 wird der Ortsteil Talhausen erstmals erwähnt. 968 erfolgt die erste Nennung des um 1400 aufgegebenen Berghausens.

Der Einfluss der Fürstabtei St. Gallen in Ebringen blieb während des gesamten Mittelalters und der frühen Neuzeit bis zur Auflösung der Fürstabtei 1805 bestehen. Ebringen war bei Aufhebung des Klosters dessen letztes verbliebenes Herrschaftsgebiet, das Schloss die Exilresidenz des Fürstabts.

Nach den Schenkungen im 8. Jahrhundert entwickelte sich im Laufe der Zeit eine sanktgaller Grundherrschaft über die drei Dörfer Ebringen, Talhausen und Berghausen. Letztere waren aber pfarrlich noch lange gemeinsam eigenständig und unterstanden geistlich dem Kloster St. Trudpert im Münstertal.

Ursprünglich war Wittnau im Hexental der Schwerpunkt der St. Galler Güterverwaltung im Breisgau, doch verlor später das Kloster im Hochmittelalter erheblich an Einfluss, was eine Reorganisation der Herrschaft notwendig machte. Vermutlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erfolgte die Verlegung des Verwaltungssitzes nach Ebringen, da in einer Urkunde von 1250 ein nicht namentlich genannter St. Galler Propst mit Sitz in Ebringen erwähnt wird.

Adelige Grundherrschaft (1349–1621) Im Frühsommer 1349 wurde die Region von der Großen Pest, heimgesucht. Im Kloster St.Gallen fiel dieser ein Großteil der Mönche zum Opfer. Auch für Ebringen muss anhand der Quellen für andere Orte von 33–50 % Todesopfern ausgegangen werden.

Daher kam es wohl auch aus diesem Grund im November 1349 zu einer Änderung der Herrschaftsverhältnisse. Werner von Hornberg übertrug der Fürstabtei sein Eigengut, die Schneeburg auf dem Schönberg, und erhielt diese dann mitsamt der Vogtei über die St. Galler Herrschaft in Ebringen, Talhausen und Berghausen sowie der übrigen Klostereinkünfte im Breisgau als Lehen. St.Gallen dürfte schlicht das Personal gefehlt haben, die entfernte Herrschaft noch direkt zu kontrollieren. Von Hornberg wiederum benötigte einen einflussreichen Verbündeten, um die Ansprüche des Freiburger Stadtadels auf den Schönberg abzuwehren.

Ungefähr in diese Zeit fällt auch der Beginn der habsburgischen Oberhoheit über Ebringen. Die Habsburger dehnten von ihren Stammlanden im heutigen Aargau ihre Herrschaft in Konkurrenz mit den Zähringer und später deren badischer Nebenlinie nach Norden in den Schwarzwald aus. Während der Nachbarort Wolfenweiler unter badischer Herrschaft war, gehörte Ebringen seither bis 1803/06 zu Österreich. Verwaltungszentrum der Vorlande war von 1431 bis zum Dreißigjährigen Krieg das elsässische Ensisheim.

Das auf dem Schönberg gelegene Berghausen wurde am Anfang des 15. Jahrhunderts aufgegeben, ebenso die Schneeburg, da die Ortsherrschaft stattdessen ihren Sitz im Areal des heutigen Rathauses nahm. Die Ortsherrschaft selbst wurde zumeist von Dienstleuten der adeligen Herren ausgeübt, da diese nicht in Ebringen residierten.

Den Hornbergern gelang es in den folgenden Jahrzehnten, die Lehensabhängigkeit vom Kloster de facto stark zu reduzieren. Konrad von Hornberg setzte beim Kloster 1428 die weibliche Erbfolge für seine Ehefrau Benignosa von Rathsamhausen durch, wobei das Lehen bei Wiederverheiratung der Witwe auch an deren Ehemann fallen durfte.

Die Herren von Staufen versuchten 1457, gedrängt von ihren Pfaffenweiler Untertanen, aufgrund einer Urkunde von 1331, Ansprüche auf Talhausen und Berghausen geltend zu machen. Grund war die pfarrliche Zugehörigkeit von Tal- und Berghausen zum Kloster St. Trudpert, dessen Schirmherren die Staufener waren. Doch der österreichische Landvogt Peter von Mörsberg entschied zu Gunsten von Konrad von Hornberg.

Nach Kondrads Ableben 1457/58 fiel die Herrschaft Ebringen an seine Witwe und nach deren Wiederverheiratung 1458 an den Vorarlberger Ritter Hans von Hohenems.

Nach dem Tode Benignosas heiratete Hans von Hohenems Helena von Klingenberg.

Die Herren von Staufen versuchten 1478 erneut für Pfaffenweiler ihren Anspruch auf Talhausen und Berghausen (und damit den Hohfirst) gerichtlich durchzusetzen, doch wurde die Klage durch das Hofgericht zu Ensisheim im Elsass in allen Punkten abgewiesen und Ebringen mit Talhausen, Berghausen und der Schneeburg als Lehen St. Gallens bestätigt. In den 1480er Jahren wandten sich die Herren von Staufen deshalb direkt an Kaiser Friedrich III. als habsburgischen Landesherrn, der die Angelegenheit jedoch an das für Lehenssachen zuständige Mannengericht im Breisgau verwies. Auch dort hatten die Staufer keinen Erfolg.