Eine wissenschaftliche Arbeit ist ein systematisch gegliederter Text, in dem ein oder mehrere Wissenschaftler das Ergebnis ihrer eigenständigen Forschung darstellen. Wissenschaftliche Arbeiten entstehen im Allgemeinen an Hochschulen oder anderen, auch privaten, Forschungseinrichtungen und werden von Studenten, Doktoranden, Professoren oder anderen Forschern verfasst. Dies ist jedoch kein zwingendes Merkmal. Vor wissenschaftlichen Konferenzen oder bei Sonderausgaben einer wissenschaftlichen Zeitschrift wird in einem zum Einreichen wissenschaftlicher Arbeiten aufgefordert.

Wissenschaftliches Arbeiten zielt auf die Schaffung neuen Wissens und eine wissenschaftliche Arbeit im Sinne dieses Lemmas ist eines von mehreren Formaten, in denen Ergebnisse wissenschaftlichen Arbeitens zur weiterführenden Forschung und Lehre dargestellt werden können. Andere Formate wären z. B. Forschungskolloquien oder Vorträge auf einer wissenschaftlichen Konferenz.

Überblick mini|Beispiel für einen möglichen Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit Im Rahmen eines Hochschulstudiums müssen Studenten mehrmals wissenschaftliche Arbeiten erstellen, nämlich Hausarbeiten, Studien- und Seminararbeiten. Abgeschlossen wird das Studium regelmäßig durch eine wissenschaftliche Abschlussarbeit, also beispielsweise eine Diplom-, Magister-, Bachelor- oder Masterarbeit, die vom Betreuer, dem verantwortlichen Hochschullehrer und ggf. weiteren Fachleuten begutachtet werden.H. J. Rahn: Betreuung, Bewertung und Begutachtung von Seminar-, Bachelor-,Master- und Diplomarbeiten. In: WiSt - Wirtschaftswissenschaftliches Studium. 35. Jg., 2006, S. 289–295.

Für diese Examensarbeiten gilt in besonderem Maße, dass sorgfältige und gewissenhafte Beratung und Betreuung der Examenskandidaten durch den oder die betreuenden Hochschullehrer eine wichtige Grundlage für ihr Gelingen darstellt.Hans-Otto Schenk: Die Examensarbeit. Ein Leitfaden für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. UTB 2657, Göttingen 2005, ISBN 3-8252-2657-3, S. 173. In der Praxis gestaltet sich die Betreuung der Kandidaten verschiedenartig. Einige Dozenten haben einen passiven Stil, die ihren Input nur auf Nachfrage geben, andere haben einen sehr aktiven Stil. Sie fordern regelmäßige Gespräche, in denen sie über den Fortschritt der Arbeit in Kenntnis gesetzt werden und in denen sie ihre Anregungen und Kritikpunkte äußern.

Weitere Grade für höhere wissenschaftliche Qualifikation erreicht man durch eine Dissertation und Habilitationsschrift. Erst ab der Dissertation wird erwartet, dass die Arbeit nicht nur den Forschungsstand wiedergibt, sondern einen größeren Erkenntnisfortschritt mit sich bringt. Kleinere Erkenntnisgewinne werden bereits bei einer Bachelorarbeit erwartet.K. Folz, D. J. Brauner, H.-U. Vollmer: Studi-SOS Bachelorarbeit. Erste Hilfe fürs wissenschaftliche Arbeiten. Sternenfels 2015, S. 28. Hierbei gilt es allerdings zu beachten, dass das von Universität zu Universität, von Institut zu Institut und von Dozent zu Dozent variieren kann.

Wissenschaftliche Arbeiten entstehen im Wissenschaftsbetrieb auch, indem Forschungsberichte (über Forschungsergebnisse) oder wissenschaftliche Artikel für Fachzeitschriften geschrieben werden. Auch für diese Werke gelten die Anforderungen der Wissenschaftlichkeit.

Grundsätze wissenschaftlicher Arbeiten Für die Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten stellen die Universitäten, beziehungsweise Fakultäten, oftmals Richtlinien für ihre Studierenden zusammen. Neben Vorgaben zu erwünschten Parametern wird dabei auch darauf hingewiesen, dass die unbelegte Verwendung fremden Gedankenguts, in Form von Plagiaten zu vermeiden ist (siehe hierzu auch Betrug und Fälschung in der Wissenschaft).Einführung in wissenschaftliches Arbeiten Universität zu Köln, abgerufen am 28. April 2023.

Hierzu zählen insbesondere:Grundsätze des wissenschaftlichen Arbeitens Justus-Liebig-Universität Gießen, abgerufen am 28. April 2023.

Inhaltliche Richtigkeit und Genauigkeit Überprüfbarkeit (durch entsprechende Belege) Objektive, verständliche Darstellung Validität, u. a. durch die Auswahl adäquater Methoden und Nachweise Befolgung der Vorgaben hinsichtlich des Layouts und der Zitierweise

Arten von Arbeiten und ihre Zuordnungen Wissenschaftliche Arbeiten lassen sich in verschiedene Arten einteilen, die sich durch den Zweck, die Anforderungen und den Umfang unterscheiden. Jede dieser Arbeiten hat ihre spezifischen Charakteristika und Zielsetzungen, die den akademischen Grad und das Studienfach betreffen.

Hausarbeit – eine kürzere wissenschaftliche Arbeit, die im Rahmen eines Semesters ein Thema eigenständig bearbeitet. Seminararbeit – eine wissenschaftliche Arbeit, die im Rahmen eines Seminars verfasst wird und das Kursthema vertieft. Bachelorarbeit – die Abschlussarbeit des Bachelorstudiums, die eigenständige Forschung erfordert. Masterarbeit – eine umfangreiche Abschlussarbeit im Masterstudium, die ein höheres Maß an Forschungstiefe verlangt. Dissertation – eine wissenschaftliche Arbeit zur Erlangung des Doktorgrades, die eigenständige Forschungsergebnisse präsentiert. Habilitationsschrift – die höchste akademische Arbeit, die zur Lehrbefähigung an Universitäten führt. Projektarbeit – eine praxisorientierte wissenschaftliche Arbeit, die eine konkrete Problemstellung behandelt. Studienarbeit – eine kleinere wissenschaftliche Arbeit, oft in technischen oder naturwissenschaftlichen Fächern. Fallstudie – eine detaillierte Analyse eines bestimmten Falles oder Phänomens, oft in Sozial- oder Wirtschaftswissenschaften. Laborbericht – eine schriftliche Zusammenfassung und Analyse der Ergebnisse eines Laborexperiments, typisch für Natur- und Ingenieurwissenschaften.

Dies ist lediglich ein Teil der Vielzahl wissenschaftlicher Arbeiten, die je nach Fachrichtung, Studienniveau und akademischen Anforderungen variieren. Jede dieser Arbeiten hat ihre eigenen Anforderungen und Besonderheiten, die von der Thematik bis zur Tiefe der Forschung reichen. Es gibt viele weitere Formen wissenschaftlicher Arbeiten, die sich an spezifische Bedürfnisse und Forschungsschwerpunkte anpassen.

Literaturarbeiten und empirische Arbeiten Die Methodik richtet sich grundsätzlich nach der jeweiligen Fächerkultur und den in ihr gebräuchlichen Methoden. In Wissenschaften, die zwischen theoretischen und empirischen Arbeitsweisen unterscheiden, unterscheidet man theoretische Arbeiten, die Thesen auf Basis vorhandener Literatur entwickeln oder überprüfen (auch: Literaturstudie oder Literaturarbeit), von empirischen Arbeiten, bei denen Forschung unmittelbar am Untersuchungsgegenstand betrieben wird, die dann im Rahmen der Arbeit dokumentiert wird. In hermeneutisch ausgerichteten Fächern kann, je nach Fach und Erkenntnisziel, zwischen untersuchungs- und gutachtenbezogener Stilistik sowie berichtender oder auslegender (analytischer) Zielrichtung unterschieden werden, wobei es auch entsprechende Kombinationen gibt. So können z. B. Quellenlage und Forschungsstand berichtet werden, bevor die Quellen analysiert werden, oder es kann z. B. zunächst eine Analyse vorgenommen werden, die sodann im Lichte des Forschungsstandes diskutiert wird.

Aufbau von wissenschaftlichen Arbeiten Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit variiert je nach Anforderungen des Betreuers oder des Instituts, häufig werden dazu spezielle Leitfäden bereitgestellt. Dennoch gibt es eine allgemeine Struktur, die bei den meisten wissenschaftlichen Arbeiten eingehalten wird, insbesondere bei Studienabschlussarbeiten und weiterqualifizierenden Arbeiten. Die grundlegenden Bestandteile sind wie folgt:

Titelblatt: Enthält wesentliche Informationen wie Titel der Arbeit, Name des Autors, Betreuer, sowie institutionelle Angaben. Vorwort (optional): Persönliche Anmerkungen des Autors, oft inklusive Danksagungen. Inhaltsverzeichnis: Übersicht über die Struktur der Arbeit mit Seitenangaben. Abkürzungsverzeichnis (optional): Auflistung und Erklärung der verwendeten Abkürzungen. Verzeichnisse für Abbildungen und Tabellen (optional): Auflistung aller grafischen Elemente mit Seitenverweisen. Einleitung: Einführung in das Thema, Darstellung der Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit. Theoretischer Rahmen / Begriffsabgrenzungen: Erläuterung der theoretischen Grundlagen und Definition zentraler Begriffe. Methodik (bei empirischen Arbeiten): Beschreibung der Forschungsmethoden und Analyseverfahren. Hauptteil: Detaillierte Erörterung und Analyse des Forschungsthemas. Zusammenfassung / Fazit / Ausblick: Abschluss der Arbeit mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, Schlussfolgerungen und einem Ausblick auf weiterführende Fragen. Anhang (optional): Ergänzende Materialien wie Daten, Diagramme, Fragebögen. Literaturverzeichnis: Vollständige Auflistung aller genutzten Quellen gemäß den Zitierrichtlinien. Ehrenwörtliche Erklärung: Versicherung der eigenständigen Erstellung der Arbeit ohne unerlaubte Hilfe.

Diese Struktur dient als Grundlage, kann aber je nach spezifischen Anforderungen der jeweiligen akademischen Einrichtung variieren.

Wissenschaftliches Arbeiten Wissenschaftliches Arbeiten beschreibt ein methodisch-systematisches Vorgehen, bei dem die Ergebnisse der Arbeit für jeden objektiv nachvollziehbar oder wiederholbar sind. Das bedeutet, Quellen werden offengelegt (zitiert) und Experimente so beschrieben, dass sie reproduziert werden können. Wer eine wissenschaftliche Arbeit liest, kann stets erkennen, auf Grundlage welcher Fakten und Beweise der Autor zu seinen Schlussfolgerungen gelangt ist, auf welche Forschungsergebnisse anderer Wissenschaftler er sich beruft (Zitation) und welche (neuen) Aspekte von ihm sind.

In den Geistes- und Naturwissenschaften beruht der Anspruch an wissenschaftliches Arbeiten auf dem Grundsatz, dass es zu einem Thema nie nur eine Informationsquelle gibt, sondern immer mehrere. Die folgenden Vorgehensweisen sind dabei vor allem für Geisteswissenschaften charakteristisch.M. R. Theisen: Wissenschaftliches Arbeiten. 15. Auflage. München 2011, ISBN 978-3-8006-3830-7.

In einem ersten Schritt legt der Wissenschaftler zu den wichtigsten Aspekten seines Themas eine schlüssige Grobgliederung an und sichtet auf ihrer Grundlage geeignete Quellen (Primär- und Sekundärliteratur).H. Corsten, J. Deppe: Technik des wissenschaftlichen Arbeitens. 3. Auflage. München 2008, S. 2 ff. Er durchforstet Datenbanken, geht in Archive bzw. in Bibliotheken und sucht sich wissenschaftliche Arbeiten zu seinem Thema oder zu Aspekten seines Themas. Er stellt eine Bibliographie zusammen und schreibt Exzerpte. Im Literaturverzeichnis der Arbeit braucht er später aber nur die Werke zu erwähnen, die auch zitiert wurden. Die Grobgliederung und Literaturrecherche ergänzen und entwickeln sich dabei gegenseitig, sodass die Literaturrecherche neue Gliederungspunkte hervorbringen kann, was wieder neue Literaturrecherchen auslösen kann usw.