Die Ritter der Kokosnuß () ist eine Komödie der britischen Comedy-Gruppe Monty Python aus dem Jahr 1975. Der Film behandelt in satirischer Weise die Sage von König Artus und der Suche nach dem heiligen Gral. Eingearbeitet sind andere Themen, wie das französisch-britische Verhältnis oder das Auseinanderdriften von Medienwirklichkeit und Realität.

Handlung England im Jahre 932. König Artus zieht mit seinem Diener Patsy durch Britannien, um die feinsten und vornehmsten Ritter des Landes für die Tafelrunde zu finden. Auf seinem Weg, den er zwar reitend, aber ohne Pferd zurücklegt, begegnet ihm als erster Bedevere, den er wegen seiner „Klugheit“ (er weiß, wie man „Hexen“ erkennen kann) als Ritter der Tafelrunde aufnimmt. Darauf folgen noch Sir Lancelot, Sir Galahad, Sir Robin (nicht ganz so tapfer wie Sir Lancelot) und der „Herr, der in diesem Film nicht erscheint“.

Eines Tages erhalten sie von Gott den Auftrag, den Heiligen Gral zu suchen, um ein Zeichen in diesen finsteren Zeiten zu setzen. Beseelt von ihrem göttlichen Auftrag begeben sie sich auf die Suche und kommen an die Festung eines Franzosen, der aus seiner Meinung über Engländer kein Geheimnis macht. So ziehen sie unverrichteter Dinge weiter und beschließen, sich zunächst zu trennen und einzeln den Gral zu suchen.

Sir Robin, nun allein unterwegs, trifft auf einen dreiköpfigen Riesen, der ihn töten möchte, aber ehe dieser sich besinnt, ist Sir Robin heimlich geflohen. Sir Galahad glaubt, den Heiligen Gral im Schloss „Dosenschreck“ entdeckt zu haben, welches nur von Frauen bewohnt wird. Diese versuchen, ihn zu verführen, worauf der willige Galahad vom plötzlich eintreffenden Lancelot aus „großer Gefahr“ gerettet wird. Artus reitet zusammen mit Sir Bedevere (immer noch ohne Pferd), und sie erhalten einen entscheidenden Fingerzeig der Vorsehung, als sie von einem alten Mann erfahren, wo sich der Heilige Gral befinden könnte. Auf dem Weg zu einer geheimnisvollen Höhle begegnen sie den „Rittern von Ni“, die für die Passage durch den Wald ein Gebüsch fordern. Doch obwohl Artus ihren Wunsch erfüllt, stellen sie weitere Forderungen, auf die Artus und Bedevere allerdings nicht noch einmal eingehen, sondern die Ritter verwirren, wodurch sie unbeobachtet weiter ziehen können.

Lancelot erhält einen Hilferuf, den er für ein Zeichen hält, das ihn zum Heiligen Gral führen soll. Er stürmt im Alleingang das „Schloss im Sumpf“ und verhindert – unter Anrichtung einiger unvermeidlicher Kollateralschäden – die arrangierte Hochzeit eines Prinzen, der ohnehin lieber Sänger werden möchte. Als Ritter der Tafelrunde genießt er dort alle Ehren, muss aber trotzdem das Schloss eiligst wieder verlassen.

Nachdem alle Ritter einzeln ihr Glück versucht hatten, den Heiligen Gral zu finden, treffen sie nach und nach alle wieder zusammen und verirren sich in die eisigen Weiten von „Nadal“. Erst nach einem Jahr setzen sie ihre Suche fort und kommen überraschend der Spur des Grals näher, als sie den schottischen Zauberer Tim um Rat fragen. Dieser führt sie zur Höhle von Caerbannog, in der eine Inschrift von Josef von Arimathäa eingraviert sein soll, die den Weg zum Heiligen Gral weisen würde. Die Höhle wird jedoch von einem blutrünstigen Killer-Kaninchen bewacht und im Kampf gegen das kleine Monster sterben Sir Gawain, Sir Ector und Sir Bors, woraufhin sich die Ritter zur Beratung zurückziehen. Da sie keinen Bogen dabei haben, um den Feind aus der Distanz zu töten, rufen sie den Mönch Bruder Maynard herbei, der die „Heilige Handgranate von Antiochia“ im Gepäck hat. Mit dieser vernichtet König Artus das Kaninchen und kann anschließend mit den Rittern und Bruder Maynard die Höhle betreten.

Dort finden sie die Inschrift von Josef von Arimathäa mit dem Hinweis, dass der Gral in einem Schloss verwahrt wird. Doch plötzlich taucht die „schwarze Bestie von Aaa“ auf, eine Trickfilmfigur, welche Bruder Maynard frisst und die Ritter in die Flucht schlägt. (Bevor die Bestie weiteren Schaden anrichten kann, stirbt der Trickfilmzeichner des Films durch einen Herzinfarkt, weshalb die Szene mit der Bestie abrupt endet.)

Auf ihrer Flucht kommen die Ritter zur „Brücke des Todes“, wo der Brückenwächter für die Überquerung die richtige Beantwortung dreier Fragen fordert. Zunächst gelingt es Sir Lancelot, die recht einfachen Fragen zu beantworten, und er darf passieren; Sir Robin und Sir Galahad jedoch scheitern und werden in die „Schlucht der ewigen Gefahr“ gerissen. Artus wiederum stellt dem Brückenwächter eine Gegenfrage; als dieser sie nicht beantworten kann, wird er seinerseits in die Schlucht gerissen, sodass Artus und Bedevere gefahrlos die Brücke passieren können.

Am Ende der Brücke angekommen, können sie Sir Lancelot im Nebel nicht wiederfinden, dafür entdecken König Artus und Sir Bedevere eine führerlose Fähre (ein altes Wikingerschiff), die sie bis zu dem Schloss bringt, in dem der Gral aufbewahrt sein soll. Dieses ist jedoch von den bereits bekannten Franzosen besetzt, die sich weigern, den Gral herauszugeben, und die Engländer wüst beschimpfen. Daraufhin ruft Artus ein großes Heer herbei, welches aus dem Nichts erscheint. Der Sturmangriff auf die Burg wird jedoch gestoppt, als die Polizei mit Autos auftaucht und die anwesenden Ritter der Tafelrunde verhaftet (Sir Lancelot wurde bereits von der Polizei verhaftet, nachdem er die Brücke des Todes überquert hatte).

Zum Inhalt Auflistung der Figuren Hauptfiguren König Artus von Camelot (Graham Chapman): König der Briten; die Herrin des Sees hatte ihm aus den Tiefen des Wassers das Zepter emporgereicht und ihn so zum von der göttlichen Vorsehung auserwählten König gemacht. Sir Bedevere (Terry Jones): genannt „der Weise“, wird von Artus zum Ritter der Tafelrunde ernannt, als er die Dorfbewohner beim Hexenprozess berät. Sir Lancelot (John Cleese): genannt „der Tapfere“, rettet gerne Prinzessinnen, in diesem Abenteuer jedoch einen Prinzen vor seiner Hochzeit. Sir Robin (Eric Idle): genannt „der nicht ganz so tapfere wie Sir Lancelot, der beinahe gegen den Drachen von Angnor gekämpft hätte“, wird stets von einem Sänger begleitet. Sir Galahad (Michael Palin): genannt „der Reine“.

Nebenfiguren Sir Bors (Terry Gilliam): wird als Erster vom bösartigen Kaninchen getötet. Sir Gawain: fällt ebenso im Kampf mit dem Kaninchen. Sir Ector: auch er fällt dem Kaninchen zum Opfer. Patsy (Terry Gilliam): Der Knappe von König Artus, schlägt für Artus die Kokosnusshälften, trägt sein Gepäck und begleitet ihn auf all seinen Reisen. der Schwarze Ritter (John Cleese): tritt für niemanden zur Seite und greift alle an, die über seine Brücke im Wald wollen, hält sich für unbesiegbar, verliert jedoch im Kampf mit Artus beide Arme und Beine. Franzosen (Terry Gilliam, Michael Palin) Dennis (Michael Palin): ein Landarbeiter. Gott (Stimme: Graham Chapman): gibt Artus und seinen Rittern die Aufgabe, den Heiligen Gral zu suchen; mag es nicht, wenn man vor ihm niederkniet. Zoot (Carol Cleveland) und ihre Frauen: Hüterinnen von Schloss Dosenschreck (engl. Castle Anthrax), haben gerne Männerbesuch. Die Ritter vom „Ni“ (Michael Palin): nach eigenen Aussagen die „Hüter der Heiligen Worte“, sagen sehr oft „Ni“ und fordern von allen Reisenden ein Opfer. Der Hüter der Brücke des Todes (Terry Gilliam): erscheint schon als alter Mann in „Szene 24“, wo er den Rittern von der Brücke des Todes erzählt; stellt vor der Brücke drei Fragen an die Passanten, die diese richtig beantworten müssen, um zu passieren. Tim, der Zauberer (John Cleese): hilft den Artusrittern bei der Suche nach dem Heiligen Gral. Bruder Maynard (Eric Idle): Mönch, der den Rittern die Heilige Handgranate von Antiochia bringt. Ein berühmter Historiker (John Young): wird in der „Gegenwart“ beim Dreh eines Dokumentarfilms über Artus und die Ritter der Tafelrunde ermordet. Seine Frau (Rita Davies): identifiziert am Ende Artus als Mörder ihres Mannes. Polizisten: untersuchen den Mord am berühmten Historiker.

Hierarchie der Figuren Hauptfigur ist König Artus. Der erste Ritter, den er in sein Gefolge aufnimmt, ist Sir Bedevere, der dem König am nächsten steht. Die Ritter teilen sich bei der Suche nach dem Heiligen Gral auf und erleben einzeln ihre Abenteuer. In diesen Szenen fungieren die einzelnen Ritter als Hauptfiguren. Erzählt werden die Abenteuer von Sir Robin, Sir Lancelot, Sir Galahad sowie Artus und Bedevere. Auf der Suche nach dem Heiligen Gral begegnen ihnen sehr viele unterschiedliche Figuren, die jedoch alle als Nebenfiguren charakterisiert werden können.

Zeit Die Geschichte spielt 932 in England. Ort und Zeit sind ganz zu Beginn eingeblendet. Die Handlung wird mehrmals kurz durch Einschübe einer „Gegenwart“ (20. Jahrhundert: erkennbar durch die Kleidung der Personen, das Filmequipment und das Auto der Polizisten) unterbrochen. In dieser „Gegenwart“ wird „ein berühmter Historiker“ bei den Dreharbeiten von einem Ritter mit dem Schwert erschlagen, während er über König Artus und die Gralsritter spricht. Am Schluss des Films greifen die Polizisten der „Gegenwart“ ins Geschehen von 932 ein und verhaften König Artus und Bedevere, weil die Frau des Historikers Artus als Mörder ihres Mannes identifiziert. Der Film schließt also nicht mit der Beendigung der Handlung, sondern bricht einfach mit dem letzten Sketch unter Auflösung der filmischen Fiktion ab; Kameramann und Polizei etc. treten in die mittelalterliche Szene. Der Film behandelt etwa die Zeitspanne eines Jahres, was allerdings nur daran erkennbar ist, dass, bei der Reise der Ritter zu Zauberer Tim, in einer Trickanimation der Wechsel der vier Jahreszeiten dargestellt wird und eine Stimme aus dem Off das Vergehen eines Jahres ankündigt.

Erzählstruktur Es werden verschiedene Ebenen des Erzählens angewendet. Es ist eine „auktoriale Erzählerstimme“ vorhanden, die das Geschehen kommentiert. Dazu gibt es verschiedene Einschübe, welche darauf hinweisen, dass es sich hier um einen „Film“ handelt: Szenenklappen, das „Book of the Film“ oder animierte Comicszenen. Einige der Comicszenen zeigen bewegte Initiale, also große, verzierte Anfangsbuchstaben, wie sie in Handschriften des Mittelalters zu finden sind. Andere geben auf humoristische Weise Auskunft darüber, wie der Film angeblich entstanden ist. Ein Beispiel ist die Szene mit dem Initialen-Zeichner, der versucht, ein schönes Titelbild für das Abenteuer von Sir Lancelot zu malen und durch ein Erdbeben gestört wird.

Haupthandlung Artus, König von Britannien, macht sich in dieser parodistischen Verfilmung des Artusstoffes im Jahre 932 auf die Suche nach tapferen Rittern für seine Tafelrunde. Als er seine Ritter zusammen hat, gibt Gott ihnen den Auftrag, den Heiligen Gral zu finden. Auf dieser Suche sind allerlei Abenteuer zu bestehen, wobei die Ritter nach und nach verlorengehen, bis nur noch Artus und der weise Sir Bedevere übrigbleiben. Diese werden beim alles entscheidenden Angriff auf die Franzosen, welche den Gral vermeintlich versteckt halten, von der Polizei verhaftet, die in Artus den Mörder eines berühmten Historikers sieht.

Handlungsstruktur Die Ritter der Kokosnuß besteht im Vergleich zu dem späteren „Das Leben des Brian“ (1979) weitgehend aus einzelnen, unabhängigen Sketchen, die lose über die Haupthandlung verknüpft sind. Ebenso spielen die aus Flying Circus bekannten Zeichentrickeinlagen hier noch eine große Rolle. Charakteristisch ist das Motiv der Suche und des Abenteuers. Diese Abenteuer, welche die Ritter auf ihrer (erfolglosen) Suche bestehen müssen, sind als Nebenhandlung zu charakterisieren, bieten dabei aber meist den Raum für die parodistischen oder humoristischen Elemente, welche im Film von zentraler Bedeutung, aber oft nicht konstitutiv für die Handlung sind.

Parodistische Elemente mini|Der Helm des Schwarzen Ritters Bauern mit revolutionärem Gedankengut, die sinnlos im Dreck wühlen.