Uganda, amtlich Republik Uganda (Swahili und Deutsch: []; Englisch: []), ist ein seit 1962 unabhängiger Binnenstaat in Ostafrika. Hauptstadt und größte Stadt Ugandas ist Kampala. Mit einem nominellen Bruttosozialprodukt von 908 US$ pro Kopf/Jahr ist Uganda eines der ärmsten Länder der Welt.

Uganda grenzt im Norden an den Südsudan, im Osten an Kenia, im Süden an Tansania, im Südwesten an Ruanda und im Westen an die Demokratische Republik Kongo. Die Grenzen zu Kenia und Tansania verlaufen zum Teil durch den Victoriasee.

Formal präsidentielle Republik, herrscht in Uganda ein autoritäres Regime, nach der Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich zunächst als Einparteiensystem. 2005 wurde ein Mehrparteiensystem eingeführt; der Demokratisierungsprozess stockt seitdem. Amtssprachen sind Englisch und Swahili, im autonomen Königreich Buganda auch Luganda; weitere 40 Sprachen werden im Alltag verwendet.

Uganda ist Mitglied in der Afrikanischen Union, dem Commonwealth of Nations, der Organisation der Islamischen Konferenz und Ostafrikanischen Gemeinschaft.

Es gab zwei Einwanderungswellen von Westafrika nach Uganda zwischen 1000 v. Chr. und 1000 n. Chr. Die in der zweiten Welle eingewanderten Menschen waren wahrscheinlich die Vorfahren der Bantu-sprechenden Bevölkerung.

Von 1966 bis 1986 unter den Regierungen von Milton Obote und Idi Amin war das Land geprägt von einem autoritären Regierungsstil, Gewalttätigkeiten, schweren Menschenrechtsverletzungen, bürgerkriegsartigen Zuständen und einem wirtschaftlichen Niedergang. Idi Amin verwies alle Bewohner asiatischer Abstammung des Landes. Seit 1986 regiert Yoweri Museveni das Land, auch unter seiner Regierung kam es zu Menschenrechtsverletzungen und mehreren Militärinterventionen in den Nachbarländern. Dennoch setzte eine gewisse Beruhigung und wirtschaftliche Erholung ein.

Landesname Der Choronym „Uganda“ bezieht sich auf das Königreich Buganda, das den südöstlichen Teil des Landes umfasst. Buganda ist hauptsächlich von Bantu bewohnt, deren Bantusprachen einem Grundwort (hier Ganda) ein Nominalklassenpräfix voranstellen, das den Typ des gemeinten Wortes bezeichnet. So ist Buganda das Land der Baganda, die die Sprache Luganda sprechen. Da Europäer erstmals an der Küste Tansanias auf die Völker Ugandas trafen, wurde der Name Uganda geprägt, der der Sprache Swahili entstammt, die statt des Präfixes Bu- für ein Land das Präfix U- verwendet.

Geographie mini|Fischer am Kazinga-Kanal, der den Eduardsee mit dem Georgsee verbindet

Uganda ist von Seen, dem Weißen Nil (hier Viktoria-Nil und Albert-Nil) und Savannen geprägt. In Nationalparks im Südwesten kommt tropischer Regenwald vor. Durch den Süden des Landes verläuft der Äquator. Der tiefste Punkt Ugandas ist der Unterlauf des Albert-Nils auf etwa 610 Meter über dem Meeresspiegel (Albertsee 621 m über dem Meeresspiegel). Der Margherita Peak (auch: Mount Stanley) im Ruwenzori-Gebirge als höchster Punkt ist 5110 Meter hoch. Beide Extrempunkte liegen nahe beieinander. Die Gesamtfläche des Landes umfasst 241.038 Quadratkilometer, davon entfallen 199.710 Quadratkilometer auf die Landfläche und 36.330 Quadratkilometer auf Wasserflächen. Der Nordosten Ugandas ist semiarid.

Wichtige Rohstoffe des Landes sind Kupfer, Kobalt, Kalkstein, Nickel und Steinsalz. Wasserkraft und landwirtschaftlich gut zu nutzender Boden stellen weitere Ressourcen dar. Im Jahre 2009 wurden in Uganda große Öl- und Erdgasvorkommen entdeckt. Die gesicherten Reserven belaufen sich auf mindestens 700 Mio. Barrel Öl.

Klima mini|Lobelien-Art aus dem Bergregenwald des Ruwenzori-Gebirges

Auf das tropische Klima im Süden und in der Mitte des Landes wirkt sich aus, dass Uganda größtenteils auf einem Plateau um 1000 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Das Klima ist tropisch-warm, jedoch durch die Höhenlage deutlich abgekühlt. Deshalb ist es weder übermäßig heiß noch besonders kalt. Die Temperaturen schwanken zwischen 25 und 30 °C tagsüber, nachts ist es meist um 17 °C. Die Extremwerte liegen zwischen 10 und 35 °C. Die Niederschläge (1000–1500 mm) waren früher auf das ganze Jahr verteilt, es gab nur zwei trockenere Perioden (Dezember bis Februar und Juni bis August). Mittlerweile gibt es in Uganda besonders im Norden jedoch Regionen, in denen es jahrelang nicht regnet, während der Rest des ehemals tropisch feuchten Landes zunehmend in Monsunabhängigkeit gerät und nur noch über eine Regenzeit verfügt.

Flora Uganda hat eine artenreiche Pflanzenwelt. Die Savanne Ostafrikas geht in den Regenwald Zentralafrikas über, was sich positiv auf die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere auswirkt.

Fauna mini|„Baumlöwen“ bei Ishasha im Süden des Queen-Elizabeth-Nationalparks

Die ursprüngliche Fauna ist in den Nationalparks noch am ehesten erhalten, dort jedoch auch durch die Bürgerkriegsentwicklungen beeinträchtigt. In den beiden bedeutendsten Naturschutzgebieten, dem Murchison Falls National Park und dem Queen Elizabeth National Park, können Safaris mit Pirschfahrten zur Wildbeobachtung durchgeführt werden. Nahezu nur in Uganda heimisch ist der Uganda-Kob (Kobus thomasi), eine Antilopenart aus der Gattung der Wasserböcke. Das Wappentier, der Kronenkranich, ist besonders rund um den Viktoriasee noch häufig zu sehen.

Umwelt Neun Nationalparks und sechs Wildreservate zeugen von der Naturschönheit des Landes und dem Willen, diese zu schützen. Sie sind über das Land verteilt und liegen meist in der Nähe der Grenzen und weniger im Zentrum des Landes. Dadurch werden unterschiedliche Landschaften und Lebensgemeinschaften geschützt. Einige der Parks sollen hier kurz hervorgehoben werden.

Der Queen-Elizabeth-Nationalpark ist durch seine Lage am Fuße des Ruwenzori-Gebirges und am Edwardsee und Georgsee geprägt. Flusspferde und Pelikane fallen ins Auge, daneben weist das Vorkommen Afrikanischer Büffel, von Elefanten, Löwen, diverser Antilopen und über 600 Vogelarten auf die ökologische Vielfalt des Gebietes hin.

Der Ruwenzori-Nationalpark soll die Berg- und Gletscherregionen des Ruwenzori-Gebirges, eine der Quellen des Nils, mit seiner einzigartigen Flora schützen.

Die größte geschützte Fläche des Landes erstreckt sich über den Murchison Falls National Park. Ein spektakulärer Wasserfall des Nils war für diesen Park namensgebend, an dem Nilkrokodile und Flusspferde leben. Eine Besonderheit dieses Schutzgebietes stellt die seltene Uganda-Giraffe (auch: Rothschild-Giraffe) dar.

Der Kibale-Nationalpark ist bekannt für seine habituierten Schimpansen. Seine Regenwälder beherbergen u. a. insgesamt 13 Arten von Primaten (u. a. Roter Stummelaffe (Roter Colobus) und Östliche Vollbartmeerkatze) sowie einen größeren Bestand von Waldelefanten. Er umfasst 766 km² und liegt etwa 40 km südlich von Fort Portal.

Der Bwindi-Nationalpark ist Heimat einer von insgesamt zwei noch existierenden Populationen von Berggorillas weltweit. Ein Zeichen für die zunehmende touristische Bedeutung der Gorillas im Bwindi-Regenwald sowie im Mgahinga-Gorilla-Nationalpark ist der Umstand, dass die vom Aussterben bedrohten Tiere 2007 sowie 2010 die Rückseite der jeweils höchsten Banknote des Landes zierten. In: bou.or.ug In: iupui.edu

Schädlich für Natur und Umwelt wirken sich die Entwässerung von Feuchtgebieten, Abholzung, Überweidung und andere negative Nutzungen aus. Im Viktoriasee wuchern gebietsfremde Wasserhyazinthen. Die Einsetzung des Nilbarsches im Viktoriasee, um die Fischereierträge zu steigern, führte zur Ausrottung zahlreicher endemischer Fischarten, insbesondere der Buntbarsche, andere Arten sind bedroht. Dies ist eine ökologische Katastrophe und ein Beispiel für falsche „Entwicklungshilfe“, deren Schaden den Nutzen überwiegt.

Uganda hat das Kyoto-Klimaschutzprotokoll und zahlreiche andere Umwelt- und Naturschutzabkommen unterzeichnet.

Humangeografie – Distrikte und Städte Uganda besteht aus den 4 Regionen Central, Eastern, Western und Northern. Darunter ist das Land in 135 Distrikte und die Hauptstadt Kampala gegliedert.

Im Jahr 2023 lebten 27 Prozent der Einwohner Ugandas in Städten. Viele Städte in Uganda wachsen rasant an. Die sieben größten Städte mit über 200.000 Einwohnern sind (Stand Projektion 2020): Kampala: 1.680.000 Einwohner Nansana: 533.000 Einwohner Kira Town: 463.000 Einwohner Makindye Ssabagabo: 413.000 Einwohner Kyengera: 285.000 Einwohner Mbarara: 221.000 Einwohner Kasangati: 208.000 Einwohner

Bevölkerung

Demografie

Uganda hat laut Zensus 2024 45,9 Millionen Einwohner. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 2,8 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 36,2 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 5,6 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 4,5, die der Region Sub-Sahara-Afrika betrug 4,5. Die Lebenserwartung der Einwohner Ugandas ab der Geburt lag 2022 bei 63,6 Jahren. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 15,9 Jahren. Im Jahr 2023 waren 43,9 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 2,2 Prozent der Bevölkerung betrug.

Bevölkerungsstruktur In Uganda leben nach der Volkszählung 2014 über 60 Völker zusammen, die jeweils eigene Sprachen, Kulturen und Bräuche, teilweise auch noch eigene Religionen haben. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung, insgesamt 60 % sind Bantu, die hauptsächlich in den Gebieten südlich und westlich des Kiogasees leben. Das größte Bantuvolk sind die namensgebenden Baganda, welche als Titularnation 16,3 % der Bevölkerung stellen, gefolgt von den Banyankore (auch Ankole genannt) mit 9,4 % und den Basoga mit 8,7 %. Weitere bedeutende Bantuvölker mit mehr als 1 Million Volkszugehörigen sind die Bakiga (Bahiga) mit 7,0 % und die Bagisu mit 4,8 %.

Im mittleren Norden leben Niloten, vor allem Langi mit 6,2 % und Acholi mit 4,3 % Bevölkerungsanteil, daneben auch Alur und Jopodhola; insgesamt stellen die nilotischen Völker 15 % der Bevölkerung. Ebenso groß ist der Anteil der Hamitoniloten, vor allem der Iteso mit 6,9 % und der Karamojong. Zusammen stellen Niloten und Hamitoniloten 24 % der Bevölkerung.

Im Norden leben Gruppen, die Zentral- und Ostsudanische Sprachen sprechen, sie machen insgesamt 7 % der Bevölkerung Ugandas aus. Die größte darunter sind die Lugbara mit einem Anteil von 3,2 % an der Gesamtbevölkerung.

Eine sehr kleine Minderheit sind die Ik mit 0,02 % der Gesamtbevölkerung. Der Anteil der Nicht-Afrikaner ist mit insgesamt 0,98 % gering – Asiaten mit 0,820 %, Europäer mit 0,095 % und Araber mit 0,066 %.

Nach den Ergebnissen der Volkszählung 2014 leben 504.200 Nicht-Ugander im Land. 135.505 Personen sind Bürger der Demokratischen Republik Kongo. Daneben gibt es 118.836 Sudanesen (wohl meist Südsudanesen), 91.231 Ruander, 45.541 Tansanier, 34.120 Kenianer, 21.798 Burundier und 13.804 Somalier. Unter den Ausländern waren zudem 13.794 Asiaten, überwiegend indischer Herkunft, 2.473 Europäer (darunter 989 Briten) und 1.634 US-Amerikaner. Insgesamt 18.128 Ausländer waren unbekannter Nationalität.

Sprachen mini|Sprachgruppen in Uganda

Englisch und Swahili (seit der Verfassungsänderung vom September 2005) sind die beiden offiziellen Amtssprachen. Swahili ist faktisch die Kommandosprache von Polizei und Militär und wird darüber hinaus in der zivilen Verwaltung kaum genutzt.Uganda Constitution (Amendment) Act 2005 (Act No. 11 of 2005): „3. Replacement of article 6 of the Constitution. For article 6 of the Constitution, there is substituted the following: 6. Official language. (1) The official language of Uganda is English. (2) Swahili shall be the second official language in Uganda to be used in such circumstances as Parliament may by law prescribe.“