In dieser Aufstellung werden Bewohner der fiktiven Stadt Entenhausen in Disney-Comics wie den Micky-Maus-Heften, Lustigen Taschenbüchern (LTB), Serien und Filmen sowie Figuren, die mit diesen Bewohnern eng in Verbindung stehen, beschrieben.
Die Einwohner der Stadt sind allesamt anthropomorphe Tiere unterschiedlichster Spezies; die „normalen“ Bürger sind überwiegend (aber nicht nur) Hunde und Schweine, seltener Enten und Mäuse, um sie von den Hauptpersonen abzugrenzen. Vorherrschend sind zwei Gruppen, einerseits der ducksche Clan um Donald Duck, genannt Duck-Kosmos, andererseits der Clan um Micky Maus, genannt Maus-Kosmos. Dass diese gemeinsam in Entenhausen leben, ist nur in deutschsprachigen, niederländischen, skandinavischen und brasilianischen Comics der Fall – ursprünglich leben die Ducks in den amerikanischen Comics in Duckburg, während Micky Maus und seine engen Freunde und Verwandten in Mouseton leben. In Deutschland wurden diese beiden Städte sozusagen zusammengelegt. Im Laufe der Jahrzehnte wurden diverse neue Figuren dazuerfunden, in den 1930er Jahren z. B. der Hund Bolivar, der heute in Geschichten selten vorkommt, oder Figuren wie Indiana Goof, die in den 1980er bis 1990er Jahren geschaffen wurden. Auch unter den Tieren wird wiederum zwischen menschlichen und tierischen Wesen unterschieden; das heißt, es gibt weiterhin auch sich nicht wie Menschen verhaltende Tiere in Entenhausen – ein Beispiel ist Pluto, der sich im Gegensatz zu den anderen Figuren wie ein ganz „normaler“ Hund verhält.
Die meisten Figuren der Ducks stammen aus der Hand von Carl Barks, Al Taliaferro, Floyd Gottfredson und Romano Scarpa.
Figuren im Duck-Kosmos
Donald Duck
mini|Donald Duck (Plastikfigur vor dem Ehapa-Verlag)
Donald Fauntleroy Duck wurde ursprünglich als Gegenstück zum cleveren Micky Maus erfunden und hatte seinen ersten Auftritt im Kurzfilm Die kluge kleine Henne (The Wise Little Hen) von 1934, damals mit seinem ersten Begleiter Peter Pig. Donalds zweiter Vorname, Fauntleroy, ist eine Anspielung auf seinen Matrosenanzug, der in den 30er Jahren als Fauntler bezeichnet wurde. Er wird jedoch nur äußerst selten erwähnt. Donald ist ein notorischer Pechvogel, der seine Missgeschicke stets sehr persönlich nimmt und meist cholerisch darauf reagiert. Besonders in neueren Geschichten ist er bei seinem Onkel Dagobert hoch verschuldet und muss für ihn arbeiten oder ihn auf abenteuerliche Reisen, meist Schatzsuchen, begleiten. Charakteristisch ist ebenfalls seine chronische Arbeitslosigkeit. Immer wieder probiert Donald sich in neuen Tätigkeiten aus, die er meistens jedoch schnell verliert. Im Micky Maus Magazin ist er u. a. als Mitarbeiter in der Margarinefabrik tätig, während er im LTB (Lustiges Taschenbuch) als Münzpolierer von Dagobert Duck zu sehen ist. Von Walt Disney selbst wurde festgelegt, dass Donald an einem Freitag den 13. im März geboren wurde. Verschiedene Comicfolgen verzeichnen jedoch, dass Donald am 9. Juni 1934, dem Erscheinungsdatum von Die kluge kleine Henne (The Wise Little Hen), Geburtstag hat.Zum Beispiel „Führerschein Donald Ducks“ als Titelblatt des Lustigen Taschenbuchs 479, erschienen am 29. März 2016. Außerdem gerät Donald immer wieder in Konflikte mit Gustav Gans, der mit ihm um die Gunst von Daisy konkurriert.
Phantomias
Phantomias (ital. Paperinik) ist ein Alter Ego von Donald Duck, ursprünglich geschaffen, um Donald in der Nacht Rache an Personen nehmen zu lassen, die ihn ausnutzen oder ihm übel mitspielen, wie sein Onkel Dagobert Duck oder Gustav Gans. Im deutschsprachigen Raum findet er die erste Erwähnung in der Geschichte Die Verwandlung im LTB Nr. 41. Donald ist stets auf der Hut, sein zweites Ich geheim zu halten. Im genannten LTB verwechselt der Postbote Gustav Gans mit Donald. Letzterer denkt dadurch, er habe die „Villa Rosa“ gewonnen. Bei der Besichtigung des Hauses entdeckt er das Tagebuch des Phantomias, der eine Art Robin Hood darstellt. Er beschließt, in seine Fußstapfen zu treten. Donald gibt sich als bester Freund von Phantomias aus und versorgt ihn so scheinbar mit Informationen. Gleichzeitig ist Donald meist Nutznießer von Phantomias’ „halblegalen“ Aktivitäten. Phantomias’ Versteck befindet sich im geheimen Keller von Donalds Haus, der über einen als Kleiderschrank getarnten Aufzug mit Donalds Schlafzimmer verbunden ist. Außerdem geht er mit Hilfe einiger Erfindungen von Daniel Düsentrieb auf die Jagd nach Verbrechern und beweist als Superheld, dass auch Donald ein Gewinner sein kann, wenn auch nur im Geheimen. Er wird auch als der Maskierte Rächer bezeichnet.
Agent DoppelDuck
Agent DoppelDuck (ital. Doubleduck) ist Donald, der bei einem Geheimdienst – der „Agentur“ – tätig ist. Das erste DoppelDuck-Comic erschien im LTB Nr. 384. Donald Duck ist nicht dauerhaft bei der Agentur angestellt, sondern wird nur bei äußerst heiklen Missionen zu Rate gezogen. Meist muss er mit der Agentin Kay-K zusammenarbeiten, die später die Agentur verlässt. Der oberste Chef der Agentur ist so geheim, dass er selbst kaum seinen Namen kennt. Nur DoppelDuck und der Direktor der Agentur kennen ihn. In einigen Comics wird dargestellt, dass ein Hologramm der positiven Eigenschaften von DoppelDuck der oberste Chef der Agentur ist.
Tick, Trick und Track Duck mini|Tick, Trick und Track mit Robben. Detail eines Wandgemäldes im U-Bahnhof Oriente, Lissabon
Die Drillinge Tick, Trick und Track (engl. Huey, Dewey and Louie) sind die Söhne von Donalds Schwester „Della Duck“ (auch: Dumbella Duck, Thelma Duck). Der Name ihres Vaters ist unbekannt, Don Rosa behauptete aber einmal, es sei der Bruder von Daisy Duck. Sie leben bei ihrem Onkel Donald. Im Kurzfilm Donald’s Nephews von 1938 heißt ihre Mutter Dumbella.
Die drei sind Pfadfinder beim Fähnlein Fieselschweif (engl. Junior Woodchucks) und haben stets Das Schlaue Buch zur Hand. Man kann sie nur anhand ihrer verschiedenfarbigen Mützen unterscheiden. Die Farben sind jedoch keiner speziellen Figur zuzuordnen, da sie je nach Zeichner variieren (Bei den meisten Zeichnern ist Tick der Rote, Trick der Blaue und Track der Grüne). Es handelt sich fast immer um die Farben blau, rot und grün; in älteren Geschichten von Vicar kommt statt grün auch gelb vor. In den Comics von Al Taliaferro können sie anhand eines farbigen Brustrings am Pullover unterschieden werden. Meist verwenden sie auch Handtücher, Taschen, Bettwäsche usw. in ihrer jeweiligen Mützenfarbe. In einigen Comics sind sie brav und folgsam, in anderen vernünftig und intelligent sowie geistig erwachsen und in wieder anderen werden sie als freche, ungezogene Kinder dargestellt. In einer Geschichte weigern sie sich zum Beispiel, dem Wunsch ihres Onkels zu folgen und in die Badewanne zu steigen. Sie reichen sich die Hände und sprechen die berühmten, von der Übersetzerin Erika Fuchs stammenden Worte: „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns waschen und Gefahr“ (dies ist eine Anspielung auf den Rütlischwur, wie er in Schillers Wilhelm Tell formuliert wird).
In der ersten Ausgabe des Micky-Maus-Magazins von 1951 wurden in einem Bild ihre dänischen Namen Rip, Rap und Rup verwendet.
In einigen Geschichten haben die drei einen irrtümlich eingefügten zusätzlichen Bruder, der vom Herausgeber Bob Foster Phooey Duck genannt wurde. Im Deutschen erhielt er den Namen Treck.
Die drei Brüder tauchen erstmals im Zeitungscomic vom 17. Oktober 1937 auf. Ihr erster Filmauftritt war am 15. April 1938 in dem Trickfilm Donald’s Nephews, in dem sie Donalds Haus verwüsten. Danach traten sie in 24 weiteren Kinokurzfilmen auf. Sie erlebten eine filmische Wiederauferstehung in den Fernsehzeichentrickserien DuckTales (1987–1990) und Quack Pack (1996). Auch in der Neuauflage der DuckTales sind sie vertreten; dort haben die Drillinge erstmals eigene Persönlichkeiten: Tick ist neugierig, leicht cholerisch wie sein Onkel und etwas reifer als seine Brüder, Trick ist abenteuerlustig, furchtlos und sportlich, hängt allerdings auch sehr an seiner Mutter und Track etwas geldgierig und faul, allerdings auch sehr emotional.
Dagobert Duck mini|Carl Barks, Erfinder vieler Comicfiguren, insbesondere aus dem Duck-Clan (1994)
Dagobert Duck (engl. Scrooge McDuck, auch $crooge geschrieben) wird in den Disney-Comics als „reichste Ente der Welt“ bezeichnet. Sein englischer Name Scrooge ist abgeleitet von Ebenezer Scrooge, der reichen und geizigen Hauptfigur aus Charles Dickens’ A Christmas Carol. Dagobert Duck gehört halb Entenhausen und er möchte seinen Reichtum ständig vermehren. Ferner gilt er als der geizigste Mann weit und breit.
In italienischen und dänischen Comics gilt Dagobert als der Bruder von Oma Duck (Dorette Duck), in amerikanischen dagegen nicht. Erika Fuchs übersetzte Barks’ Comics aber auch dahingehend, dass Dagobert und Dorette Geschwister sind. Diese Übersetzung wurde auch bei anderen Zeichnern beibehalten, lediglich in den Übersetzungen von Rosas Geschichten wird das amerikanische Verwandtschaftsverhältnis verwendet.
Zudem war er eine der Hauptfiguren der Serie DuckTales. In dem Zeichentrickfilm Uncle Scrooge and Money lieh ihm Bill Thompson seine Stimme, in allen anderen Produktionen Alan Young. Dagoberts deutsche Stimme war zunächst Hermann Ebeling, später Joscha Fischer-Antze.
Don Rosa schrieb zwischen 1991 und 1993 mit Sein Leben, seine Milliarden Dagoberts Lebensgeschichte auf, laut der er 1867 geboren wurde. 1877 verdiente er sein erstes Geld durch einen Schuhputzkasten, den ihm sein Vater gebaut hatte. Jedoch handelte es sich hierbei um eine amerikanische Münze, die Dagobert dazu anspornt, besser aufzupassen und „härter zu sein als die Härtesten und schlauer als die Schlauesten“, bis er es auf ehrliche Art bis ganz nach oben geschafft hat. Die von einem Freund seines Vaters bekommene Münze ist Dagoberts Nummer 1 und wurde von Carl Barks erfunden. Nach Sein Leben, seine Milliarden hasst er den Ausdruck „Glückszehner“, da er sich sein ganzes Vermögen mit eigener Kraft aufgebaut hat.
Daisy Duck Daisy Duck (engl. ebenfalls Daisy Duck) ist die Cousine wie auch Verlobte von Donald Duck und Angebetete von Gustav Gans. Ihr Herz gehört eindeutig Donald, sie flirtet aber ab und zu mit Gustav. Außerdem ist sie Phantomime, die weibliche Form des Phantomias (LTB Nr. 57).
Erst Carl Barks verpasste ihr die heute noch bekannte Darstellung mit Haarschleife, Bluse mit Puffärmeln, Pumps und Armring sowie langen Wimpern. Bei Taliaferro trug sie meist der damaligen Zeit entsprechende Mode mit Hütchen. Daisy Duck ist Mitglied in verschiedenen Damenclubs und -kränzchen von Entenhausen.
Daisy Ducks erster Auftritt war im Kurzfilm Mr. Duck Steps Out, zu Deutsch Ein Tänzchen mit Daisy (1940).
Seit den Neuen Micky-Maus-Geschichten wird sie standardmäßig von Sabine Arnhold gesprochen.
Donna Duck Donna Duck (engl. ebenfalls Donna Duck) gab ihr Debüt in dem Disney-Cartoon Don Donald (1937). Es gibt verschiedene Ansichten dazu, ob Donna Duck identisch mit Daisy Duck ist. Diese Ansicht wird oft vertreten, es gibt jedoch mehrere Comics von Bob Karp, in denen sich die beiden Figuren begegnen.Suchergebnisse zu Begegnungen von Donna und Daisy Duck auf inducks.org (Inducks), abgerufen am 17. Mai 2025.
Dicky, Dacky und Ducky Duck Dicky, Dacky und Ducky (engl. April, May and June) sind die Nichten von Daisy Duck, die gelegentlich bei ihr zu Besuch sind. Außerdem sind sie mehr oder weniger gute Freundinnen von Tick, Trick und Track. Im Gegensatz zu den Jungen sind sie gar nicht zu unterscheiden. Sie gehören dem Schwärmlein Kohlmeisen an und haben in vielen Folgen ein eigenes Zimmer bei ihrer Tante Daisy. In den USA fand der erste Auftritt der Drillinge im Februar 1953 statt, im deutschsprachigen Raum debütierten die Mädchen bereits ein Jahr später in der Micky Maus.
Gustav Gans mini|Gedenkplakette der D.O.N.A.L.D. am ehemaligen Wohnhaus von Erika Fuchs in Schwarzenbach (2006)