mini|In der Diastole füllen sich die Kammern mit Blut aus den Vorhöfen über die AV-Klappen. mini|Video: Nervenimpulse im Herz mit Systole und Diastole

Die Diastole des Herzens (griechisch διαστολή „die Ausdehnung“) ist die Entspannungs- und Füllungsphase, im Gegensatz zur Systole, der Anspannungs- und Austreibungsphase.

Einteilung Mechanisch beginnt die Diastole mit dem Erschlaffen der Kammermuskulatur und gleichzeitigem Schluss der Taschenklappen zu den großen Arterien. Sie endet mit dem Schluss der Segelklappen und Wiedereröffnung der Taschenklappen. Im EKG ist dies die Phase zwischen dem Ende der T-Welle bis zum Beginn der Q-Zacke. Teilweise wird als so genannte elektrische Diastole die Phase zwischen Beginn der T-Welle und Beginn der darauffolgenden P-Welle bezeichnet.C. Fahlke et al.: Taschenatlas Physiologie. 1. Auflage. 2008, ISBN 978-3-437-41917-1, S. 198 In anderer Literatur wird die elektrische Diastole mit der mechanischen gleichgesetzt.v. Olshausen: EKG Information. 8. Auflage. Steinkopf, Darmstadt 2005, ISBN 3-7985-1408-9, S. 2–3. Echokardiographisch ist die diastolische Füllung der Ventrikel durch E- und A-Welle gekennzeichnet.

Die mechanische Diastole wird in vier Phasen unterteilt: Entspannungsphase (isovolumetrische Relaxation): Zeitraum nach der Kontraktion der Herzkammern, in dem sowohl Taschen- als auch Segel-Klappen geschlossen sind EKG: Ende T-Welle bis Mitte TP-Strecke Echo: Ende des systolischen Ausstroms bis Beginn E-Welle Frühe Füllungsphase (aktive Diastole): Die Herzkammern saugen Blut durch Höhertreten der Ventilebene über die geöffneten Segel-Klappen an. EKG: Mitte TP-Strecke bis Anfang P-Welle Echo: E-Welle Diastase, wird teilweise noch zur frühen Füllungsphase gezählt. EKG: P-Welle Echo: Phase zwischen E-Welle und A-Welle Späte Füllungsphase: Kontraktion der Vorhöfe bis zu deren Erschlaffen und Schluss der Segelklappen mit weiterer Füllung der Kammern EKG: P-R-Strecke Echo: A-Welle Störungen der Diastole können als Herzrhythmusstörung, z. B. Vorhofflimmern, auftreten oder als Einschränkung in der Qualität der diastolischen Füllung der Herzkammern. Diese kann zunächst ohne schwere Symptome, aber bei Zunahme der Störung zur Leistungseinschränkung im Alltag durch Atemnot bei körperlicher Belastung bis hin zu Herzschwäche, dem diastolischen Herzversagen, führen.

Siehe auch Blutdruck Hämodynamik Pulsamplitude

Literatur

Einzelnachweise

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