mini|Luftbild von Freiburg von Nordwesten nach Südosten mini|hochkant|Freiburg mit Münster vom Schlossberg gesehen mini|Blick vom Schlossbergturm nach Freiburg, bei Sonnenuntergang

Freiburg im Breisgau (, ; abgekürzt Freiburg i. Br., Freiburg i. B. oder Freiburg i. Breisgau; inoffiziell Schwarzwaldhauptstadt) ist eine Stadt in Baden-Württemberg. Von 1945 bis zur Gründung des Landes Baden-Württemberg am 25. April 1952 war Freiburg im Breisgau die Landeshauptstadt des Landes Baden. Die südlichste Großstadt Deutschlands ist Sitz des Regierungspräsidiums Freiburg sowie des Verbands Region Südlicher Oberrhein und des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald. Sie wird von diesem Landkreis fast völlig umschlossen, dem sie selbst nicht angehört; als kreisfreie Stadt bildet Freiburg einen Stadtkreis.

Mit Stand vom hatte die am Fluss Dreisam gelegene Stadt  Einwohner. Sie nimmt damit auf der Liste der größten Städte in Baden-Württemberg nach Stuttgart, Mannheim und Karlsruhe die vierte Stelle ein. Laut OECD lag die Bevölkerung der Region (metropolitan area) Freiburg (mit den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen) im Jahr 2021 bei 662.669 Einwohnern. Die Stadt liegt in der trinationalen Metropolregion Oberrhein mit circa sechs Millionen Einwohnern.

Die einen Quadratkilometer großeSchwarzwald Süden. DuMont Reiseverlag 2016, 2. A, S. 50. Altstadt mit ihren Wahrzeichen – besonders dem Münster und den Bächle – ist Ziel von jährlich über drei Millionen Besuchern. Mit der 1457 gegründeten Albert-Ludwigs-Universität zählt Freiburg zu den klassischen deutschen Universitätsstädten.

Aufgrund ihrer Klimaschutz- und Umweltschutz-Aktivitäten schmückt und vermarktet sich die Stadt seit 2008 mit dem Titel „Green City“ (grüne Stadt). Sie hat auch bundesweit den Ruf einer grünen, umweltfreundlichen Stadt und pflegt eine lange Tradition grüner Politik. Bei bundesweiten Wahlen erreicht die Partei Bündnis 90/Die Grünen in der Stadt stets eins ihrer besten Ergebnisse (gemeinsam mit Münster in Nordrhein-Westfalen).

Geografie

Lage mini|Der 48. Breitengrad als Mosaikpflaster

Freiburg liegt im Südwesten Baden-Württembergs am südöstlichen Rand des Oberrheingrabens sowie großteils in der Freiburger Bucht und am westlichen Fuße des Schwarzwaldes. Die nächstgelegenen Großstädte sind: Mülhausen (französisch Mulhouse) im Elsass, etwa 46 Kilometer Luftlinie südwestlich, Basel, etwa 51 Kilometer südlich, Straßburg, etwa 66 Kilometer nördlich, Zürich, etwa 85 Kilometer südöstlich, Karlsruhe, etwa 120 Kilometer nördlich sowie Stuttgart, etwa 133 Kilometer nordöstlich von Freiburg. Durch Freiburg fließt die Dreisam.

Die Ausdehnung der Stadt in nordsüdlicher Richtung beträgt 18,6 Kilometer, in ostwestlicher Richtung 20 Kilometer. Von der Gemarkungsgrenze sind es bis zur Grenze nach Frankreich 3 Kilometer und bis zur Grenze der Schweiz 42 Kilometer. Freiburg weist einen Höhenunterschied von über 1000 Metern auf, von Waltershofen bis zum Schauinsland .

Der Straßenname „Auf der Zinnen“ erinnert an die ehemalige Stadtmauer. Etwa 200 Meter nördlich davon verläuft der 48. nördliche Breitengrad. Die Stelle ist auf beiden Seiten der Nord-Süd-Durchgangsstraße, die hier Habsburgerstraße heißt, durch eine Schrift in Pflastersteinen verschiedener Farben hervorgehoben, so dass die geografische Breite erkennbar ist.

Nachbargemeinden Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Freiburg; sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, genannt und liegen alle im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, außer Vörstetten, das zum Landkreis Emmendingen gehört: Vörstetten, Gundelfingen, Glottertal, Stegen, Kirchzarten, Oberried, Münstertal/Schwarzwald, Bollschweil, Horben, Au, Merzhausen, Ebringen, Schallstadt, Bad Krozingen, Breisach am Rhein, Merdingen, Gottenheim, Umkirch und March.

Geologie mini|Topographische Karte Freiburgs

Freiburg liegt an der Grenze zwischen Schwarzwald und Oberrheingraben. Diese langgestreckte Verwerfung verläuft mitten durch das Stadtgebiet. Die östlichen Stadtteile liegen in einem Verbindungstal zum Zartener Becken zwischen den Bergen Roßkopf im Norden und Brombergkopf im Süden. Die südlichen Stadtteile Kappel und Günterstal liegen schon im Schwarzwald. Der Schlossberg, ein Ausläufer der Vorbergzone, ragt wie eine Nase direkt ins Innenstadtgebiet. Das Gestein unterhalb des Greiffeneggschlössles sowie im westlichen Bereich des Augustinerweges wurde zum Bau der hochmittelalterlichen Stadtmauer abgebaut.Eckard Villinger: Freiburg im Breisgau – Geologie und Stadtgeschichte. In: LGRB-Informationen 12/99, Freiburg 1999, , S. 21 (). Es wird ein Abbauvolumen von mindestens 30.000 Kubikmetern angenommen, das zum Bau der insgesamt 2200 Meter langen verschiedenen Abschnitte der Stadtmauer verwendet wurde. Seite 37, Abb. 20 veranschaulicht sehr gut das Schlossbergprofil mit dem Steinbruch an der Schlossbergnase und dem Einschnitt des Halsgrabens hinter der Ludwigshöhe.

Mit dem südöstlich gelegenen 1284 Meter hohen Schauinsland gehört einer der höchsten Berge des Schwarzwaldes zum Freiburger Stadtgebiet. Mit mehr als 1000 Metern ist Freiburg unter den deutschen Großstädten jene mit dem größten Höhenunterschied innerhalb des Stadtgebiets. Die westlichen Stadtteile liegen weitgehend auf einem Schwemmkegel, der während der letzten Eiszeit entstand. Im Süden liegt der Schönberg, der zur Vorbergzone zählt, einem Teil des alten Gebirges, und der beim Einbrechen des Oberrheingrabens nur teilweise abgerutscht ist.

Naturschutz

Im Stadtgebiet von Freiburg bestehen folgende acht Naturschutzgebiete. Damit stehen 813,91 Hektar des Stadtgebiets unter Naturschutz, das sind 5,32 Prozent.

Arlesheimer See: 22,8 ha; Gemarkung Tiengen Freiburger Rieselfeld: 257,0 ha; Gemarkungen Mundenhof, Rieselfeld, Opfingen und Waltershofen Gaisenmoos: 25,5 ha; Gemarkung Tiengen Honigbuck: 7,5 ha; Gemarkung Sankt Georgen Humbrühl-Rohrmatten: 25,8 ha (davon 21 ha im Stadtgebiet Freiburg); Gemarkung Waltershofen Mühlmatten: 39 ha (davon 19,6 ha im Stadtgebiet Freiburg); Gemarkung Hochdorf Schangen-Dierloch: 131,3 ha; Gemarkung Hochdorf Schauinsland: 1053,0 ha (davon 239,7 ha im Stadtgebiet Freiburg); Gemarkungen Günterstal und Kappel

Neben den Naturschutzgebieten existieren Landschaftsschutzgebiete, siehe auch Liste der Landschaftsschutzgebiete in Freiburg im Breisgau. Der kommunale, behördliche Naturschutz konnte in den vergangenen Jahrzehnten teilweise nicht alle Ziele der kommunalen Schutzgebietsverordnungen erfüllen. Seit 1997 hat Freiburg eine Baumschutzsatzung. Dennoch kommt es immer wieder zu Streitfällen bei Fällungen von Bäumen.

Klima Freiburg liegt in einer Zone mit warm- und feucht-gemäßigtem Klima, wobei es große Unterschiede gibt: In der Ebene ist es wärmer und trockener, in den Bergzonen eher kühler und feuchter. Mit einer mittleren Durchschnittstemperatur von 11,4 °C ist Freiburg eine der wärmsten Großstädte Deutschlands. So wurde während der Hitzewelle 2003 am 13. August offiziell 40,2 Grad gemessen. Dies war lange die zweithöchste jemals in Deutschland registrierte Temperatur. Die durchschnittliche Jahresmitteltemperatur hat sich seit der Bezugsperiode 1961–1990 von 9,7 °C auf 11,4 °C erhöht (Bezugsperiode 1981–2010)Deutscher Wetterdienst: dwd.de. und in der Bezugsperiode 1990–2018 auf 11,8 °C.

Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge ist mit 837 mm kaum höher als der langjährige deutsche Durchschnitt von gut 800 mm. Der meiste Niederschlag fällt in den Sommermonaten Mai bis August mit einem Spitzenwert von 107 mm im Juni. Im Februar fällt der geringste Niederschlag mit 50,6 mm.

Freiburg ist Standort des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes. 2018 eröffnete dieser an seinem Standort in der Stefan-Meier-Str. 4 die fünfte von insgesamt zehn in Deutschland geplanten Stadtklimastationen, um Messwerte der dicht bebauten Städte zu bekommen, in denen mehr als 70 Prozent der Bevölkerung lebt und arbeitet. Im Vergleich zu der Messstation am Flugplatz Freiburg können hier die Temperaturen bis zu 10 °C höher sein.

Eine Spezialität des sommerlichen Stadtklimas ist der nach dem östlich gelegenen Höllental genannte „Höllentäler“. Einige Zeit nach Eintritt der Dunkelheit durchlüftet der Bergwind von den Höhen des Schwarzwalds mit großer Regelmäßigkeit Teile der Stadt. Nach Auffassung von Wetterexperten wie Jörg Kachelmann oder Hans von Rudloff ist dieser Wind nicht kühl, wie häufig vermutet und oft gefühlt wird, sondern eher föhnartig warm. Der Fallwind soll deshalb der Stadt die meisten Tropennächte in Deutschland mit Temperaturen durchgehend über 20 °C bescheren.

Stadtgliederung mini|hochkant=1.2|Die Freiburger Stadtbezirke; Stadtteile mit Ortschaftsverfassung in Orange

Freiburg hat 28 Stadtteile, die vorwiegend zu statistischen Zwecken in 42 Stadtbezirke gegliedert sind. In den bei der Kreisreform des ehemaligen Landkreises Freiburg eingegliederten Stadtteilen Ebnet, Hochdorf, Kappel, Lehen, Munzingen, Opfingen, Tiengen und Waltershofen wurde die Ortschaftsverfassung eingeführt. Damit erhielten diese Orte einen von der Bürgerschaft der Ortschaft gleichzeitig mit dem Gemeinderat zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher an der Spitze sowie eine örtliche Verwaltung. Die Ortschaftsräte sind zu allen wichtigen die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt jedoch dem Gemeinderat der Stadt Freiburg im Breisgau.

Die Stadtteile im Einzelnen (mit Ordnungsnummer): Mitte 11 Altstadt 12 Neuburg

Nord 21 Herdern 22 Zähringen 23 Brühl 24 Hochdorf

Ost 31 Waldsee 32 Littenweiler 33 Ebnet 34 Kappel

Süd 41 Oberau 42 Wiehre 43 Günterstal

West 51 Stühlinger 52 Mooswald 53 Betzenhausen 54 Landwasser 55 Lehen 56 Waltershofen 57 Mundenhof

Südwest 61 Haslach 62 St. Georgen 63 Opfingen 64 Tiengen 65 Munzingen 66 Weingarten 67 Rieselfeld 68 Vauban

Geschichte

mini|hochkant|Konrad von Zähringen verleiht der Siedlung am Fuße des Schlossbergs das Stadtrecht (Glasmalerei von Fritz Geiges, 1899).

Eine erste Erwähnung von Siedlungen im Bereich des heutigen Freiburg, der Wiehre, Zähringen und Herdern, findet sich in einem Dokument aus dem Jahr 1008. Um 1091 baute der Zähringer-Herzog Bertold II. das Castrum de Friburch (Ruine Leopoldsburg) auf dem Schlossberg. Der Siedlung der Dienstleute und Handwerker am Fuße des Berges verlieh Bertolds Sohn Konrad im Jahre 1120 das Markt- und Stadtrecht. An Stelle der inzwischen zu kleinen Kirche veranlasste Bertold V. um 1200 den großzügigen Bau des heutigen Münsters, der v. a. durch die Einkünfte der Silberminen im Schwarzwald finanziert wurde, die wesentlich zum Wohlstand der Freiburger Bürger beitrugen.

Nach dem Aussterben der Zähringer übernahmen 1218 die Grafen von Urach die Herrschaft und nannten sich fortan die Grafen von Freiburg. Nach häufigeren Streitereien mit den Grafen um die Finanzen kaufte sich die Freiburger Bürgerschaft 1368 mit 15.000 Mark Silber von der Herrschaft des ungeliebten Egino III. los und unterstellte sich dem Schutz des Hauses Habsburg.

mini|Im ältesten Rathaus Freiburgs, der Gerichtslaube, fand 1498 der Reichstag statt. Freiburg musste den neuen Herrschern Kriegsleute stellen und Finanzhilfe leisten. In der Schlacht bei Sempach siegten die Schweizer Eidgenossen 1386 gegen den österreichischen Herzog Leopold III. und löschten dabei einen Großteil des Freiburger Adels aus. Die Zünfte beherrschten danach den Stadtrat. Freiburg war bis 1427 Reichsstadt. Als Herr der österreichischen Vorlande stiftete Erzherzog Albrecht 1457 die Freiburger Universität.

Gegenreformation und Dreißigjähriger Krieg