Büron (Aussprache in lokaler Mundart Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 205.) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie Die Gemeinde liegt ca. 5 km (Luftlinie) vom Amtshauptort Sursee entfernt im Suhrental zwischen der Suhre und dem Gibelgrat (). Die Suhre bildet die Westgrenze der Gemeinde. Durch das Dorf fliesst der Weiherbach, der westlich des Dorfs von links in die Suhre einmündet. Der Westhang des Gibelgrats am Hang östlich des Dorfs ist stark bewaldet. Neben dem Dorf gibt es zahlreiche Häusergruppen und Einzelgehöfte. Die grössten sind Triengeracher (; 1 km nördlich des Dorfs) an der Strasse nach Triengen, Chrüzacher (;1 km nordöstlich des Dorfs) und Spiessmatt (; am Hang östlich des Dorfs). Ausser dem Gibelwald ist das ganze Gemeindegebiet gerodet. Vom Gemeindeareal von 539 ha werden 63,1 % landwirtschaftlich genutzt. Der Gibelwald bedeckt 16,8 % der Fläche, und 19,0 % sind Siedlungsgebiet (Stand 2015/16).

Büron grenzt an Geuensee, Knutwil, Schlierbach und Triengen.

Bevölkerung

Bis 1798 wuchs die Zahl der Einwohner. Sie blieb in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stabil und sank dann infolge Abwanderung bis 1888 stark (1850–1888: − 24,4 %). Danach gab es bis 1950 nur ein mässiges Wachstum (1888–1950: + 21,5 %). In den 1960er-Jahren und seit 1980 steigerte sich dann das Bevölkerungswachstum (1950–2000: + 78,3 %). Sprachen Die Bevölkerung spricht als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 85,01 % Deutsch, 4,27 % Albanisch und 3,38 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen mini|Die Katholische Kirche St. Gallus in Büron

Früher waren alle Bewohner Mitglieder der römisch-katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Im Jahr 2000 sah die Situation so aus: Es gibt 73,67 % römisch-katholische, 9,13 % evangelisch-reformierte und 2,48 % orthodoxe Christen. Dazu kommen 6,75 % Muslime und 4,06 % Konfessionslose. Die grosse Mehrheit der Muslime sind Albaner aus Kosovo und Mazedonien; eine kleine Minderheit Türken und Kurden.

Herkunft – Nationalität Ende 2024 waren von den 2768 Einwohnern 2005 Schweizer und 763 (= 27,6 %) Ausländer. Die Einwohnerschaft bestand aus 72,4 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2024 stammten die ausländischen Einwohner aus dem Kosovo (152 Personen), Deutschland (89), Italien (74), Portugal (60), Nordmazedonien (57), Serbien (46), Kroatien (20), der Türkei (18), der Ukraine (16), Bosnien und Herzegowina (15) und Spanien (10). 150 Personen stammten aus dem übrigen Europa, und 56 waren aussereuropäischer Herkunft.

Geschichte mini| Luftbild (1954)Das Gebiet war schon früh besiedelt. Dies bezeugt ein Grabhügel im Gibelwald aus der Hallstattzeit. Auch wurden Überreste einer keltischen Siedlung gefunden. 1942 wurden im Gebiet Muracher westlich des Dorfs die Reste einer Römischen Villa und Pflugbestandteile aus dieser Zeit ausgegraben.

In einer Stiftungsurkunde ans Kloster Einsiedeln aus dem Jahr 1130 wird als Zeuge ein Kuno von Büron (Chono von Burron) aufgeführt. Dies ist die erste historische Erwähnung. Wohl im 12. Jahrhundert wurde die Burg erbaut. Diese war Stammsitz der Freiherren von Büron, deren Hauptlinie sich später Freiherren von Aarburg nannte. Im Jahr 1260 schenkte Ulrich von Aarburg seinen gesamten Besitz in Büron dem Chorherrenstift Beromünster – und erhielt ihn von diesem als Erblehen zurück. 1455 verkaufte Hemmann von Rüssegg, der Gatte der letzten Frau aus dem Haus von Aarburg, die Gemeinde an die Stadt Luzern. Bis 1798 gehörte Büron zur Landvogtei Büron-Triengen, danach bis 1803 zum Distrikt Sursee. Seither ist es Teil des damals neu geschaffenen Amts Sursee.

Sehenswürdigkeiten

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat Büron besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

Sven Casafina (FDP): Gemeindepräsident: Politik, Sicherheit und Recht Giovanni De Rosa (FDP): Bildung, Kultur und Freizeit Susanne Schillimat (Die Mitte): Verkehr, Entsorgung, Bau, Umwelt und Wirtschaft Matthias Müller (Die Mitte): Gesundheit und Soziales Christian Steiger (Die Mitte): Finanzen und Immobilien

Kantonsratswahlen Bei den Kantonsratswahlen 2023 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Büron: SVP 25,63 %, FDP 24,73 %, Mitte (mit GenMitte) 24,42 %, Grüne (mit JG und GrüneKuG) 9,81 %, SP (mit JUSO) 9,47 % und glp 5,94 %.Kantonsratswahlen: Stärke der Parteien 2023 (LUSTAT Statistik Luzern)

Nationalratswahlen Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Büron: SVP 34,8 %, Mitte 25,9 %, FDP 18,6 %, SP 7,8 %, GPS 5,5 %, glp 4,9 %, Sonstige 2,5 %.

Verkehr mini|Büron-Bad Knutwil, Station der Sursee-Triengen-Bahn (1993) Büron ist durch die Postautolinie Sursee–Schöftland ans Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Sursee ist ein Schnellzugshalt an den Linien Luzern–Olten–Basel und Luzern–Bern; Schöftland Endpunkt der Wynental-Suhrental-Bahn (WSB).

Die Gemeinde liegt an der Hauptstrasse Luzern(–Sursee–Schöftland)–Aarau. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind Sursee an der A2 in 5 km und Aarau-West an der A1 in 16 km Entfernung.

Persönlichkeiten Josef Albisser (1868–1943), Jurist und Parteipräsident (SP) Joseph Wyss (1868–1956), Automobilunternehmer

Literatur Adolf Reinle: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band IV: Das Amt Sursee. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 35). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1956, ISBN 978-3-906131-23-8.

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Büron

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kanton Luzern Kategorie:Schweizer Gemeinde

Kategorie:Ersterwähnung 1130