mini|Karl XV. 1865 Karl XV. (vollständiger Name Karl Ludvig Eugen Bernadotte; * 3. Mai 1826 im Stockholmer Schloss, Stockholm; † 18. September 1872 in Malmö) war von 1859 bis zu seinem Tod König von Schweden und Norwegen.Jörgen Weibull: Karl XV, 1993. In: K. Marklund et al. (Hrsg.): Nationalencyklopedin. Bokförlaget Bra Böcker, 1989-96, ISBN 91-7024-620-3 (schwedisch). Er führte die Regierungsgeschäfte bereits ab dem 25. September 1857 als Kronprinz, nachdem sein Vater schwer erkrankt war.
Leben mini|Kronprinz Karl beim Aquarellieren, Aquarell von Fritz von Dardel, 1849 mini|Karl XV. (Gemälde von Mathias Hansen, 1860er Jahre) mini|Grabstätten König Karls XV. (unten) und seiner Frau Luise (oben) in der Riddarholmskyrkan
Karl XV. war der älteste Sohn des damaligen Kronprinzen Oskar von Schweden und dessen Gemahlin Joséphine de Beauharnais, einer Tochter von Eugéne de Beauharnais, Herzog von Leuchtenberg. Zur Zeit seiner Geburt regierte sein Großvater, der Dynastiegründer Karl XIV. Johann. 1844 bestieg sein Vater als Oskar I. den Thron und Karl wurde Kronprinz.
1856 wurde er Vizekönig von Norwegen.
Karl war Anhänger des Skandinavismus, der Idee von einer Einheit Skandinaviens.Åke Holmberg: Skandinavism, 1995. In: K. Marklund et al. (Hrsg.): Nationalencyklopedin (schwedisch). Bokförlaget Bra Böcker, 1989–1996, ISBN 91-7024-620-3 Daher sprach er sich für die Unterstützung des Königreichs Dänemark aus, als dieses 1863/64 wegen des staatsrechtlichen Status und der Zugehörigkeit der vereinigten Herzogtümer Schleswig und Holstein mit dem Deutschen Bund in Konflikt geriet. Die dänische Novemberverfassung von 1863 sah vor, das bis dahin nur in Personalunion mit dem Gesamtstaat verbundene Schleswig in diesen einzubeziehen. Da dies die Trennung von Holstein und einen Bruch des Londoner Protokolls von 1852 bedeutet hätte, kam es zur Bundesexekution durch Preußen und Österreich und letztlich 1864 zum Deutsch-Dänischen Krieg. In seinem Ansinnen wurde der König jedoch vom Parlament überstimmt.
In seiner Regierungszeit wurde der alte Ständereichstag zum Zweikammerparlament 1865/66 umgestaltet.Anders Sannerstedt, Nils Andrén. Riksdagen, 1994. In: K. Marklund et al. (Hrsg.): Nationalencyklopedin (schwedisch). Bokförlaget Bra Böcker, 1989–1996, ISBN 91-7024-620-3 Karl galt als lebenslustiger und extravaganter Charakter mit künstlerischem Talent. Seine politische Durchsetzungsfähigkeit war gering, nicht zuletzt, weil er schnell wechselnde Interessen verfolgte. Die bestimmende Gestalt der schwedischen Politik dieser Zeit wurde der erste Premierminister Louis De Geer.
Karl XV. war als Liebhaber verschiedener Frauen bekannt, seine eigene Ehefrau vernachlässigte er. Damit fügte er dem Ansehen der Krone schweren Schaden zu. Denn im 19. Jahrhundert wurden königliche Affären von der Öffentlichkeit nicht mehr in gleicher Weise übersehen bzw. hingenommen wie noch im Jahrhundert zuvor.
Da die Tochter und der uneheliche Sohn Karls XV. nicht thronerbberechtigt waren, folgte ihm sein Bruder Oskar auf den Thron. König Karl XV. liegt in der Stockholmer Riddarholmskyrkan begraben.
Fortleben Der Komponist August Söderman schrieb auf seinen Tod einen Trauermarsch. Die Liebschaften Karls XV. wurden in einer am 26. Juli 2016 vom ZDF ausgestrahlten Dokumentation mit dem Titel Königliche Dynastien: Die Bernadottes thematisiert.
Ehe und Nachkommen Am 19. Juni 1850 heiratete Karl in der Stockholmer Storkyrkan Luise von Oranien-Nassau, älteste Tochter des Prinzen Friedrich von Oranien-Nassau und dessen Gemahlin Luise von Preußen.
Aus der Ehe gingen zwei Nachkommen hervor: Luise Josephine (* 31. Oktober 1851; † 20. März 1926) ⚭ 1869 Friedrich VIII., König von Dänemark. Bis heute sind ihre Nachkommen die Monarchen von Dänemark. Über ihren Sohn Haakon VII. wurde sie auch Stammmutter des norwegischen Königshauses. Carl Oscar (* 14. Dezember 1852; † 13. März 1854); Herzog von Södermanland
Vorfahren
Weblinks
runeberg.org
Einzelnachweise
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