Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Stuttgart Fläche: km² Gliederung: 23 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 48.000 (2026) https://meinekirche.de/gemeinden-im-kirchenbezirk-ludwigsburg/ Adresse desDekanatamtes: Marktplatz 871634 Ludwigsburg Dekan: Michael Werner Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Ludwigsburg innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg
Der Evangelische Kirchenbezirk Ludwigsburg ist einer von derzeit (2026) 35 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Im Kirchenbezirk Ludwigsburg leben (Stand 2026) rund 48.000 evangelische Gemeindeglieder. Sein Gebiet ist deckungsgleich mit dem Dekanat Ludwigsburg.
Geografie Der Kirchenbezirk Ludwigsburg liegt in der nördlichen Mitte der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasst den Süden und Südosten des Landkreises Ludwigsburg, also das Gebiet der politischen Städte und Gemeinden Asperg, Freiberg am Neckar, Kornwestheim, Ludwigsburg, Möglingen, Remseck am Neckar und Tamm.
Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Ludwigsburg grenzt an folgende Kirchenbezirke (im Uhrzeigersinn beginnend im Nordwesten): Vaihingen-Ditzingen, Besigheim und Marbach (alle Prälatur Stuttgart), Waiblingen (Prälatur Heilbronn) sowie Kirchenkreis Stuttgart (ehem. Kirchenbezirk Zuffenhausen, Prälatur Stuttgart).
Geschichte mini|Evangelische Stadtkirche am Marktplatz Das Dekanat Ludwigsburg (damalige Bezeichnung Spezialsuperintendentur) wurde 1720 aus dem bisherigen Dekanat Markgröningen und einigen Gemeinden der Nachbardekanate Cannstatt, Marbach und Waiblingen gegründet. Die Ludwigsburger Bevölkerung gehörte bis 1711 zu den Nachbargemeinden Oßweil und Eglosheim, dann wurde in Ludwigsburg eine eigene Pfarrstelle errichtet. Die evangelische Stadtkirche Ludwigsburg wurde aber erst 1726 vollendet. Sie wurde dann Sitz des Dekans und ist es bis heute. 1736 wurde vorübergehend wieder ein Dekanat Markgröningen errichtet, das aber 1812 erneut aufgelöst wurde. Seit der Gründung des Dekanats Ludwigsburg gehörte es zum Generalat Maulbronn. 1823 wurde Ludwigsburg Sitz eines eigenen Generalats, aus dem die Prälatur Ludwigsburg hervorging. 1955 wurde die Prälatur Ludwigsburg aufgehoben, doch 1992 wieder errichtet, bevor sie 2003 im Zuge von Sparmaßnahmen endgültig aufgehoben wurde. Seither gehört der Kirchenbezirk Ludwigsburg zur Prälatur Stuttgart.
Infolge der Auflösung einiger Kreise bzw. Oberämter in Württemberg 1939 wurden auch die kirchlichen Verwaltungsbezirke teilweise neu gegliedert. So wurde mit Wirkung vom 1. April 1939 die Kirchengemeinde Zuffenhausen in den Kirchenbezirk Bad Cannstatt umgegliedert. Im Gegenzug erhielt der Kirchenbezirk Ludwigsburg vom Kirchenbezirk Waiblingen die Kirchengemeinden Hochberg, Hochdorf und Neckarrems.
Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan.
Dekane des Kirchenbezirks Ludwigsburg bzw. des Dekanats Markgröningen 1798–1812 Friedrich August Heyd, Dekan in Markgröningen (dann wurde das Dekanat Markgröningen aufgehoben)
1799–1804 Immanuel Pfleiderer, Dekan in Ludwigsburg 1804–1823 Christian Friedrich Rieger 1824–1844 August Christian Gottlieb Binder 1845–1871 Heinrich Christlieb 1871–1880 Karl Emmerich Ludwig von Raiffeisen (1820–1888) 1880–1886 Karl Albert Friedrich Mezger (1818–1886) 1887–1890 Adolf Friedrich Walcker (1830–1896) 1891–1901 Gottfried Albert Herrlinger (1841–1901) 1901–1903 Dr. Christoph Friedrich Adolf von Kolb (1847–1928) 1904–1917 Dr. Karl Albert Wilhelm Bacmeister (1845–1920) 1917–1931 Samuel Gauger (1859–1941) 1931/32–1948 Dr. Adolf Dörrfuß (1875–1948) 1948–1959 Ernst Schieber (1889–1972) 1959–1969 Theodor Dipper (1903–1969) 1970–1987 Dr. Friedrich Grau (1921–1997) 1987–1997 Günter Eiding (* 1932) 1997–2006 Hans-Frieder Rabus (* 1947) 2007–2021 Winfried Speck (* 1956) seit 2021 Michael Werner (* 1962)
Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Ludwigsburg gibt es 18 Kirchengemeinden. Davon haben sich sieben Kirchengemeinden aus der Stadt Ludwigsburg zu einer Gesamtkirchengemeinde zusammengeschlossen, bleiben jedoch weiterhin rechtlich selbständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Zwischen 1965 und 2007 gab es mit der Gesamtkirchengemeinde Kornwestheim eine zweite Gesamtkirchengemeinde, die mit Wirkung vom 11. November 2007 aufgelöst wurde. Eine dritte Gesamtkirchengemeinde bildeten die Gemeinden Aldingen und Neckargröningen, die seit dem 1. Dezember 2019 zur Gemeinde Remseck gehören. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.
Das Gebiet des Kirchenbezirks Ludwigsburg gehört zum alten Kernland Württemberg, wo ab 1534 die Reformation eingeführt wurde. Daher ist das gesamte Gebiet überwiegend evangelisch geprägt. Infolgedessen gibt es auch in jedem Dorf eine evangelische Kirchengemeinde und meist auch eine alte Kirche. In den Städten Kornwestheim und Ludwigsburg wurden die ursprünglichen alleinigen Kirchengemeinden infolge des großen Zuwachses geteilt, so dass neue Kirchengemeinden entstanden. Katholiken zogen in allen Orten (außer Ludwigsburg) überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu.
Bis 1989 gehörten auch die Kirchengemeinden Benningen und Bissingen/Enz zum Kirchenbezirk Ludwigsburg. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 20. März 1989 wurde die Kirchengemeinde Benningen in den Kirchenbezirk Marbach und die Kirchengemeinde Bissingen/Enz in den Kirchenbezirk Besigheim umgegliedert.
Kirchengemeinde Asperg mini|hochkant|Evang. Michaelskirche Asperg Die Kirchengemeinde Asperg (ca. 4.520) umfasst die Stadt Asperg, mit Ausnahme einiger Wohngebiete in der Nähe von Tamm. Seit 819 befanden sich auf dem Hohenasperg zwei Kirchen, die Martins- und die Michaelskirche. 1181 wird nur noch eine Kirche erwähnt. 1557 wurde mit dem Bau einer kleinen Chorturmkirche am Fuß des Hohenaspergs inmitten der dort neu angelegten Stadt begonnen. 1591 wurde diese heutige Michaelskirche um einen südlich an den Turm gesetzten hochgotischen Chor, ein entsprechend breites Schiff mit Hängewerk-Dachstuhl und 1614 Einbau von Emporen sowie Südanbau eines Treppenturms erweitert. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Gemeinde rasch angewachsen. So wurde 1963 eine zweite Kirche, die Johanneskirche in Form eines Montagegemeindehauses erbaut. Dort wurde 2013 noch das 50. Jubiläum gefeiert, allerdings die Kirche dann 2014 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Die Kirchengemeinde hat somit nun wieder ein Gotteshaus, das mit der Michaelskirche im Stadtzentrum steht. Das geschäftsführende Pfarramt Uhlandstraße liegt bei der Michaelskirche, das Pfarramt Grafenbühlstraße im Bereich der früheren Johanneskirche.
Kirchengemeinde Eglosheim Die Kirchengemeinde Eglosheim (ca. 3.190) umfasst den Stadtteil Eglosheim der Stadt Ludwigsburg. Die ursprünglich zu Unserer Lieben Frau geweihte Kirche war eine mittelalterliche Wallfahrtskirche, die 1357 erstmals erwähnt wurde. Die heutige Katharinenkirche ist eine spätgotische Kirche mit Schiff aus dem Jahr 1487, wobei der Chor etwas älter ist. Bis 1989 war die Kirchengemeinde Eglosheim Teil der Gesamtkirchengemeinde Ludwigsburg. Mit Wirkung vom 1. Januar 1990 wurde sie aus der Gesamtkirchengemeinde Ludwigsburg ausgegliedert.
Kirchengemeinde Freiberg Die Kirchengemeinde Beihingen entstand zum 1. Januar 2018 aus dem Zusammenschluss der drei bis dahin selbständigen Gemeinden in der Stadt Freiberg am Neckar.
Ehemalige Kirchengemeinde Beihingen mini|hochkant|Evang. Amanduskirche Freiberg-Beihingen Die ehemalige Kirchengemeinde Beihingen (ca. 1.910) umfasste den Stadtteil Beihingen der Stadt Freiberg am Neckar. Die dem Hl. Amandus geweihte Kirche wurde 884 dem Kloster Lorsch geschenkt. 1551 erwarb Württemberg das Patronatsrecht. Die Ortsherren führten 1550 bzw. 1558 die Reformation ein. Die heutige Kirche stammt wohl aus dem 12. Jahrhundert. Die gotische Kirche hat noch einen romanischen Turm. Sie besitzt Grabdenkmäler der Herren Nothaft von Hohenberg aus dem 15. und 16. Jahrhundert.
Ehemalige Kirchengemeinde Geisingen mini|hochkant|Evang. Nikolauskirche Freiberg-Geisingen Die ehemalige Kirchengemeinde Geisingen (ca. 2.120) umfasste den Stadtteil Geisingen der Stadt Freiberg am Neckar. Geisingen gehörte kirchlich bis 1505 zu Großingersheim, dann zu Heutingsheim, bildete jedoch eine eigene Filialkirchengemeinde. Bereits 1336 gab es in Geisingen eine Kapelle, die nach Angaben aus dem Jahr 1505 dem Hl. Nikolaus geweiht war. Die heutige Kirche wurde 1474 als spätgotische Westturmanlage mit kreuzrippengewölbtem Chor erbaut. 1550 führten die Markgrafen von Baden die Reformation ein. Die Kirche besitzt Grabdenkmäler der Herren von Stammheim und Schertel von Bartenbach aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 12. März 1962 wurde die Filialkirchengemeinde Geisingen von der Muttergemeinde Heutingsheim gelöst und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben.
Kirchengemeinde Heutingsheim Die ehemalige Kirchengemeinde Heutingsheim (ca. 2.190) umfasste den Stadtteil Heutingsheim der Stadt Freiberg am Neckar. Eine Kirche wurde hier erst 1468 erwähnt, als diese von den Herren von Stammheim erworben wurde. Diese führten 1550 die Reformation ein. Bereits 1487 wurde die dortige Pfarrkirche St. Simon und Judas als spätgotische Westturmanlage erbaut. An der Außenwand sind Grabdenkmäler der Herren von Kniestedt zu finden.
Kirchengemeinde Hoheneck Die Kirchengemeinde Hoheneck (ca. 1.860) umfasst den Stadtteil Hoheneck, der 1926 in die Stadt Ludwigsburg eingegliedert wurde. Der Ort erhielt erst nach der Reformation eine eigene Pfarrei, doch hatte er bereits eine Kirche aus der Spätgotik, die dem Hl. Wolfgang geweiht war. Sie lag ursprünglich außerhalb des geschlossenen Ortes.
Kirchengemeinde Kornwestheim Die Kirchengemeinde Kornwestheim (ca. 9.660 Mitglieder) umfasst die Stadt Kornwestheim.
mini|hochkant|Martinskirche von Süden
Die älteste Kirche der Stadt ist die Martinskirche in der historischen Altstadt. Sie liegt im Zentrum des alten Dorfes Kornwestheims. Die Ursprünge gehen auf das Jahr 630 nach Christus zurück. Das haben Grabungen in den Jahren 1967 und 1968 ergeben. Die Kirche gehörte ab 1276 dem Kloster Bebenhausen. Sie wurde mehrfach umgebaut und vergrößert. Der gotische Chorraum der heutigen Martinskirche wurde um das Jahr 1516 fertiggestellt. Von der Vorgängerkirche gibt es noch romanische Elemente in der Nordmauer. 1967 wurde das Schiff abgerissen und die Südmauer um 2 Meter nach Süden versetzt, was wohl den ursprünglichen Plänen Anfang des 16. Jahrhunderts entspricht.
Durch den Zuzug von Arbeitern in die Industriestadt Kornwestheim wuchs die Gemeinde stark. So wurde der Bau weiterer Kirchen nötig. Zunächst entstand 1921 eine Notkirche als zweite evangelische Kirche. Sie erhielt den Namen Johanneskirche. Die heutige Johanneskirche stammt jedoch aus dem Jahr 1955. Mit Wirkung vom 1. April 1934 gab es eine neue Abgrenzung zwischen den Kirchengemeinden Aldingen, Hoheneck, Kornwestheim, Ludwigsburg und Oßweil. Später entstanden im 20. Jahrhundert weitere Kirchen und Kirchengemeinden, so dass durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 17. Dezember 1965 die Gesamtkirchengemeinde Kornwestheim gebildet wurde. Die bis dahin alleinige Kirchengemeinde Kornwestheim wurde in die drei Teilkirchengemeinden Martinskirchengemeinde Kornwestheim, Johanneskirchengemeinde Kornwestheim und Pauluskirchengemeinde Kornwestheim aufgeteilt. Diese Teilkirchengemeinden wurden in der Gesamtkirchengemeinde Kornwestheim zusammengeschlossen. Das Kultusministerium hatte die Gesamtkirchengemeinde Kornwestheim und deren Teilkirchengemeinden mit Schreiben vom 29. März 1965 als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt.