Das VII. Armee-Korps war ein Großverband der Preußischen Armee von 1820 bis 1919.
Gliederung Deutsch-Französischer Krieg 1870/71 13. Division 25. Infanterie-Brigade 26. Infanterie-Brigade Westfälisches Jäger-Bataillon Nr. 7 1. Westfälisches Husaren-Regiment Nr. 8 3. Fußabteilung/Westfälisches Feldartillerie-Regiment Nr. 7 zwei Kompanien/Pionier-Bataillon Nr. 7 14. Division 27. Infanterie-Brigade 28. Infanterie-Brigade Hannoversches Husaren-Regiment Nr. 15 1. Fußabteilung/Westfälisches Feldartillerie-Regiment Nr. 7 eine Kompanie/Pionier-Bataillon Nr. 7 zwei Abteilung/Westfälisches Feldartillerie-Regiment Nr. 7 Westfälisches Train-Bataillon Nr. 7
Quelle: Geschichte des Infanterie-Regiments Prinz Friedrich der Niederlande (2. Westfälisches) Nr. 15Alfred Cramer: Geschichte des Infanterie-Regiments Prinz Friedrich der Niederlande (2. Westfälisches) Nr. 15. Verlag R. Eisenschmid, Verlagsbuchhandlung für Militärwissenschaft. Berlin 1910.
Friedensgliederung 1900 13. Division in Münster 14. Division in Düsseldorf Westfälisches Jäger-Bataillon Nr. 7 in Bückeburg Eskadron Jäger zu Pferde des VII. Armee-Korps (zugeteilt dem 2. Westfälischen Husaren-Regiment Nr. 11) in Wesel Westfälisches Fußartillerie-Regiment Nr. 7 in Köln Westfälisches Pionier-Bataillon Nr. 7 in Deutz Westfälisches Train-Bataillon Nr. 7 in Münster
Quelle: Rangliste der Königlich Preußischen Armee 1900Königliche Geheime Kriegs-Kanzlei (Redaktion): Rangliste des aktiven Dienststandes der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps. […] Nach dem Stande vom 1. Oktober 1900. […]. Verlag Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1900. S. 63ff.
Friedensgliederung 1914 13. Division in Münster 14. Division in Düsseldorf Westfälisches Jäger-Bataillon Nr. 7 in Bückeburg Maschinengewehr-Abteilung Nr. 7 in Paderborn Westfälisches Fußartillerie-Regiment Nr. 7 in Köln Kommando der Pioniere des VII. Armee-Korps 1. Westfälisches Pionier-Bataillon Nr. 7 in Köln 2. Westfälisches Pionier-Bataillon Nr. 24 in Köln Westfälische Train-Abteilung Nr. 7 in Münster
Quelle: Rangliste der Königlich Preußischen Armee 1914Kriegsministerium, Geheime Kriegs-Kanzlei (Redaktion): Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1914. […] Nach dem Stande vom 6. Mai 1914. […]. Verlag Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1914. S. 73ff.
Geschichte Das Korps wurde am 3. April 1820 aus dem seit Oktober 1815 bestehenden Generalkommando im Herzogtum Westfalen errichtet. Das Generalkommando befand sich bis zur Auflösung 1919 in Münster und war bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs der III. Armee-Inspektion unterstellt.
Im Jahre 1892 wurde der Truppenübungsplatz Senne bei Paderborn für gefechtsmäßigen Schießübungen und Exerzieren in größeren Verbänden erworben.
Deutscher Krieg 1866
mini|hochkant|General der Infanterie Eduard Vogel von Falckenstein Nachdem Preußen dem Königreich Hannover am 15. Juni 1866 den Krieg erklärt hatte, begann die Westarmee (Generalkommando preußisches VII. Armee-Korps) unter General der Infanterie Vogel von Falckenstein von Hamburg (Division Manteuffel) und Minden (Division Goeben) aus, den Vormarsch auf Hannover. General Vogel von Falckenstein hatte den Befehl erhalten die Österreich unterstützende Hannoversche Armee schnellstmöglich zu entwaffnen. Nachdem König Georg V. seine Armee jedoch schon am 15. Juni 1866 in Göttingen versammelt hatte, war seine Hauptstadt ohne Verteidigung. Die Hannoveraner verließen die Stadt in der Absicht sich mit den aus Süden kommenden Bayern zu vereinigen, bevor die Preußen sie erreichen konnten. Die preußische „Division Goeben“ zog darauf am 16. Juni kampflos in Hannover ein.
Die in den Elbherzogtümern formierte „Division Manteuffel“ konnte mit ihrer Vorhut unter General von Flies die hannoveranische Armee unter Generalmajor Arentschildt einholen und am 27. Juni in der Schlacht bei Langensalza angreifen. Die Schlacht endete zwar mit einem Sieg der Hannoveraner, jedoch waren sie zu diesem Zeitpunkt durch preußische Truppen eingekreist und aufgrund der Versorgungslage nicht mehr fähig, weiterzukämpfen. Nach der Kapitulation des Königreich Hannover wurde das Korps Teil der Mainarmee.
Bei den vom 4. Juli bezeichneten Gefechten von Dermbach kämpfte die östlich des Fuldatals vorgehende „Division Goeben“ mit der „Brigade Kummer“ (Infanterie-Regimenter Nr. 13 und 53) bei Zella gegen die bayrische Division Zoller. Die bei Roßdorf gegenüber der Brigade Wrangel stehende bayerische Division Hartmann konnte den Verlust von Wiesenthal nicht verhindern.v. Krieg: Kriegstagebuch des Regiments aus dem Feldzuge der Main-Armee 1866. Minden 1867. Goebens Streitkräfte hatten zwar durch die Besetzung von Wiesenthal und Zella einen begrenzten Erfolg erreicht, aber den Gegner nicht zu einem generellen Rückzug zwingen können. Das Ziel des Bundesheeres, die Vereinigung des VIII. Bundeskorps mit dem VII. Bundeskorps der Bayern, war nicht erreicht worden. Das Erstgenannte unter Alexander von Hessen-Darmstadt zog sich nach Frankfurt, das letztgenannte unter Prinz Karl von Bayern ging auf Kissingen zurück.
General von Falckenstein wandte sich dem Bayerischen zu und sandte die „Division Goeben“ nach Kissingen um von dort aus weiter nach Schweinfurt zu marschieren. Bei einem Scharmützel am 9. bei Waldfenster wurde durch Gefangene ermittelt, dass sich das bayrische Korps in Kissingen befände. Die „Division Manteufel“ wurde nun der Goeben’schen als Verstärkung hinterhergesandt. In der Schlacht bei Kissingen am 10. Juli eroberte die „Division Goeben“ Kissingen. Die „Division Manteuffel“ siegte zuerst in dem mehrstündigen Gefecht bei Friedrichshall, bevor sie Winkels besetzen konnte.
Als Falckenstein am 11. Juli aus dem Hauptquartier die Nachricht, dass für die voraussichtlichen Waffenstillstandsverhandlungen die Besetzung der Länder nördlich des Mains wichtig wäre, erreichte, ordnete er einen sofortigen Rechtsabmarsch der Mainarmee in Richtung Frankfurt an. Von Lohr aus marschierte die verstärkte 13. Division in zwei getrennten Brigaden zu je 6000 Mann über Waldaschaff auf Laufach. Goebens Division hatte bereits in Dermbach im Schwerpunkt der Kämpfe gestanden und bei Kissingen schwere Verluste erlitten.
Die unterstellte 26. Infanteriebrigade traf am 13. Juli im Gefecht bei Frohnhofen auf den Feind. Während die 25. Brigade unter Generalmajor Kummer nicht in Kampfhandlungen verwickelt wurde, konnte die 26. Brigade unter Wrangel die Hessen auf Aschaffenburg zurückwerfen. Am nächsten Tag versuchten die von einer österreichischen Brigade verstärkten Hessen vergeblich in der Schlacht bei Aschaffenburg der 13. Division den Übergang über den Main zu verwehren. Mit dem Überschreiten des Mains stand den Operationen der preußischen Truppen gegen das VIII. Bundeskorps kein größeres Geländehindernis mehr entgegen.
Nach seinem Einzug in Frankfurt wurde General Falckenstein am 19. Juli als Kommandierender General der Mainarmee abberufen und zum Gouverneur des besetzten Böhmen ernannt, „um dort die Organisation und Sicherung der Verpflegung zu bewirken“. General Edwin von Manteuffel wurde sein Nachfolger, seine Kombinierte Division übernahm General von Flies. Nachdem sich die Mainarmee wieder verstärkt hatte, wurde die Offensive erneut aufgenommen. Die 13. Division rückte auf Darmstadt, die anderen Truppenteile links des Mains auf Miltenberg vor. Kurz nachdem die oldenburgisch-hanseatische Brigade unter Generalmajor Weltzien, vor Hochhausen eintraf, erreichte die Brigade Wrangel als Avantgarde der 13. Division die Tauber bei Bischofsheim und traf im Gefecht bei Tauberbischofsheim auf die württembergische Division unter Generalleutnant Hardegg. Die Preußen konnten die Württemberger dank ihrer überlegenen Feuerkraft zurückdrängen. Die Division Flies überschritt derweil ohne auf Widerstand zu stoßen die Tauber bei Wertheim.
Am Vormittag des 25. Juli setzte die Mainarmee den Vormarsch nach Würzburg in drei Kolonnen fort. Während die „Brigade Kummer“ von Bischofsheim auf der großen Straße nach Würzburg marschierte, sicherte die „Brigade Wrangel“ von der rechten Flanke aus. Als bei Paimar heftiges Geschützfeuer vernommen wurde, ließ Goeben die „Brigade Kummer“ nach Gerchsheim vorgehen. Dorthin hatte sich das VIII. BundeskorpsDie Bayrische Armee marschierte nach der Niederlage in Bischofsheim nicht mehr mit. zurückgezogen. Dort auf Widerstand treffend, schwenkte die Brigade nach Schönfeld, um von dort am Abend in der Flanke des Gegners anzugreifen. Bei dem Gefecht bei Gerchsheim war das Bundeskorps genötigt den Flankenangriff auf seinem mit linken Flügel abzuwehren und der Brigade „Kummer“ bot sich dabei die Möglichkeit Gerchsheim zu besetzen.
Die Division „Beyer“ stieß am 25. in Helmstadt auf die sich dahin zurückgezogene bayerische Armee. Die Gefechte bei Helmstadt endeten am 26. Juli in Roßbüttelbrunn und Uettingen.
Beim Artilleriebeschuss der Festung Marienberg oberhalb Würzburgs war die Mainarmee am Fuße des Bergs wieder vollständig versammelt. Nach Beendigung des Beschusses am Ende des Tages wurden Vorposten postiert. Es wurde eine bis zum 2. August andauernde Waffenruhe geschlossen. Am 22. August 1866 folgte der Friedensschluss mit den Bayern.Alfred Cramer: Geschichte des Infanterie-Regiments Prinz Friedrich der Niederlande (2. Westfälisches) Nr. 15. Verlag R. Eisenschmid. Berlin 1910.
Deutsch-Französischer Krieg rahmenlos|rechts|General Heinrich Adolf von Zastrow Im Krieg gegen Frankreich war das VII. Korps 1870/71 dem General der Infanterie von Zastrow unterstellt und der 1. Armee unter General von Steinmetz zugeführt. Die 13. Division unter Generalleutnant von Glümer erreichte bis zum 27. Juli per Bahn Call, dann per Fußmarsch am 1. August Trier. Die 14. Division unter Generalleutnant von Kameke wurde bis zum 22. Juli in Aachen ausgeladen und marschierte bis zum 2. August ebenfalls nach Trier.Justus Scheibert: Der Krieg zwischen Frankreich und Deutschland 1870/71. Paulis Nachfolger, Berlin 1895, S. 11. Auf dem Weg zu diesem Sammelpunkt erreichte das Korps die Nachricht, dass das französische IV. Korps nach Süden abmarschiert sei, daher wurde Saarbrücken neues Marschziel des Korps.
Am Morgen des 14. August 1870 deuteten Erkundungen darauf hin, dass sich die französische Armee im Abmarsch auf Metz befände. Die Schlacht bei Colombey wurde mit dem Angriff mit der 26. Infanteriebrigade, der Avantgarde der 13. Division eröffnet. Bevor Generalmajor von der Goltz seinen Angriff startete, informierte er die beiden Divisionen (13. und 14.) des Korps als auch das I. Korps darüber, um sich deren Unterstützung im Falle einer feindlichen Übermacht sicher zu sein. Der Angriff war zunächst gegen Colombey, wo die 3. Division des von General Decaen befehligten französischen III. Armeekorps stand, gerichtet. Nach etwa einstündigem Gefecht wurde die Situation für die 26. Brigade kritisch, als eine leichte Batterie des I. Armee-Korps (I. AK) eintraf und südwestlich Montoys in Stellung ging. Zwei von der 2. Division vorausgesandte Batterien fuhren kurz darauf zwischen Montoy und Noisseville auf. Als die 25. Brigade auf dem linken Flügel eintraf, drehte sich die kritische Lage. Als General von Zastrow auf dem Kampfplatz eintraf, sandte er umgehend die 28. Brigade zum Angriff links der 26. Brigade, während gleichzeitig die 25. Brigade unter General von der Osten-Sacken zum Angriff überging. Beim zweiten Versuch drängen sie den Feind nach Borny und Bellecroix, heute beides Communen von Metz, zurück.