Die 13. Division, für die Dauer des mobilen Verhältnisses auch als 13. Infanterie-Division bezeichnet, war ein Großverband der Preußischen Armee.
Gliederung Das Kommando stand in Münster und die Division war Teil des VII. Armee-Korps.
Deutsch-Französischer Krieg 25. Infanterie-Brigade Infanterie-Regiment Nr. 13 Füsilier-Regiment Nr. 73 26. Infanterie-Brigade Infanterie-Regiment Nr. 15 Infanterie-Regiment Nr. 55 Westfälisches Jäger-Bataillon Nr. 7 1. Westfälisches Husaren-Regiment Nr. 8 3. Fußabteilung/Westfälisches Fußartillerie-Regiment Nr. 7 zwei Kompanien/Pionier-Bataillons Nr. 7
Friedensgliederung 1914 25. Infanterie-Brigade in Münster Infanterie-Regiment „Herwarth von Bittenfeld“ (1. Westfälisches) Nr. 13 in Münster 7. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 158 in Paderborn und Senne 26. Infanterie-Brigade in Minden Infanterie-Regiment „Prinz Friedrich der Niederlande“ (2. Westfälisches) Nr. 15 in Minden Infanterie-Regiment „Graf Bülow von Dennewitz“ (6. Westfälisches) Nr. 55 in Detmold, Höxter und Bielefeld 13. Kavallerie-Brigade in Münster Kürassier-Regiment „von Driesen“ (Westfälisches) Nr. 4 in Münster Husaren-Regiment „Kaiser Nikolaus II. von Russland“ (1. Westfälisches) Nr. 8 in Schloß Neuhaus und Paderborn 13. Feldartillerie-Brigade in Münster 2. Westfälisches Feldartillerie-Regiment Nr. 22 in Münster Mindensches Feldartillerie-Regiment Nr. 58 in Minden Landwehr-Inspektion Dortmund
Kriegsgliederung bei Mobilmachung 1914 25. Infanterie-Brigade Infanterie-Regiment „Herwarth von Bittenfeld“ (1. Westfälisches) Nr. 13 7. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 158 26. Infanterie-Brigade Infanterie-Regiment „Prinz Friedrich der Niederlande“ (2. Westfälisches) Nr. 15 Infanterie-Regiment „Graf Bülow von Dennewitz“ (6. Westfälisches) Nr. 55 Westfälisches Jäger-Bataillon Nr. 7 Stab und 3. Eskadron/Ulanen-Regiment „Hennigs von Treffenfeld“ (Altmärkisches) Nr. 16 13. Feldartillerie-Brigade 2. Westfälisches Feldartillerie-Regiment Nr. 22 Mindensches Feldartillerie-Regiment Nr. 58 Pionier-Bataillon Nr. 7
Kriegsgliederung vom 8. März 1918 26. Infanterie-Brigade Infanterie-Regiment „Herwarth von Bittenfeld“ (1. Westfälisches) Nr. 13 Infanterie-Regiment „Prinz Friedrich der Niederlande“ (2. Westfälisches) Nr. 15 Infanterie-Regiment „Graf Bülow von Dennewitz“ (6. Westfälisches) Nr. 55 MG-Scharfschützen-Abteilung Nr. 22 3. Eskadron/Ulanen-Regiment „Hennigs von Treffenfeld“ (Altmärkisches) Nr. 16 Artillerie-Kommandeur Nr. 13 Mindensches Feldartillerie-Regiment Nr. 58 Fußartillerie-Bataillon Nr. 157 Pionier-Bataillon Nr. 7 Divisions-Nachrichten-Kommandeur Nr. 13
Geschichte Der Großverband wurde ursprünglich 1815 als Truppenbrigade in Münster gebildet und durch A.K.O. vom 5. November 1816 neu geordnet. Das 1. Westfälische, bis dahin 13. Infanterie-Regiment, bildete zusammen mit dem 2. Westfälischen, bis dahin 15. Infanterie-Regiment, die Infanteriebrigade. Zusammen mit der Kavalleriebrigade, bestehend aus dem 2. Dragoner-Regiment (Westfälisches) und dem 11. Husaren-Regiment (2. Westfälisches), bildete es die von Generalmajor Hans von Luck befehligte Truppenbrigade. Sie unterstand dem Generalkommando in Westfalen. Dieses befand sich in Münster und wurde von Generalleutnant Johann Adolf von Thielmann kommandiert. Am 5. September 1818 wurde die Truppenbrigade zur 13. Division formiert.Alfred Cramer: Geschichte des Infanterie-Regiments Prinz Friedrich der Niederlande (2. Westfälisches) Nr. 15. Verlag R. Eisenschmid, Berlin 1910.
Nach dem Deutschen Krieg trat am 2. Oktober 1866 in der 25. Infanterie-Brigade an die Stelle des 5. Westfälischen Infanterie-Regiments Nr. 53 das neu gebildete Infanterie-Regiment Nr. 73Bezeichnung ab 7. November 1867: „Hannoversches Füsilier-Regiment Nr. 73“ (Füsilierregiment) mit Garnison in Münster und Coesfeld, später in Paderborn.
Im Zuge der Heeresvermehrung wurde die Friedensstärke zum 1. April 1881 erhöht. Beim VII. Armee-Korps wurde das Infanterie-Regiment Nr. 131 mit Garnisonen in Paderborn, Lippstadt und Höxter aufgestellt und der 26. Infanterie-Brigade zugeteilt. Im Jahre 1887 kam dasselbe nach Metz.
Im Jahre 1892 wurde vom VII. Armee-Korps der Truppenübungsplatz Senne bei Paderborn für gefechtsmäßigen Schießübungen und Exerzieren in größeren Verbänden erworben. Der erste Verband, der dort übte, war die 26. Infanterie-Brigade.
Deutscher Krieg Im Deutschen Krieg 1866 stand die Division unter dem Kommando des Generalleutnants von Goeben, der im vorhergehenden Krieg die 26. Infanterie-Brigade kommandiert hatte, und rückte in das Königreich Hannover ein. Nachdem sich die Division Goeben mit der in den Elb-Herzogtümern formierten Division des Generals von Manteuffel im unverteidigten Hannover vereinigt hatte, wurde die Verfolgung des Gegners fortgesetzt. König Georg V. von Hannover hatte seine Streitkräfte bereits am 15. Juni in Göttingen versammelt. Um sich mit den aus Süden kommenden Bayern zu vereinigen, wurde am 21. auch Göttingen verlassen und am 22. von der Division erreicht.Die Hannoveraner Armee traf schließlich am 27. Juni in der Schlacht bei Langensalza auf die Division Manteuffel. Nach der Kapitulation der Hannoveraner am 29. Juni wurde die Division „Goeben“ Teil der Mainarmee.
Bei den am 4. Juli gelieferten Gefechten von Dermbach kämpfte die östlich des Fuldatals vorgehende Division „Goeben“ mit der Brigade „Kummer“ (Infanterie-Regiment Nr. 13 und 53) bei Zella gegen die bayrische Division „Zoller“. Der zwischen Wiesenthal-Roßdorf kämpfenden bayerischen Division „Hartmann“ wurde dabei Wiesenthal durch die vorgehende Brigade „Wrangel“ (Infanterie-Regiment Nr. 15. und 55) entrissen. Der Kommandierende General Vogel von Falckenstein wandte sich jetzt gegen das VII. Bundeskorps der Bayern und sandte die Division „Goeben“ nach Kissingen, um von dort weiter nach Schweinfurt vorzugehen.Das Ziel des Bundesheeres, die Vereinigung des VIII. Bundeskorps mit dem VII. Bundeskorps der Bayern, konnte nicht erreicht werden. Das Letztgenannte zog sich daraufhin nach Kissingen zurück. Bei einem Scharmützel bei Waldfenster verrieten Gefangene, dass sich das bayrische Korps noch in Kissingen befände, die Division „Manteuffel“ wurde daher der Goeben’schen sofort als Verstärkung hinterhergeschickt. In der Schlacht bei Kissingen wurden die Bayern am 10. Juli geschlagen und die Division „Goeben“ konnte Kissingen besetzen.
Als General von Falckenstein am 11. Juli aus dem Hauptquartier die Nachricht erreichte, dass für die voraussichtlichen Waffenstillstandsverhandlungen die Besetzung der Länder nördlich des Mains wichtig wäre, ordnete er einen sofortigen Rechtsabmarsch der Mainarmee in Richtung Frankfurt an. Da seine beiden anderen Divisionen morgens ihren Vormarsch auf Schweinfurt fortgesetzt hatten, bildete jetzt die Division „Goeben“ die Avantgarde. Als die Brigade „Wrangel“ in Laufach ankam, ließ deren General dort Biwak beziehen. Als die Vorposten der Brigade jedoch den Anmarsch „beträchtlicher“ feindlicher Truppen meldeten, begann am 13. Juli das Gefecht bei Frohnhofen mit der Großherzoglich Hessischen Division unter dem Befehl des Generals Frey. Sein Vorgesetzter General Perglas hatte ihm den Angriff befohlen sowie zu seiner Unterstützung die Nachsendung einer zweiten Brigade avisiert.General von Perglas hatte die Aufgabe, den Übergang nach Aschaffenburg offen zu halten.
Beim Beginn des überraschenden Angriffs lösten die in Wendelstein (Laufach) verbliebenen Füsiliere des Infanterie-Regiments Nr. 15 gerade die des Infanterie-Regiments Nr. 55 am Westrand Frohnhofens ab und der Angriff der Brigade „Frey“ wurde abgeschlagen. Eine halbe Stunde später ging die eingetroffene 2. Hessische Brigade unter General von Stockhausen gegen das Dorf vor. Die Brigade „Wrangel“ hatte derweil die beiden anderen Bataillone des Infanterie-Regiments Nr. 15 von ihrem Lager hinter die Flügel der Vorpostenstellung vorgeschoben und konnte alle weiteren Angriffe abschlagen. Das bei Wendelstein als Reserve aufgestellte Infanterie-Regiment Nr. 55 ging zum Gegenangriff über und trieb den Feind aus der Stadt. Bei hereinbrechender Dunkelheit nahm General Wrangel aufgrund seiner ermüdeten Truppen von einer Verfolgung des sich nach Aschaffenburg zurückziehenden Feindes Abstand. Die Division nahm am 14. Juli die Verfolgung in zwei Kolonnen, links und rechts des Mains, auf. In dem Gefecht um Aschaffenburg besetzte die Division Aschaffenburg.
In Frankfurt war die Mainarmee verstärkt worden. So wurde sie u. a. durch die „Oldenburgisch-Hanseatische Brigade“ unter Generalmajor Weltzien, welche der 13. Division angegliedert wurde, verstärkt. Zu Beginn des Tages der Gefechte bei Tauberbischofsheim am 24. Juli beschloss Goeben, sich in den Besitz der Übergänge über die Tauber, am anderen Ufer war die VIII. Bundeskorps, zu setzen. Die hierdurch am Nachmittag stattfindenden Kämpfe sollten von großer Bedeutung für den Ausgang des Feldzuges werden.
Die Brigade „Wrangel“ ging gegen Bischofsheim und die Brigade „Weltzien“, mit Goeben, gegen die flussabwärts gelegenen Orte Hochhausen bis Werbach vor. Das Gros, Brigade „Kummer“ und Reservebrigade „Tresckow“, folgten hinter der Front der Brigade „Weltzien“. Am Vormittag des 25. Juli setzte die Mainarmee den Vormarsch nach Würzburg in drei Kolonnen fort. Die Division „Goeben“ brach aus Bischofsheim in Richtung Würzburg auf. Während die Brigade „Kummer“ auf der großen Straße marschierte, sicherte die Brigade „Wrangel“ von der rechten Flanke aus. Als bei Paimar heftiges Geschützfeuer vernommen wurde, befahl Goeben die Brigade „Kummer“ nach Gerchsheim. Hierhin hatte sich das VIII. BundeskorpsDie Bayrische Armee marschierte nach der Niederlage in Bischofsheim nicht mehr mit. zurückgezogen. Auf Widerstand gestoßen, wandte sich die Brigade nach Schönfeld, um den Gegner von dort aus am Abend in der Flanke anzugreifen. Bei dem Gefecht bei Gerchsheim war das Bundeskorps genötigt, den Flankenangriff auf seinem linken Flügel abzuwehren, und der Brigade „Kummer“ bot sich so die Möglichkeit, Gerchsheim zu besetzen.
Beim Artilleriebeschuss der Festung Marienberg oberhalb Würzburgs war die Mainarmee am Fuße des Bergs wieder vollständig versammelt. Nach Beendigung des Beschusses wurden am Ende des Tages Vorposten postiert. Es wurde darauf eine bis zum 2. August andauernde Waffenruhe geschlossen. Am 22. August 1866 folgte der Friedensschluss mit den Bayern.Alfred Cramer: Geschichte des Infanterie-Regiments Prinz Friedrich der Niederlande (2. Westfälisches) Nr. 15. Verlag R. Eisenschmid, Berlin 1910.
Deutsch-Französischer Krieg Zu Beginn des Krieges gegen Frankreich diente der Bahnhof Kall als Sammelpunkt der Divisionstruppen, und deren Kommandeur, Generalleutnant Glümer, ließ sich sämtliche Offiziere vorstellen. Als die Division versammelt war, marschierte sie zum Sammelpunkt der 1. Armee in Richtung Trier. Nachdem jedoch bekannt wurde, dass das französische IV. Korps unter Paul de Ladmirault nach Süden abmarschiert wäre und sich der Feind bei Saarbrücken sammele, wurde die Marschrichtung dahingehend geändert. Am Abend des 6. August 1870 erreichte ein Adjutant des Generalkommandos die Division. Die 14. Division stände bei Spichern im Gefecht und benötige Hilfe. Auf deren Weg dorthin wurde jedoch, da das Gefecht augenscheinlich beendet war, der Marsch abgebrochen. Lediglich die Avantgarde der Division hatte noch in die Schlacht eingreifen können.