zentriert|350px|Der erst fünfjährige Ludwig empfängt die Huldigungen nach seiner Proklamation als König Der fünfjährige Ludwig XV. wird nach dem Tod seines Urgroßvaters Ludwig XIV. König von Frankreich. zentriert|176px|Friedrich von Hessen-Kassel Landgraf Friedrich I. von Hessen-Kassel heiratet die schwedische Prinzessin Ulrika Eleonore. zentriert|164px|Alexis Simon Belle: James Francis Edward Stuart, The Old Pretender Unter James Francis Edward Stuart kommt es zum ersten Jakobitenaufstand in Schottland. 1715 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1163/64 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1707/08 (Jahreswechsel 11./12. September) Bengalischer Solarkalender 1120/21 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2258/59 (südlicher Buddhismus); 2257/58 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 73. (74.) Zyklus Jahr des Holz-Schafes 乙未 (am Beginn des Jahres Holz-Pferd 甲午) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1077/78 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4048/49 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1093/94 Islamischer Kalender 1126/1127/28 (Jahreswechsel 6./7. Januar // 26./27. Dezember) Jüdischer Kalender 5475/76 (27./28. September) Koptischer Kalender 1431/32 (11./12. September) Malayalam-Kalender 890/891 Seleukidische Ära Babylon: 2025/26 (Jahreswechsel April) Syrien: 2026/27 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1771/72 (Jahreswechsel April)

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Großer Nordischer Krieg

Januar: König Karl XII. von Schweden besetzt die Süd- und Ostküste Rügens zur Sicherung der Stralsunder Festung. 23. Februar: Karl XII. nimmt Wolgast ein, das von einem zwanzig Mann starken preußischen Posten besetzt ist. 24. März: Der verwitwete General Friedrich von Hessen-Kassel heiratet in Stockholm die schwedische Prinzessin Ulrika Eleonore, die Schwester von König Karl XII. Fünf Jahre später sind die Eheleute schwedisches Königspaar. 9. April: Ein russisches Marinekommando unter Kapitän Peder Bredal segelt mit drei Fregatten und einer Brigg von Reval gegen schwedische Kaperschiffe, von denen er drei erbeutet. 22. April: Schwedische Truppen landen auf der Insel Usedom und überrumpeln die dort stationierte kleine preußische Abteilung. Daraufhin lässt Friedrich Wilhelm I. den schwedischen Gesandten ausweisen und gibt die Anweisung zum Beginn des geplanten Feldzugs.

miniatur|links|Seeschlacht bei Fehmarn 24. April: In der Seeschlacht bei Fehmarn besiegt ein dänisches Geschwader unter dem Kommando von Kapitän Peter Tordenskjold ein schwedisches Geschwader unter Karl Hans Wachtmeister. Durch ungünstige Winde bleibt der schwedischen Flotte nur die Flucht nach Westen in die Kieler Bucht. Damit es nicht in dänische Hände fällt, versenken die Schweden dort ihr manövrierunfähig geschossenes Flaggschiff Prinsessan Hedvig Sophia. Die Versenkung weiterer Schiffe wird von den Dänen gewaltsam verhindert. 1. Mai: Alliierte Einheiten aus Preußen, Dänemark und Sachsen beginnen den Pommernfeldzug nach Schwedisch-Pommern mit dem Ziel der Eroberung von Rügen, Stralsund und Vorpommern. 29. Mai: Ein schwedisches Geschwader aus 12 Schiffen beschießt die Festung Reval und russische Schiffe im Hafen. Das Gegenfeuer der russischen Schiffe und der Küstenartillerie zwingt die Schweden zum Rückzug.

16. Juni: Eine dänisch-preußisch-hannoveranische Armeeabteilung unter dem Oberbefehl von Franz Joachim von Dewitz beginnt während des Pommernfeldzuges mit der Belagerung von Wismar. Die Belagerung der von schwedischen Einheiten gehaltenen Stadt Wismar dauert bis April 1716. 19. Juni: Eine vereinte englisch-holländische Flotte unter dem Kommando des englischen Admirals John Norris mit 100 Schiffen der Handelsmarine, verstärkt von der Kriegsflotte gegen die schwedischen Kaperschiffe, kommt unversehrt in Reval an. Zar Peter I. empfängt Admiral Norris und bietet ihm das Kommando der russischen Kriegsmarine an. John Norris kehrt aber im Oktober nach England zurück.

miniatur|links|Zeitgenössische Karte der Belagerung von Stralsund 12. Juli: Einheiten des Pommernfeldzugs unter Leopold I. von Anhalt-Dessau beginnen mit der Belagerung von Stralsund. Die Stralsunder Stadtbefestigungen zählen zu diesem Zeitpunkt zu den größten Festungs- und Verteidigungsanlagen in Nordeuropa. 3. August: Ein Geschwader der russischen Flotte unter Kapitän Peder Bredal landet auf der Insel Gotland. Nach der Zerstörung vieler Ansiedlungen auf der Insel kehrt das Geschwader nach Reval zurück. 8. August: Die Seeschlacht bei Jasmund zwischen der dänischen Flotte unter dem Kommando von Admiral Peter Raben und der schwedischen Flotte unter Admiral Claes Sparre endet mit einem strategischen Sieg der Dänen, die daraufhin mit Vorbereitungen zur Invasion Rügens beginnen. 22. August: Preußisch-sächsischen Truppen gelingt die Eroberung der Peenemünder Schanze in Peenemünde auf Usedom. 30. Oktober: Preußen und Russland schließen einen neuerlichen Allianzvertrag.

15. November: In der Schlacht bei Stresow gelingt den Alliierten ein Sieg und eine entscheidende Schwächung der schwedischen Einheiten unter Karl XII. auf Rügen. Die letzten verbliebenen Einheiten der Schweden auf der Insel kapitulieren am 17. November. 23. Dezember: Kurz vor dem bevorstehenden Großangriff auf Stralsund flieht der schwedische König Karl XII. mit drei Begleitern aus der belagerten Festung, um einer Gefangennahme zu entgehen. 24. Dezember: Die Belagerung von Stralsund endet mit der preußischen Rückeroberung der Stadt von den Schweden.

Polen-Litauen

26. November: Unter der Führung von Stanisław Ledóchowski wird in Tarnogród von polnischen Adeligen die Allgemeine Konföderation gegründet. Sie wendet sich aus finanziellen Gründen gegen König August II. samt seinen Reformen sowie die Stationierung von sächsischen Truppen im Land. Ziel ist die Wiederherstellung der Goldenen Freiheit der Rzeczpospolita. Der Adel und ein großer Teil der Armee Polen-Litauens schließen sich der Konföderation an. Dezember: Augusts sächsischer Feldmarschall Jacob Heinrich von Flemming führt eine Offensive gegen die Konföderation, wobei es nicht zu größeren Kampfhandlungen kommt.

Venezianisch-Österreichischer Türkenkrieg

27. Juni: Im Krieg mit Venedig landen auf dem Peloponnes etwa 40.000 Soldaten des Osmanischen Reichs, eine weitere Flotte von 80 Schiffen landet auf der Insel Cerigo. Die Venezianer, die nur rund 10.000 Mann und 19 Schiffe aufzubieten haben, verteidigen im Wesentlichen nur ihre festen Plätze auf der Halbinsel, sodass die Osmanen bis zum Dezember den ganzen Peloponnes einnehmen können. 14. August: Etwa 700 Kroaten halten erfolgreich die Stadt Sinj gegen 6.000 osmanische Soldaten. In Erinnerung daran entsteht die Sinjska alka.

Frankreich

miniatur|links|Regent Philippe II. d’Orléans und König Ludwig XV.

1. September: Mit dem Tod des französischen Königs Ludwig XIV. geht die längste Regentschaft eines europäischen Monarchen zu Ende. Er war 72 Jahre an der Macht. Sein fünfjähriger Urenkel Ludwig XV. wird König von Frankreich unter der Regentschaft seines Großonkels und Vormunds Philippe II. de Bourbon, duc d’Orléans. Philipp von Orléans pflegt im Vergleich zu seinem Onkel einen offeneren, aber auch schwächeren Regierungsstil: Er fördert die Parlements, ist gegen Zensur und ordnet die Neuauflage von Büchern an, die unter der Herrschaft seines Onkels verboten worden waren. Zudem fördert er die bildenden Künste. Da Philipp seinen Lebensmittelpunkt nicht vom Pariser Palais Royal ins Schloss Versailles verlegt, die aristokratischen Familien, die Ludwig XIV. nahegestanden sind, sich jedoch nicht an den Hof Philipp von Orléans begeben wollen, ziehen sich viele von ihnen auf ihre Landsitze zurück. 2. September: Philippe II. de Bourbon, duc d’Orléans lässt durch das Parlement de Paris das Testament des verstorbenen Königs Ludwig XIV. in wesentlichen Teilen annullieren. Dieses hat seine Befugnisse durch die Einsetzung eines Regentschaftsrates beschnitten. Als Gegenleistung hebt Philippe die Einschränkungen des Remonstrationsrechts des Parlements auf. Dezember: Philipp von Orléans ersetzt Minister und Staatssekretäre durch Ratsgremien aus mehreren Personen. Hierbei werden im Gegensatz zur Herrschaft Ludwigs XIV. auch wieder Hof- und Hochadlige und Angehörige des Klerus in höhere Regierungspositionen berufen. Kardinal Guillaume Dubois wird Staatsrat. Ludwig XV. übersiedelt nach Paris in das Palais des Tuileries.

Jakobitenaufstand in Schottland und England

miniatur|links|hochkant|George I. um 1715 22. Januar bis 9. März: Bei den Wahlen zum britischen Parlament erleiden die mit den Jakobiten sympathisierenden Tories eine vernichtende Niederlage. Die von König George I. favorisierten Whigs ziehen mit einer überwältigenden Mehrheit ins Parlament ein. Sprecher des Unterhauses wird Spencer Compton. 6. September: John Erskine, 23. Earl of Mar, ruft in Braemar James Francis Edward Stuart als James VIII. zum schottischen König aus, es kommt zum ersten Aufstand der Jakobiten. Es gelingt den Aufständischen rasch, den schottischen Norden unter ihre Kontrolle zu bringen und sie erobern unter anderem Inverness, Aberdeen und Dundee. Auf dem Weg nach Süden zögert John Erskine jedoch und versäumt es die Initiative zu ergreifen. Als er sich nach seiner Ernennung zum Oberbefehlshaber am 22. Oktober schließlich auf den Weg nach Stirling Castle aufmacht, kommt es am 13. November in der Nähe zur Schlacht bei Sheriffmuir, die unentschieden endet. Das dämpft den Enthusiasmus der Hochländer nachhaltig, da sie in der Schlacht etwa die doppelte Anzahl an Kämpfern aufgeboten haben. Am gleichen Tag ergibt sich Inverness hannoveranischen Truppen. Auch in England kommt es zu einer Erhebung, die jedoch am 14. November in der Schlacht bei Preston niedergeschlagen wird.

miniatur|hochkant|The Old Pretender landet in Schottland 22. Dezember: James Francis Edward Stuart, the Old Pretender, landet bei Peterhead in Schottland. Zu diesem Zeitpunkt ist die Armee der Jakobiten allerdings bereits auf insgesamt 5.000 Mann geschmolzen. Auch die erhoffte Unterstützung aus Frankreich bleibt aus.

Heiliges Römisches Reich

18. Mai: Der Wildbader Vertrag zwischen Herzog Leopold Eberhard von Württemberg-Mömpelgard und Herzog Ludwig Eberhard von Württemberg-Stuttgart regelt die Erbfolge in Mömpelgard nach dem Tod Leopold Eberhards. 17. Juni: Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach gründet die Stadt Karlsruhe als Planstadt mit der Grundsteinlegung des Karlsruher Schlosses. Am 24. September erlässt er einen Privilegienbrief für diejenigen, die sich in der Stadt niederlassen. 15. November: Österreich und die Republik der Sieben Vereinigten Provinzen schließen in Antwerpen den dritten Barrieretraktat über Besatzungsrechte der Holländer in den österreichischen Niederlanden.

Afrika

Dezember: Auf Yostos, den negus von Äthiopien, wird ein Giftanschlag verübt. Er bleibt daraufhin gelähmt. Frankreich erobert die Insel Mauritius von den Piraten, die sich dort seit dem Abzug der Niederländer im Jahr 1710 festgesetzt haben, und benennt die Insel in Île de France um.

Amerika

11. Februar: Der seit 1711 andauernde Tuscarora-Krieg endet. 21. Februar: Benedict Calvert, 4. Baron Baltimore, beerbt seinen verstorbenen Vater Charles Calvert, 3. Baron Baltimore, als Lord Proprietor der Kolonie Maryland. Er überlebt seinen Vater jedoch nur knapp zwei Monate. Am 16. April folgt ihm sein Sohn Charles Calvert, 5. Baron Baltimore, in sein Amt nach.

miniatur|Übersichtskarte des Yamasee War 15. April: Der Yamasee-Krieg beginnt. Verschiedenen Stämme amerikanischer Ureinwohner, darunter die Yamasee, Creek, Cherokee, Chickasaw, Catawba, Apalachee, Apalachicola, Yuchi, Savannah River Shawnee, Congaree, Waxhaw, Pee Dee, Cape-Fear-Indianer, Cheraw und viele andere unternehmen zahlreiche Überfälle auf europäische Siedlungen der Provinz Carolina, die die Kolonie an den Rand ihrer Existenz bringen.