zentriert|350px|Blackbeard im Kampf mit Maynard. Gemälde von Jean Leon Gerome Ferris Robert Maynard tötet im Kampf den berüchtigten Piraten Blackbeard. zentriert|160px|Ulrika Eleonore von Schweden Ulrika Eleonore wird Königin von Schweden. zentriert|180px|Der Vertrag von Passarowitz und seine Folgen Der Friede von Passarowitz beendet den Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg. zentriert|350px|Gedenckwürdigkeiten des 1718ten Jahres Memorabilia Gedenckwürdigkeiten des 1718ten Jahres. 1718 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1166/67 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1710/11 (Jahreswechsel 10./11. September) Bengalischer Solarkalender 1123/1124 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2261/62 (südlicher Buddhismus); 2260/61 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 73. (74.) Zyklus Jahr des Erde-Hundes 戊戌 (am Beginn des Jahres Feuer-Hahn 丁酉) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1080/81 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4051/52 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1096/97 Islamischer Kalender 1130/31 (Jahreswechsel 23./24. November) Jüdischer Kalender 5478/79 (25./26. September) Koptischer Kalender 1434/35 (10./11. September) Malayalam-Kalender 893/894 Seleukidische Ära Babylon: 2028/29 (Jahreswechsel April) Syrien: 2029/30 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1774/75 (Jahreswechsel April)

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Türkenkrieg

21. Juli: Der von Großbritannien und den Niederlanden vermittelte Friede von Passarowitz zwischen Venedig, Österreich und dem Osmanischen Reich wird geschlossen. Er beendet den Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg. Sultan Ahmed III. tritt das Temescher Banat und die Kleine Walachei sowie Nordserbien mit Belgrad und einen Grenzstreifen in Nordbosnien an Österreich ab. Venedig verliert jedoch die Morea endgültig an die Osmanen, behält aber die Festungen Butrinto, Parga, Prevesa, Vonitza auf dem griechischen und albanischen Festland, sowie die ionischen Inseln. Infolge des Friedensvertrages werden auch Handelsverträge abgeschlossen, nach denen türkische Untertanen auf dem Gebiet der Habsburgermonarchie Handelsfreiheit genießen.

Krieg der Quadrupelallianz

3. Juli: Nachdem sie im Vorjahr bereits Sardinien erobert haben, landen die Spanier auf Sizilien, das zu diesem Zeitpunkt dem Haus Savoyen gehört, erobern Palermo und besetzen im Anschluss die ganze Insel bis auf Messina, das länger Widerstand leistet. Danach strengt Minister Giulio Alberoni Verhandlungen mit dem savoyischen Herzog Viktor Amadeus II. an und schlägt ihm ein anti-habsburgisches Bündnis vor. 2. August: Kaiser Karl VI. tritt der im Vorjahr geschlossenen Tripel-Allianz von Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden gegen Spanien bei. Darin stimmt er unter anderem einem Tausch von Sizilien gegen Sardinien zu. Der Krieg der Quadrupelallianz ist nur noch eine Frage der Zeit.

11. August: In der Seeschlacht vor Kap Passero greift eine britische Flotte unter dem Befehl von Admiral George Byng ohne vorherige Kriegserklärung eine spanische an und reibt sie auf. 30. September: Nach monatelanger Belagerung ergibt sich Messina als letzte Stadt Siziliens den Spaniern. Herbst: Ein kleines österreichisches Heer setzt von Neapel nach Sizilien über, kann jedoch nur einen Brückenkopf um Milazzo halten. 17. Dezember: Nach der spanischen Zurückweisung von Bedingungen der Quadrupelallianz erklärt Großbritannien gegenüber Spanien den Krieg. Der Krieg weitet sich damit auf die spanischen Kolonien in Südamerika aus. Zum Jahreswechsel tritt auch Frankreich offiziell in den Krieg ein, nachdem die von Giulio Alberoni und Louise Bénédicte de Bourbon geplante Verschwörung von Cellamare gegen den französischen Regenten Philippe II. de Bourbon, duc d’Orléans, bekannt geworden ist.

Großer Nordischer Krieg

Mai: Auf den Aland-Inseln beginnt die erste russisch-schwedische Friedenskonferenz. Georg Heinrich von Görtz und Carl Gyllenborg auf schwedischer Seite verhandeln mit Heinrich Johann Friedrich Ostermann und Jacob Daniel Bruce. Der schwedische Vorschlag sieht vor, dass Russland alle seine Besitzungen bis auf Finnland behalten, dafür aber Norwegen und Hannover den Schweden zufallen sollen. Ferner soll eine Landung in Schottland eine Rückkehr der Jakobiten auf den dortigen Thron vorbereiten.

miniatur|links|hochkant|Belagerung von Frederikshald Oktober: Schweden greift das mit Dänemark in Personalunion verbundene Norwegen im Großen Nordischen Krieg erneut an. Das Hauptkorps der Schweden unter König Karl XII. marschiert auf Fredrikshald zu. Ein Teil der schwedischen Armee unter dem Kommando von Generalleutnant Carl Gustaf Armfelt marschiert nach Trondheim. Der Feldzug soll den Kriegsgegnern die scheinbar ungebrochene Stärke Schwedens vor Augen führen, trifft aber im eigenen Land auf allgemeine Missbilligung, da das Land faktisch am Ende seiner Kräfte ist. 20. November: Die Belagerung von Frederikshald durch Karl XII. beginnt. 11. Dezember: Der schwedische König Karl XII. wird bei der Belagerung der Festung Fredriksten im norwegischen Fredrikshald durch einen Schuss getötet, ob von einer Kugel aus feindlichen oder den eigenen Reihen ist ungeklärt. Seine Schwester Ulrika Eleonore übernimmt die Regierung, ihr Ehemann General Friedrich von Hessen-Kassel hebt die Belagerung am 14. Dezember auf und führt das Heer nach Schweden zurück. Der Rückmarsch ist überhastet und unkoordiniert, zahlreiche Schweden sterben an Hunger und Kälte.

Russland

7. Juli: Zarewitsch Alexei von Russland stirbt in Haft. Er ist bei seiner Rückkehr aus dem Exil nach Moskau am 14. Februar festgenommen, zum Thronverzicht gezwungen und wegen Verschwörung gegen seinen Vater Peter den Großen zum Tode verurteilt worden. Auf die Hinrichtung wurde zwar verzichtet, doch stirbt Alexei kurze Zeit später vermutlich an den Folgen der erlittenen Folter.

Heiliges Römisches Reich

15. November: Herzog Moritz Wilhelm von Sachsen-Zeitz stirbt ohne Erben. Dadurch fällt die albertinische Sekundogenitur wieder an Kursachsen zurück.

Asien

Sultan ibn Saif II., Imam der Yaruba-Dynastie in Oman, stirbt. Die Nachfolge ist umstritten, da sein Sohn Saif ibn Sultan II. noch minderjährig ist. Trotzdem setzt das Volk dessen Einsetzung gegen die Bedenken der Geistlichkeit durch.

Piraterie in der Karibik und vor Nordamerika

miniatur|links|hochkant|Charles Vane 11. April: Der ehemalige Freibeuter Woodes Rogers, neu ernannter Gouverneur der Bahamas, bricht von Bristol aus nach New Providence auf, das zu diesem Zeitpunkt als Piratenhauptstadt bekannt ist. Im Gepäck hat er einen Königlichen Pardon für alle Piraten, die sich vor dem 5. September ergeben. Er erreicht New Providence am 26. Juli. Die meisten Piraten, unter ihnen Benjamin Hornigold, nehmen das Angebot an, nur Charles Vane widersetzt sich, entzündet ein frisch gekapertes Schiff im Hafen und lässt es als Brander auf die vor Anker liegenden Schiffe des Gouverneurs zulaufen. Danach flüchtet er mit seiner Mannschaft, zu der unter anderem Jack Rackham und Anne Bonny gehören. Nachdem er im März und April mehrere Schiffe in der Karibik gekapert hat, erscheint Edward Thatch, genannt Blackbeard, mit seiner Piratenflotte vor Charleston in der Province of South Carolina und belagert die Stadt. Mindestens neun Schiffe, die die Blockade durchbrechen wollen, werden aufgebracht. Nach der Übergabe von Medikamenten und medizinischen Utensilien brechen die Piraten die Belagerung ab und segeln weiter nach Beaufort in North Carolina. Dort läuft jedoch Blackbeards Flaggschiff, die Queen Anne’s Revenge auf Grund und geht verloren. Inzwischen entsendet Alexander Spotswood, der Gouverneur von Virginia, in Überschreitung seiner örtlichen Kompetenz zwei als Handelsschiffe getarnte Kriegsschiffe der Royal Navy unter dem Befehl von Leutnant Robert Maynard, um Blackbeard festzunehmen oder zu töten.

21. November: Nachdem Blackbeard mit seiner Mannschaft die beiden vermeintlichen Handelsschiffe geentert hat, wird er von Robert Maynard im Kampf getötet. Blackbeard wird enthauptet und sein Kopf an den Bugspriet von Maynards Schaluppe gehängt, bis die Piratenjäger wieder in Virginia eintreffen.

Nordamerikanische Kolonien

Juni: Mit einem Vertrag zwischen den Siedlern und den verbliebenen Tuscarora endet der Tuscarora-Krieg endgültig. Damit wird auch das Fort Christanna geschlossen. Jean-Baptiste Le Moyne de Bienville gründet in der französischen Kolonie Louisiana die Stadt La Nouvelle-Orléans.

Wirtschaft

15. Mai: Der Londoner Anwalt James Puckle erhält ein Patent auf das von ihm erfundene Maschinengewehr. Es gibt wenig Interesse dafür. Dem österreichischen Hofkriegsratsagent Claudius Innocentius du Paquier gelingt es, das wohlgehütete Produktionsgeheimnis der Königlich-Polnischen und Kurfürstlich-Sächsischen Porzellanmanufaktur in Erfahrung zu bringen. Mit Hilfe des kaiserlichen Gesandten am polnisch-sächsischen Hof, Damian Hugo von Virmont, kann er einige der Handwerker aus Meißen nach Wien abwerben und eine eigene Porzellanmanufaktur errichten. Die Wiener Porzellanmanufaktur, für die er am 27. Mai ein kaiserliches Privilegium zur Porzellanherstellung in den habsburgischen Ländern erhält, ist die zweite in Europa. Die 1674 aufgelöste Französische Westindienkompanie wird wiedergegründet, übernimmt das Tabakmonopol und fusioniert mit der Senegalkompanie.

Wissenschaft und Technik November: Der deutsche Naturwissenschaftler Daniel Gottlieb Messerschmidt erhält über Laurentius Blumentrost den kaiserlichen Auftrag Peters des Großen für eine mehrjährige Forschungs- und Sammelreise durch Sibirien.

Kultur Architektur

9. September: In Vorbereitung der geplanten Hochzeitsfeierlichkeiten von Kurprinz Friedrich August mit Maria Josepha von Österreich wird in Dresden der Grundstein für das Opernhaus am Zwinger gelegt. Die Wallgrabenbrücke verbindet die westlichen Dresdner Vorstädte außerhalb der Dresdner Befestigungsanlagen mit dem Zwinger.

Musik und Theater

Februar: Das Melodrama Telemaco von Alessandro Scarlatti auf das Libretto von Carlo Sigismondo Capece hat seine Uraufführung am römischen Teatro Capranica. Frühsommer: Georg Friedrich Händel komponiert die Masque Acis and Galatea und die Erstfassung des Oratoriums Esther. 1. Oktober: Uraufführung der Oper Temistocle von Nicola Porpora in Wien 4. November: Uraufführung der Oper Ifigenia in Aulide von Alessandro Scarlatti in Wien 26. November: Uraufführung der Oper Il trionfo dell’onore von Alessandro Scarlatti am Teatro dei Fiorentini in Neapel

Gesellschaft

In Schweden wird die erste Rechtsverkehrsordnung erlassen.

Katastrophen

Februar: Große Teile von Bukarest werden durch einen Brand zerstört. Im gleichen Jahr kommt es wegen einer Dürre zu einer Hungersnot. Das Picardsche Schweißfieber tritt in Nordfrankreich erstmals auf.

Geboren

Erstes Halbjahr mini|Israel Putnams Geburtshaus in Danvers, Massachusetts 7. Januar: Israel Putnam, britischer Offizier und US-amerikanischer General († 1790) 20. Januar: Ambrosio de Benavides, spanischer Kolonialverwalter, Gouverneur von Puerto Rico, Charcas und Chile († 1787) 20. Januar: Élie Catherine Fréron, französischer Literat und Publizist († 1776) 29. Januar: Paul Rabaut, französischer evangelischer Prediger und Pfarrer († 1794) 2. Februar: Christoph Bauer, deutscher lutherischer Theologe († 1778) 17. Februar: Matthew Tilghman, Delegierter von Maryland im Kontinentalkongress († 1790) 18. Februar: Søren Abildgaard, dänischer Biologe, Autor und Illustrator († 1791) 18. Februar: Robert Henry, schottischer Historiker († 1790) 24. Februar: George Rodney, 1. Baron Rodney, britischer Flottenadmiral († 1792) Februar: Hilaire-Marin Rouelle, französischer Chemiker und Apotheker († 1779) Februar: Mary Wortley-Montagu, 1. Baroness Mount Stuart, britische Adelige († 1794) 6. März: Wilhelm Heinrich, Fürst von Nassau-Saarbrücken († 1768)