Aichach ist die Kreisstadt des Landkreises Aichach-Friedberg im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben.

Geografie Geographische Lage Die Stadt liegt im Städtedreieck München – Augsburg – Ingolstadt am Flüsschen Paar.

Stadtgliederung Gemeindeteile

Es gibt 39 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Der Gemeindeteile „Aichach (Bahnhof)“ und „Untermühle“ wurden auf Antrag der Stadt Aichach durch Bescheid des Landratsamtes Aichach-Friedberg vom 14. April 2022 aufgehoben. Die Untermühle wird aber im BayernPortal noch als Gemeindeteil geführt. mini|Stadtansicht von Westenmini|Stadtplatz in Aichach

Gemarkungen GemarkungFläche in HektarGemeindeteileEinwohner(31. Dez. 2024)Eingemeindung Aichach 661,5309 Aichach 11.147 Algertshausen 240,7949 Algertshausen, Aichach (Bahnhof), Untermühle 1.070 1974 Ecknach 940,6773 Ecknach, Eitershofen, Nisselbach, Tränkmühle 1.145 1978 Edenried 239,7220 Edenried 257 1978 Gallenbach 877,0489 Gallenbach, Ippertshausen, Neulhof (oberer), Neulhof (unterer), Neumühle, Röckerszell, Windten 541 1978 Griesbeckerzell 698,0793 Griesbeckerzell, Hiesling, Hofgarten, Knottenried, Neuhausen 1.179 1978 Klingen 1.290,8427 Andersbach, Blumenthal, Gansbach, Klingen, Matzenberg, Wilpersberg 1.207 1977 Oberbernbach 764,0355 Aich, Froscham, Oberbernbach 2.095 1978 Obermauerbach 838,0528 Obermauerbach, Untermauerbach 580 1977 Oberschneitbach 513,7861 Oberschneitbach 382 1972 Oberwittelsbach 413,1107 Oberwittelsbach, Wöresbach 388 1978 Sulzbach 296,1091 Sulzbach 520 1972 Untergriesbach 243,2918 Untergriesbach 512 1970 Unterschneitbach 370,8105 Unterschneitbach 511 1970 Unterwittelsbach 449,9305 Unterwittelsbach 776 1972 Walchshofen 459,9188 Walchshofen 328 1972Gesamt 9.297,7418 22.633

Klima

Geschichte Aichach kann auf eine bald tausendjährige Geschichte zurückblicken. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts (vor 1078) wurde die Kirche von Aichach erstmals in einer chronikalen Notiz des Klosters St. Ulrich und Afra in Augsburg genannt. Die Ansiedlung ist sicher älter.

1250 wurde erstmals ein Komtur als Leiter eines Hauses des Deutschen Ordens in Aichach genannt. Aichach war bis 1384 der Sitz einer Deutschordenskommende, die später nach Blumenthal umzog und bis 1806 bestand. 1347 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer „unser Statt Aychach […] allw die Recht […] die unser Statt due die Burger ze Munichen […] habent“.

mini|hochkant|Oberes Tor mit umfangreicher Inschrift zur Stadtgeschichte mini|Ansicht der Stadt Aichach von Michael Wening, um 1700 (noch mit dem 1704 zerstörten Schloss)

Im Jahre 1634 brannte Aichach nach einer Belagerung nahezu völlig ab. Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges zogen die Truppen der Kriegsparteien immer wieder durch die schwer mitgenommene Stadt an der Straße von Augsburg nach Regensburg. Der Schwedengeneral Gustaf Horn rang mit den kaiserlichen Generälen Aldringen und Jan van Werth. 1704 kamen im Spanischen Erbfolgekrieg englische, holländische und spanische Truppen nach Aichach. Das herzogliche Schloss wurde zerstört.

Im Jahre 1796 zogen französische und österreichische Truppen durch die Stadt und nahmen zum Leidwesen der Bürger in und bei Aichach Quartier. Die Stadt hatte unter den wiederkehrenden Durchzügen der Armeen sehr zu leiden. Zwischen 1796 und 1809 mussten die Bürger von Aichach insgesamt 18.699 Offiziere und 194.086 Soldaten einquartieren.Hannes Hintermeier: Napoleons Frieden, Napoleons Kriege. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. Mai 2015, S. 13. Im Gasthof des Bräuers Lorenz Alois Gerhauser am Stadtplatz wohnten u. a. der französische General Saint Cyr und 1799 der Kosakenführer Rimski-Korsakow.

Die Stadt war vor 1800 Pflegamt und gehörte zum Rentamt München des Kurfürstentums Bayern. Aichach besaß ein Stadtgericht mit weitgehenden magistralen Eigenrechten.

Das Landgericht Aichach war ein von 1803 bis 1879 bestehendes bayerisches Landgericht älterer Ordnung. Diese Landgerichte waren im Königreich Bayern Gerichts- und Verwaltungsbehörden, die 1862 in administrativer Hinsicht von den Bezirksämtern und 1879 in juristischer Hinsicht von den Amtsgerichten abgelöst wurden. Seit 1862 bestand das Bezirksamt Aichach, Vorläufer des Landkreises Aichach. Er bildete im Zuge der Kreisreform 1972 mit dem Landkreis Friedberg sowie einzelnen Gemeinden weiterer Landkreise den provisorischen „Landkreis Augsburg-Ost“. Dieser neue Landkreis gehörte zum Regierungsbezirk Schwaben. Der Landkreis erhielt am 1. Mai 1973 seinen endgültigen Namen Landkreis Aichach-Friedberg.

Eingemeindungen Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1970 die Gemeinden Untergriesbach und Unterschneitbach nach Aichach eingemeindet. Am 1. Januar 1972 folgte die Eingemeindung der von Oberschneitbach, Sulzbach und Unterwittelsbach, und am 1. April 1972 wurde Walchshofen nach Aichach eingemeindet. Am 1. Januar 1974 schloss sich die Eingemeindung von Algertshausen an, am 1. Januar 1977 folgten dann noch Klingen und Obermauerbach. In der bislang letzten Eingemeindungsphase wurden die Gemeinden Ecknach, Gallenbach, Griesbeckerzell (mit dem bereits am 1. Januar 1972 eingegliederten Edenried), Oberbernbach und Oberwittelsbach am 1. Januar 1978 zu Gemeindeteilen von Aichach.

Einwohnerentwicklung mini|400px|Einwohnerentwicklung von Aichach von 1840 bis 2017

Jahr Einwohner 1840 5.458 1900 6.554 1925 7.923 1939 8.600 1950 12.132 1961 12.673 1970 13.440 1987 16.202 1991 17.919 Jahr Einwohner 1995 19.156 2002 20.592 2005 20.853 2010 20.866 2015 21.050 2016 21.130 2017 21.169 2018 21.434 2019 21.470 Zwischen 1988 und 2019 wuchs die Stadt von 16.352 auf 21.470 um 5.118 Einwohner bzw. um 31,3 %.

Politik mini|Aichacher Rathaus mini|Aichacher Rathaus Südseite Stadtrat und Bürgermeister Der Stadtrat setzt sich aus dem 1. Bürgermeister und 30 Stadträten zusammen. Die drei vergangenen Kommunalwahlen führten zu folgenden Ergebnissen:

Parteien und Wählergemeinschaften %2026Wahl des Stadtrats 2026, Stadt Aichach, Gesamtergebnis, abgerufen am 4. April 2026 Sitze2026 %2020 Sitze2020 %2014 Sitze2014 Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 36,0 11 35,4 11 36,9 11 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 13,8 4 19,7 6 28,9 9 Bündnis 90/Die Grünen (Grüne) 11,2 3 14,8 4 6,9 2 Freie Demokratische Partei (FDP) 1,9 1 2,2 1 2,3 1 Freie Wählergemeinschaft (FWG) 15,9 5 18,1 5 16,8 5 Bündnis Zukunft Aichach (BZA) 4,0 1 5,7 2 4,5 1 Christliche Wählergemeinschaft (CWG) 1,9 1 4,2 1 3,6 1 Junge Union Bayern (JU) 3,6 1 – – – – Alternative für Deutschland (AfD) 11,7 3 – – – – Gesamt (nach Korrektur der Rundungsfehler) 100 % 30 100 % 30 100 % 30 Wahlbeteiligung 67,0 % 57,86 % 54,1 %

Erster Bürgermeister war seit 1. Mai 1996 Klaus Habermann (SPD). Am 8. März 2026 wurde mit 62,3 Prozent der gültigen Stimmen Josef Dußmann (CSU) zum neuen Bürgermeister gewählt.

Gemeindefinanzen Im Jahr 2023 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 31,538 Mio. Euro, davon waren 12,419 Mio. Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto). 2023 betrug die Verschuldung 7,334 Mio. Euro, das sind 338 Euro je Einwohner.

Wappen

Städtepartnerschaften

: Brixlegg : Schifferstadt : GödöllőAichach-Unterwittelsbach mit dem Wasserschloss ist Ausgangspunkt und Gödöllő mit dem Königlichen Schloss der Endpunkt der sogenannten „Sissi-Straße“, die den Lebensweg der Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn nachzeichnet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt mini|Blick auf das Untere Tor Theater und Museen Stadtmuseum Aichach Wittelsbacher Museum im Unteren Tor Wasserschloss Unterwittelsbach

Bauwerke

mini|Schneidergasse in Aichach spätgotische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Ausstattung um 1907 neu gestaltet vom Münchner Architekten Richard Berndl, dem Maler Gustav G. Klemm (1858–1938) und dem Bildhauer Jakob Bradl Ruine der Wittelsbacher Stammburg

JVA Aichach, Frauengefängnis in Bayern Schloss Blumenthal

Grünflächen und Naherholung Der Walderlebnispfad der Stadt Aichach liegt im Aichacher Grubet.

Neu angelegt wurde 2016 der Stadtpark Aichach, welcher direkt am Flutgraben entlang verläuft. Im Stadtpark befindet sich auch der neue Kinderspielplatz „Biberburg“. Der Stadtpark ist ein wichtiges Bindeglied des bald im Zuge des Hochwasserschutzes fertiggestellten Paartalweges durch Aichach. Über diesen kann man vom Segelfluggelände Aichach durch das Stadtgebiet bis zur am anderen Ende des Ortes gelegenen Tränkmühle entlang der Paar wandern und die Natur genießen.

Regelmäßige Veranstaltungen Jedes Jahr wird im Juli das zehntägige Aichacher Volksfest veranstaltet. Alle drei Jahre finden die Mittelalterlichen Markttage in der historischen Altstadt statt. Jedes Jahr wird am Faschingssamstag ein Faschingstreiben veranstaltet. Jedes Jahr am zweiten Augustwochenende wird das Stereostrand Festival (ehem. Stereowald Festival) veranstaltet.

Sport Freibad Aichach Hallenbad Aichach (an der Wittelsbacher Realschule) Landkreisstadion Tennisclub Aichach

Vereine Königlich-Bayerische-Josefspartei Ballspiel-Club Aichach (BCA) TSV Aichach Sportverein mit 19 Abteilungen Faschingsgesellschaft Paartalia Aichach 1973 e. V. Aichacher Volkstheater e. V. Deutsche Pfadfinder*innenschaft Sankt Georg – Stamm Otto von Wittelsbach Musikverein Aichach e. V.

Musik Orchester Crazy Oak Bigband Philharmonie Aichach Aichacher Stadtkapelle

Chöre Kammerchor St. Sebastian Liederchor Aichach

Musikgruppen The Sensational Skydrunk Heartbeat Orchestra Paincake

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen Der größte Arbeitgeber ist die Julius Zorn GmbH mit über 800 Angestellten. Das internationale Bauunternehmen Züblin hat in Aichach eine Tochterfirma für Holzingenieurbau, die Züblin Timber GmbH mit ca. 200 Mitarbeitern. Ähnlich viele Arbeiter beschäftigt die Firma Zenker Backformen, welche 2003 vom Haushaltsartikel-Hersteller Fackelmann übernommen wurde. An der Schnittstelle von B 300 und A 8 haben sich Unternehmen wie DPD, Raben Group und Norma mit Logistikzentren niedergelassen.

Medien In Aichach erscheinen als Tageszeitungen: Aichacher Zeitung bei der Mayer & Söhne Druck- und Mediengruppe GmbH & Co. KG;Alle Nichtabonnenten der Aichacher Zeitung erhalten am Mittwoch und Samstag den Aichacher Anzeiger als kostenloses Wochenblatt. Aichacher Nachrichten (Regionalausgabe der Augsburger Allgemeine) bei der Presse-Druck- und Verlags-GmbH Augsburg

In der Radiolandschaft Aichachs gibt es zwei Lokalsender, Hitradio RT1 und Radio Fantasy, die eigene terrestrische Frequenzen besitzen, über Kabel können noch weitere angrenzende Regionalhörfunkprogramme und Sender mit nationalem und internationalem Verbreitungsgebiet empfangen werden.

Seit Februar 2011 gibt es einen Internet-Fernsehsender Aichach.tv, der mit regionalen Nachrichten, Berichten, Reportagen und Talksendungen aus Aichach und Region berichtet.

Öffentliche Einrichtungen mini|Landratsamt Aichach mini|Amtsgericht Aichach mini|JVA Aichach Amtsgericht Aichach Arbeitsamt Aichach Forstamt Gesundheitsamt Justizvollzugsanstalt (JVA Aichach) Landratsamt Aichach-Friedberg Stadtbücherei Aichach Vermessungsamt Staatliches Veterinäramt Wasserwerk

Bildung Ludwig-Steub-Volksschule Aichach (Grundschule) Grundschule Aichach-Nord Elisabeth-Schule (Förderzentrum, Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung) Edith-Stein-Schule (Förderzentrum, Förderschwerpunkt Lernen, Sprache und emotionale Entwicklung) Geschwister-Scholl-Mittelschule Aichach Wittelsbacher-Realschule Aichach Deutschherren-Gymnasium Aichach Berufsfachschule für Krankenpflege Staatliche Berufsschule Aichach-Friedberg Volkshochschule Aichach-Friedberg e. V.

Verkehr mini|Bahnhof Aichach Aichach hat einen Bahnhof an der Paartalbahn mit Anschluss nach Augsburg und Ingolstadt Die Bundesstraße 300 verbindet Aichach mit Augsburg und der Bundesautobahn 8 München – Stuttgart (Ausfahrt Dasing) sowie über Schrobenhausen mit Ingolstadt und der Bundesautobahn 9