mini|Schloss Muskau mini|Marktplatz mini|Häuserzeile am Marktplatz Bad Muskau, , bis 1961 Muskau, ist eine sächsische Landstadt (Landkreis Görlitz) in der Oberlausitz. Die Stadt grenzt an Polen und an das Land Brandenburg. Sie liegt in der auf deutschem und polnischem Staatsgebiet liegenden UNESCO-Welterbestätte Muskauer Park/Park Mużakowski – eine der wenigen staatenübergreifenden UNESCO-Welterbestätten – an der Lausitzer Neiße und gehört zum sorbischen Siedlungsgebiet. des Gesetzes über die Rechte der Sorben im Freistaat Sachsen (SächsSorbG) Weltbekannt ist Bad Muskau durch den vom Landschaftsarchitekten Fürst Hermann von Pückler-Muskau angelegten und später nach ihm benannten Fürst-Pückler-Park – eine einzigartige Parkanlage im Stil englischer Landschaftsgärten. Bad Muskau selbst ist heute als Ort mit Moorkurbetrieb ein staatlich anerkannter Kurort.

Geografie Lage Bad Muskau liegt im Norden des Landkreises am linken Ufer der Lausitzer Neiße. Der Ortsteil Köbeln ist die nördlichste Ortschaft Ostsachsens; mit ist das Neißetal in Köbeln zugleich die tiefste Landesstelle des Landkreises Görlitz. Südlich des Stadtgebiets liegt der Scheitelpunkt des parabelförmigen Muskauer Faltenbogens. Ebenfalls am südlichen Stadtrand beginnt die Muskauer Heide, ein ausgedehntes Waldgebiet, das in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre das erste Revier der wieder in Deutschland ansässigen Wölfe wurde.

Mit der am östlichen Flussufer gelegenen polnischen Nachbarstadt Łęknica (Lugknitz) teilt sich die Stadt den Fürst-Pückler-Park.

Nachbargemeinden Im Süden grenzt Bad Muskau an Krauschwitz, im Südwesten an Gablenz (beide Landkreis Görlitz), im Westen an die Gemeinde Jämlitz-Klein Düben, im Norden an die Gemeinde Neiße-Malxetal (beide Landkreis Spree-Neiße). In Polen grenzen Łęknica im Osten und die Gmina Trzebiel (Triebel) im Nordosten (beide Landkreis Żary) an Bad Muskau. Gablenz und sein ehemals eigenständiger Ortsteil Kromlau gingen mit Bad Muskau die Verwaltungsgemeinschaft Bad Muskau ein, in der die Stadt als ausführende Gemeinde fungiert.

Stadtgliederung Neben der Kernstadt besteht Bad Muskau aus den Stadtteilen Berg (seit 1940) und Köbeln (seit 1950 zu Muskau gehörig), von denen jedoch nur Köbeln Ortsteilstatus hat.

Zwischen dem Stadtkern und Köbeln liegt die Stadtrandsiedlung. Südlich des Stadtkerns befand sich das frühere Dorf Neustadt, das bereits Mitte des 19. Jahrhunderts seine Eigenständigkeit verlor. Infolge von Stadtbränden und anschließender Neubebauung ist es im Stadtgebiet nicht mehr gesondert erkennbar. Nach der Enteignung der Standesherrschaft wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Burglehn Muskau, in der unter anderem das Schloss Muskau lag, 1945 in das Stadtgebiet eingegliedert.

Geschichte mini|Schloss Muskau, das Neue Schloss, Mitte des 19. Jh., um 1862/63, Sammlung Alexander Duncker

Mužakow wurde an der Stelle einer slawischen Fluchtburg als günstig an der Neiße gelegener Handels- und Manufakturplatz im 13. Jahrhundert im Zuge der hochmittelalterlichen Ostsiedlung gegründet. In der zweiten Hälfte der 1240er wird es als Muschov erstmals erwähnt.

Die lateinische Urkunde von 1268 zur Teilung der Oberlausitz in die Länder Budissin (Bautzen) und Görlitz erwähnt Muskau in der Beschreibung des Grenzverlaufs: „… von der Stelle, wo das Löbauer Wasser in die Spree mündet, verläuft sie entlang des als Musatenstic bezeichneten Weges und dann weiter zum Dorf Gabelenze, direkt bis zur Neiße.“Codex diplomaticus Lusatiae superioris. Bd. 1, S. 92–93 (Digitalisat der Teilungsurkunde von 1268 SLUB Dresden) Gemeint war vermutlich Muscatensis, also Muskau, das damals bereits bedeutend genug war, um eine von Bautzen hierher verlaufende Straße nach diesem Ort zu benennen.Brigitte Haraszin: Teilung der Oberlausitz vor 750 Jahren. In: Muskauer Anzeiger. Nr. 332 (13. April 2018), S. 24–25. (PDF) Das Stadtrecht wurde Muskau im Jahr 1452 durch Wenzel von Bieberstein (1421–1465) verliehen, der die Herrschaft Muskau 1447 kaufte. Sie blieb bis 1551 im Besitz derer von Bieberstein, deren rotes fünfendiges Hirschhorn der Wilde Mann im Stadtwappen trägt.

Obwohl die heutige sorbische Form des Ortsnamens gut zum slawischen Wort mužak „Mann, Kerl“ passt, ermöglichen die ältesten urkundlichen Belege auch andere Herleitungen, so vom slawischen Personennamen Muš oder von mucha „Fliege“.Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Band II M–Z, Akademie-Verlag Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8. S. 68 Stichwort Muschau (PDF Slub Dresden) In und um Muskau wurde der Muskauer Dialekt der sorbischen Sprache gesprochen. Heute ist das Sorbische zwar zweite Amtssprache, wird aber nur noch von wenigen Einwohnern gesprochen. Anfang des 21. Jahrhunderts gab es Bestrebungen, die sorbische Kultur in Bad Muskau wiederzubeleben, einschließlich der Muskauer Tracht, die der Schleifer Tracht ähnelte.

Die Standesherrschaft Muskau war die größte im Markgraftum Oberlausitz, das ab 1635 zum Kurfürstentums Sachsen gehörte. Der nördliche und der östliche Teil der Oberlausitz wurden auf dem Wiener Kongress 1815 dem Königreich Preußen zugeteilt. Unter der amtlichen Bezeichnung „Preußische Oberlausitz“ gehörten sie zur Provinz Schlesien und später zu der bis 1945 bestehenden Provinz Niederschlesien.

Standesherren waren seit dem Dreißigjährigen Krieg bis 1798 die Reichsgrafen Callenberg, dann die Grafen Pückler. Fürst Hermann von Pückler-Muskau verkaufte die Standesherrschaft 1845 an die Grafen von Hatzfeld-Weissweiler, von Hatzfeld-Schönstein und von Nostitz. Von diesen gelangte sie im Jahre 1846 in den Besitz des Prinzen Wilhelm Friedrich Karl von Oranien-Nassau und danach bis 1945 an die Grafen von Arnim.

Im sogenannten „Zornfeuer“ von 1766 brannte die Stadt vollständig nieder; verschont blieben nur die Stadtkirche und das Schloss auf dem Burglehn. Während des Rückzugs der napoleonischen Armee aus Russland 1813 brachten württembergische Kürassiere eine Flecktyphusepidemie nach Muskau, durch die etwa ein Fünftel der Bevölkerung starb. Die Einwohner lebten (mit wenigen Ausnahmen) im Stande der Erbuntertänigkeit, die erst nach 1815 unter preußischer Herrschaft beendet wurde. Die sorbischen Bauern der umliegenden Dörfer waren überwiegend Lassiten.

Aufgrund reicher Tonvorkommen entwickelte sich in Muskau ein starkes Töpferhandwerk. In der Blütezeit vom 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren bis zu 20 Meister tätig, die berühmten Steinzeuggefäße wurden bis in weit entfernte Marktorte (z. B. Wien) geliefert. Wegen Brandgefahr siedelten die Töpfer in der Südvorstadt, der Schmelze (heute Schmelzstraße).

Der Alaunabbau bei der Stadt Muskau wurde 1573 erstmals urkundlich erwähnt. Die Alaunhütte, angelegt auf dem Gelände des heutigen Badeparks, zählte einst neben den Hütten in Reichenbach im Vogtland, Schwemsal und Bad Freienwalde zu den ältesten Sachsens. Der Abbau wurde 1864 eingestellt.

Im 19. Jahrhundert wurde im Gebiet zwischen Muskau und Weißwasser Braunkohle abgebaut.

1815 begann Graf (später Fürst) von Pückler, einen Landschaftspark anzulegen. Um ihn vergrößern zu können, setzte Pückler den Ort Köbeln nach 1816 vom rechten auf das linke Neißeufer um. Der Ort war erst um 1814 nach Plänen des Pücklerschen „General-Inspectors“ Leopold Schefer als „Musterdorf“ neu angelegt worden und während der Kriegshandlungen abgebrannt. Auf Leopold Schefers Engagement geht auch die Errichtung der Glashütte bei Jämlitz zurück, einer der ältesten vorindustriellen Hütten der Lausitz.Bernd-Ingo Friedrich: Historische Briefbeschwerer – Paperweights aus Brandenburg und Sachsen. Verlag Gunter Oettel, Görlitz/Zittau 2019, S. 25–54. (Zu Schefers Anteil S. 27–29, zur Glashütte Jämlitz Kapitel 5)

mini|Papierfabrik um 1900

Trotz des kriegsbedingt verhängten Eingemeindungsstopps wurde die Nachbargemeinde Berg und etwa zwei Drittel der Gemeinde Lugknitz zum 1. April 1940 eingemeindet. Im Februar 1945 verließ Alexandra von Arnim Muskau mit einem Treck Richtung Bendeleben in Thüringen, im April folgte ihr Gatte Hermann von Arnim. Im Juli 1945 erhielten sie die Mitteilung, dass „die Standesherrschaft mit allen Betrieben entschädigungslos enteignet“ sei. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt durch Artilleriebeschuss der über die Neiße drängenden Sowjetarmee und der 2. Polnischen Armee stark zerstört. Im Herbst 1945 fielen das Schloss und große Teile der Stadt einem Brand zum Opfer. An die Kämpfe zum Ende des Krieges erinnert ein sowjetisches Ehrenmal. Muskau wurde mit Ausnahme der Stadtkirche, der wendischen St.-Andreas-Kirche (am 15. April 1945 ausgebrannt und zusammengebrochen) und des Rathauses weitgehend wieder aufgebaut. Die Stadtkirche wurde im April 1959 gesprengt.www.kirchensprengung.de, siehe auch Christen und Kirchen in der DDR

Infolge der Grenzziehung entlang der Oder-Neiße-Linie wurde aus den östlich der Neiße liegenden Stadtteilen die Gemeinde Łęknica (Lugknitz) erneut gebildet, zu deren ehemaligen Fluren noch Teile von Muskau, insbesondere der größte Teil des Pückler-Parks hinzu kamen, während die links der Neiße gelegenen Lugknitzer Fluren bei Muskau verblieben.

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Köbeln eingegliedert.

In preußischer Zeit gehörte Bad Muskau zum Kreis Rothenburg (Ob. Laus.) im schlesischen Regierungsbezirk Liegnitz. Der westliche Teil des Kreises kam nach dem Kriegsende zum Land Sachsen und hieß ab Oktober 1945 Landkreis Weißwasser. Dieser vereinigte sich am 16. Januar 1947 mit dem kleinen, westneißischen Teil des Landkreises Görlitz zum Landkreis Weißwasser-Görlitz, der wiederum im folgenden Jahr in Landkreis Niesky umbenannt wurde. Bei der Verwaltungsreform in der DDR am 25. Juli 1952 wurde Muskau dem Kreis Weißwasser im Bezirk Cottbus eingegliedert. Mit einem Entscheid von 1990 wurden das Kreisgebiet und damit Bad Muskau dem wiedergebildeten Freistaat Sachsen zugeordnet.

Bad Muskau besitzt eine Sole-Quelle und eine einzigartige Vitriol-Quelle. Mit dem Bau eines Kurheims wurde 1961 der Stadt Muskau die Zusatzbezeichnung „Bad“ verliehen und spätestens seit 2006 ist es ein staatlich anerkannter Kurort mit dem Status als Ort mit Moorkurbetrieb.Bekanntmachung des SMWA über die Liste der Sächsischen Kur- und Erholungsorte gemäß § 3 Abs. 5 SächsKurG vom 25. Oktober 2006 (SächsABl. S. 1012) auf: revosax.sachsen.de.

Politik

Stadtrat Die Stadtratswahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis. Es sind auch die Ergebnisse der Kommunalwahlen 2009, 2014 und 2019 angegeben:

Liste2024201920142009 in % Sitze in % Sitze in % Sitze in % Sitze AfD 32,7 % 5 – – – – – – CDU 29,8 % 4 46,4 % 8 42,9 % 7 28,9 % 5 Wir für Bad Muskau1 24,8 % 4 12,3 % 2 13,0 % 2 13,7 % 2 Die Linke 12,8 % 2 21,1 % 3 24,2 % 4 19,9 % 3 SPD – – 20,2 % 3 20,0 % 3 11,8 % 2 Freie Wähler – – – – – – 23,3 % 4Wahlbeteiligung58,7 %53,4 %43,6 %?

1 bis 2019 als „Verein zur Wahrung der demokratischen Grundrechte“

Bürgermeister 1994–2001: Heidemarie Knoop (PDS) 2001–2019: Andreas Bänder (CDU) seit 2019: Thomas Krahl (CDU)

Bei den sächsischen Kommunalwahlen 2001 wurde der Einzelhändler Andreas Bänder (CDU) am 10. Juni mit 63,4 % zum Bürgermeister gewählt. Bei den Kommunalwahlen 2008 trat er als einziger Bürgermeisterkandidat an und wurde mit 96,1 % im Amt bestätigt. Auch bei den Wahlen im Juni 2015 wurde er wiedergewählt.

Am 1. September 2019 wurde der bisherige stellvertretende Bürgermeister Thomas Krahl (CDU) zum neuen Bürgermeister gewählt, nachdem Andreas Bänder sein Amt altersbedingt niederlegte. Thomas Krahl setzte sich mit 50,1 % gegen Frank Budszuhn (parteilos) durch. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2026Wahl am 27. September (Stichwahl am 11. Oktober)2019Thomas KrahlCDU50,12015Werner Andreas Bänder63,5200896,1200163,4

Wappen

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Städtepartnerschaften mini|Eisenbahnbrücke über die Neiße vor der Renovierung … mini|… und 2018 mit dem fertigen Radweg