Dörentrup ist eine Gemeinde im Nordosten Nordrhein-Westfalens. Mit Einwohnern ist Dörentrup die bevölkerungsärmste Kommune des Kreises Lippe.

Das Gemeindegebiet zählt naturräumlich zum Lipper Bergland. Bewaldete Kuppen und intensiv landwirtschaftlich genutzte Täler prägen das Landschaftsbild. Größter Fluss ist die das Gemeindegebiet von Ost nach West durchziehende Bega. Dörentrup liegt im Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge. Schwelentrup und Hillentrup sind Erholungsorte mit Kurpark.

Schloss Wendlinghausen wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts von Hilmar von Münchhausen erbaut und ist eines der schönsten Schlösser im Stil der Weserrenaissance. Wichtigster Wirtschaftszweig ist der Dienstleistungssektor, insbesondere der Tourismus, jedoch pendeln viele Arbeitnehmer in nahe Städte wie Lemgo und Bielefeld.

Geographie Geographische Lage mini|Übersichtskarte Dörentrup liegt im Nordosten Nordrhein-Westfalens und im Osten Ostwestfalen-Lippes bzw. des Regierungsbezirks Detmold. Die Gemeinde hat sich der Region Nordlippe angeschlossen. Die größte Nachbarstadt ist die ehemalige Kreisstadt Lemgo, die rund 7 km westlich liegt. Die Kreisstadt Detmold am Teutoburger Wald liegt rund 18 km südwestlich. Die nächste Großstadt Bielefeld liegt rund 35 km westlich.

Naturräumlich zählt das Gemeindegebiet vollständig zum Lipper Bergland, einem Teilraum des Weserberglandes. Das Lipper Bergland präsentiert sich im Gemeindegebiet als stark durchschnittenes Hügelland. Die Kuppen sind bewaldet, die Täler werden intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die Weser verläuft rund 20 Kilometer nördlich der Gemeindegrenze. Größter Fluss im Gemeindegebiet ist die in westliche Richtung fließende Bega. Wichtigste Nebengewässer der Bega sind der von Norden kommende Hillbach sowie der Diebkebach, der von Süden kommend der Bega zufließt. Nördlich der Bega und südlich des Ortsteils Hillentrup befindet sich ein als Pottkuhle bezeichneter See, der mit rund 2,9 ha das größte Stillgewässer der Gemeinde ist.

Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt im Westen Dörentrups im Begatal mit . Die höchste Erhebung ist der Steinberg bei Schwelentrup im Nordosten der Gemeinde mit . Bis 1992 unterhielt die NATO eine Raketenabwehrstellung auf dem Gipfel, in dessen Nähe sich mehrere Hügelgräber befinden. Der ebenfalls im Kalten Krieg militärisch genutzte Gipfel des Dörenbergs () liegt knapp jenseits der Gemeindegrenze, die an der Südflanke des Berges bis auf verläuft. Das Gemeindegebiet liegt vollständig im Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge, wird von den beiden Gebirgen jedoch nicht berührt.

Geologie mini|Geothermische Ergiebigkeit des Gemeindegebiets mini|Blick vom Steinberg bei Schwelentrup Richtung Südwesten Der Untergrund Dörentrups gehört zum Lippischen Keuper-Gebiet und besteht aus Festgesteinen, die sich im Trias vor 240 bis 210 Millionen Jahren aus Meeres- und Flussablagerungen bildeten. Zu beiden Seiten des Tals der Bega haben sich auf den Bergrücken graue bis braunrote Ton-, Mergel- und Sandsteine gebildet. Am Kleeberg, südlich und westlich von Krubberg und nördlich von Schwelentrup, befinden sich Kalksteine des Oberen Muschelkalks. Sehr häufig sind in diesen Gesteinen Versteinerungen von Meerestieren wie Kopffüßern und Seelilien zu finden. Am Schiefeberg kommen die ältesten Gesteine des Gemeindegebiets vor, das aus dem Mittleren Muschelkalk stammende graue und gelbbraune Mergel- und Dolomitgestein.

Der tiefere Untergrund besteht aus Sand-, Ton- oder Kalkstein des Buntsandsteins und des Erdaltertums. Im Bereich von Neuenkamp kommen Sande des Tertiärs mit mehreren Flözen aus Braunkohle vor. Sie füllen dort trichterförmige Hohlformen auf, die durch Erdfälle verursacht wurden. Diese Sande gehören zu den hochwertigsten in Europa und wurden wegen ihrer Reinheit bis 1970 für die Glasherstellung abgebaut.

In der Ebene des Begatals und in den Nebentälern ist der Festgesteinsuntergrund mit Lockergesteinen des Eiszeitalters und Löss überdeckt. Unter dem Löss befinden sich Reste einer Grundmoräne.

Zwar sind die klüftigen Kalksteine und die Sand-, Ton- und Mergelsteine des Trias gute Grundwasserleiter, aber für die Trinkwasserversorgung im Gemeindegebiet haben nur die zum Teil verkarsteten Kalksteine des Oberen Muschelkalks Bedeutung. Der Rotenbach und weitere kleine Fließgewässer im Ortsteil Hillentrup entspringen aus ergiebigen Quellen in diesen Gesteinen.

Mehr als die Hälfte des Gemeindegebietes wird landwirtschaftlich genutzt. Dabei sind die fruchtbarsten Ackerböden in den mächtigen Lösslehmen zu finden, die zu beiden Seiten der Bega liegen und bis zu zwei Kilometer breit sind. Dort sind Parabraunerden entstanden, die sehr gut bearbeitbar sind, viel Wasser speichern und viele Nährstoffe binden können. Vorrangig in ebenen Lagen und insbesondere im Gebiet von Spork kommt es zum Teil durch Tonanreicherung in den unteren Bodenbereichen auch zur Bildung von Pseudogleyen. Auf den Gesteinen des Keupers haben sich Braunerden entwickelt. Als Grünland werden die Grundwasserböden in den Tälern genutzt.

mini|Blick über das Tal der Bega zum Dörenberg Dörentrup eignet sich im Tal der Bega mittelmäßig, in einem Gebiet westlich von Sporkholz und in einem halbmondförmigen Streifen von Hillentrup in Richtung Schwelentrup nicht und sonst gut bis sehr gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonden und Wärmegewinnung durch Wärmepumpenheizungen (vgl. dazu die nebenstehende Karte). (PDF; 369 kB) Geologischer Dienst NRW

Ausdehnung und Nutzung des Gemeindegebiets Die als Große Landgemeinde klassifizierte Gemeinde erstreckt sich über eine Fläche von 49,79 km². Das Gemeindegebiet hat eine maximale Ausdehnung in Ost-West-Richtung von ca. 9,8 und in Nord-Süd-Richtung von etwa 8,5 km. Im Landesvergleich weist das Gemeindegebiet nur wenige bebaute Flächen und eine überdurchschnittliche landwirtschaftliche Nutzung auf. Die genauen Flächennutzungsanteile sind aus folgender Tabelle ersichtlich:

Flächenach Nutzungsart Landwirt-schafts-fläche Wald-fläche Gebäude-,Frei- undBetriebsfläche Verkehrs-fläche Wasser-fläche Sport- undGrünfläche sonstigeNutzung Fläche in km² 30,84 12,78 3,70 1,81 0,22 0,41 0,05 Anteil an Gesamtfläche 61,94 % 25,67 % 7,43 % 3,64 % 0,44 % 0,82 % 0,10 %

Nachbargemeinden Dörentrup grenzt, im Uhrzeigersinn beginnend im Norden, an die Gemeinden Kalletal und Extertal sowie an die Städte Barntrup, Blomberg und Lemgo, die alle im Kreis Lippe liegen.

Gemeindegliederung Dörentrup ist in fünf Ortsteile gegliedert, die im Gebietszuschnitt annähernd den fünf Gemeinden entsprechen, die im Zuge der kommunalen Neuordnung 1969 zur Gemeinde Dörentrup vereinigt wurden. Der namensgebende Ort Dörentrup ist ein Teil des größten Ortsteils Hillentrup.

mini|Ortsteile von Dörentrup

Ortsteil Flächekm² EinwohnerStand: 31. Dezember 2000 Bega (mit Sibbentrup) 6,76 1392 Hillentrup *(mit Dörentrup, Spork und Krubberg) 13,26 3574 Humfeld 7,96 1806 Schwelentrup 12,46 1638 Wendlinghausen (mit den Weilern Betzen und Stumpenhagen) 9,35 938(* = Sitz der Gemeindeverwaltung)

Klima

Das Gemeindegebiet von Dörentrup gehört zum maritimen Klimabereich Nordwestdeutschlands. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild, die Sommer mäßig warm und die Niederschläge relativ gleichmäßig verteilt. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt etwa 8,6 °C. Die Jahresdurchschnittstemperatur in der geschützten Begatalung liegt leicht darüber bei etwa 9 °C. Die Lage der Gemeinde auf der Leeseite (östlich) des Teutoburger Waldes und des Eggegebirges lässt die jährliche Niederschlagsmenge in Dörentrup wesentlich geringer als in diesen Höhenzügen ausfallen. Innerhalb der Gemeinde fallen die Niederschläge besonders im südwestlichen Begatal besonders gering aus. Die Berge des Lipper Berglandes führen dagegen bedingt durch lokalen Steigungsregen zu leicht höheren Niederschlagsmengen besonders im Nordosten der Gemeinde. Stadt Detmold Kinder-Lippe

Außer Niederschlagsdaten sind keine weiteren Klimadaten für Dörentrup verfügbar, daher werden im Folgenden die Temperatur- und Sonnenscheindaten des etwa 17 km entfernten Schieder-Schwalenberg herangezogen. Schieder-Schwalenberg liegt in vergleichbarer naturräumlicher Lage und Höhe wie Dörentrup.

Geschichte mini|Teil der Dörentruper Bauerschaft Krubberg mit der Amelungsburg im Hintergrund mini|Schloss Wendlinghausen

Vorgeschichte und Mittelalter Vorgeschichtliche Hügelgräber und Funde aus der Steinzeit im Humfelder Becken lassen vermuten, dass diese Gegend altes Siedlungsland war. Bei Hillentrup weisen Überreste der etwa sieben Hektar großen latènezeitlichen Befestigungsanlage Piepenkopf und eine vermutlich zugehörige ehemalige Warte auf der Kuppe der benachbarten Amelungsburg auf eine frühe Besiedlung hin.Friedrich Hohenschwert: Ur- und Frühgeschichtliche Befestigungen in Lippe. Herausgegeben von der Altertumskommission für Westfalen, Münster 1978. Das Gebiet wurde schon im ersten Jahrtausend n. Chr. durch wichtige Fernwege erschlossen, so zum Beispiel durch eine Route, die aus dem Ravensberger Land kommend über Herford, Lemgo, Humfeld, Alverdissen in den Raum Hameln/Pyrmont führte. Eine zweite Route verband Blomberg mit der Weser im Norden und kreuzte bei Dörentrup den anderen Fernweg. Die frühgeschichtlichen Fernwege sind allerdings erheblich älter als die Siedlungen, die erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurden.Wilhelm Rinne: Landeskunde Nordrhein-Westfalen, Band: Lippe. Ferdinand Schöningh, Paderborn 1993, ISBN 3-506-76111-0, S. 265–269.

Die Gegend um Dörentrup gehörte bis zum Ende des 12. Jahrhunderts zur Grafschaft Schwalenberg. Um 1185 setzte deren allmählicher Niedergang ein. Zwischenzeitlich konnte auch eine Schwalenberger Nebenlinie rund um die Burgen Alt- und Neu-Sternberg die kleine Grafschaft Sternberg errichten, zu der Teile der heutigen Gemeinde gehörten. Die Edelherren von Lippe wurden unter diesem Namen erstmals 1123 urkundlich genannt und bauten in der Folge ihre Landesherrschaft auf. Sie erwarben zwischen 1332 und 1358 große Gebiete der Grafschaft Schwalenberg und dehnten durch Erwerb von Varenholz und Langenholzhausen ihren Besitz nordwärts bis an die Weser aus.Erich Knittel: Heimatchronik des Kreises Lippe. Archiv für deutsche Heimatpflege GmbH, Köln 1978, S. 54–64.

Die Hillentruper Kirche wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, wahrscheinlich während der Sternberger Fehde von 1424, durch „Raub und Brand“ zerstört. Das Hostienbehältnis überstand dieses Unglück jedoch unbeschadet. Das unbedeutende Kirchdorf entwickelte sich zu einer regional bedeutenden Wallfahrtsstätte. Für die Wallfahrer wurde eine Schankwirtschaft eingerichtet. Dieser seit dem 15. Jahrhundert bestehende Krug auf dem Kirchhof in Hillentrup gehört zu den ältesten nachweisbaren Krügen in Lippe.Roland Linde: Ländliche Wirtshäuser in Westfalen. Internet-Portal Westfälische Geschichte (abgerufen am 15. März 2010)

Das Dorf Wendlinghausen wurde erstmals im Jahr 1227 urkundlich erwähnt. Die erste urkundliche Erwähnung von Hillentrup befindet sich im Güterverzeichnis des Mindener Domkapitels von ca. 1260. In der Mitte des 16. Jahrhunderts entstand das Gut Wendlinghausen, dessen Eigentümer damals Antonius von der Lippe, ein Sohn Bernhards VII., war. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam es in den Besitz von Hilmar von Münchhausen, der das Wasserschloss Wendlinghausen von 1613 bis 1615 errichten ließ. Das Schloss gehört zu den schönsten Gebäuden aus der Stilepoche der Weserrenaissance. 1731 wurde es an die Adelsfamilie von Reden verkauft und befindet sich seit fast 300 Jahren in deren Besitz.

Schwelentrup wurde 1151 zum ersten Mal als Suitherdincthorpe erwähnt. (PDF) (abgerufen am 21. Mai 2014)

Reformation und Dreißigjähriger Krieg mini|hochkant|Graf von Tilly