mini|Logo des Bistums Limburg Das Bistum Limburg () ist eine römisch-katholische Diözese in der deutschen Kirchenprovinz Köln. Sie umfasst Teile der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz. Kathedralkirche des Bistums ist der Limburger Dom, die größte Kirche der Diözese ist der Kaiserdom St. Bartholomäus in Frankfurt am Main.
Im Bistum lebten im Jahr 2022 etwa 539.100 Katholiken. Die meisten evangelischen Christen in diesem Raum gehören zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.
Untergliederung Das Bistum gliedert sich in fünf Regionen, die im Sinne des c. 374 § 2 CIC die Zwischenebene zwischen Bistum und Pfarreien bilden:
Region an der Lahn Region Frankfurt Region Taunus Region Westerwald – Rhein-Lahn Region Wiesbaden – Rheingau – Taunus
Aufgabe der Region ist es, im Rahmen der auf Bistumsebene vereinbarten Strategien und Richtlinien eine auf die Struktur der Region abgestimmte Pastoral und entsprechende Bildungsangebote zu entwickeln. Die Regionen wurden zum 1. Mai 2024 errichtet und traten ab diesem Zeitpunkt an die Stelle der bis dahin bestehenden elf Bezirke (Frankfurt, Hochtaunus, Lahn-Dill-Eder, Limburg, Main-Taunus, Rheingau, Rhein-Lahn, Untertaunus, Westerwald, Wetzlar und Wiesbaden).
Im Bistum Limburg gibt es 47 Pfarreien in fünf Regionen. Zudem gibt es 33 Pfarreien von Katholiken anderer Muttersprache.
Geschichte
Das Bistum Limburg wurde im Jahr 1827 als Folge der Neuordnung der katholischen Bistümer nach der Säkularisation als Suffraganbistum der Oberrheinischen Kirchenprovinz mit Metropolitansitz in Freiburg im Breisgau aus dem Vikariat Limburg neu gegründet. Zuvor gehörte das Gebiet zu den Erzbistümern Trier und Mainz, wobei der nordwestliche Teil kurtrierisch war und damit auch weltlich vom Trierer Erzbistum regiert wurde.Klaus Schatz: Geschichte des Bistums Limburg. Mainz 1983, S. 7, siehe auch S. 11 (Karte: „Politische und konfessionelle Grenzen vor 1803“). Es gehört damit zu den jüngeren katholischen Bistümern. Es umfasst bis heute die Gebiete des früheren Herzogtums Nassau, der Stadt Frankfurt am Main, der Landgrafschaft Hessen-Homburg und des ehemaligen Kreises Biedenkopf. Im Jahr 1929 wurde es im Zuge des Preußenkonkordats der Kirchenprovinz Köln zugeordnet. Der erste Limburger Bischof war von 1827 bis 1833 Jakob Brand.
Am 2. Februar 2007 wurde der Amtsverzicht des bisherigen Bischofs Franz Kamphaus durch Papst Benedikt XVI. angenommen. Zu seinem Nachfolger wählte das Limburger Domkapitel den Weihbischof im Bistum Münster Franz-Peter Tebartz-van Elst, der am 28. November 2007 von Papst Benedikt XVI. ernannt und am 20. Januar 2008 vom Metropoliten der Kölner Kirchenprovinz, Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, in sein Amt eingeführt wurde. Am 26. März 2014 wurde von Papst Franziskus dem Amtsverzicht von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst vom 20. Oktober 2013 stattgegeben und als Apostolischer Administrator wurde Manfred Grothe, Weihbischof im Erzbistum Paderborn, ernannt.Presseamt des Heiligen Stuhls 26. März 2014: Pressemitteilung hinsichtlich der Diözese Limburg (Deutschland) Am 1. Juli 2016 wurde Georg Bätzing zum neuen Limburger Bischof ernannt. Bischofsweihe und Amtseinführung fanden am 18. September 2016 durch Metropolit und Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki im Limburger Dom statt.
Domkapitel Das Domkapitel besteht aus Priestern, die für den Gottesdienst im Dom Sorge tragen. Bei einer Bischofswahl wählt das Domkapitel den Diözesanbischof aus einer vom Papst vorgelegten Liste von drei Kandidaten. Dem Domkapitel steht Wolfgang Pax als Domdekan vor.
Dem Domkapitel gehören an (Stand: 15. Mai 2024):
Domdekan Wolfgang Pax (Generalvikar, Domdekan) Domkapitular Weihbischof Thomas Löhr (Bischofsvikar für die Orden und Geistlichen Gemeinschaften, Bischofsvikar für die Ökumene) Domkapitular Wolfgang Rösch (Generalvikar a. D., Pfarrverwalter) Domkapitular Johannes zu Eltz (Pfarrer der Dompfarrei St. Bartholomäus Frankfurt) Domkapitular Gereon Rehberg (Pfarrer der Dompfarrei Heilige Katharina Kasper Limburger Land) Domkapitular Georg Franz (Bereichsleitung Personalmanagement und -einsatz) Domkapitular Olaf Lindenberg (Offizial)
Offizialat Die Bistümer Mainz und Limburg haben seit Juli 2022 ein Interdiözesanes Offizialat. In einem ersten Schritt hat Olaf Lindenberg, der Offizial des Bischofs von Limburg, zum 1. Juli auch die Leitung des kirchlichen Gerichts im Bistum Mainz übernommen. In Mainz trat er die Nachfolge von Peter Hilger an, der in den Ruhestand ging.
Laien im Bistum Limburg Die Beteiligung von Laien an Entscheidungsprozessen wurde von Bischof Wilhelm Kempf am 16. März 1969 mit der ersten Wahl zum Pfarrgemeinderat initiiert. Dabei geht es darum, Entscheidungen in wichtigen Dingen auch von Laien beraten und mitentscheiden zu lassen.
Danach steht dem „Amt“ auf Gemeindeebene – also dem Pfarrer – der Pfarrgemeinderat, ein Gremium aus gewählten Laien, gegenüber. Auf Ebene des „Pastoralen Raums“ steht dem Priesterlichen Leiter der Pastoralausschuss gegenüber. Auf den verschiedenen Ebenen des Bistums arbeiten Laien und Hauptamtliche zusammen: im Pfarrgemeinderat in der Pfarrei, im Pastoralausschuss auf der Ebene des Pastoralen Raums, im Bezirkssynodalrat auf Bezirksebene. Auf Bistumsebene gibt es das bischöfliche Beratungsgremium des Diözesansynodalrats (der Bischof entscheidet gemäß dem Kirchenrecht alleine) und als Mandatsvertretung die Diözesanversammlung.
Diözesanversammlung mini|Diözesanversammlung im Wilhelm-Kempf-Haus in Wiesbaden-Naurod am 28. Oktober 2017
Die Diözesanversammlung (DV) ist die gewählte Vertretung der Katholikinnen und Katholiken des Bistums Limburg. Von den 77 Mitgliedern werden 58 Mitglieder von den elf Bezirksversammlungen im Bistum entsandt. Dazu kommen 13 Personen aus einer freien Zuwahlliste und sechs Personen aus einer Zuwahlliste der katholischen Verbände im Bistum.
Ihre Aufgabe sieht die Diözesanversammlung darin, „die Entwicklungen im kirchlichen, gesellschaftlichen und staatlichen Leben zu beobachten, zu diskutieren und dazu Stellung zu nehmen“. Die Diözesanversammlung ist das vom Bischof anerkannte Organ im Sinne des Dekretes des Zweiten Vatikanischen Konzils über das Apostolat der Laien, Nr. 26. Die Diözesanversammlung veröffentlicht die Ergebnisse ihrer Beratungen zumeist in Form einer Erklärung und kann selbstständig über den Inhalt entscheiden. Themen sind beispielsweise bioethische Fragestellungen, die Pastoral der Zukunft, der Dialogprozess mit den deutschen Bischöfen und vor allem gesellschaftlich-politische Fragestellungen, zu denen sich die DV als „Stimme der Laien“ äußern will.
Präsident ist seit dem 21. Mai 2022 der Frankfurter Gerhard Glas, der von Andreas Feldmar und Andreas Gref vertreten wird. Zusammen mit sechs weiteren Mitgliedern bilden sie das Präsidium. Die Diözesanversammlung tritt üblicherweise zweimal im Jahr zusammen, das Präsidium etwa zehnmal. Deswegen kann das Präsidium auch durch aktuelle Erklärungen zu Themen Stellung nehmen, z. B. zur Präimplantationsdiagnostik (PID).
Die Diözesanversammlung sendet Mitglieder in die Landesarbeitsgemeinschaften Hessen und Rheinland-Pfalz, in den Diözesansynodalrat (DSR) und in das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Derzeit sind als Limburger Diözesanräte Barbara Wieland (Frankfurt), Christian Pulfrich (Dillenburg) und Wiegand Otterbach (Höhr-Grenzhausen) im ZdK.Bistum Limburg: Die Diözesanversammlung Die ZdK-Mitglieder sind zudem (nicht stimmberechtigte) Mitglieder des Diözesanversammlungspräsidiums.
Zudem hält das Präsidium einen engen Kontakt zu den politischen Parteien. Der Bischofsvikar für die synodalen Gremien nimmt an Präsidiumssitzungen und an den beiden Vollversammlungen teil.
Diözesansynodalrat Der Diözesansynodalrat (DSR) ist das Gremium, das den Bischof von Limburg vor allen wichtigen Entscheidungen berät. Dem Diözesansynodalrat gehören der Bischof von Limburg als Vorsitzender, die Präsidentin der Diözesanversammlung und 18 von der Diözesanversammlung gewählte Mitglieder, der Bischofsvikar für den synodalen Bereich, der Weihbischof und der Generalvikar, gewählte Vertreter des Priesterrats, des Ordensrats, des Diakonenrats, des Rats der Gemeinden von Katholiken anderer Muttersprache, der Berufsgruppen der Pastoral- und der Gemeindereferenten sowie bis zu vier vom Bischof berufene Mitglieder an. Insgesamt hat der Rat derzeit 35 Mitglieder.
„Der Bischof und die übrigen Mitglieder des Diözesansynodalrates informieren sich gegenseitig als Dialogpartner und beraten gemeinsam über die anstehenden Angelegenheiten;“ gemäß § 77 der Synodalordnung für das Bistum Limburg (SynO). Der DSR berät über die Richtlinien und Schwerpunkte für die Pastoral im Bistum, die Koordinierung der seelsorglichen Aktivitäten im Bistum, Grundsätze für den Einsatz der Mitarbeiter/-innen im pastoralen Dienst, die pastoralen Grundsätze für die Aufstellung des Haushaltsplanes der Diözese und verschiedene andere Fragen. Er wählt 13 der 18 ehrenamtlichen Mitglieder des Diözesankirchensteuerrates (DKStR). Sämtliche Haushaltsfragen des Bistums und des Bischöflichen Stuhls zu Limburg werden vom DKStR beraten und beschlossen. Der DKStR ist mit Blick auf den Haushalt dazu berufen, den Haushaltsplan zu beschließen, den Jahresabschluss festzustellen, über Art und Umfang der Prüfung des Jahresabschlusses zu beschließen und den Abschlussprüfer zu wählen.
Kirchliche Einrichtungen
Kirchengebäude im Bistum Limburg Priesterseminar Limburg Bildungs- und Kulturzentrum Haus am Dom, Frankfurt am Main Jugendbegegnungsstätte Hildegardishof, Waldernbach Jugendbegegnungsstätte Karlsheim, Kirchähr Wilhelm-Kempf-Haus (Tagungshaus), Wiesbaden-Naurod Profilkirche Heilig-Kreuz – Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität in der Heilig-Kreuz-Kirche in Frankfurt-Bornheim Profilkirche Fachzentrum für Trauerseelsorge in der Kirche St. Michael in Frankfurt-Nordend Jugendkirche Crossover in der Kirche St. Hildegard in Limburg an der Lahn. Jugendkirche Jona in Frankfurt am Main in den Räumen der Pfarrkirche St. Bonifatius. Jugendkirche Kana in der Pfarrei Maria-Hilf in Wiesbaden. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Limburg Bischöfliches Weingut Rüdesheim
Klöster und Ordensgemeinschaften Vor der Säkularisation im Jahr 1803 befanden sich auf dem Gebiet Nassaus 26 Klöster. Im Jahr 1817 wurde das letzte dieser Klöster, das Franziskanerinnenkloster Betlehem in Limburg, aufgehoben. Limburg blieb bis zur Gründung der Dernbacher Schwestern und der Niederlassung der Redemptoristen im Kloster Bornhofen im Jahr 1850 eine Diözese ohne Ordensleute.Klaus Schatz: Geschichte des Bistums Limburg. Mainz 1983, S. 14. Neben den Dernbacher Schwestern ist im Bistum noch eine weitere Ordensgemeinschaft, die Barmherzigen Brüder von Montabaur, entstanden.
Heute existieren im Bistum Limburg folgende Ordensniederlassungen (unvollständige Auswahl): Arme Dienstmägde Jesu Christi – Generalmutterhaus, Dernbach (Westerwald) Arnsteiner Patres – Provinzialat, Kloster Arnstein, Obernhof Barmherzige Brüder von Montabaur – Mutterhaus, Montabaur Barmherzige Brüder von Montabaur – Generalat, Niederelbert Benediktinerinnen-Abtei St. Hildegard, Rüdesheim-Eibingen Franziskaner-Wallfahrtskloster Bornhofen, Kamp-Bornhofen Franziskaner-Wallfahrtskloster Marienthal, Geisenheim-Marienthal Heilig-Geist-Schwestern – Internationale Zentrale, Königstein-Mammolshain Jesuiten-Kolleg Sankt Georgen, Frankfurt am Main Jesuiten-Kommunität St. Ignatius, Frankfurt am Main Kloster der Kapuziner Liebfrauen, Frankfurt am Main-Altstadt Pallottiner–Missionshaus, Limburg Pallottinerinnen = Missionsschwestern vom Katholischen Apostolat – Kloster Marienborn, Limburg Ursulinenkloster „St. Joseph“, Geisenheim Ursulinenkloster „St. Angela“, Königstein Kloster Schönau, Strüth Kloster Tiefenthal, Eltville-Martinsthal Oblatenkloster Allerheiligenberg, Lahnstein Zisterzienser-Abtei Marienstatt, Streithausen bei Hachenburg Zisterzienser-Kloster Nothgottes, Rüdesheim