zentriert|139px|David Michelangelos David wird in Florenz enthüllt. zentriert|202px|Götz von Berlichingen Götz von Berlichingen verliert in der Schlacht seine rechte Hand. zentriert|350px|Albrecht Altdorfer: Schlacht von Wenzenbach Im Landshuter Erbfolgekrieg kommt es zur Schlacht von Wenzenbach. 1504 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 952/953 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1496/97 Aztekischer Kalender 11. Rohre – Matlactli ozce Acatl (bis Ende Januar/Anfang Februar: 10. Kaninchen – Matlactli Tochtli) Buddhistische Zeitrechnung 2047/48 (südlicher Buddhismus); 2046/47 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 69./70. (70./71.) Zyklus Jahr der Holz-Ratte 甲子 (am Beginn des Jahres Wasser-Schwein 癸亥) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 866/867 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 3837/38 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 882/883 Islamischer Kalender 909/910(Jahreswechsel 13./14. Juni) Jüdischer Kalender 5264/65 (8./9. September) Koptischer Kalender 1220/21 Malayalam-Kalender 679/680 Seleukidische Ära Babylon: 1814/15 (Jahreswechsel April) Syrien: 1815/16 (Jahreswechsel Oktober) Spanische Ära 1542 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1560/61 (Jahreswechsel April)

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Mittel- und Osteuropa

miniatur|links|Das Fürstentum Moldau in den Grenzen der Jahre 1484–1538 Nach dem Tod von Fürst Ștefan cel Mare am 2. Juli folgt ihm sein Sohn Bogdan III. als Fürst von Moldau, nachdem Ștefan die Bojaren schon am 30. Juni auf dem Sterbebett gezwungen hat, ihn als Nachfolger anzuerkennen. Er setzt die Politik seines Vaters fort, der stets die Unabhängigkeit von Moldau verfolgt hat, sieht sich aber von Anfang an mit einer Reihe von durch Polen, Ungarn und das Osmanische Reich unterstützten Thronprätendenten konfrontiert, die durch deren Einsetzung erhoffen, den moldauischen Staat ihren eigenen Interessen unterzuordnen. König Alexander von Polen hat insbesondere ein Auge auf die Region Pokutien geworfen.

Heiliges Römisches Reich

5. Februar: Bei der Sitzung des Reichskammergerichts im Augsburger Rathaus zu den Herrschaftsstreitigkeiten um Bayern-Landshut stellt König Maximilian I. als Gegenleistung für seine Tätigkeit als Schiedsrichter Gebietsansprüche an beide Seiten. Albrecht IV., erklärt sich bereit, Kitzbühel, Kufstein und Rattenberg an das Haus Habsburg abzutreten. Maximilian erklärt daraufhin den Anspruch des Wittelsbachers für rechtmäßig und stellt ihm 10.000 Mann zur Durchsetzung seiner Ansprüche zur Verfügung. 23. April: Maximilian I. stellt Albrechts Gegner Ruprecht von der Pfalz unter Reichsacht. Damit beginnt der Landshuter Erbfolgekrieg, mit König Maximilian und Albrecht IV. auf der einen Seite, unterstützt vom Schwäbischen Bund, der Reichsstadt Nürnberg, Markgraf Friedrich II. von Brandenburg und Ansbach-Kulmbach und Herzog Ulrich von Württemberg. Ruprecht und seine Gattin Elisabeth von Bayern werden von Pfalzgraf Philipp, den Königen von Böhmen und Frankreich sowie Markgraf Friedrich IV. von Baden unterstützt. 13. Juli: Auf den Wiesen von Altdorf bei Landshut kommt es zum ersten größeren Gefecht zwischen Albrechts und Rupprechts Truppen, wobei der auf Seiten Albrechts stehende Götz von Berlichingen seine Hand verliert. Das Gefecht endet mit einem Sieg Albrechts, Ruprecht muss sich nach Landshut zurückziehen Neumarkt wehrt sich im Juli erfolgreich gegen die Belagerung durch kaiserliche Truppen aus Nürnberg. Im August kommt es zwischen Ebnath und Neusorg, bei der heute „Schlachtung“ genannten Flur bei Schwarzenreuth, zu einer Schlacht zwischen den markgräflichen und den pfälzischen Heerhaufen. 9. August: Pfälzische Truppen erobern Kufstein und etwa zwei Wochen später Braunau. 20. August: Ruprecht von der Pfalz stirbt wie seine beiden ältesten Söhne in Landshut an der Ruhr. Seine Frau Elisabeth führt den Krieg fort. 22. August: Graf Philipp II. von Hanau-Lichtenberg stirbt. Sein Sohn und Nachfolger Philipp III., der im Gegensatz zu seinem Vater im Landshuter Erbfolgekrieg für die pfälzische Seite Partei ergriffen und gegen König Maximilian gekämpft hat, tritt seine Regierung aus diesem Grund unter dem Bannspruch der Reichsacht an.

12. September: Die mit Elisabeth von Bayern verbündeten Böhmen erleiden in der Schlacht von Wenzenbach eine schwere Niederlage gegen kaiserliche Truppen. Drei Tage später stirbt auch Elisabeth an der Ruhr. Im Namen von deren unmündigen Söhnen Ottheinrich und Philipp führen die pfälzischen Räte den Krieg jedoch fort. Herzog Ulrich von Württemberg belagert Alt-Brettheim.

Süd- und Westeuropa

miniatur|links|Die Burg von Chinchilla de Montearagón 24. Januar: Papst Julius II. und der nach Ostia geflohene Cesare Borgia schließen ein Abkommen, aufgrund dessen letzterer unter die Aufsicht des Kardinals Bernardino López de Carvajal gestellt wird. Am 29. April flieht Cesare nach Neapel. Als Gast des spanischen Regenten Gonzalo Fernández de Córdoba y Aguilar wird er auf Druck von Ferdinand II. von Aragón und Julius II. inhaftiert, gefoltert und als Gefangener am 27. Mai nach Spanien verbracht, wo er im Castillo de Chinchilla de Montearagón in Einzelhaft gesperrt wird.

Johanna I. ist schon 1502 von den Cortes in Toledo und Salamanca als Erbin anerkannt worden. Nach dem Tod ihrer Mutter Isabella I. am 29. November wird sie Königin von Kastilien und León sowie dem Königreich Granada. Ihr Vater Ferdinand II. von Aragón übernimmt allerdings für sie die Regentschaft, was ihn in Konflikt mit Johannas Ehemann Philipp bringt. mini|zentriert|Königliches Wappen Johanna I.

Südamerika und Karibik

5. Januar: Der französische Seefahrer Binot Paulmier de Gonneville erreicht Brasilien und ankert in der Gegend des heutigen São Francisco do Sul. Nicolás de Ovando, spanischer Gouverneur von Hispaniola, lässt während eines Festes zahlreiche Taíno-Adelige festnehmen, die gegen die spanischen Kolonialherren Krieg führen. Auch die Königin Anacaona wird festgenommen, und – obwohl sie den Spaniern gegenüber freundlich gesinnt ist – durch Hängen hingerichtet. Nachdem sich Nicolás de Ovando ein Jahr lang geweigert hat, dem auf Jamaika gestrandeten Christoph Kolumbus Hilfe zukommen zu lassen, chartert sein Vertrauter Diego Méndez ein privates Schiff und rettet die Schiffbrüchigen. Kolumbus kehrt noch im gleichen Jahr zurück und bemüht sich vergeblich um Wiederherstellung der ihm in der Kapitulation von Santa Fe zugesicherten Privilegien und um Durchsetzung seiner finanziellen Forderungen.

Afrika

Amara Dunqas gründet auf dem Gebiet des heutigen Sudan das Sultanat von Sannar mit der gleichnamigen Hauptstadt.

Asien

miniatur|hochkant|Lopo Soares de Albergaria 22. April: Unter Lopo Soares de Albergaria bricht eine weitere Portugiesische Indien-Armada von Lissabon auf. Im September erreicht sie Portugiesisch-Indien. Babur, Herrscher des Mogulreichs, erobert Kabul und macht es zur Hauptstadt seines Reiches.

Urkundliche Ersterwähnungen

27. Mai: Babben wird erstmals urkundlich erwähnt. Nusshof wird zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Wirtschaft

In der Abtei St. Michael in Siegburg ist die Herstellung des Siegburger Abtei-Liqueurs nachweisbar.

Wissenschaft und Technik

Peter Henlein aus Nürnberg baut um 1504 einen Federantrieb in Verbindung mit einem Hemmmechanismus (der Federbremse) als einer der ersten in eine tragbare Uhr ein. So kann er diese auf Taschengröße verkleinern.

Kultur Bildende Kunst

8. September: Michelangelos Marmorstatue David wird nach dreijähriger Arbeit vor dem Palazzo della Signoria in Florenz feierlich enthüllt.

miniatur|hochkant|Jacopo de’ Barbari: Stillleben mit Rebhuhn und Eisenhandschuhen Jacopo de’ Barbari malt das Stillleben mit Rebhuhn und Eisenhandschuhen und begründet damit ein neues Genre: Das 49 × 42 cm messende Trompe-l’œil ist das erste bekannte eigenständige Stillleben seit der Antike.

miniatur|links|Ghirlandaio: Krönung der Maria Ridolfo Ghirlandaio vollendet das Gemälde Die Krönung der Maria. Raffael malt in Öl auf Holz die Vermählung Mariä.

Literatur

Jacopo Sannazaro veröffentlicht die Pastoralromanze Arcadia, die als die vorzüglichste bukolische Dichtung Italiens gilt. Im China der Ming-Dynastie erscheinen die Werke Songshi yangsheng bu (Familie Songs Führer für die Pflege des Physischen) und Songshi zunsheng bu (Familie Songs Führer zur Kultivierung des Lebens). Neben Kochrezepten ist darin Material zu Fermentationsprozessen, Gärungserregern und Lebensmittelverarbeitung enthalten. Der San-Lorenzo-Palimpsest entsteht.

Musik

Josquin Desprez gibt seine Anstellung als Kapellmeister der Hofkapelle von Herzog Ercole I. d’Este in Ferrara auf. Er flieht vermutlich vor der Pest, die im Juli 1503 in Ferrara ausgebrochen war, und begibt sich an seine frühere Wirkungsstätte in Condé-sur-l’Escaut. Sein Nachfolger in Ferrara wird Jacob Obrecht. Pierre de la Rue und Alexander Agricola, die ihren Dienstherren Erzherzog Philipp den Schönen von Kastilien vom 4. November 1501 bis zum 8. November 1503 auf dessen Reise nach Spanien, Frankreich, Österreich und Deutschland begleitet hatten, sind nach Mecheln zurückgekehrt. Sie sind weiterhin Mitglieder der Grande Chapelle des Erzherzogs.

Gesellschaft

12. August bis 16. September: In Zürich findet ein großes Schützenfest mit Glückshafen statt.

Religion

Elisabeth von Weida wird zur Nachfolgerin der am 31. August gestorbenen Scholastica von Anhalt als Äbtissin des freien weltlichen Stiftes Gernrode und Frose gewählt. Die Wahl fällt auf sie, nachdem die Kandidatin Margarete von Warberg auf Grund der schweren finanziellen Probleme des Stiftes und aus gesundheitlichen Gründen die Annahme der Wahl abgelehnt und das Kloster verlassen hat. Papst Julius II. bestätigt ihre Wahl in einer Bulle vom 19. November. Die Einführung in das Amt wird vom Dompropst von Halberstadt geleitet. Sie sieht sich bei Amtsantritt mit ernsten Problemen konfrontiert, denn die Abteiist so verschuldet, dass sie mit privaten Mitteln zu Hilfe kommen muss. Die hauptsächliche Ursache der Verschuldung liegt in einem Rechtsstreit um den Ascherslebener See, der schon vor 24 Jahren unter ihrer Vorgängerin Scholastica gegen den Bischof von Halberstadt begonnen hat. Zunächst setzt Elisabeth den Prozess fort.

Geboren

Januar bis Mai 1. Januar: Caspar Cruciger, deutscher Theologe und Weggefährte Martin Luthers († 1548) 3. Januar: Gian Girolamo Albani, italienischer Kardinal († 1591) 17. Januar: Antonio Michele Ghislieri, als Pius V. Papst († 1572) 28. Januar: Anna II. zu Stolberg, Äbtissin des Reichsstiftes zu Quedlinburg († 1574) miniatur|hochkant|Tafel am Johannes-Pistorius-Haus in Nidda Januar: Johannes Pistorius der Ältere (Niddanus), hessischer Reformator und Superintendent († 1583) 1. Februar: Caspar Molitoris, deutscher Benediktiner, Propst, Abt und Historiker († 1571) 4. Februar: Philipp Gallicius, reformierter Theologe, Kirchenlieddichter und Reformator des Engadins († 1566) 15. März: Friedrich von Sachsen, Erbprinz des Herzogtums Sachsen aus der albertinischen Linie der Wettiner († 1539) 22. März: Antonio Francesco Grazzini, italienischer Dichter († 1584) 31. März: Angad Dev, einer der zehn Gründer-Gurus des Sikhismus († 1552) 12. April: Alessandro Campeggi, italienischer Kardinal († 1554) 30. April: Francesco Primaticcio, italienischer Maler, Bildhauer und Architekt des Manierismus, Mitbegründer der Schule von Fontainebleau († 1570) 5. Mai: Stanislaus Hosius, ermländisch-polnischer katholischer Theologe († 1579) 29. Mai: Antun Vrančić, ungarischer Erzbischof, Wissenschaftler und Diplomat († 1573)

Juni bis Dezember 21. Juni: Lienhard Hirschvogel, deutscher Kaufmann und Fernhändler († 1549) 24. Juni: Johannes Mathesius, deutscher Pfarrer und lutherischer Reformator († 1565) 27. Juni: Daniel Mauch, deutscher Jurist und Wormser Domherr († 1567) 6. Juli: Christoph Lasius, deutscher evangelischer Theologe († 1572)