Die Bundesautobahn 40 (Abkürzung: BAB 40) – Kurzform: Autobahn 40 (Abkürzung: A 40) – verläuft fast genau in West-Ost-Richtung in einer Länge von derzeit 95,4 Kilometern von der niederländischen Grenze bei Straelen über den ländlichen linken Niederrhein durch die Ruhrgebiets-Großstädte Moers, Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen und Bochum bis nach Dortmund.

Die A 40 im Ruhrgebiet gehört mit teilweise mehr als 100.000 Fahrzeugen täglich zu den Autobahnen mit den höchsten Verkehrsaufkommen in Deutschland. Zwischen Essen und Dortmund ist sie die Autobahnstrecke mit den meisten Staukilometern je Autobahnkilometer in ganz Deutschland.

Mit der Autobahn-Nummer 40 wurde in den 1970er-Jahren die Neubau-Planung eines „Lippeschnellwegs“ durch das nördliche Ruhrgebiet bezeichnet, die nie realisiert wurde. 1992 verwendete man die Nummer neu, um die damalige Bundesautobahn 430 und den damaligen westlichsten Abschnitt der Bundesautobahn 2 zu einer durchgehenden neuen Autobahn zusammenzulegen.

Verlauf Die Bundesautobahn 40 beginnt als Weiterführung der niederländischen Autobahn 67 am Grenzübergang Niederdorf zwischen den Städten Venlo und Straelen. Von dort führt sie fast gerade nach Osten durch die Gemeinden Wachtendonk, Kempen, Kerken, Rheurdt und Neukirchen-Vluyn bis zum Autobahnkreuz Moers, wo sie die A 57 überquert. Über das Stadtgebiet von Moers erreicht sie in Duisburg den Rhein, den sie auf der Brücke Neuenkamp überquert. Kurz darauf unterquert die A 40 im Autobahnkreuz Duisburg die A 59 und nur 1,5 Kilometer dahinter im Autobahnkreuz Kaiserberg die A 3. Der A 40-Abschnitt von der niederländischen Grenze bis Kreuz Kaiserberg gehörte früher zur A 2 und ist heute noch Teil der Europastraße 34.

Vom Kreuz Kaiserberg führt die A 40 in West-Ost-Richtung zentral durch die größten Ruhrgebiets-Großstädte. Der früher als Bundesautobahn 430 geführte Abschnitt wird auch Ruhrschnellweg genannt. Durch Mülheim an der Ruhr – nur wenige Meter von der Stadtgrenze Oberhausen – und die Mitte von Essen unterquert die A 40 im Ruhrschnellweg-Tunnel das Essener Stadtzentrum und erreicht dahinter das Autobahndreieck Essen-Ost, wo von Süden die A 52 einmündet. Auf der weiteren Strecke berührt die Autobahn 40 beinahe Gelsenkirchen – die Anschlussstelle Gelsenkirchen liegt genau auf der Stadtgrenze Essen/Bochum, einen Kilometer von Gelsenkirchen entfernt – und durchquert danach Bochum. Im Autobahndreieck Bochum-West wird der Verkehr aufgeteilt auf eine nördliche Umfahrung der Bochumer Stadtmitte auf der A 40 und eine südliche Umfahrung auf der A 448. Im Autobahnkreuz Bochum unterquert die A 40 die A 43, im Autobahnkreuz Dortmund-West überquert sie die A 45. Hinter der Schnettkerbrücke endet die A 40 kurz vor der Dortmunder Stadtmitte an der Anschlussstelle Dortmund-Hombruch zur Landesstraße 660 (Wittekindstraße). Dort geht sie in die Bundesstraße 1 über.

Ein Weiterbau der A 40 auf der heutigen B 1-Trasse bis zum Anschluss an die fortführende A 44 bei Unna ist seit Jahrzehnten in Planung, der B 1-Abschnitt wird bereits zur A 40-Trasse gezählt. Die B 1 ist vom Ausbauende A 40 für 5,8 Kilometer bis zum autobahnähnlichen Kreuz Dortmund-Ost mit der Bundesstraße 236 eine sechsspurige Stadtstraße (Rheinlanddamm und Westfalendamm). Auf den folgenden 9,9 Kilometern bis zum Übergang in die A 44 im Autobahnkreuz Dortmund/Unna ist die B 1 autobahnähnlich ausgebaut, für rund 1,5 Kilometer sechsspurig, danach vierspurig. Der Ausbau dieses bereits autobahnähnlichen Teilstücks zu einer durchgehend sechsspurigen Autobahn wurde inzwischen mit ersten Brückenbauwerken begonnen.

Die A 40 wird in Richtung Westen in durchgehender Strecke fortgeführt in der niederländischen Autobahn 67 und der belgischen Autobahn 21 über Eindhoven bis kurz vor Antwerpen. In Richtung Osten bildet die A 44 eine durchgehende Verlängerung bis zur Einmündung in die A 7 im Autobahndreieck Kassel-Süd.

Die A 40 im Ruhrgebiet gehört zu den Autobahnen mit den höchsten Verkehrsaufkommen in Deutschland. Sechs Abschnitte werden mit mehr als 100.000 Fahrzeugen am Tag gezählt. Durch die beengten Räume in den dicht bebauten Großstädten ist die Autobahn teilweise sechsspurig, über weite Strecken jedoch nur vierspurig ausgestattet. Dadurch ist die Belastung je Fahrspur außergewöhnlich hoch. In der ADAC-Staubilanz ist die A 40 zwischen Essen und Dortmund der Autobahnabschnitt mit den meisten Staukilometern je Autobahnkilometer in ganz Deutschland. Die A 40 zwischen Essen und Duisburg hat die viertmeisten Staukilometer je Autobahnkilometer in Deutschland. Im Volksmund wird die Autobahn auch als „Ruhrschleichweg“ oder als „längster Parkplatz des Ruhrgebiets“ bezeichnet.

Bauliche Besonderheiten Straßenbahn und Spurbus im Mittelstreifen Beim Bau des Ruhrschnellwegs auf der Trasse vormaliger Stadtstraßen wurden drei Straßenbahnstrecken auf eigenen Gleiskörpern zwischen den Richtungsfahrbahnen beibehalten.

Zwischen den Anschlussstellen Mülheim-Heißen und Essen-Zentrum verläuft die Strecke der normalspurigen Stadtbahnlinie U18 in der Troglage der Autobahn.

Zwischen den Anschlussstellen Essen-Huttrop und Essen-Kray blieb eine meterspurige Straßenbahnstrecke erhalten. Diese wurde 1985 im Rahmen eines Pilotprojekts in eine Trasse aus Betonelementen für Spurbusse umgebaut und wird von der Buslinie 146 der Ruhrbahn bedient.Spurbustrasse auf tramtracks.de, abgerufen am 9. Januar 2022

In Dortmund nutzt die normalspurige Stadtbahnlinie U47 ebenfalls den Mittelstreifen und befährt hier den Westfalendamm oberirdisch fast im gesamten Teilstück, das als Stadtstraße gebaut ist, und weiter den autobahnähnlich ausgebauten Teil bis hinter die Anschlussstelle Dortmund-Stadtkrone Ost.

Zufahrtsregelungen An allen Anschlussstellen zwischen Mülheim-Winkhausen und Bochum-Werne regeln Verkehrsleitanlagen, sogenannte Pförtnerampeln, den Verkehrszufluss auf die Autobahn.

Geschichte Bau des Ruhrschnellwegs Die Planungen für den Ruhrschnellweg begannen 1926, als noch mehr als ein Drittel aller Verkehrsteilnehmer mit Pferdefuhrwerken unterwegs waren. Im Ruhrgebiet war die Strecke damals mit nur einer signalgeregelten Kreuzung in Wattenscheid ausgestattet. 1934 wurde sie in Reichsstraße 1 umbenannt; bis 1935 war deren Ausbau fertiggestellt und wies nun einen neun Meter breiten Querschnitt auf, rund zwanzig Zentimeter weniger als der schmalste Querschnitt heute.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Reichsstraße in Bundesstraße 1 umbenannt. Angesichts des zunehmenden Verkehrs begannen 1952 Überlegungen, die Straße vierstreifig auszubauen, hinzu kam ein vier Meter breiter Mittelstreifen. Zugrundegelegt wurde eine Geschwindigkeit von 80 km/h. Zwischen Wattenscheid und Dortmund sollten zudem Radwege gebaut werden. Ab dem 4. Januar 1954 erfolgte der Spatenstich zum Ausbau der Bundesstraße in Wattenscheid in der Nähe des Bahnhofs. Am 4. November 1955 wurde der erste Abschnitt zwischen Essen-Kray und der Stadtgrenze Wattenscheid / Bochum eröffnet. Im Juli 1957 wurde ein zweiter Abschnitt in Dortmund-Dorstfeld westlich der Schnettkerbrücke fertiggestellt. Auf Bochumer Stadtgebiet wurde in den folgenden Jahren von Hamme bis zu Vierhausstraße weiter ausgebaut.Bochumer Jahresschau, filmischer Rechenschaftsbericht des Rates aus den Jahren 1956, 1957, 1958. Das vorletzte Teilstück zwischen der Provinzialstraße (Dortmunder Grenze) und der Werner Straße wurde 1961 gebaut.Bochumer Jahresschau, filmischer Rechenschaftsbericht des Rates aus dem Jahr 1961 Am 20. Oktober 1962 wurde das letzte Teilstück zwischen der Vierhausstraße und der Werner Straße dem Verkehr übergeben. Für diesen 5 km langen Streckenabschnitt waren 12 Brücken notwendig. Die Kosten beliefen sich für dieses letzte Stück auf 40 Millionen DM.Bochumer Jahresschau, filmischer Rechenschaftsbericht des Rates aus dem Jahr 1962

Am 24. Oktober 1961 wurde der erste Abschnitt in Essen für den Verkehr freigegeben. Im November 1962 war der Abschnitt zwischen der Dortmunder Stadtgrenze und der Ruhrtangente A 1 bei Unna im Massener Kreuz mit einem provisorischen Anschluss an Dortmund-Sölde vollendet. Ein Jahr später wurde das letzte oberirdische Teilstück im Dortmunder Osten zwischen der Ausfahrt Marsbruchstraße und Sölde eingeweiht.

Die provisorische Verbindung über die alte R1 in Sölde wurde nie weiter ausgebaut, stattdessen realisierte man die Verbindung zur Bundesautobahn 44 im Autobahnkreuz Dortmund/Unna Anfang der 1970er Jahre auf einer auf dem Gebiet der Gemeinde Holzwickede weiter südlich verlaufenden Trasse. Ab 1967 wurden die Radwege entlang des Schnellweges zugunsten des Automobilverkehrs zurückgebaut und die Straße verbreitert. Am 25. September 1970 wurde der Ruhrschnellweg-Tunnel in Essen durch Gustav Heinemann eingeweiht.

Von der A 430 und der A 2 zur A 40 Am 1. Januar 1977 wurde die Bundesstraße 1 lediglich zwischen Bochum-Werne und Mülheim an der Ruhr, und die Bundesstraße 60 bis zum Kreuz Kaiserberg, zur Bundesautobahn 430 hochgestuft.

Bei der Neuordnung des Autobahnnetzes in Deutschland wurde im April 1992 die A 430 mit Teilen der bisherigen A 2 (Straelen–Kreuz Duisburg-Kaiserberg) zur A 40 zusammengefasst, um die Doppelführung von A 2 und A 3 zwischen den Kreuzen Kaiserberg und Oberhausen zu vermeiden und der gestiegenen Verkehrsbedeutung des Ruhrschnellweges zu entsprechen. Im Zuge dieser Aufwertung wurden zahlreiche Anschlussstellen umbenannt, die zuvor den Namen der anschließenden Stadtstraßen trugen, was nicht dem Standard entsprach, und daher jetzt Stadtteilnamen tragen (beispielsweise Essen, Steeler Straße zu Essen-Huttrop, obwohl sich die Anschlussstelle großteils im Südostviertel befindet).

In Teilen der Politik und in Kreisen der Rhein-Ruhr-Wirtschaft wurde in den 1990er Jahren auf den erwartbar steigenden Verkehr in Ost-West-Richtung hingewiesen; dem Ruhrgebiet drohe ein „Verkehrskollaps“. Diskutiert wurde unter anderem eine zum Ruhrschnellweg parallel verlaufende, privatfinanzierte Tunnellösung zwischen Dortmund und Duisburg, die aber aus Kostengründen nicht weiter verfolgt wurde.

Zwischen März und August 2005 wurden auf der Strecke zwischen Bochum-Werne und dem Autobahnkreuz Dortmund-West die für eine Bundesautobahn vorgeschriebenen blauen Hinweisschilder aufgestellt. Aus Kostengründen war dieser Teilabschnitt – obwohl als Autobahn geführt – noch mit den alten Hinweisschildern der B 1 ausgestattet und als Kraftfahrstraße beschildert. Von August bis Oktober 2004 war der Mittelstreifen auf diesem Abschnitt mit Betonschutzwänden gesichert worden. Vom 2. Mai 2007 bis zum 20. Oktober 2009 wurde der anschließende Abschnitt bis zur neu eingerichteten Anschlussstelle 44 Dortmund-Barop sechsstreifig ausgebaut. Im Zuge der Verbreiterung der Trasse war u. a. das Autobahnkreuz Dortmund-West teilweise modernisiert und die Regenbogenbrücke abgerissen und durch einen Neubau ersetzt worden. Im Dezember 2009 wurde der Streckenteil bis zur Anschlussstelle 45 Dortmund (B1-Abfahrt Hombruch/Lindemannstraße) zur Bundesautobahn 40 aufgewertet. Seit der Freigabe der neugebauten Schnettkerbrücke am 31. Mai 2012 ist er durchgängig sechsstreifig befahrbar. Für diesen Abschnitt liefen Baukosten in Höhe von 99 Millionen Euro auf. Vom 27. April bis zum 25. Juni 2012 wurden jeweils an den Wochenenden die restlichen Sanierungsarbeiten am Autobahnkreuz Dortmund-West realisiert. Vom 30. September 2012 bis Ende 2013 wurde die Fahrbahn des Autobahnabschnitts nach Bochum saniert, der vierstreifig bleibt. Zusätzlich wurden die Sicherheitseinrichtungen und Schilderbrücken erneuert.