Die Bundesautobahn 1 (Abkürzung: BAB 1) – Kurzform: Autobahn 1 (Abkürzung: A 1) – ist eine deutsche Bundesautobahn, die von Heiligenhafen an der Ostsee über Lübeck, Hamburg, Bremen, Osnabrück, Münster, Dortmund, Köln und Trier nach Saarbrücken führt. Mit einer Länge von 748 Kilometern ist sie nach der Bundesautobahn 7 und Bundesautobahn 3 die drittlängste Autobahn in Deutschland sowie diejenige, die durch die meisten (nämlich sieben) Bundesländer führt.

Pläne für diese Autobahn stammen aus der Zeit des Nationalsozialismus, während der einige Teilstücke (Lübeck–Hamburg, Hamburg–Bremen, Dortmund–Köln) zumindest in Teilen fertiggestellt wurden. In den 1960er Jahren kam es unter dem Namen Hansalinie zu einer durchgehenden Verbindung zwischen Bremen und Dortmund sowie der Vollendung des Kölner Autobahnrings. Die bis heute unvollständige Weiterführung von Köln bis Saarbrücken sowie von Lübeck nach Dänemark begann in den 1970er Jahren.

Der Streckenabschnitt zwischen Heiligenhafen und Hamburg wird auch als Vogelfluglinie bezeichnet, von Lübeck bis ins Ruhrgebiet auch als Hansalinie. Zwischen Köln und Trier ist der Name Eifelautobahn verbreitet. In diesem Abschnitt besteht bis heute noch eine Baulücke. Darüber hinaus ist sie Bestandteil der Europastraßen E 22, E 29, E 31, E 37, E 42, E 44, E 47 und E 422.

Verlauf Die Bundesautobahn 1 beginnt in Schleswig-Holstein, östlich von Heiligenhafen auf der Halbinsel Wagrien, wo sie die Fortsetzung der vom Fährhafen Puttgarden kommenden B 207 bildet. Zunächst in unmittelbarer Nähe zur Ostseeküste nach Westen, schwenkt die vierstreifige Autobahn hinter Heiligenhafen nach Südwesten bis Oldenburg in Holstein. Halbkreisförmig wird die Stadt umfahren, danach führt sie weiter nach Süden. Auf einigen Kilometern zwischen Oldenburg i. H. und Lensahn hat die Autobahn keinen Standstreifen. Von Lensahn aus geht es, am Ostrand der Holsteinischen Schweiz entlang, nach Neustadt in Holstein. Über das Neustädter Binnenwasser führt sie wieder nach Südwesten, um bei Sierksdorf auf einem kurzen Abschnitt unmittelbar an der Ostseeküste entlang zu verlaufen. Bei Scharbeutz geht es wieder nach Süden und nach einigen weiteren Kilometern im Hinterland der Küste wird mit Bad Schwartau der erste Vorort von Lübeck erreicht. Am gleichnamigen Autobahndreieck, das als Gabelung nur aus und in Richtung Süden erreichbar ist, zweigt die kurze BAB 226 ab, ein wichtiger Zubringer zu den Ostseehäfen der Stadt.

Ab hier nun sechsstreifig, geht es von Bad Schwartau durch das nördliche und westliche Stadtgebiet von Lübeck. Das Kreuz Lübeck bindet die auch Ostseeautobahn genannte BAB 20 an. Danach folgt eine Streckenführung durch die holsteinische Endmoränenlandschaft, über die Trave an Reinfeld und Bad Oldesloe vorbei. Am Kreuz Bargteheide endet die von Norden her kommende BAB 21 und führt als B 404 weiter nach Süden. Die ersten Vorstädte von Hamburg sind erreicht und die Autobahn läuft geradewegs auf das Kreuz Hamburg-Ost zu. Dieses Autobahnkreuz, das die BAB 1 mit der BAB 24 verbindet, hat einen ungewöhnlichen, langgestreckten Aufbau und keine Verbindungsrampen aus nördlicher in östliche Richtung und umgekehrt. Diese Aufgabe übernimmt stattdessen die östlich verlaufende B 404.

Nach Passieren des Kreuzes ist hamburgisches Stadtgebiet erreicht. Am Stadtteil Billstedt vorbei unterquert sie den Umschlagbahnhof Hamburg-Billwerder in einem 240 m langen Tunnelbauwerk. Am danach folgenden Dreieck Hamburg-Südost zweigt die BAB 25 nach Osten ab. Die Norderelbe, der nördliche Hauptarm der in Hamburg ein Binnendelta bildenden Elbe, wird auf einer Schrägseilbrücke überquert. Unmittelbar nach der Flussquerung mündet die Hauptfahrbahn der BAB 1 am Dreieck Norderelbe in die der von Norden kommenden BAB 255 und führt auf dieser weiter nach Süden. Zwischen den Stadtteilen Wilhelmsburg und Harburg folgt die Querung der Süderelbe und schließlich der Landesgrenze zu Niedersachsen. Sie führt aus den flachen Elbmarschen hinaus zu einem komplexen Autobahnknoten, der aus mehreren ineinander übergehenden Teilbauwerken besteht. Erst trifft sie am Maschener Kreuz die BAB 39, direkt dahinter am Horster Dreieck, das eigentlich aus drei Knotenpunkten besteht, die BAB 7. Die BAB 1 zweigt dort von der weiter auf die BAB 7 nach Süden führenden Hauptbahnbahn nach Westen ab und unterquert die von Norden her kommende Fahrbahn selbiger. Zwischen diesen beiden Fahrbahnen besteht lediglich eine Verbindung aus südlicher Richtung nach Westen.

Nach Verlassen des Horster Dreiecks nach Westen ist die BAB 1 nur noch vierstreifig und führt auf den Höhenzug der Harburger Berge, den nördlichsten Ausläufer der Lüneburger Heide. Ab dem Buchholzer Dreieck, wo die von Norden kommende BAB 261 einmündet, stehen wieder sechs Fahrstreifen zur Verfügung. Nach Verlassen der Harburger Berge geht es zunächst westlich, dann südwestlich über die Este und dann quer durch die weitläufige und dünn besiedelte Geestlandschaft zwischen Elbe und Weser. Nach Durchquerung der Wümmeniederung kreuzt bei Oyten am Bremer Kreuz die BAB 27.

Der folgende Abschnitt umfährt die Stadt Bremen südlich. Nur einige wenige Kilometer liegen dabei auch tatsächlich auf dem Gebiet der Freien Hansestadt Bremen. Zwischen den Stadtteilen Hemelingen und Arsten wird die Weser überquert. Die Anschlussstelle Bremen-Arsten, die die autobahnähnlich ausgebaute B 6n anbindet, soll in Zukunft das südliche Ende der BAB 281 bilden, wodurch ein geschlossener Autobahnring um das zentrale Stadtgebiet von Bremen entstehen soll.

Mit Querung der Ochtum ist wieder niedersächsisches Gebiet erreicht. Am Dreieck Stuhr endet die BAB 28, zusätzlich besteht eine Anschlussstelle mit der B 322. Von dort aus geht es, nun wieder nur vierstreifig, aus der flachen Weserniederung hinaus in die waldreiche Wildeshauser Geest. Durchs Delme- und Huntetal, an Wildeshausen nördlich vorbei, ist nach einigen weiteren Kilometern das Dreieck Ahlhorner Heide erreicht. Dort mündet die von Norden kommende BAB 29 in die BAB 1, welche ihre Verlaufsrichtung von Südwesten nach Süden ändert. Gleichzeitig beginnt hier wieder ein sechsstreifig ausgebautes Teilstück.

Durch das flache und stark landwirtschaftlich geprägte Oldenburger Münsterland geht es an Cloppenburg und Vechta vorbei. Von Holdorf bis Neuenkirchen-Vörden wird der Höhenzug der Dammer Berge an seiner westlichen Flanke durchquert. Dort befindet sich eine von nur zwei Autobahnraststätten mit Brückenrestaurant in Deutschland. Nach Verlassen des Höhenzugs erreicht sie das Einzugsgebiet von Osnabrück und führt bei Bramsche über den Mittellandkanal. Direkt danach durchquert sie den westlichsten Ausläufer des Wiehengebirges am Osthang der Schleptruper Egge mit ihrem markanten Sendeturm und erreicht das von zahlreichen Hügeln geprägte Osnabrücker Land. Bei Wallenhorst besteht über die B 68 eine Anbindung ins Osnabrücker Stadtzentrum. Nach Überquerung des Zweigkanals Osnabrück und der parallel verlaufenden Hase wechselt sie dreimal das Bundesland, ehe kurz vor Lotte endgültig Nordrhein-Westfalen erreicht ist. Das Kreuz Lotte/Osnabrück mit der BAB 30 bildet einen der wichtigsten Straßenknotenpunkte Nordwestdeutschlands, da hier eine Nord-Süd- und eine Ost-West-Hauptverbindung aufeinander treffen.

Nach dem Kreuz Lotte/Osnabrück ist die BAB 1 nur mehr vierstreifig, besitzt im direkt folgenden Abschnitt allerdings eine dritte zusätzliche Fahrspur in Steigungsbereichen. Dem langgezogenen Aufstieg aus dem hügeligen Osnabrücker Land zum Gebirgshauptkamm des Teutoburger Walds folgt bei Lengerich ein kurzer und relativ steiler Abstieg in die Westfälische Bucht. Teilweise verläuft die Autobahn dabei in tiefen Geländeeinschnitten. Über den Dortmund-Ems-Kanal und unmittelbar am Flughafen Münster/Osnabrück vorbei, geht es quer durch das von Landwirtschaft und dünner Besiedlung geprägte Münsterland. Bei Greven wird die Ems mit ihrer breiten Aue überquert, ehe kurz vor Münster die Autobahn wieder sechs Fahrstreifen aufweist. Westlich an Münster vorbei, folgt im Südwesten der Stadt das Kreuz Münster-Süd. Dort beginnt die BAB 43, die in Wuppertal wieder auf die BAB 1 treffen wird.

Nach der zweiten Querung des Dortmund-Ems-Kanals bei Münster-Amelsbüren endet der sechsstreifige Ausbau, die BAB 1 wird wieder vierstreifig. Quer durch die waldreiche Davert, an Ascheberg vorbei, erreicht sie mit Hamm die erste Stadt des Ruhrgebiets. Kurz hintereinander werden der Datteln-Hamm-Kanal und die Lippe überquert. Kurz hinter Hamm folgt das Kamener Kreuz mit der BAB 2, das auch den Beginn des östlichen Dortmunder Autobahnrings markiert. Die ab dem Kreuz wieder sechsstreifige BAB 1 führt an der namensgebenden Stadt Kamen östlich vorbei und kreuzt bei Unna die BAB 44, über die das Dortmunder Stadtzentrum ebenso erreicht werden kann. Die flache Landschaft des Münsterlands und des östlichen Ruhrgebiets wird verlassen und in nun südwestliche Richtung der Haarstrang erreicht, der nördlichste Höhenzug des sich nach Süden fortsetzenden Sauerlands. An Schwerte vorbei, folgt im Dortmunder Süden das Westhofener Kreuz mit der BAB 45, womit der Dortmunder Autobahnring wieder verlassen wird.

Am Ardeygebirge vorbei, über die Täler von Ruhr und Volme, wird Hagen nördlich umgangen. Nach dem Verlauf unmittelbar im Ruhrtal werden die Gleise des Rangierbahnhofs Hagen-Vorhalle in einem 120 m langen Tunnelbauwerk unterquert. Am südlichen Talhang geht es auf die Hügel des nördlichen Sauerlands, oberhalb des Ruhrtals entlang. Hinter Gevelsberg endet am Kreuz Wuppertal-Nord die von Norden her kommende und parallel verlaufende BAB 43 sowie ein Abschnitt der von Westen her kommenden BAB 46. Das Kreuz selbst ist nicht komplett höhenfrei, die wie eine Anschlussstelle ausgebaute Verbindung zwischen der BAB 1, BAB 46 und B 326 weist zwei ampelgeregelte Kreuzungen auf.

Der Streckenverlauf östlich von Wuppertal, wo die BAB 1 wieder nach Süden schwenkt, ist von einer aufwändigen Streckenführung geprägt. Nach Querung des Tals im Stadtteil Langerfeld folgt am Hang des Ehrenbergs verlaufend die Überquerung der namensgebenden Wupper. Von dort führt ein kurvenreicher Abschnitt das Blombachtal hinauf, wo die Autobahn zwei voneinander getrennte Richtungsfahrbahnen aufweist, die auf unterschiedlichen Höhen liegen. Die markante Blombachtalbrücke überquert das Tal und die getrennten Fahrbahnen der BAB 1, wobei der zentrale Brückenbogen nur über der Richtungsfahrbahn Köln liegt – die Richtungsfahrbahn Dortmund unterquert die Brücke an ihrem östlichen Widerlager. Bei Ronsdorf sind die Höhen des Bergischen Lands erreicht. Vom Scheitelpunkt bei Remscheid-Lennep geht es an der Eschbachtalsperre vorbei, wo sich auch eine Autobahnraststätte befindet. Über zahlreiche Talbrücken, mit denen schmale Seitentäler überquert werden, folgt ab Wermelskirchen ein langgezogener Abstieg vom Bergischen Land hinab in die Kölner Bucht. Die letzte Etappe von Burscheid nach Leverkusen durchquert dabei den Bürgerbusch, ein großes Waldgebiet inmitten einer dichtbesiedelten Region, und schneidet ihn in zwei Teile. Nachdem das Tiefland am Rhein erreicht wird, wird am Kreuz Leverkusen die BAB 3 gekreuzt.