Alsdorf ([ˈalsdɔɐ̯f], ) ist eine mittlere regionsangehörige Stadt und ein Mittelzentrum in der nordrhein-westfälischen Städteregion Aachen. Bis Ende des 20. Jahrhunderts war Alsdorf eine ausgesprochene Bergbaustadt, konnte seine Struktur aber inzwischen auf Dienstleistungsunternehmen ändern und verfügt über eine große Stadthalle, ein Kinozentrum, ein Erlebnismuseum und einen Tierpark.

Geografie Alsdorf liegt in der Nähe des Dreiländerecks Deutschland/Belgien/Niederlande im äußersten Westen der Bundesrepublik Deutschland. Alsdorf gehört zum Nordkreis Aachen, welcher Teil der Städteregion Aachen ist. Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn und im Norden beginnend Baesweiler, Aldenhoven (Kreis Düren), Eschweiler, Würselen und Herzogenrath.

Gewässer Begauer Fließ Broicher Bach Euchener Bach Hoengener Fließ Merzbach Schaufenberger Fließ Siefengraben Wardener Bach Löffelgraben Grenzgraben

Stadtgliederung Alsdorf besteht aus folgenden 17 Ortsteilen:https://www.unserac.de/themen/unsere-region/alsdorf.html Alsdorf-Mitte Begau Bettendorf Blumenrath Broicher Siedlung Busch Duffesheide Hoengen Kellersberg Mariadorf Neuweiler Ofden Schaufenberg Schleibach Siedlung Ost Warden Zopp

Geschichte Erstmals wurde eine Person in Alsdorf im Jahre 1051 in einer Urkunde unter dem Namen Epponi von „Aldendorf“ erwähnt. Danach wurde er im Kloster Rolduc zu Kerkrade 1104 beschrieben als Eppo van Schleidebach und von Scleydo (Schleiden). Die erste geschichtliche Erwähnung fand der Ortsname Alsdorf im Jahre 1191 in einer kirchlichen Urkunde unter dem Namen „alstorp“. Alsdorf war Teil des Roderland mit einem hohen Maß an Autonomie bis 1778.

Am 22. Juli 2002 war in der Nähe von Alsdorf das Epizentrum eines Erdbebens der Stärke 4,8 auf der Richterskala. Die Auswirkungen des Bebens, welches sich in 17,2 km Tiefe ereignet hat, war bis Münster spürbar.

Verwaltungsgeschichte Bis 1789 gehörte Alsdorf zum Herzogtum Limburg der Österreichischen Niederlande. Die heutigen östlichen Stadtteile Hoengen, Schaufenberg und Warden gehörten zum Oberamt Jülich und Ofden zum Jülicher Amt Wilhelmstein. Diese Teilung setzte sich in der Franzosenzeit fort: 1813 gehörte die Mairie Alsdorf zum Kanton Rolduc im Département Meuse-Inférieure (Untere Maas), während die drei Mairien Hoengen, Bardenberg (mit Duffesheide und Reifeld) und Broich (mit Ofden und Hof Kellersberg) zum Kanton Eschweiler und die Mairie Setterich (mit Bettendorf und Schaufenberg) zum Kanton Linnich – beide Département de la Roer (Rur) gehörten.

Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress (1815) wurde das Gebiet größtenteils dem Königreich Preußen zugesprochen, das es seiner Rheinprovinz zuordnete. Im Jahr 1816 wurden im Zuge der preußischen Reformen Kreise und Regierungsbezirke gebildet, und das heutige Alsdorfer Gebiet lag zum ersten Mal vollständig in einer Verwaltungseinheit: dem Regierungsbezirk Aachen. Aber die heutigen Stadtteile waren auf verschiedene Bürgermeistereien und Kreise verteilt. Bettendorf und Schaufenberg gehörten zur Bürgermeisterei Setterich, dann zu Siersdorf, dann wieder zu Setterich im Kreis Jülich. Die übrigen gehörten zu verschiedenen Gemeinden im damaligen Landkreis Aachen: Alsdorf, Bardenberg, Broichweiden und Hoengen. Von 1927 bis in die 1950er Jahre gehört Alsdorf zum Arbeitsamtbezirk Eschweiler. 1950 erhält Alsdorf die Stadtrechte.

Bergbau In Alsdorf befand sich die Grube Anna I und Anna II des Eschweiler Bergwerks-Vereins. Am 21. Oktober 1930 ereignete sich auf der Grube Anna II das schwere Grubenunglück von Alsdorf mit 271 Toten. Das Alsdorfer Bergmannskreuz in der Eifel erinnert an die Opfer. Die Kohleförderung wurde Ende 1983 eingestellt.

Im Jahr 1911 ging in Alsdorf eine Steinkohlenteerdestillation der Gesellschaft für Teerverwertung in Betrieb, die arbeitstäglich ca. 300 t Steinkohlenteer verarbeitete, was einer monatlichen Menge von ca. 6.000 t und einer Jahresmenge von ca. 72.000 t entsprach. Das Unternehmen fusionierte am 1. Januar 1964 mit den Rütgerswerken zur größten Teerdestillation der Welt.Alsdorf – Geschichte einer Stadt Gemeinde Alsdorf, abgerufen am 24. Februar 2024.

Vor dem Hintergrund des Contergan-Skandals fanden nach der Prozesseröffnung in Aachen die Verhandlungen von 1968 bis 1970 im Casino „Anna“ des EBV in Alsdorf-Mitte statt.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurden auf Grund von § 4 des Aachen-Gesetzes Alsdorf, Bettendorf und Hoengen zur neuen Stadt Alsdorf zusammengeschlossen sowie weitere kleinere Gebietsänderungen vorgenommen. Hoengen schlug im Vorfeld den alternativen Namen „Broichtal“ für die neue Stadt vor. Ferner kam Hoengen vom Bezirk des Amtsgerichtes Eschweiler an jenen vom Amtsgericht Aachen.

Politik

Stadtrat

ParteiSitze 2025 2020 2014 2009 SPD 13 19 20 16 CDU 11 10 9 11 AfD 8 4 1 – FBA 5 – – – GRÜNE 2 4 3 3 FDP 1 1 1 2 LINKE 1 – 1 2 ABU – – 1 − FWA – – 1 2 REP – – 1 2 FraktionslosThomas vogel: Dramatische Folgen für die Linke: Tizian Laut nimmt sein Mandat mit, in: Aachener Zeitung vom 26. September 2025Besetzung der Ausschüsse, Tizian Laut als Fraktiosloser Beratendes Mitglied im Stadtrat von Alsdorf 1 - -

Bürgermeister Bürgermeister ist Tim Krämer (SPD). Er wurde bei der Stichwahl der Kommunalwahl 2025 mit 51,6 Prozent der abgegebenen Stimmen gewählt.

Die früheren Bürgermeister seit dem Jahr 1945 waren: Heinrich Küffen, Nikolaus Jenniches, Anton Schleibach, Peter Küpper, Josef Thelen, Helmut Janus, Friedel Frings, Helmut Brandt, Wolfgang Schwake (der erste hauptamtliche Bürgermeister Alsdorfs), Helmut Klein, Alfred Sonders

Städtepartnerschaften Die Stadt Alsdorf pflegt Städtepartnerschaften mit:Partnerstädte. Website der Stadt Alsdorf, abgerufen am 27. Juli 2023. , in der Bretagne (Frankreich), seit 1970 , in der Provinz Limburg (Niederlande), seit 1988 in Brandenburg, seit 1995 Im Stadtbild werden diese Partnerschaften durch die drei Plätze (Brunssumer Platz, Hennigsdorfer Platz und Saint-Brieuc-Platz) repräsentiert.

Wappen, Flagge und Logo Die Stadt Alsdorf führt ein Stadtwappen, eine Stadtflagge und ein Dienstsiegel.

Wappen Blasonierung: „In Gold (Gelb) ein blauer Balken belegt mit einem goldenen (gelben) schrägliegenden Seeblatt; oben gekreuzt ein blauer Schlägel und ein blaues Bergeisen und ein steigender blauer Löwe; im Schildfuß der gleiche steigende blaue Löwe.“

Das Wappen geht auf ein Siegel des Goswin von Ailstorp aus dem Jahre 1439 zurück. Es wurde 1936 vom Düsseldorfer Heraldiker Wolfgang Pagenstecher entworfen, welcher Goswin fälschlicherweise für einen Alsdorfer hielt und am 14. August 1936 vom Oberpräsidenten in Koblenz genehmigt. Die Farben sind frei erfunden; die frühere Gemeinde glaubte, es seien die Limburgschen. Das Seerosenblatt erinnert an die ehemalige Wasserburg bei Alsdorf; das international gebräuchliche Symbol Schlägel und Eisen steht für den früheren Bergbau und der Löwe soll der Limburger sein, zu dem die Gegend bis 1866 gehörte.

Banner und Flagge Beschreibung des Banners: „Geteilt in Blau und Gelb im Verhältnis 1:1.“ Die Hauptsatzung gibt keine Beschreibung des Banners. Tatsächlich werden Banner ohne Wappen gezeigt.

Beschreibung der Flagge: „Die Flagge zeigt die Farben Blau und Gelb im Verhältnis 1 : 1 quergestreift, in der Mitte der Wappenschild der Stadt.“ Die Hauptsatzung gibt folgende völlig unzureichende Flaggenbeschreibung: „Die Stadtfarben sind blau-gold geteilt.“ Die Flagge wird auch ohne Wappen gezeigt.

Logo Im Dezember 2011 rief die Stadt Alsdorf einen Ideenwettbewerb ins Leben um ein Logo für Alsdorf zu finden.Neues Logo für die Stadt Alsdorf wird gesucht Ein Jahr später wurde das neue Stadtlogo präsentiert. Von den 178 eingereichten Vorschlägen konnte der Dortmunder Grafik-Designer Olaf Warburg die Jury überzeugen. Das Logo zeigt den Schriftzug Alsdorf. Voller Energie. Die Form des A ist dabei an das Fördergerüst im Annapark angelegt dessen Rad allerdings vom Turm gelöst links oben im Logo erscheint. Gleichzeitig stellt das Rad eine Sonne mit 17 Strahlen, für die 17 Stadtteile Alsdorfs, dar.Neues Stadtlogo: „Voller Energie“ für ein besseres Image

Umweltpolitik und Nachhaltigkeit Seit dem 13. Mai 2022 wird die Stadt Alsdorf als 788. Fairtrade-Town der gleichnamigen Kampagne des gemeinnützigen Vereins Fairtrade Deutschland e. V. geführt.Alsdorf - 788. Fairtrade-Town 2026 wurde der Titel zum zweiten Mal, nach 2024, um zwei Jahre verlängert.Zum zweiten Mal verlängert: Alsdorf bleibt „Fairtrade-Stadt“

Kultur Karneval mini|Karnevalsbrunnen Der Karneval spielt eine große Rolle im aktiven Vereinsleben der Stadt. Eine Besonderheit in Alsdorf ist, dass es zwei übergeordnete Organisationseinheiten für die Ortsteile gibt. Zum einen das Festkomitee Alsdorfer Karneval und zum anderen den Karnevalsausschuß Hoengen e. V. Diese Konstellation, basierend auf dem Aachen-Gesetz (1971), hat zur Folge, dass es in Alsdorf am Rosenmontag zwei Umzüge in den jeweiligen Ortsteilen gibt. Die Wichtigkeit des Karnevals wird in der Innenstadt auch durch den Karnevalsbrunnen des Bildhauers Bonifatius Stirnberg an der Stadthalle Alsdorf gezeigt.

Sehenswürdigkeiten Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Alsdorf Liste der Bodendenkmäler in Alsdorf Liste der Naturdenkmale in Alsdorf Liste der Stolpersteine in Alsdorf Jüdischer Friedhof (Alsdorf) Jüdischer Friedhof (Begau) Jüdischer Friedhof (Bettendorf)

Innenstadt mini|Burg Alsdorf mini|Heggeströver mini|Seilscheibenfahrrad Burg Alsdorf Annapark mit Fördermaschinenhaus Hauptschacht (Grube Anna I) Förderturm des ehemaligen Hauptschachtes der Grube Anna I Unterstation (Grube Anna I) Turbinenzentrale (Grube Anna I) Wasserturm der ehemaligen Grube Anna II Kraftzentrale (oder Langhaus), der ehemaligen Gasturbinenhalle und späteren Elektro-Hauptwerkstatt Gebäude auf dem Gelände des Energeticon – Museum und außerschulischer Lernort zu vielen Energiethemen (dazu viele Objekte zum Steinkohlenbergbau von der Untertagestrecke bis zur Grubenbahn) Waschkaue (Grube Anna II) Fördermaschinenhaus Eduardschacht (Grube Anna II) Schmiede (Grube Anna II) Seilscheibenfahrrad auf dem Vorplatz des Energeticon Kirche St. Castor (Alsdorf) Kriegergedächtniskapelle an der von Lambert Piedboeuf angefertigten Mariensäule Heggeströver Skulptur des Bildhauers Bonifatius Stirnberg Stadthalle Alsdorf (ehemals Euro-Musical-Hall, in der die Musicals Gaudí und Just one World liefen) Karnevalsbrunnen des Bildhauers Bonifatius Stirnberg an der Stadthalle Alsdorf Wasserturm am CineTower Alsdorf

Blumenrath Gut Blumenrath Hubertuskreuz Siedlung Blumenrath (Werkssiedlung)

Duffesheide Schloss Ottenfeld im Naherholungsgebiet Broichtal

Kellersberg Kellersberger Mühle Wappenstein mit der Jahreszahl 1724 in der Tormauer des Kellersberger Hofs (stammt von dem abgebrannten Schloss Kellersberg)

Mariadorf ehemaliger Bahnhof Mariagrube Kirche St. Mariae Empfängnis Kreuzschule Querstraße Glück-Auf-Park mit Bergmannsdenkmal Ehrenmal Krähendenkmal Marienstraße Seilscheibe Eschweilerstraße Bärbelchen am Dreieck Altes Rathaus

Schaufenberg mini|Holzbank aus dem Stamm der alten Rosskastanie (früheres Naturdenkmal). Holzbank des Kettensägenkünstler Oliver Schulz (Stamm der 120 Jahre alten Rosskastanie, die bis 2019 an gleicher Stelle stand)

Ofden Tierpark Alsdorfer Weiher

Sport In den 90ern gab es in Alsdorf 15 Fußballvereine mit 16 Sportplätzen auf 14 Sportanlagen, was quasi einen Fußballverein pro Stadtteil entsprach. Über die Jahre wurden einige Vereine aufgelöst oder fusionierten was zu der aktuellen Anzahl von 10 Vereinen auf acht Sportplätzen an sieben Standorten führte. Sportstätten In Alsdorf befinden sich acht Sportplätze an sieben Standorten. Vier dieser Sportplätze verfügen zudem über eine Laufbahn und weitere Leichtathletikanlagen.