Das Kabinett Adenauer II war die vom 20. Oktober 1953 bis zum 15. Oktober 1957 amtierende deutsche Bundesregierung in der zweiten Legislaturperiode.

Bei der Bundestagswahl am 6. September 1953 hatte die CDU 45,2 Prozent der Stimmen und 249 der 509 Bundestagsmandate erhalten.

Abstimmung im Bundestag + Bonn, 9. Oktober 1953 – Gesamtstimmenzahl 487 – absolute Mehrheit 244 WahlgangKandidat Stimmen Stimmenzahl AnteilKoalitionspartei(en) 1. WahlgangKonrad Adenauer (CDU) Ja-Stimmen 305 62,6 % CDU, CSU, FDP, GB/BHE, DP Nein-Stimmen 148 30,4 % Enthaltungen 14 2,9 % Ungültig 0 0 % nicht abgegeben 20 4,1 % Damit wurde Konrad Adenauer wieder zum Bundeskanzler gewählt.

Minister + Kabinett Adenauer II – 20. Oktober 1953 bis 15. Oktober 1957 (Bis zum 29. Oktober 1957 mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt) Amt oder Ressort Bild Name Partei Bundeskanzler rahmenlos|zentriert|100px Konrad Adenauer (1876–1967) CDU Stellvertreter des BundeskanzlersWirtschaftliche Zusammenarbeit rahmenlos|zentriert|100px Franz Blücher(1896–1959) FDPbis 26. Juni 1956 FVPvon 26. Juni 1956 bis 20. Januar 1957 DPab 20. Januar 1957 Auswärtiges rahmenlos|zentriert|100px Konrad Adenauerbis 6. Juni 1955 CDU rahmenlos|zentriert|100px Heinrich von Brentano(1904–1964) ab 6. Juni 1955 Inneres rahmenlos|zentriert|100px Gerhard Schröder (1910–1989) CDUJustiz rahmenlos|zentriert|100px Fritz Neumayer(1884–1973)bis 16. Oktober 1956 FDPbis 26. Juni 1956 FVPab 26. Juni 1956 rahmenlos|zentriert|100px Hans-Joachim von Merkatz(1905–1982)ab 16. Oktober 1956 DP Finanzen zentriert|rahmenlos|100px Fritz Schäffer(1888–1967) CSU Wirtschaft rahmenlos|zentriert|100px Ludwig Erhard (1897–1977) parteilosParteiloser Bundeskanzler auf Welt.de (abgerufen am 1. Januar 2010) Ernährung, Landwirtschaft und Forsten rahmenlos|zentriert|100px Heinrich Lübke(1894–1972) CDU Arbeit rahmenlos|zentriert|100px Anton Storch(1892–1975) CDU Verteidigungseit 7. Juni 1955 rahmenlos|zentriert|100px Theodor Blank(1905–1972)bis 16. Oktober 1956 CDU rahmenlos|zentriert|100px Franz Josef Strauß(1915–1988)ab 16. Oktober 1956 CSU Verkehr rahmenlos|zentriert|100px Hans-Christoph Seebohm(1903–1967) DP Post- und Fernmeldewesen rahmenlos|zentriert|100px Hans Schuberth(1897–1976)bis 9. Dezember 1953 CSU rahmenlos|zentriert|100px Siegfried Balke(1902–1984)ab 10. Dezember 1953bis 16. Oktober 1956 rahmenlos|zentriert|100px Ernst Lemmer(1898–1970)ab 15. November 1956 CDU Wohnungsbau rahmenlos|zentriert|100px Victor-Emanuel Preusker(1913–1991) FDPbis 26. Juni 1956 FVPvon 26. Juni 1956 bis 20. Januar 1957 DPab 20. Januar 1957 Angelegenheiten der Vertriebenenab 1. Februar 1954:Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte rahmenlos|zentriert|100px Theodor Oberländer(1905–1998) BHEbis 20. März 1956 CDU ab 20. März 1956 Gesamtdeutsche Fragen rahmenlos|zentriert|100px Jakob Kaiser(1888–1961) CDU Angelegenheiten des Bundesrates rahmenlos|zentriert|100px Heinrich Hellwege(1908–1991)bis 26. Mai 1955 DP rahmenlos|zentriert|100px Hans-Joachim von Merkatzab 8. Juni 1955 Atomfragenseit 20. Oktober 1955 rahmenlos|zentriert|100px Franz Josef Straußbis 16. Oktober 1956 CSU rahmenlos|zentriert|100px Siegfried Balkeab 16. Oktober 1956 Familienfragen rahmenlos|zentriert|100px Franz-Josef Wuermeling (1900–1986) CDU Besondere Aufgaben rahmenlos|zentriert|100px Robert Tillmanns(1896–1955)verstorben am 12. November 1955 CDU rahmenlos|zentriert|100px Waldemar Kraft(1898–1977)bis 16. Oktober 1956 BHEbis 20. März 1956 CDU ab 20. März 1956 rahmenlos|zentriert|100px Hermann Schäfer(1892–1966)bis 16. Oktober 1956 FDPbis 26. Juni 1956 FVPab 26. Juni 1956 rahmenlos|zentriert|100px Franz Josef Straußbis 12. Oktober 1955 CSU Mit dem Kabinett Adenauer II wurde erstmals ein Ministerium für Familienfragen eingerichtet. Ebenso gab es zum ersten Mal vier Minister für besondere Aufgaben. Darüber hinaus wurde das Ministerium für Angelegenheiten des Marshallplans in Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit umbenannt.

Bereits im Dezember 1953 schied Hans Schuberth als erster Minister aufgrund des konfessionellen Kabinetts-Proporz aus. Ihn ersetzte der evangelische Siegfried Balke als Post- und Fernmeldeminister.

1954 wurde das Ministerium für Angelegenheiten der Vertriebenen um die Begriffe Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte erweitert.

Heinrich Hellwege legte sein Amt als Bundesrats-Minister im Mai 1955 nieder, um zum niedersächsischen Ministerpräsidenten gewählt zu werden. Ersetzt wurde er von Hans-Joachim von Merkatz.

Im Zuge zunehmender außenpolitischer Eigenständigkeit der Bundesrepublik und dem NATO-Beitritt im Mai 1955 folgte die Neugründung eines Ministeriums für Verteidigung, das vom Leiter der Amt Blank genannten Vorgängerinstitution, Theodor Blank, übernommen wurde. Gleichzeitig übergab Konrad Adenauer die Zuständigkeit für Äußeres an den ersten Außenminister Heinrich von Brentano.

Auch das Ministerium für Atomfragen wurde 1955 neu geschaffen. Erster Leiter wurde Franz Josef Strauß. Weil einen Monat später Robert Tillmanns starb, gab es nun nur noch zwei Minister für besondere Aufgaben.

Im Oktober 1956 kam es zu einer weiteren größeren Kabinettsumbildung. Franz Josef Strauß übernahm das Verteidigungs-Ressort von Theodor Blank. Sein Nachfolger als Atomfragen-Minister wurde Siegfried Balke; das von ihm geleitete Post- und Fernmeldeministerium bekam mit Ernst Lemmer den dritten Minister in dieser Legislaturperiode. Zudem musste Fritz Neumeyer das Justiz-Ministerium an Hans-Joachim Merkatz abgeben, der bereits das Bundesrats-Ministerium übernommen hatte. Zudem wurden die letzten zwei Bundesminister für besondere Aufgaben von ihrem Amt entbunden.

Siehe auch Liste der deutschen Bundesregierungen Liste der deutschen Bundesminister Geschichte der Bundesrepublik Deutschland Adenauer-Ära#Die 2. Legislaturperiode

Einzelnachweise

Adenauer2 Kategorie:Politik 1953 Kategorie:Konrad Adenauer Kategorie:Kabinett mit CDU/CSU-Beteiligung Kategorie:Kabinett mit FDP-Beteiligung Kategorie:Kabinett mit DP-Beteiligung Kategorie:Kabinett mit GB/BHE-Beteiligung