Das Kabinett Kohl III war die 15. Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland.
Abstimmung im Bundestag + Bonn, 11. März 1987 – Gesamtstimmenzahl 497 – absolute Mehrheit 249 WahlgangKandidat Stimmen Stimmenzahl AnteilKoalitionspartei(en) 1. WahlgangHelmut Kohl (CDU) Ja-Stimmen 253 50,9 %CDU/CSU, FDP Nein-Stimmen 225 45,3 % Enthaltungen 6 1,2 % Ungültig 3 0,6 % nicht abgegeben 10 2,0 % Damit wurde wieder Helmut Kohl zum Bundeskanzler gewählt.
Kabinett + Kabinett Kohl III – 12. März 1987 bis 20. Dezember 1990 (Bis zum 18. Januar 1991 mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt) Amt oder Ressort Bild Name Partei Parlamentarische Staatssekretäre bzw. StaatsministerWeder Parlamentarische Staatssekretäre noch Staatsminister sind nach GG Teil der Bundesregierung. Partei Bundeskanzler rahmenlos|zentriert|100px Helmut Kohl(1930–2017) CDU Lutz Stavenhagen(1940–1992)Staatsminister beim Bundeskanzler CDU Stellvertreter des BundeskanzlersAuswärtiges rahmenlos|zentriert|100px Hans-Dietrich Genscher(1927–2016) FDP Irmgard Adam-Schwaetzer(* 1942) FDP Helmut Schäfer(* 1933) Inneres rahmenlos|zentriert|100px Friedrich Zimmermann(1925–2012)bis 21. April 1989 CSU Horst Waffenschmidt(1933–2002) CDU rahmenlos|zentriert|100px Wolfgang Schäuble(1942–2023)ab 21. April 1989 CDU Carl-Dieter Spranger(* 1939) CSU Justiz rahmenlos|zentriert|100px Hans A. Engelhard(1934–2008) FDP Friedrich-Adolf Jahn(1935–2016) CDU Finanzen rahmenlos|zentriert|100px Gerhard Stoltenberg(1928–2001)bis 21. April 1989 CDU Hansjörg Häfele(1932–2025)bis 21. April 1989Manfred Carstens(* 1943) CDU rahmenlos|zentriert|100px Theodor Waigel(* 1939)ab 21. April 1989 CSU Friedrich Voss(1931–2012) CSU Wirtschaft rahmenlos|zentriert|100px Martin Bangemann(1934–2022)bis 9. Dezember 1988 FDP Ludolf von Wartenberg(* 1941)bis 4. Juli 1989 CDU rahmenlos|zentriert|100px Helmut Haussmann(* 1943)ab 9. Dezember 1988 Klaus Beckmann(1944–1994) FDP Erich Riedl(1933–2018) CSU Ernährung, Landwirtschaft und Forsten rahmenlos|zentriert|100px Ignaz Kiechle(1930–2003) CSU Georg Gallus(1927–2021) FDPWolfgang von Geldern(* 1944)CDU Innerdeutsche Beziehungen rahmenlos|zentriert|100px Dorothee Wilms(* 1929) CDU Ottfried Hennig(1937–1999) CDU Arbeit und Sozialordnung rahmenlos|zentriert|100px Norbert Blüm(1935–2020) CDU Wolfgang Vogt(1929–2006) CDUStefan Höpfinger(1925–2004)bis 21. April 1989Horst Seehofer(* 1949)CSU Verteidigung rahmenlos|zentriert|100px Manfred Wörner(1934–1994)bis 18. Mai 1988 CDU Peter Kurt Würzbach(* 1937)bis 19. Dezember 1988Willy Wimmer(* 1943)Agnes Hürland-Büning(1926–2009) CDU rahmenlos|zentriert|100px Rupert Scholz(* 1937)18. Mai 1988 bis 21. April 1989 rahmenlos|zentriert|100px Gerhard Stoltenbergab 21. April 1989 Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit rahmenlos|zentriert|100px Rita Süssmuth(1937–2026)bis 25. November 1988 CDU Anton Pfeifer(* 1937) CDU rahmenlos|zentriert|100px Ursula Lehr(1930–2022)ab 9. Dezember 1988 Verkehr rahmenlos|zentriert|100px Jürgen Warnke(1932–2013)bis 21. April 1989 CSU Dieter Schulte(* 1941) CDU rahmenlos|zentriert|100px Friedrich Zimmermann(1925–2012)ab 21. April 1989 Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit rahmenlos|zentriert|100px Walter Wallmann(1932–2013)bis 22. April 1987 CDU Martin Grüner(1929–2018)Wolfgang Gröbl(* 1941) FDP rahmenlos|zentriert|100px Klaus Töpfer(1938–2024)ab 7. Mai 1987 CSU Post- und Fernmeldewesen ab 1. Juli 1989: Post und Telekommunikation rahmenlos|zentriert|100px Christian Schwarz-Schilling(1930–2026) CDU Wilhelm Rawe(1929–2017) CDURaumordnung, Bauwesen und Städtebau rahmenlos|zentriert|100px Oscar Schneider(1927–2024)bis 21. April 1989 CSU Jürgen Echternach(1937–2006) CDU rahmenlos|zentriert|100px Gerda Hasselfeldt(* 1950)ab 21. April 1989 Forschung und Technologie rahmenlos|zentriert|100px Heinz Riesenhuber(* 1935) CDU Albert Probst(1931–2015) CSU Bildung und Wissenschaft rahmenlos|zentriert|100px Jürgen W. Möllemann(1945–2003) FDP Irmgard Karwatzki(1940–2007)bis 21. April 1989 CDUNorbert Lammert(* 1948) Wirtschaftliche Zusammenarbeit rahmenlos|zentriert|100px Hans Klein(1931–1996)bis 21. April 1989 CSU Volkmar Köhler(1930–2012)bis 21. April 1989Hans-Peter Repnik(1947–2025) CDU rahmenlos|zentriert|100px Jürgen Warnkeab 21. April 1989 Besondere AufgabenChef des Bundeskanzleramtes rahmenlos|zentriert|100px Wolfgang Schäuble(1942–2023) bis 21. April 1989CDU Lieselotte Berger(1920–1989)Bevollmächtigte der Bundesregierung in Berlinbis 26. September 1989 (verstorben)Günter Straßmeir(1929–2009)Bevollmächtigter der Bundesregierung in Berlin26. Oktober 1989 bis 20. Dezember 1990 CDU rahmenlos|zentriert|100px Rudolf Seiters(* 1937)ab 21. April 1989 Besondere AufgabenChef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung rahmenlos|zentriert|100px Hans Klein21. April 1989 bis 20. Dezember 1990 CSU Besondere Aufgaben rahmenlos|zentriert|100px Sabine Bergmann-Pohl(* 1946)ab 3. Oktober 1990 CDU rahmenlos|zentriert|100px Günther Krause(* 1953)ab 3. Oktober 1990 rahmenlos|zentriert|100px Lothar de Maizière(* 1940)3. Oktober bis 19. Dezember 1990 rahmenlos|zentriert|100px Rainer Ortleb(* 1944)ab 3. Oktober 1990 FDP rahmenlos|zentriert|100px Hansjoachim Walther(1939–2005)ab 3. Oktober 1990 DSU
Veränderungen Nach der Landtagswahl in Hessen und der anschließenden Bildung einer Koalition aus CDU und FDP schied Bundesumweltminister Walter Wallmann am 22. April 1987 aus der Bundesregierung aus; am 24. April 1987 wurde er zum Hessischen Ministerpräsidenten gewählt. Als neuer Umweltminister wurde am 7. Mai 1987 der bisherige Minister für Umwelt und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz, Klaus Töpfer, berufen.
Verteidigungsminister Manfred Wörner trat am 18. Mai 1988 zurück, um am 1. Juli 1988 sein neues Amt als NATO-Generalsekretär antreten zu können. Sein Nachfolger wurde Rupert Scholz, bis dato Senator für Justiz und Bundesangelegenheiten des Landes Berlin.
Bundeswirtschaftsminister Martin Bangemann trat am 9. Dezember 1988 zurück, um Anfang 1989 in die Europäische Kommission als Kommissar für Binnenmarkt und Industrie wechseln zu können. Der bisherige FDP-Generalsekretär Helmut Haussmann folgte ihm als Wirtschaftsminister.
Rita Süssmuth schied am 9. Dezember 1988 aus dem Amt, weil sie am 25. November 1988 zur Präsidentin des Deutschen Bundestages gewählt worden war. Ursula Lehr wurde neue Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit.
Am 19. Dezember 1988 trat der Parlamentarische Staatssekretär Peter Kurt Würzbach nach einem Streit mit Bundesverteidigungsminister Scholz über das nach dem Flugzeugabsturz in Remscheid von Würzbach verhängte Tiefflugverbot zurück. Willy Wimmer wurde am selben Tag zu seinem Nachfolger als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung ernannt.
Am 21. April 1989 wurde eine umfangreiche Kabinettsumbildung durchgeführt, von der nur die unionsgeführten Ministerien betroffen waren. Dabei wurden Bundesbauminister Oscar Schneider und der Verteidigungsminister Rupert Scholz, in dessen kurzer Amtszeit sich die Unglücke von Ramstein und Remscheid ereignet hatten, als Bundesminister entlassen. Der bisherige Innenminister Friedrich Zimmermann wurde neuer Bundesminister für Verkehr, der bisherige Finanzminister Gerhard Stoltenberg wurde neuer Bundesverteidigungsminister und Verkehrsminister Jürgen Warnke wurde Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Dessen Amtsvorgänger Hans Klein übernahm als Bundesminister für besondere Aufgaben die Leitung des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung und der bisherige Chef des Bundeskanzleramtes Wolfgang Schäuble wurde neuer Bundesminister des Innern. Erstmals berufen wurden als Bundesminister der Finanzen der bisherige Vorsitzende der CSU-Landesgruppe Theo Waigel und Gerda Hasselfeldt als Bundesministerin für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Neu in das Kabinett trat auch der bisherige Erste Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Rudolf Seiters ein, der als Bundesminister für besondere Aufgaben zum Chef des Bundeskanzleramtes berufen wurde.
Ebenfalls als am 21. April 1989 schieden die Parlamentarischen Staatssekretäre Hansjörg Häfele (Finanzen), Stefan Höpfinger (Arbeit und Sozialordnung), Irmgard Karwatzki (Bildung und Wissenschaft) und Volkmar Köhler (Wirtschaftliche Zusammenarbeit) aus dem Amt. Neu berufen wurden als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen der bisherige Vorsitzende der Arbeitsgruppe Haushalt der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Manfred Carstens, der bisherige sozialpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe Horst Seehofer zum Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Norbert Lammert zum Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Bildung und Wissenschaft und der bisherige Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Hans-Peter Repnik zum Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Nachdem die Anzahl der CSU-geführten Bundesministerien mit der Kabinettsumbildung auf sechs angewachsen war, forderte die FDP als Ausgleich einen weiteren Parlamentarischen Staatssekretär. Am 4. Juli 1989 schied daher Ludolf von Wartenberg aus dem Amt. Der bisherige Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion Klaus Beckmann wurde sein Nachfolger beim Bundesminister für Wirtschaft.
Am 26. September 1989 starb die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundeskanzler und Bevollmächtigte der Bundesregierung in Berlin Lieselotte Berger. Günter Straßmeir wurde am 26. Oktober 1989 ihr Nachfolger.
Mit der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurden die bisherige Volkskammer-Präsidentin Sabine Bergmann-Pohl, der letzte Ministerpräsident der DDR Lothar de Maizière, der Parlamentarische Staatssekretär beim Ministerpräsidenten der DDR Günther Krause, der bisherige Vorsitzende der FDP-Volkskammerfraktion Rainer Ortleb und der bisherige Vorsitzende der DSU-Volkskammerfraktion Hansjoachim Walther zu Bundesministern für besondere Aufgaben ernannt.
Wegen erneuter Vorwürfe, er sei Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit gewesen, trat Lothar de Maizière am 19. Dezember 1990 als Bundesminister zurück.
Gesundheitspolitik Bereits in seiner Regierungserklärung kündigte Kohl 1987 eine umfassende Strukturreform im Gesundheitswesen an. Das Gesundheitsreformgesetz „GRG“ wurde im November 1988 vom Bundestag verabschiedet.
Einzelnachweise
Fußnote
Siehe auch Liste der deutschen Bundesregierungen – Liste der deutschen Regierungsmitglieder seit 1949
Kohl3 Kategorie:Politik 1987 Kategorie:Helmut Kohl Kategorie:Kabinett mit CDU/CSU-Beteiligung Kategorie:Kabinett mit FDP-Beteiligung