Das Kabinett Kohl II war die 14. Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland.
Abstimmung im Bundestag + Bonn, 29. März 1983 – Gesamtstimmenzahl 498 – absolute Mehrheit 250 WahlgangKandidat Stimmen Stimmenzahl AnteilKoalitionspartei(en) 1. WahlgangHelmut Kohl (CDU) Ja-Stimmen 271 54,4 %CDU/CSU, FDP Nein-Stimmen 214 43,0 % Enthaltungen 1 0,2 % Ungültig 0 0,0 % nicht abgegeben 12 2,4 % Damit wurde wieder Helmut Kohl zum Bundeskanzler gewählt.
Kabinett + Kabinett Kohl II – 30. März 1983 bis 18. Februar 1987 (Bis zum 12. März 1987 mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt) Amt oder Ressort Bild Name Partei Parlamentarische Staatssekretäre bzw. StaatsministerWeder Parlamentarische Staatssekretäre noch Staatsminister sind nach GG Teil der Bundesregierung. Partei Bundeskanzler rahmenlos|zentriert|100px Helmut Kohl(1930–2017) CDU Philipp Jenninger(1932–2018) bis 4. November 1984 Friedrich Vogel(1929–2005)Peter Lorenz(1922–1987) CDU Stellvertreter des BundeskanzlersAuswärtiges rahmenlos|zentriert|100px Hans-Dietrich Genscher(1927–2016) FDP Alois Mertes(1921–1985) verstorben am 16. Juni 1985 Lutz Stavenhagen (1940–1992) ab 4. September 1985 CDU Jürgen Möllemann(1945–2003) FDP Inneres rahmenlos|zentriert|100px Friedrich Zimmermann(1925–2012) CSU Carl-Dieter Spranger(* 1939) CSU Horst Waffenschmidt(1933–2002) CDU Justiz rahmenlos|zentriert|100px Hans A. Engelhard(1934–2008) FDP Hans Hugo Klein(* 1936) bis 3. November 1983 Benno Erhard (1923–2011) ab 3. November 1983 CDU Finanzen rahmenlos|zentriert|100px Gerhard Stoltenberg(1928–2001) CDU Hansjörg Häfele(1932–2025) CDU Friedrich Voss(1931–2012) CSU Wirtschaft rahmenlos|zentriert|100px Otto Graf Lambsdorff (1926–2009)bis 27. Juni 1984 FDP Martin Grüner(1929–2018) FDP rahmenlos|zentriert|100px Martin Bangemann (1934–2022)ab 27. Juni 1984 Rudolf Sprung (1925–2015) CDU Ernährung, Landwirtschaft und Forsten rahmenlos|zentriert|100px Ignaz Kiechle(1930–2003) CSU Georg Gallus(1927–2021) FDPWolfgang von Geldern(* 1944) CDU Innerdeutsche Beziehungen rahmenlos|zentriert|100px Heinrich Windelen (1921–2015) CDU Ottfried Hennig(1937–1999) CDU Arbeit und Sozialordnung rahmenlos|zentriert|100px Norbert Blüm(1935–2020) CDU Wolfgang Vogt(1929–2006) CDUHeinrich Franke(1928–2004) bis 30. März 1984 Stefan Höpfinger(1925–2004) ab 4. April 1984 CSU Verteidigung rahmenlos|zentriert|100px Manfred Wörner(1934–1994) CDU Peter Kurt Würzbach(* 1937) CDU Jugend, Familie und Gesundheit ab 6. Juni 1986 Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit rahmenlos|zentriert|100px Heiner Geißler (1930–2017)bis 26. September 1985 CDU Irmgard Karwatzki(1940–2007) CDU rahmenlos|zentriert|100px Rita Süssmuth (1937–2026)ab 26. September 1985 Verkehr rahmenlos|zentriert|100px Werner Dollinger (1918–2008) CSU Dieter Schulte(* 1941) CDU Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit seit 6. Juni 1986 rahmenlos|zentriert|100px Walter Wallmann(1932–2013) CDU Post- und Fernmeldewesen rahmenlos|zentriert|100px Christian Schwarz-Schilling(1930–2026) CDU Wilhelm Rawe(1929–2017) CDU Raumordnung, Bauwesen und Städtebau rahmenlos|zentriert|100px Oscar Schneider (1927–2024) CSU Friedrich-Adolf Jahn (1935–2016) CDU Forschung und Technologie rahmenlos|zentriert|100px Heinz Riesenhuber(* 1935) CDU Albert Probst (1931–2015) CSU Bildung und Wissenschaft rahmenlos|zentriert|100px Dorothee Wilms (* 1929) CDU Anton Pfeifer (* 1937) CDU Wirtschaftliche Zusammenarbeit rahmenlos|zentriert|100px Jürgen Warnke (1932–2013) CSU Volkmar Köhler (1930–2012) CDU Besondere AufgabenChef des Bundeskanzleramtesseit 15. November 1984 rahmenlos|zentriert|100px Wolfgang Schäuble(1942–2023) CDU
Veränderungen Am 3. November 1983 wurde der bisherige stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Benno Erhard, als Nachfolger des zum Richter des Bundesverfassungsgerichts gewählten Hans Hugo Klein zum Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz ernannt.
Um sein neues Amt als Präsident der Bundesanstalt für Arbeit antreten zu können, schied Heinrich Franke am 30. März 1984 aus der Bundesregierung aus. Sein Nachfolger als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung wurde am 4. April 1984 Stefan Höpfinger, der zuvor seit 1982 Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Jugend, Familie und Gesundheit gewesen war.
Die Aufklärung der Flick-Affäre hatte auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Bundesregierung. So trat am 27. Juni 1984 Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff zurück, nachdem die Anklage gegen ihn zugelassen worden war. Sein Nachfolger wurde der bisherige Vorsitzende der Liberalen und Demokratischen Fraktion im Europäischen Parlament, Martin Bangemann. Am 5. November 1984 wurde dann der bisherige Parlamentarische Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Philipp Jenninger, als Nachfolger von Rainer Barzel zum Präsidenten des Deutschen Bundestages gewählt, nachdem dieser ebenfalls im Zuge der Flick-Affäre am 25. Oktober 1984 zurückgetreten war.
Am 14. November 1984 wurde Wolfgang Schäuble, der seit 1981 Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewesen war, zum Bundesminister für besondere Aufgaben ernannt. Er übernahm damit den bisherigen Aufgabenbereich von Philipp Jenninger und wurde außerdem als Nachfolger von Staatssekretär Waldemar Schreckenberger zum Chef des Bundeskanzleramts berufen.
Als Nachfolger des am 16. Juni 1985 verstorbenen Staatsministers im Auswärtigen Amt, Alois Mertes, wurde am 4. September 1985 Lutz Stavenhagen berufen.
Nach einer schon länger bekannten Planung, dass sich Bundesfamilienminister Heiner Geißler ganz auf sein Amt als CDU-Generalsekretär und die Vorbereitung der Bundestagswahl 1987 konzentrieren sollte, trat Geißler schließlich am 25. September 1985 als Bundesminister zurück. Seine Nachfolgerin wurde auf Geißlers Empfehlung die bisherige Leiterin des hannoverschen „Instituts Frau und Gesellschaft“ Rita Süssmuth. Bundeskanzler Kohl hatte für dieses Amt zunächst Gertrud Höhler favorisiert; da sie nicht verheiratet war, galt sie in den Unionsparteien jedoch als nicht durchsetzbar.
Der Oberbürgermeister von Frankfurt am Main, Walter Wallmann, war schon länger als Bundesminister im Gespräch gewesen. Als im Gefolge der Katastrophe von Tschernobyl vom 26. April 1986 ein Bundesumweltministerium eingerichtet werden sollte, wurde Wallmann am 9. Juni 1986 zum ersten Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ernannt.
Politische Maßnahmen Es gab eine Abnahme bei den industriellen Bundesbeteiligungen, indem teilweise oder vollständig Anteile aufgegeben wurden z. B. an der Volkswagen AG, VIAG AG, VEBA AG und Salzgitter AG. Insgesamt sank die Zahl der mittelbaren Beteiligungen von 958 am Ende des Jahres 1982 auf 337 im Jahr 1989. Da der Erlös dieser Privatisierungen aus dem Zeitraum von 1983 bis 1990 im Verhältnis zum Gesamthaushalt relativ gering war, waren die Entscheidungen zur Privatisierung von Bundesbeteiligungen nicht haushalts- sondern ordnungspolitisch begründet.
Siehe auch Liste der deutschen Bundesregierungen – Liste der deutschen Bundesminister Geschichte der Bundesrepublik Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (10. Wahlperiode) CDU#1982–1998: Die Regierung Kohl FDP: Schwarz-gelbe Koalition SPD: Oppositionsjahre
Einzelnachweise
Fußnote
Kohl2 Kategorie:Politik 1983 Kategorie:Helmut Kohl Kategorie:Kabinett mit CDU/CSU-Beteiligung Kategorie:Kabinett mit FDP-Beteiligung