Das Kabinett Kohl I war das 13. Regierungskabinett der Bundesrepublik Deutschland und war die erste und bisher einzige Bundesregierung, die durch ein konstruktives Misstrauensvotum, nämlich gegen die Vorgängerregierung unter Bundeskanzler Helmut Schmidt, ins Amt gelangte.
Mittels einer Vertrauensfrage, die Helmut Kohl veranlasste und verlor sowie der Auflösung des 9. Deutschen Bundestages durch Bundespräsident Karl Carstens endete die Regierung mit dem Zusammentreten des 10. Deutschen Bundestages 1983.
Abstimmung im Bundestag + Konstruktives Misstrauensvotum – Bonn, 01. Oktober 1982 – Gesamtstimmenzahl 497 – absolute Mehrheit 249 WahlgangKandidat Stimmen Stimmenzahl Anteil Koalitionspartei(en) Konstruktives MisstrauensvotumHelmut Kohl (CDU) Ja-Stimmen 256 51,5 %CDU/CSU, FDP Nein-Stimmen 235 47,3 % Enthaltungen 4 0,8 % Ungültig 0 0,0 % nicht abgegeben 2 0,4 %Helmut Kohl zum Bundeskanzler gewählt
+ Vertrauensfrage – Bonn, 17. Dezember 1982 – Gesamtstimmenzahl 497 – absolute Mehrheit 249 WahlgangKandidat Stimmen Stimmenzahl Anteil Koalitionspartei(en) VertrauensfrageHelmut Kohl (CDU) Ja-Stimmen 8 1,6 %CDU/CSU, FDP Nein-Stimmen 218 43,9 % Enthaltungen 248 49,9 % Ungültig 0 0,0 % nicht abgegeben 23 4,6 %Helmut Kohl wurde nicht das Vertrauen ausgesprochen
Kabinett + Kabinett Kohl I – 4. Oktober 1982 bis 29. März 1983 (Bis zum 30. März 1983 mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt) Amt oder Ressort Bild Name Partei Parlamentarische Staatssekretäre bzw. StaatsministerWeder Parlamentarische Staatssekretäre noch Staatsminister sind nach GG Teil der Bundesregierung. Partei Bundeskanzler rahmenlos|zentriert|100px Helmut Kohl(1930–2017) CDU Philipp Jenninger(1932–2018)Friedrich Vogel(1929–2005)Peter Lorenz(1922–1987) CDU Stellvertreter des BundeskanzlersAuswärtiges rahmenlos|zentriert|100px Hans-Dietrich Genscher(1927–2016) FDP Alois Mertes(1921–1985) CDU Jürgen Möllemann(1945–2003) FDP Inneres rahmenlos|zentriert|100px Friedrich Zimmermann(1925–2012) CSU Carl-Dieter Spranger(* 1939) CSU Horst Waffenschmidt(1933–2002) CDU Justiz rahmenlos|zentriert|100px Hans A. Engelhard(1934–2008) FDP Hans Hugo Klein(* 1936) CDU Finanzen rahmenlos|zentriert|100px Gerhard Stoltenberg(1928–2001) CDU Hansjörg Häfele(1932–2025) CDU Friedrich Voss(1931–2012) CSU Wirtschaft rahmenlos|zentriert|100px Otto Graf Lambsdorff (1926–2009) FDP Martin Grüner(1929–2018) FDP Ernährung, Landwirtschaft und Forsten rahmenlos|zentriert|100px Josef Ertl(1925–2000) FDP Georg Gallus(1927–2021) FDP Innerdeutsche Beziehungen rahmenlos|zentriert|100px Rainer Barzel(1924–2006) CDU Ottfried Hennig(1937–1999) CDU Arbeit und Sozialordnung rahmenlos|zentriert|100px Norbert Blüm(1935–2020) CDU Wolfgang Vogt(1929–2006)Heinrich Franke(1928–2004) CDU Verteidigung rahmenlos|zentriert|100px Manfred Wörner(1934–1994) CDU Peter Kurt Würzbach(* 1937) CDU Kurt Jung(1925–1989) FDP Jugend, Familie und Gesundheit rahmenlos|zentriert|100px Heiner Geißler(1930–2017) CDU Irmgard Karwatzki(1940–2007) CDU Verkehr rahmenlos|zentriert|100px Werner Dollinger (1918–2008) CSU Dieter Schulte(* 1941) CDU Post- und Fernmeldewesen rahmenlos|zentriert|100px Christian Schwarz-Schilling(1930–2026) CDU Wilhelm Rawe(1929–2017) CDU Raumordnung, Bauwesen und Städtebau rahmenlos|zentriert|100px Oscar Schneider (1927–2024) CSU Friedrich-Adolf Jahn (1935–2016) CDU Forschung und Technologie rahmenlos|zentriert|100px Heinz Riesenhuber(* 1935) CDU Albert Probst (1931–2015) CSU Bildung und Wissenschaft rahmenlos|zentriert|100px Dorothee Wilms (* 1929) CDU Anton Pfeifer (* 1937) CDU Wirtschaftliche Zusammenarbeit rahmenlos|zentriert|100px Jürgen Warnke (1932–2013) CSU Volkmar Köhler (1930–2012) CDU
Politische Maßnahmen Wirtschafts- und Sozialpolitik Mit dem Beginn der Regierung Kohl 1982 gab es eine Abkehr von vorheriger Nachfragepolitik hin zur Angebotspolitik. Kohl plädierte für eine Beschränkung des Staates auf wenige Kernaufgaben und lehnte Beschäftigungsprogramme ab. Die Regierung führte bereits zum 1. Januar 1983 Einsparungen beim Kindergeld sowie bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung ein. Später wurden die Belastungen für Unternehmen gesenkt in der Hoffnung, dadurch deren Investitionsbereitschaft zu erhöhen. Die Unternehmensgewinne stiegen zwar, doch die Investitionsneigung blieb niedrig.Suche nach Auswegen aus der Krise in: Werner Bührer: Wirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik, Informationen zur politischen Bildung (Heft 270), 2001
Im Überblick erfolgten folgende Maßnahmen: Kürzung der Zuschüsse für die Bundesanstalt für Arbeit um 1,3 Milliarden Deutsche Mark Wiedereinführung des Krankenversicherungsbeitrages für Rentner Erhöhung der Zuzahlungen von gesetzlich versicherten Patienten für Medikamente und Krankenhausaufenthalte Kürzungen beim Mutterschafts- und Wohngeld Abschaffung des Schüler-Bafög Einführung einer für 1983/84 befristeten unverzinslichen, rückzahlbaren Investitionshilfeabgabe („Zwangsabgabe“) von 5 Prozent der Steuerschuld für Besserverdienende; wird 1984 für verfassungswidrig erklärt Senkung steuerlicher Belastungen von Unternehmen
Wehrdienst Die mündliche Gewissensprüfung für Wehrdienstverweigerer wird abgeschafft. Verlängerung der Zivildienstpflicht von 16 auf 20 Monate
Umweltpolitik Beschluss zur Reduzierung von Schadstoffen aus Kraftwerken
Siehe auch Liste der deutschen Bundesregierungen Liste der deutschen Bundesminister Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Bundesregierung in Deutschland 1982 Geschichte der Bundesrepublik Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (10. Wahlperiode) CDU#1982–1998: Die Regierung Kohl FDP: Schwarz-gelbe Koalition SPD: Oppositionsjahre
Einzelnachweise
Fußnote
Kohl1 Kategorie:Politik 1982 Kategorie:Helmut Kohl Kategorie:Kabinett mit CDU/CSU-Beteiligung Kategorie:Kabinett mit FDP-Beteiligung