Die Technische Hochschule Ingolstadt (kurz THI) ist eine Fachhochschule/Hochschule für angewandte Wissenschaften mit Sitz in Ingolstadt. Sie wurde 1994 gegründet und zählt rund 8100 Studierende in sechs Fakultäten (Business School, Elektro- und Informationstechnik, Informatik, Maschinenbau, Nachhaltige Infrastruktur, Wirtschaftsingenieurwesen) und einem Campus für Weiterbildung (TCW). Sie bietet rund 80 Studiengänge an. Das Kernprofil der Hochschule umfasst die Schwerpunkte Technik und Wirtschaft. Mit etwa 900 Mitarbeitenden in Lehre, Forschung und Verwaltung zählt sie zu den mittelgroßen Hochschulen in Bayern.https://www.thi.de/hochschule/ueber-uns/zahlen-und-fakten/ Mit dem wissenschaftlichen Leitzentrum für Fahrzeugsicherheit CARISSMA (Center of Automotive Research on Integrated Safety Systems and Measurement Area) ist an der THI der deutschlandweit erste Forschungsbau an einer Fachhochschule angesiedelt. In Neuburg a. d. Donau besteht eine Außenstelle mit der Fakultät Nachhaltige Infrastruktur seit 2021.

Geschichte alt=Entstehung des Neubaus an der Esplanade 1998|mini|Entstehung des Neubaus an der Esplanade 1998 alt=Ernennung zur Technischen Hochschule Ingolstadt (2012): THI-Präsident Prof. Dr. Walter Schober (links) mit dem bayerischen Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch.|mini|Ernennung zur Technischen Hochschule Ingolstadt (2012): THI-Präsident Walter Schober (links) mit dem bayerischen Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch. mini|Die Hohe Schule in Ingolstadt

Nachdem es nach dem Umzug der Universität Ingolstadt nach Landshut in Ingolstadt seit 1800 keine Hochschule mehr gegeben hatte, wurde 1994 eine neue Bildungseinrichtung als staatliche Fachhochschule am Standort Hohe Schule, dem Gebäude der historischen Universität Ingolstadt, gegründet. Gründungspräsident ist Hartmut Sax. Das Studienangebot bestand aus dem Diplom-Studiengang Betriebswirtschaft. Es folgt 1995 die Unterzeichnung des Vertrags zum Grundstückkauf für den Neubau zwischen dem Freistaat Bayern und der Stadt Ingolstadt. Der Planungsauftrag wird an das Architekturbüro Keiner aus Fürstenfeldbruck und dem örtlichen Bauingenieur Johann Grad vergeben. 1996 kommt der Diplom-Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen hinzu. Das Richtfest auf dem neuen Campus an der Esplanade findet 1997 statt und es werden die Diplom-Studiengänge Maschinenbau und Verbundstudium Wirtschaftsingenieurwesen / Kfz-Mechatronik eingeführt. Zweiter Präsident wird 1998 Gunter Schweiger, das Studienangebot wird um Elektro- und Informationstechnik erweitert und es findet die erste Firmenkontaktmesse Contact statt.

1999 wurde der rund 100 Mio. Deutsche Mark teure Neubaukomplex an der Esplanade bezogen. Seit 2000 wurde mit Siemens ein duales Studium angeboten. Der frühere Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt, Peter Schnell, wurde im selben Jahr Ehrensenator. 2001 wurde der Diplomstudiengang Informatik eingeführt und in Betriebswirtschaft in Bachelorform studiert. Der Fachbereich Ingenieurwissenschaften wurde 2002 in die Fakultäten Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen sowie Elektrotechnik und Informatik aufgeteilt.

2004 wurde das Didaktikzentrum der bayerischen Fachhochschulen nach Ingolstadt verlegt. Es nutzt das historische Gebäude der Hohen Schule in Ingolstadt. Das Institut für Angewandte Forschung (IAF) wurde gegründet.

Das Institut für Akademische Weiterbildung (IAW) wurde 2008 als bayernweit erste Studienfakultät für akademische Weiterbildung gegründet. Ab diesem Zeitpunkt besitzt die Hochschule mit Lehre, Forschung und Weiterbildung drei Geschäftsfelder. Durch eine Änderung des bayerischen Hochschulgesetzes wurde die Fachhochschule Ingolstadt in Hochschule für angewandte Wissenschaften Ingolstadt umbenannt.

Das Studienzentrum der Hochschule in der historischen Altstadt von Neuburg a. d. Donau wurde 2009 bezogen. Im selben Jahr wurde die Hochschule Ingolstadt als eine der ersten Fachhochschulen als Vollmitglied in die European University Association aufgenommen.

2012 folgte Walter Schober im Präsidentenamt auf Gunter Schweiger. Im Rahmen eines Wettbewerbs unter den bayerischen Fachhochschulen wurde die Hochschule 2013 in Technische Hochschule Ingolstadt umbenannt.

2015 wurden die Campus-Erweiterungsbauten eingeweiht. Damit erhielt der THI-Campus zusätzliche 9200 Quadratmeter und verdoppelte sich nahezu. Im Folgejahr wurde das Forschungs- und Testzentrum CARISSMA (Center of Automotive Research on Integrated Safety Systems and Measurement Area) eingeweiht. Es ist als bundesweites wissenschaftliches Leitzentrum für Fahrzeugsicherheit konzipiert und der erste reine Forschungsbau an einer Fachhochschule in Deutschland. Im Studienzentrum Neuburg entsteht eine Forschungsaußenstelle des Instituts für neue Energie-Systeme (InES) und eine Außenstelle des Graduiertenzentrums.

2017 übernahm die Hochschule die Villa Heydeck, die ehemalige Direktorenvilla im Norden des Gießereigeländes wird offizielles Gebäude der THI. Das gemeinnützige Audi Konfuzius-Instituts Ingolstadt (AKII), eine Einrichtung zur Förderung der Kenntnisse der chinesischen Sprache und Kultur, wird eröffnet. Neben der Stärkung der interkulturellen Verständigung soll das AKII die deutsch-chinesische Zusammenarbeit auf den Gebieten Technologie, Innovation, Nachhaltigkeit und Management fördern. Die THI erhält im Rahmen der Initiative „FH Impuls“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für die strategische Partnerschaft SAFIR (Safety for all – Innovative Research Partnership on Global Vehicle and Road Safety Systems) knapp 6 Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren.

2018 starteten die THI und die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) das gemeinsame Projekt „Mensch in Bewegung“, das den Technologie- und Wissenstransfer in die Region stärken soll. Im Rahmen der Bundesförderinitiative „Innovative Hochschule“ erhalten die THI und die KU 15 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. Der Bayerische Ministerrat beschloss zudem den Ausbau der THI um 2500 Studierende in Ingolstadt und um 1200 Studierende auf einem neuen Campus in Neuburg a. d. Donau. Am Standort Ingolstadt soll im Wintersemester 2020/21 das neue Studienfeld Gesundheit und Life Sciences eröffnet werden, am Standort Neuburg a. d. Donau soll ein neuer Campus mit dem Studienfeld Bau/Energie/Umwelt entstehen.

2019 wurde das Ingolstädter Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen (AININ – Artificial Intelligence Network Ingolstadt), das seinen Sitz an der THI hat, gegründet. Die bisherigen drei Fakultäten der THI werden ab dem Wintersemester 2019/20 auf fünf Fakultäten erweitert. In seiner Regierungserklärung kündigt Ministerpräsident Markus Söder an, dass die THI im Rahmen der Hightech Agenda Mobilitätsknoten im bayernweiten KI-Netzwerk wird. Die THI ist damit die einzige Fachhochschule, an der ein derartiger Knotenpunkt angesiedelt wird.

Im Januar 2020 wurde an der THI das Bavarian Center for Applied Research and Technology with Latin America (AWARE) gegründet.

2021 eröffnete die THI ihren Außenstandort in Neuburg an der Donau. Rund 100 Studierende nahmen das Studium in den Studiengängen Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement sowie Wirtschaftsingenieurwesen Bau auf.

2022 fand die Eröffnung des bayernweit ersten Modulbaus der Hightech Agenda Bayern am Campus Ingolstadt mit integriertem Entrepreneurship-Lab durch Ministerpräsident Markus Söder und Wissenschaftsminister Bernd Sibler statt.

Im Mai 2022 wurde am Campus Neuburg im Rahmen der wissenschaftlichen Tagung „Die große Transformation“ das Forschungs- und Transferzentrum Nachhaltigkeit Neuburg (ForTraNN) eröffnet, das sich mit interdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung und -transfer befassen soll. 2022 soll das Bayerische Foresight-Institut gegründet werden, das sich der technologieorientierten Zukunftsforschung widmen soll.

2022 nahm die Technische Hochschule Ingolstadt (THI) am Weiterbildungs-Audit des Stifterverbands teil, um ihre strategische Ausrichtung im Bereich der wissenschaftlichen Weiterbildung weiterzuentwickeln. Am 11. November 2022 wurde im Rahmen der bayerischen #Zukunftsoffensive das Bayerische Foresight-Institut gegründet, das sich der interdisziplinären Zukunftsforschung und strategischen Vorausschau widmet.

Anfang 2023 erfolgte die offizielle Gründung der Fakultät für Nachhaltige Infrastruktur, die sich mit nachhaltigem Bauen, Mobilität und Energie befasst.

Ab Oktober 2023 wurde der THI das eigenständige Promotionsrecht verliehen. In diesem Zuge gründete die Hochschule eine Doctoral School mit den Promotionszentren Künstliche Intelligenz/Informatik sowie Ingenieurwissenschaften. Im selben Jahr schloss die THI auch erfolgreich das Verfahren der Systemakkreditierung ab.

2024 präsentierten THI-Präsident Walter Schober, Thomas Sendtner vom Staatlichen Bauamt und Oberbürgermeister Bernhard Gmehling die Ausbaupläne für den Nachhaltigkeits-Campus Neuburg, der ökologische und technologische Schwerpunkte vereint.

2024 wurde dem ehemaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer die Ehrensenatorwürde der THI verliehen.

Mit der Berufung von Andrea Klug (zuständig für Weiterbildung) und Elke Feifel (verantwortlich für Nachhaltigkeit, Transfer und Entrepreneurship) wurden zwei neue Vizepräsidentinnen ernannt, die zentrale Zukunftsthemen an der Hochschule weiter stärken sollen.

Seit Sommer 2024 ist die Business School der THI AACSB-akkreditiert.

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Campus mini|Technische Hochschule Ingolstadt mini|THI – Innenansicht

Der offizielle Spatenstich zur Erweiterung der Hochschule fand im Juli 2011 statt. Der Campus Ingolstadt grenzt direkt an die historische Altstadt Ingolstadts an.360-Grad-Rundgang über den Campus In unmittelbarer Nachbarschaft liegen das Neue Schloss sowie die Ludwigstraße, die Haupteinkaufsstraße der Stadt. Der Campus an der Esplanade umfasst eine Fläche von 60.000 Quadratmetern. Hier finden sich unter anderem die öffentlich zugängliche Bibliothek der THI, 60 Hörsäle, Projekt- und Seminarräume, 18 Großlabore sowie 80 Labore, PC-Pools und Werkstätten. Am Standort Neuburg a. d. Donau entstand 2021 auf dem ehemaligen Gelände der Lassigny-Kaserne ein neuer Campus mit dem Studienfeld Bau/Energie/Umwelt.

Studium und Lehre An der THI werden rund 80 Studiengänge in den sechs Fakultäten Business School, Elektro- und Informationstechnik, Informatik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen und Nachhaltige Infrastruktur (Campus Neuburg) angeboten.

Ein duales Studium ist an der THI in den grundständigen Bachelor- und Masterstudiengängen möglich. Dabei werden zwei Studienmodelle unterschieden: Verbundstudium und Studium mit vertiefter Praxis. Im Verbundstudium wird das Studium mit einer Berufsausbildung (IHK-/HWK-Abschluss) kombiniert. Das Studium mit vertiefter Praxis kombiniert das Studium an der THI mit Praxisphasen in einem Unternehmen ohne Abschluss einer Berufsausbildung.

Die THI kooperiert international mit rund 160 Partnerhochschulen (Stand: 2024) weltweit.

Das Center of Entrepreneurship (CoE) der THI koordiniert alle Gründungsaktivitäten an der Hochschule. Hauptaufgabe des Centers ist die Unterstützung von wettbewerbsfähigen Gründungen an der THI und die Sicherung des Wissenstransfers zwischen Forschung und Praxis. Ziel ist es, eine Kultur für Unternehmensgründungen sowohl an der Hochschule als auch in der Region zu fördern.

Grundständige Bachelorstudiengänge Die THI bietet folgende Bachelorstudiengänge an. Alle Studiengänge sind auch dual studierbar.