Wirtschaftlichkeit (, , , ) ist ein Wirtschaftssystem- und unternehmenszielindifferenter Ausdruck dafür, inwieweit eine Tätigkeit dem Wirtschaftlichkeitsprinzip genügt.Jürgen Weber: „Wirtschaftlichkeit.“ In: Gabler Wirtschaftslexikon. Springer Gabler, Wiesbaden (Online-Ausgabe) wirtschaftslexikon.gabler.de-Internetportal, o. J., Website abgerufen am 19. Januar 2022.

Abgrenzungen Im Unterschied zur Produktivität ist die Wirtschaftlichkeit wertmäßig erfassbar (bewertete Beziehung zwischen Mitteleinsatz und Handlungsergebnis).

Im Unterschied zur Rentabilität erfolgt für die Wirtschaftlichkeit keine zwangsläufige Bezugnahme auf das eingesetzte Kapital.

Allgemeines Die Wirtschaftssubjekte (Privathaushalte, Unternehmen und der Staat mit seinen Untergliederungen wie öffentliche Verwaltung, Staatsunternehmen, Kommunalunternehmen) sind gehalten, mit knappen Ressourcen rational umzugehen (Rationalprinzip). Wirtschaftlichkeit ist deshalb nicht nur das Auswahlprinzip der Betriebswirtschaftslehre,Peter Eichhorn: Das Prinzip Wirtschaftlichkeit. 2000, S. 15. sondern auch der Öffentlichen Betriebswirtschaftslehre.Dietmar Bräunig und Dorothea Greiling: Der Beitrag von Peter Eichhorn zur Öffentlichen Betriebswirtschaftslehre. In: dieselben (Hrsg.): Stand und Perspektiven der Öffentlichen Betriebswirtschaftslehre, Teil II: Festschrift für Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Eichhorn anlässlich seiner Emeritierung. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin, 2007, ISBN 978-3-8305-1357-5, S. 18. Um Wirtschaftlichkeit zu erfüllen, kann entweder mit einem möglichst geringen Aufwand ein gegebener Ertrag (Minimalprinzip) oder mit einem gegebenen Aufwand ein möglichst großer Ertrag (Maximalprinzip) erreicht werden. In beiden Fällen stehen sich Aufwand und Ertrag gegenüber, wobei Wirtschaftlichkeit vorliegt, wenn der Ertrag größer als der hierfür eingesetzte Aufwand ist:

.

Entsprechend handelt es sich um Unwirtschaftlichkeit, wenn der Aufwand den erzielten Ertrag übersteigt:

.

Auch bei der Kosten-Nutzen-Analyse und der Kosten-Wirksamkeits-Analyse stehen Wirtschaftlichkeitsfragen im Vordergrund.

Damit ist das Wirtschaftlichkeitsprinzip eine spezifische Ausprägung des Rationalprinzips. Die Einhaltung der Wirtschaftlichkeit als Verhaltensmaxime ermöglicht auch die Erfüllung des Ziels der Gewinnmaximierung oder der Nutzenmaximierung. Zwischen diesen Zielen besteht somit Zielharmonie. Die öffentlichen Haushalte sind sogar gesetzlich nach Abs. 1 BHO gezwungen, das Wirtschaftlichkeits- und Sparsamkeitsprinzip bei Aufstellung und Ausführung des Haushaltsplans zu beachten.

Arten Die Wirtschaftlichkeit besitzt im Wesentlichen zwei Ausprägungsformen: Absolute Wirtschaftlichkeit: Sie ist die für eine bestimmte Handlung ermittelte Beziehung zwischen dem Handlungsergebnis und dem dafür erforderlichen Mitteleinsatz. Der Wert des Handlungsergebnisses und des Mitteleinsatzes wird durch die jeweils relevanten Ziele festgelegt; in einem erwerbswirtschaftlichen Unternehmen wird er durch Erträge und Aufwand oder Erlöse und Kosten gemessen. Ein Investitionsprojekt ist z. B. dann absolut wirtschaftlich, wenn sein Kapitalwert größer als Null ist. Relative Wirtschaftlichkeit: Sie ist die Beziehung zur absoluten Wirtschaftlichkeit einer anderen Handlung. Ein Investitionsprojekt A ist z. B. dann relativ wirtschaftlich gegenüber einem Projekt B, wenn sein Kapitalwert größer ist, unabhängig davon, ob er Null übersteigt oder nicht.

Darüber hinaus kann Wirtschaftlichkeit durch eine betriebswirtschaftliche Kennzahl repräsentiert sein, deren Maß „Effizienz“ im weitesten Sinne ist. Sie wird ausgedrückt durch einen Quotienten, der aus einem Bruchterm hervorgeht, in dessen Zähler unterschiedliche Variablen des „Nutzens“ und in dessen Nenner unterschiedliche Variablen der „Entbehrung“ eingesetzt werden können, welche untereinander in Zusammenhang stehen (Einzelheiten siehe unten im Kapitel „Betriebswirtschaftliche Kennzahlen der Wirtschaftlichkeit“).

Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz Effektiv arbeiten bedeutet, so zu arbeiten, dass ein angestrebtes Ergebnis erreicht wird. Sind „Kosten“ dabei eine Zielgröße wirtschaftlicher Überlegungen, so geht es in der Praxis nicht selten um eine Zielgrößenminimierung.

Effektivität beschreibt den Grad der Zielerreichung (Wirksamkeit, Qualität der Zielerreichung).André Tauberger: Controlling für die öffentliche Verwaltung. R. Oldenbourg Verl., München 2008, ISBN 978-3-486-58636-7, S. 129.

Die Verhältnisgröße der Effektivität gilt in der Gleichung oben drüber nur unter der Voraussetzung, dass gilt: .

Sowie:

Die Verhältnisgröße der Effektivität gilt in der Gleichung oben drüber nur unter der Voraussetzung, dass gilt: .

Dann gilt für die Wirtschaftlichkeit bei einer Effektivität im Intervall zwischen 0 und 1 Folgendes:

: völlige Unwirtschaftlichkeit,

: exzellente Wirtschaftlichkeit.

Effizient arbeiten bedeutet, so zu arbeiten, dass erzieltes Ergebnis und eingesetzte Mittel in einem möglichst günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen und der Nutzen dabei größer ist als die Kosten (ökonomisches Prinzip). Der Begriff der „Kosten“ umfasst hierbei nicht nur monetäre Kosten und nicht nur sofort anfallende Kosten, sondern alle negativen Konsequenzen der Aktion.

Effizienz ist ein Maß für die Wirtschaftlichkeit (Kosten-Nutzen-Relation).Effizienz besitzt viele Bedeutungen (siehe Begriffsklärung Effizienz). Bei der Unterscheidung von Effektivität und Effizienz geht es jedoch immer um Effizienz im Sinne von Wirtschaftlichkeit.

Voraussetzung dafür, dass bei der Effizienz gültige Werte vorliegen, ist, dass sich deren Werte im Intervall zwischen 0 und (Unendlich) bewegen.

Wirtschaftlichkeit liegt vor, wenn der Quotient aus erreichtem Ist(-Ergebnis) (beispielsweise dem betriebswirtschaftlichen Ertrag) und dem aufgewendeten Mitteleinsatz (beispielsweise dem betriebswirtschaftlichen Aufwand) gleich oder größer 1 ist: Wenn die Effizienz ist, liegt Wirtschaftlichkeit vor. Wenn die Effizienz ist, liegt aufwandsdeckende Wirtschaftlichkeit vor. Wenn die Effizienz ist, handelt es sich um Unwirtschaftlichkeit. In einem produzierenden Unternehmen erfordert Wirtschaftlichkeit das in Preisen bewertete Verhältnis zwischen Ausbringungsmenge () und Einsatzmenge (). Dies ist nicht ohne Weiteres anwendbar auf reine Dienstleistungsunternehmen und auch nicht auf öffentliche Institutionen, solange diese keine „produzierenden Abteilungseinheiten“ betriebswirtschaftlich integrieren müssen.„Produzierende Abteilungseinheiten“ in öffentlichen Institutionen kommen in der Praxis eher sporadisch vor: die hauseigene Druckerei einer öffentlichen Universität oder das Blockheizkraftwerk, das noch der öffentlichen Hand gehört und öffentliche Gebäude beheizt, können hier als Beispiele genannt werden.

Beispiele, die den Unterschied verdeutlichen Man kann ein Feuer mit Wasser oder mit Champagner löschen. Beides führt zum Ziel und ist somit effektiv. Das Feuer mit dem Luxusgut Champagner zu löschen, ist teurer und daher nicht effizient. Stünde allerdings kein Wasser oder ein anderes geeignetes Löschmittel zur Verfügung, kann es auch effizient sein, das Feuer mit Champagner zu löschen, wenn der Nutzen größer ist als die Kosten des Champagners.

Im folgenden Beispiel ist das Ziel, möglichst viele Bäume zu fällen. Die Bäume lassen sich mit einer Motorsäge oder einer Feile fällen. Mit der Motorsäge lassen sich pro Zeitspanne mehr Bäume fällen als mit einer Feile. Deswegen ist der Grad der Zielerreichung bei der Motorsäge höher. Die Motorsäge ist daher effektiver. Wenn man als Kosten den Lohn des Baumfällers nimmt, so ist die Motorsäge auch effizienter, da „Anzahl gefällter Bäume / Lohn“ bei der Motorsäge höher ist als bei der Feile. Die Motorsäge verbraucht Benzin, während die Feile „ohne“ Hilfsenergieverbrauch funktioniert. Wenn man ausschließlich die Benzinkosten betrachtet, ist die Feile effizienter.

In einem mathematischen Beispiel kann man als Abschätzung für den Bruch verwenden, der bis auf 6 Nachkommastellen genau abbildet. In einer Formel steigert das Einsetzen des vorberechneten Ergebnisses „3,14159265358979323846“ sowohl Effizienz, da der Bruch nicht berechnet werden muss, als auch die Effektivität, da das Ergebnis genauer sein wird als mit der Abschätzung. Eine aufwendige Formel zur Berechnung von auf mehrere hundert Nachkommastellen Genauigkeit steigert die Effektivität ein weiteres Mal, da man so dem Ziel des exakten Ergebnisses nochmal näher kommt, senkt aber die Effizienz, da die Berechnung durch den erhöhten Aufwand mehr Kosten verursacht. Eine 100%ige Effektivität ist numerisch nicht erreichbar, da nicht durch endlich viele Nachkommastellen dargestellt werden kann. Kann jedoch durch technische Beschränkungen nur eine gewisse Anzahl von Nachkommastellen verarbeitet werden, ist die maximale Effektivität erreicht, sobald diese Anzahl von Nachkommastellen korrekt berechnet wird. Das im Deutschen bekannte Sprichwort: „Mit Kanonen auf Spatzen schießen“, thematisiert ebenfalls den Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz: Sofern die Spatzen getroffen werden, ist das angestrebte Ziel zwar erreicht; ein leichteres Jagdinstrument (etwa eine Schleuder) hätte diese Zielerreichung aber weit günstiger ermöglicht.

Die Unterscheidung zwischen Effektivität und Effizienz nach Peter F. Drucker Eine insbesondere in der englischsprachigen betriebswirtschaftlichen Literatur häufige Unterscheidung zwischen („Wirksamkeit“) und („Effizienz“) geht auf Peter Drucker zurück, der in einem Artikel im Harvard Business Review dazu folgendes schrieb:

Im Deutschen wird dies oft wie folgt übersetzt: Effektivität: „Die richtigen Dinge tun.“ Effizienz: „Die Dinge richtig tun.“

In seinem Buch schrieb Drucker später:

In diesem Kontext wollte Drucker jedoch den Unterschied zwischen den Aufgaben der Unternehmensführung und denen der Mitarbeiter darstellen, so dass man das Wort hier eher mit Leistungsfähigkeit übersetzen würde.

Relevante betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen der Wirtschaftlichkeit Wirtschaftlichkeit kann durch eine betriebswirtschaftliche Kennzahl repräsentiert sein, deren Maß „Effizienz“ im weitesten Sinne ist. Sie wird ausgedrückt durch einen Quotienten, der aus einem Bruchterm hervorgeht, in dessen Zähler unterschiedliche Variablen des „Nutzens“ und in dessen Nenner unterschiedliche Variablen der „Entbehrung“ eingesetzt werden können, welche untereinander in Zusammenhang stehen. Im Einzelnen kann man unter anderem folgende betriebswirtschaftliche Kennzahlen des Wirtschaftlichkeitsbegriffs voneinander unterscheiden:In diesem Einführungsartikel werden nur einige wenige betriebswirtschaftliche Kennzahlen des Wirtschaftlichkeitsbegriffs exemplarisch erwähnt. Für einen umfassenderen Einblick in das Thema der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen des Wirtschaftlichkeitsbegriffs, siehe: Peter Eichhorn, Joachim Merk: Das Prinzip Wirtschaftlichkeit: Basiswissen der Betriebswirtschaftslehre. 4., vollst. überarb. Aufl., Springer Gabler, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-07829-4, S. 309.

a) Die Wirtschaftlichkeit:

. Die Wirtschaftlichkeit ist eine Effizienzgröße. In ihr gehen Erträge und Aufwendungen ein, welche üblicherweise aus der Gewinn- und Verlustrechnung von Unternehmen herrühren.

b) Die Kostenwirtschaftlichkeit:Peter Eichhorn, Joachim Merk: Das Prinzip Wirtschaftlichkeit: Basiswissen der Betriebswirtschaftslehre. 4., vollst. überarb. Aufl., Springer Gabler, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-07829-4, S. 309.

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