Der Verlag C. H. Beck (Eigenschreibweise Verlag C.H.Beck) ist ein deutscher Verlag mit Sitz in München.

Organisation mini|hochkant|Das Verlagslogo in einer Publikation von 1899 Der Verlag zählt Stand 2019 mit rund 9.000 lieferbaren Werken, etwa 85 Fachzeitschriften und einer jährlichen Produktion von bis zu 1500 Publikationen zu den großen deutschen Buch- und Zeitschriftenverlagen. Mit Beck-Online bietet der Verlag eine Online-Datenbank für juristische Fachinformationen an.

In München sind über 700 Mitarbeiter beschäftigt, eine Niederlassung mit den Redaktionen zahlreicher juristischen Zeitschriften befindet sich in Frankfurt am Main. Die Druckerei C. H. Beck, die auch für andere Verlage tätig ist, befindet sich in Nördlingen. Zusätzlich verfügt das Unternehmen über eine eigene Auslieferung.

Geleitet wurde bzw. wird das Unternehmen in der sechsten bzw. siebten Generation bis zu seinem Tod am 3. Januar 2025 von Hans Dieter Beck in den Bereichen Recht, Steuern und Wirtschaft sowie – in der Nachfolge seines Vaters Wolfgang Beck – von Jonathan Beck in den Bereichen Literatur, Sachbuch und Wissenschaft.Alexander Cammann: Verlag C. H. Beck: Leise und beharrlich, Zeit Online, 12. Februar 2015, abgerufen am 1. September 2020.

Geschichte Carl Gottlob Beck gründete den Verlag am 9. September 1763 und erweiterte seine Druckerei in Nördlingen um eine Buchhandlung. Beck gab u. a. Nördlingens erste Zeitung heraus und verlegte Kompendien zu Medizin und Naturkunde, Ökonomie und Pädagogik sowie für den Religionsunterricht. Den heutigen Namen trägt der Verlag nach Carl Gottlobs Sohn und Nachfolger Carl Heinrich Beck (1767–1834). Unter Oscar Beck siedelte der Verlag 1889 nach München-Schwabing um, wo sich der Hauptsitz bis heute befindet. Die Druckerei blieb in Nördlingen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts profilierte sich der Verlag vor allem im Bereich theologischer Fachliteratur, wurde dann aber zunehmend zu einem Wissenschaftsverlag für die Bereiche Altertums- und Literaturwissenschaften sowie Geschichte und Jura. Daneben hatte er stets ein literarisches Programm. Während des Ersten Weltkriegs erschien Der Wanderer zwischen beiden Welten von Walter Flex, ein sehr erfolgreiches Buch der 1920er und 1930er Jahre, das mit einer Gesamtauflage von einer Million Exemplaren das meistverkaufte Buch des Verlages und eines der meistverkauften deutschsprachigen Werke des 20. Jahrhunderts wurde.

Nach der deutschen Reichsgründung 1871 wurde C. H. Beck immer mehr zu einem juristischen Fachverlag, der wesentliche Gesetzessammlungen und juristische Fachschriften herausgab, die aber überwiegend auf Bayern bezogen waren.Heidemarie Renk, Margarethe Sudhoff: Herzlichen Glückwunsch. In Kritische Justiz, Nr. 4, 1988. Heinrich Beck übernahm bis zum Tod Oscar Becks im Jahr 1924 schrittweise die Leitung des Verlages. In dieser Zeit erschien das berühmte Weimarer Autorentrio des Verlages: Oswald Spengler, Albert Schweitzer und Egon Friedell.

In der Zeit des Nationalsozialismus profitierte der Verlag von den politischen Entwicklungen. 1933 erwarb der Beck-Verlag im Zuge der Arisierung den juristischen Verlag des Berliner Verlegers Otto Liebmann. „Der Berliner Liebmann-Verlag hatte alles das, was dem Münchener Beck-Verlag fehlte: Zugang zu den Reichsministerien in Berlin, eine juristische Zeitung, die DJZ, und ein diversifiziertes Kommentar-Programm“ sowie einen Verlagssitz in Berlin.Klaus Slapnicar: Der Wilke, der später Palandt hieß. In: Neue Juristische Wochenschrift, Jg. 2000, S. 1692–1699, hier S. 1694 f. Liebmann war wegen seiner „jüdischen“ Herkunft unter Druck geraten und wurde zum Verkauf gedrängt. Zunächst fand sich kein Käufer. Als auch Heinrich Beck zögerte, setzten sich Autoren des Liebmann-Verlags wie Johannes Popitz und Carl Friedrich Goerdeler bei Heinrich Beck für den Ankauf des Verlages ein.Klaus Slapnicar: Der Wilke, der später Palandt hieß. In: Neue Juristische Wochenschrift 2000, S. 1692, 1694 f. Schließlich wurden sich Liebmann und Beck handelseinig. Nach einer Nachkriegsdarstellung des an dem Verkauf beteiligten Liebmannschen Prokuristen Ebel, der auf Liebmanns Wunsch von Heinrich Beck in gleicher Stellung übernommen wurde, sollen die Verhandlungen „in fairer Weise“ und wie unter „Ehrenmännern“ erfolgt sein.Dietmar Willoweit: Das Profil des Verlages C. H. Beck im 20. Jahrhundert. In: Dietmar Willoweit: Rechtswissenschaft und Rechtsliteratur im 20. Jahrhundert. Verlag C. H. Beck, München 2007, S. 67–75. In einem Brief an das Finanzamt vom 11. Januar 1934 klagte Liebmann, er sei „gedrängt und genötigt“ worden, den Kaufvertrag abzuschließen, allerdings offenbar nicht von Beck: In einem Schreiben an Ebel aus dem gleichen Jahr äußerte Liebmann: „Sie haben ganz recht, wenn Sie sagen (…), daß Herr Dr. Beck ein Mann der vornehmsten Gesinnung ist und niemals etwas Unrechtes tun oder verlangen wird. Nein, Herr Ebel, gegen Herrn Beck richteten sich meine Bedenken in keiner Richtung (…).“Dietmar Willoweit: Das Profil des Verlages C. H. Beck im 20. Jahrhundert. In: Dietmar Willoweit: Rechtswissenschaft und Rechtsliteratur im 20. Jahrhundert. Verlag C. H. Beck, München 2007, S. 69.

Mit dem Verlag Liebmann gingen wichtige Publikationen wie die Deutsche Juristen-Zeitung und die Reihe Kurzkommentare auf C. H. Beck über. Einer dieser Kommentare, der BGB-Kommentar, wurde nach Heranziehung des Präsidenten des Reichsjustizprüfungsamts, Otto Palandt, sehr bekannt und auch im Nachkriegsdeutschland weitergeführt. Dies trug zum Aufstieg der C. H. Beck’schen Verlagsbuchhandlung zu einem führenden juristischen Verlag bei. Im Dritten Reich veröffentlichte der Verlag in – aus heutiger Sicht – problematischer Staatsnähe (Willoweit) Textausgaben und Kommentare zur nationalsozialistischen Gesetzgebung: So erschien 1936 ein Kommentar zum Blutschutzgesetz von Wilhelm Stuckart und Hans Globke. Bis 1936 brachte C. H. Beck aber auch Werke jüdischer Autoren auf den Markt. 1937 trat der Verleger Heinrich Beck in die NSDAP ein, was er später damit begründete, „den angestammten Verlag am Leben zu erhalten“.Heinrich Beck: Festschrift zum zweihundertjährigen Bestehen des Verlages C. H. Beck 1763–1963. Verlag C. H. Beck, München o. J., S. 189.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der Verlag von der amerikanischen Besatzungsmacht zunächst keine Lizenz. Das Problem der NS-Verstrickung wurde mit der Gründung eines Tochterverlages umgangen, des Biederstein Verlags. Dieser Verlag erhielt ohne Probleme eine Lizenz der Besatzungsmacht.

1948 errichtete Roderich Fick das heutige Verlagsgebäude in der Schwabinger Wilhelmstraße, da das Verlagsgebäude im Krieg schwer beschädigt worden war. Im Jahr 1949 erhielt C. H. Beck wieder eine Lizenz zu publizieren.

Carl Hoeller wurde Nachfolger des juristischen Lektors Walter Mallmann und prägte bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1978 die inhaltliche Entwicklung des juristischen Verlages. Ab November 1949 erschien bei C. H. Beck die Neue Juristische Wochenschrift (NJW), die sich zum zentralen juristischen Publikationsorgan entwickelte. 1948/49 kamen die „Juristischen Kurz-Lehrbücher“ auf den Markt, die mittlerweile Werke zum Prüfungsstoff des ersten und des zweiten juristischen Staatsexamens umfassen. 1958 erschien die erste Grundlieferung des mit Stand 2021 fünfbändigen Loseblattkommentars zum Grundgesetz, herausgegeben von Theodor Maunz und Günter Dürig. 1962 erweiterte der Verlag seine juristischen Fachzeitschriften um die Zeitschrift „Deutsches Steuerrecht“ (DStR).

Im Jahr 2013 feierte der Verlag C. H. Beck sein 250-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums erschienen im Verlag Dokumentationen der Autoren Stefan Rebenich und Uwe Wesel.Reinhard Wittmann: Samenkorn und Abendland. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 206 vom 6. September 2013, S. 14. In einem Festakt am 7. September 2013 im Prinzregententheater in München erinnerten die Verleger Hans Dieter Beck und Wolfgang Beck vor 800 Gästen und Medienvertretern an die zurückliegenden Jahrhunderte und zeigten einen Ausblick in die Zukunft des Verlages.

Ebenfalls 2013 druckte C. H. Beck das katholische Gebet- und Gesangbuch Gotteslob in einer Erstauflage von 3,6 Millionen Exemplaren.

Der Verlag befindet sich weiterhin im Eigentum der Familie Beck.

Verlagsgruppe mini|Buchhandlung „Schweitzer Sortiment“ am Lenbachplatz in München C. H. Beck ist Gesellschafter und ab Juli 2026 Mehrheitsgesellschafter des Deutschen Taschenbuch Verlages, mit dem er zusätzlich bei den Gesetzestextbänden Beck-Texte im dtv und den populären Ratgebern Beck-Rechtsberater im dtv, aber auch mit der Reihe Beck-Wirtschaftsberater im dtv kooperiert.

Zur Verlagsgruppe gehören mit Stand 2021: Verlag C. H. Beck oHG (München) Verlag Franz Vahlen GmbH (München) Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (Baden-Baden) Biederstein Verlag GmbH (München) Kommunal- und Schul-Verlag GmbH & Co. KG (Wiesbaden) Gemeinde- und Schulverlag Bavaria GmbH (München) id Verlags GmbH (Mannheim) Druckerei C.H.Beck (Nördlingen) Druckhaus Nomos (Sinzheim) Nördlinger Verlagsauslieferung GmbH & Co. (Nördlingen) Schweitzer Fachinformationen (deutschlandweite Fachmedienhandelsgruppe) Buchhandlung Lehmkuhl oHG (München) AWA Außenwirtschafts-Akademie GmbH, Münster MWV Münchner Seminare für Wirtschafts- und Versicherungsrecht GmbH (Gröbenzell) AWS Arbeitskreis für Wirtschafts- und Steuerrecht oHG (Oberursel) Helbing & Lichtenhahn Verlag AG & Co. KG (Basel) Wydawnictwo C.H.Beck Sp. z o.o. (Warschau) Nakladatelstvi C.H.Beck s.r.o. (Bratislava) Nakladatelství C.H.Beck s.r.o. (Prag) Editura C.H.Beck s.r.l. (Bukarest) Dike Verlag AG (Zürich) Verlag Karl Alber (Baden-Baden)Nomos übernimmt Verlag Karl Alber, Börsenblatt vom 10. Dezember 2021, abgerufen am 8. März 2022 Versus Verlag (Zürich)C.H. Beck übernimmt Mehrheit an Versus, Börsenblatt vom 19. August 2021, abgerufen am 10. April 2024 Unionsverlag (Zürich)C.H. Beck übernimmt Unionsverlag, Börsenblatt vom 23. August 2023, abgerufen am 10. April 2024

Verlagsprogramme Das Programm für Rechtswissenschaft sowie das kulturgeschichtliche und literarische Programm richten sich jeweils an unterschiedliche Zielgruppen. Unter der gemeinsamen Marke C. H. Beck werden die Publikationen der beiden Programme eigenständig geführt: Lektorat, Herstellung, Marketing und Vertrieb sind zweimal vorhanden, und sie arbeiten nahezu wie eigenständige Verlage. Auch auf Buchmessen treten die beiden Bereiche getrennt auf.

C. H. Beck: Recht, Steuern, Wirtschaft Die bevorzugte Stellung auf dem Markt für juristische Fachliteratur verdankt der Verlag unter anderem den Loseblattgesetzessammlungen Habersack (vormals Schönfelder) und Sartorius, die mehrere Jahrzehnte lang als einziges Hilfsmittel in den juristischen Staatsprüfungen zugelassen waren. Der Verlag gibt etwa 85 juristische Zeitschriften wie die Neue Juristische Wochenschrift oder die Juristische Schulung heraus, daneben auch einige wirtschaftswissenschaftliche Fachzeitschriften.

Der Verlag hat mit Stand 2021 etwa 7000 Werke im Programm: darunter juristische Standardliteratur wie die Kommentare Grüneberg (vormals Palandt) zum BGB mit Nebengesetzen, Fischer zum Strafgesetzbuch oder Kopp/Schenke bzw. Kopp/Ramsauer im Verwaltungsrecht, Schmidt zum Einkommensteuergesetz, Schmidt-Futterer zum Mietrecht oder das Rechtswörterbuch Creifelds. Aus dem Programm des Tochterunternehmens Vahlen ist insbesondere der bei Betriebsräten verbreitete Kommentar Fitting zum Betriebsverfassungsgesetz zu nennen.

Mittlerweile pflegt C. H. Beck auf juristischem Gebiet alle denkbaren Publikationsformen, sowohl große mehrbändige Werke für Spezialisten als auch preiswerte Broschuren für ein breites Publikum, fortlaufend aktualisierte Loseblattwerke ebenso wie Lehrbücher und Zeitschriften, Online-Kommentare, E-Books, DVDs und Apps sowie seit dem Jahre 2001 eine umfassende Online-Datenbank unter dem Namen beck-online.

Umbenennung von Werken mit belasteten Namen