Postbauer-Heng ist ein Markt im westlichen Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern. Postbauer-Heng ist Teil der europäischen Metropolregion Nürnberg.

Der Doppelname leitet sich von den beiden ehemals selbständigen Gemeinden Postbauer und Heng ab. 226x226px|mini|Postbauer-Heng, Luftaufnahme (2016) 338x338px|mini|alt=|St. Jakobus Heng

Geografie Geografische Lage Der Ort Postbauer-Heng liegt in der westlichen Oberpfalz rund 17 km südöstlich der Stadt Nürnberg und knapp 5 km nordöstlich der Stadt Neumarkt in der Oberpfalz.

Der Hauptort Postbauer-Heng befindet sich am Fuße des Dillbergs, der mit 595 m gleichzeitig den höchsten Punkt des Marktes darstellt. Der Dillberg gilt als Grenzberg zwischen der Oberpfalz und Mittelfranken; zugleich als Unterquellberg für die Schwarzach bzw. den Siegenbach. Damit ist der Dillberg ein Teil der Europäischen Wasserscheide.

Gemeindegliederung Postbauer-Heng besteht aus den Gemeindeteilen Postbauer-Heng, An der Heide, Brandmühle, Buch, Dillberg, Kemnath, Köstlbach, Kothmühle, Pavelsbach (Vorwahl 09188) und Wurzhof. Daneben ist noch die Wüstung Kyrstetten (in der Gemarkung Pavelsbach gelegen) zu nennen, die in den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs aufgegeben wurde.

Der jetzige Marktgemeinde Postbauer-Heng entstand durch den freiwilligen Zusammenschluss der früheren Orte Heng und Postbauer und der späteren Eingemeindung des Orts Pavelsbach.

GemeindeteilSiedlungstypHauptwohnsitze(31. Dezember 2024)Auskunft des Einwohnermeldeamts der Marktes Postbauer Heng vom 27. Januar 2026.Hauptwohnsitze(31. Dezember 2025)+/-An der Heide5351 - 2BrandmühleWeiler9290 - 2BuchDorf163173 + 10DillbergDorf9998 - 1KemnathDorf1.7341.759 + 25KöstlbachDorf186184 - 2KothmühleEinöde770KyrstettenWüstung000PavelsbachKirchdorf995990 - 5Postbauer-HengHauptort4.6914.694 + 3WurzhofAnstalt6163 + 2Insgesamt8.0818.109+28

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Heng, Pavelsbach und Postbauer. Der Gemeindeteil Postbauer-Heng liegt teils in der Gemarkung Heng und Postbauer.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind von Norden aus im Uhrzeigersinn: Burgthann (Mittelfranken), Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz, Neumarkt in der Oberpfalz, Berngau, Freystadt und Pyrbaum.

Geschichte mini|Ehemaliges Pflegschloss Postbauer des Deutschen Ordens|226x226px Bis zur Gründung der Großgemeinde Gemeindeteil Heng

Die Ersterwähnung des Ortes Heng in der Schreibweise "Heingi" erfolgte durch den Eichstätter Bischof Gundekar II. im sog. Pontifikale Gundekarianum der Jahre 1057–1075.

In den Jahren 1138–1147 tritt der Landadelige "Adelpreht de Hengen" als Zeuge auf, als die Töchter Burkards von Wolfershofen, im Rahmen ihres Eintritts in den Konvent des Klosters Weihenstephan, diesem Besitz in Daßwang übergaben.

Im Jahre 1140 wird ein "Adelbercht den Hengen" in einer Urkunde Heinrichs IV. genannt. Ein weiteres Mal fand dieser "Alberth de Heinge" in einer Urkunde des Klosters Waldsassen im Jahre 1154 Erwähnung.

Für das Jahr 1283 sind für den Ort 23 Hofstellen nachweisbar. Bis zum Jahre 1343 wuchs die Anzahl der Hofstellen um 21 auf 44 an, was in erster Linie auf die Rodungstätigkeit des Deutschorden-Pflegamts Postbauer zurückzuführen ist.

Bei dem ältesten Bauwerk der Marktgemeinde handelt es sich um die im Jahre 1068 von Bischof Gundekar II. geweihten und im 15. Jahrhundert neu errichtete Kirche St. Jakobus in Heng.

Die Ruralgemeinde Heng, zu der auch der Ort Köstlbach zählte, wurde mit dem Gemeindeedikt von 1818 gebildet. +Einwohnerentwicklung HengBerichtsjahrKirchdorf HengGemeinde Heng18712573981925288403195048460019701261k. A.

Gemeindeteil Postbauer

Der Ort Postbauer fand als "Bospawer" erstmals im Jahre 1271 in einer Urkunde der Deutschordenskommende Nürnberg Erwähnung.

Von 1271 bis 1805 bestand in Postbauer ein Pflegamt des Deutschen Ordens. Somit gehörte der Ort während dieses Zeitraums der Deutschordensballei Franken an und war damit Teil des Fränkischen Reichskreises. Im Zeitraum von 1283 bis 1806 besaß der Deutsche Orden ein Schloss in Postbauer, welches 1996 renoviert wurde und der Marktgemeinde heute als Kulturstätte dient.40 Jahre Postbauer-Heng 1971–2011. Sonderbeilage zum Mitteilungsblatt März 2011, Markt Postbauer-Heng.

1381 wurde der Raubritter Eppelein von Gailingen im Ort Postbauer festgenommen und wenige Tage später in Neumarkt hingerichtet.

Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurde die Gemeinde Postbauer gebildet, der auch die Orte Buch, Dillberg und Kemnath sowie die Weiler/Einzelhöfe Brandmühle, Kothmühle und Wurzhof angehörten.

Am 1. Dezember 1871 wurde, mit Eröffnung der Teilstrecke Nürnberg-Neumarkt, der Ort Postbauer an das neu entstehende bayerische Bahnnetz angeschlossen. +Einwohnerentwicklung PostbauerBerichtsjahrKirchdorf PostbauerGemeinde Postbauer1871227519192527661519503798451970772k. A.

Gemeinsame Projekte der Gemeinden Heng und Postbauer Zur Verbesserung der Wasserversorgung gründeten die Gemeinden Heng und Postbauer am 7. Oktober 1959 den "Zweckverband zur Wasserversorgung Postbauer und Heng". Der Zweckverband errichtete Tiefbrunnen mit Wasseraufbereitung am heutigen Bauhofgelände sowie zwei Hochbehälter auf dem Grünberg.

Die Gründung des "Zweckverbands zur Abwasserbeseitigung der Gemeinden Heng und Postbauer" erfolgte am 29. Oktober 1968. Die Baumaßnahmen zur Errichtung einer gemeinsamen Kläranlage sowie der Hauptsammler und Hausanschlüsse wurde am 19. November 1971 abgeschlossen.

Am 21. August 1969 gründeten die Gemeinden Heng, Oberhembach, Pavelsbach, Postbauer, Pyrbaum, Rengersricht und Seligenporten den "Schulverband der Volksschule Postbauer und Heng". Ziel war die Errichtung eines gemeinsamen Schulgebäudes.

Gründung der Großgemeinde Die Gemeinde Postbauer-Heng entstand am 1. April 1971 im Zuge der Gebietsreform in Bayern durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Heng und Postbauer. 225x225px|mini|alt=|Eingemeindeter Ort Pavelsbach

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern war die Bevölkerung Pavelsbachs aufgerufen, am 2. März 1975 darüber abzustimmen, mit welcher der drei benachbarten Großgemeinden (Berngau/Postbauer-Heng/Pyrbaum) fusioniert werden soll. Das eindeutige Ergebnis dieser Wahl von rund der abgegebenen Stimmen, führte am 1. April 1975 zur Eingliederung der Gemeinde Pavelsbach und des Gemeindeteils "An der Heide" in die Gemeinde Postbauer-Heng.

Weitere Gemeindeentwicklung bis in die Gegenwart 224x224px|mini|Rathaus Postbauer-Heng Errichtung eines Feuerwehrzentrums mit drei Fahrzeughallen. Die Einweihung erfolgte am 30. August 1975. Neubau des zentralen Kirchengebäudes "St. Elisabeth" mit Kirchenweihe am 10. Oktober 1975 durch den Eichstätter Bischof Alois Brems. Bau eines Rathauses im Centrum mit Grundsteinlegung im Oktober 1975 und Einweihung am 10. Juli 1977. Am Brunnenweg 4 wurde am 30. Mai 1981 das Bauhofgebäude eingeweiht. Das Gelände wurde 2001 zum Wertstoffhof ausgebaut. Am 30. Juni 1990 wurde in Zentrumsnähe das Naturfreibad Postbauer-Heng eröffnet. 1998 wurde die neue evangelische Martin-Luther-Kirche eröffnet. Postbauer-Heng ist am 17. September 2005 zum Markt erhoben worden.

Einwohnerentwicklung Dargestellt wird hier die summarische Entwicklung der Hauptwohnsitze aller heutiger Ortsteile Postbauer-Hengs. Zwischen 1985 und 2025 wuchs die Einwohnerzahl des Marktes Postbauer-Heng von 5700 auf 8109 um 2409 Einwohner bzw. um 42,3 %.

2005–2025

Gebäudeverteilung Gebäude- und Wohnungsbestand am 31.12.2024Anzahl der Wohnungebäude2.452Anteil der Gebäude mit 1 Wohnung75,2 %Anteil der Gebäude mit 2 Wohnungen18,6 %Anteil der Gebäude mit 3 oder mehr Wohnungen6,2 %Anzahl der Wohnungen in Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden3.577Durchschnitt Einwohner je Wohnung2,26Durchschnittl. Wohnfläche je Wohnung121,3 m² Quelle: 2024

Politik Marktgemeinderat Der Marktgemeinderat von Postbauer-Heng besteht aus 20 Marktgemeinderäten und dem Ersten Bürgermeister. CSU SPD Grüne Bürgerblock UPW-FW Gesamt 2026 11 2 2 3 2 20 Sitze 2020 10 2 3 3 2 20 Sitze 2014 11 2 2 3 2 20 Sitze 2008 10 3 1 3 3 20 Sitze 2002 11 3 1 3 2 20 Sitze 1996 9 4 0 4 3 20 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 8. März 2026)

Bürgermeister Der Erste Bürgermeister Michael Frisch (CSU) wurde bei der Kommunalwahl 2026 mit 65,6 % der gültigen Stimmen im ersten Wahlgang gewählt. Mitbewerber Armin Gärtner de Freitas (SPD) erhielt 16,4 % und Manuel Eckert (Bürgerblock) 18,0 % der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,9 Prozent. In der konstituierenden Sitzung des Marktgemeinderats wurden Angelika Herrmann (CSU) als zweite und Gabriele Bayer (Grüne) als dritte Bürgermeisterin wiedergewählt.

Ab Gemeinde Heng Ab Gemeinde Pavelsbach Ab Gemeinde Postbauer Ab Markt Postbauer-Heng 1835 Johann Leonhard Polster 1835 Michael o. Johann Mayer 1828 Johann Georg Gruber 1836 Leonhard Mayer 1837 Michael Schmidt 1843 Johann Evangelist Kriegbaum 1837 Johann Georg Thumann 1847 Peter Hirschberger 1846 Georg Leonhard Harrer 1838 Johann Georg Maier 1860 Josef Muschaweck 1853 Joseph o. Johann Georg Silberhorn 1846 Michael Hunner 1870 Michael Klinger 1857 Maier 1853 Johann Georg Maier 1885 Georg(?) Wild 1861 Alois o. Georg Gruber 1860 Joseph Sturm 1894 Willibald J. Hirschberger 1869 Stefan Rupprecht 1870 Johann Maier 1912 Johann Klinger 1870 Johann Micheal Silberhorn 1872 Michael Münch 1924 Konrad Siegert 1876 Meier 1876 Konrad Polster 1927 Willibald Hirschberger 1881 Ulrich Meier 1882 Johann Stadler 1932 Johann Klinger (sen.) 1888 Johann Silberhorn 1894 Karl (Carl) Vieracker 1933 Johann Klinger (sen.) 1894 Christof Leonhard 1905 Johann Straubmeier 1935 Franz Dotzer 1933 Johann Georg Holzammer 1912 Jacob Distler 1942 Beck 1933 Johann Georg Link 1933 Josef Sturm 1943 Josef Zech 1935 Johann Döllinger 1945 Jacob Distler 1945 Franz Kerschensteiner 1935 Georg Kellermann 1946 Konrad Gärtner u. Jacob Distler 1948 Michael Meier 1945 Konrad Gärtner 1948 Josef Sturm 1956 Johann Hirschmann 1946 Konrad Gärtner u. Jacob Distler 1948 Stefan Leonhard 1971 Hans Bradl 2008 Horst Kratzer 2026 Michael Frisch

Wappen

Kommunale Allianz Schwarzachtalplus mini|Blick auf Postbauer-Heng von Ezelsdorf, im Vordergrund ist die Kirche St. Johannes Baptist erkennbar|241x241px Markt Postbauer-Heng ist Mitglied der Kommunalen Allianz Schwarzachtalplus. Zu dieser gehören auch die Stadt Altdorf bei Nürnberg, die Gemeinde Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz, die Gemeinde Burgthann, der Markt Feucht, die Gemeinde Leinburg, der Markt Pyrbaum, die Gemeinde Schwarzenbruck und die Gemeinde Winkelhaid. Im Rahmen eines integrierten ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) wird gemeinschaftlich an der Erhaltung charakteristischer Landschaftsräume, an der Stärkung der Siedlungsstrukturen und Ortsmitten sowie an der gemeinsamen Gestaltung der Mobilitäts- und Energiewende gearbeitet. Ziel ist es auch den Zusammenhalt in der Region zu stärken.

Aktionsbündnis Oberpfalz-Mittelfranken (ILE AOM) Der Markt Postbauer-Heng ist Teil des vom Freistaat Bayern geförderten Aktionsbündnisses Oberpfalz-Mittelfranken. Zu diesem gehören auch der Markt Allersberg, die Stadt Berching, die Gemeinde Berngau, die Stadt Freystadt, die Gemeinde Mühlhausen, der Markt Pyrbaum sowie die Gemeinde Sengenthal. Durch diesen Zusammenschluss können Aufgaben wie Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Digitalisierung, Stärkung der regionalen Wirtschaftskreisläufe u. v. m. effizienter und zielgerichteter bewältigt werden. Staatlicherseits erfolgt hierbei eine Förderung von Einzelmaßnahmen durch das Amt für Ländliche Entwicklung.

Gemeindepartnerschaften Postbauer-Heng unterhält seit 1979 eine Partnerschaft mit der österreichischen Gemeinde Sankt Ulrich bei Steyr und seit 1994 mit der ungarischen Gemeinde Gárdony am Velencer See.

Gemeinwohl-Ökonomie