Die Krone (schwedisch krona, Plural kronor) ist die Währung Schwedens. Sie ist frei konvertierbar. Die Münzen und Banknoten werden von der Schwedischen Reichsbank (Sveriges Riksbank) ausgegeben. Münzen sind derzeit folgende im Umlauf: 1, 2, 5 und 10 Kronen. Banknoten gibt es in den Werten 20, 50, 100, 200, 500 und 1000 Kronen.
1873 wurde die Krone in ihrer Urform eingeführt; sie war damals sowohl in Schweden als auch Dänemark, Norwegen und dem heutigen Island gültig. Die selbstständige schwedische Variante gibt es seit 1924.
Geschichte Vorgeschichte und Einführung der schwedischen Krone Seit 1534 galt in Schweden der Taler (daler) als Landeswährung, der 1604 in Reichstaler (riksdaler) umbenannt wurde.Hans Högman: The History of the Swedish Monetary System Der Taler war eine in weiten Teilen Mitteleuropas verbreitete Silbermünze.
1873 vereinbarten Dänemark und Schweden die Bildung der Skandinavischen Währungsunion und der Krone als gemeinsamer Währung. Norwegen schloss sich erst vier Jahre später an, obwohl es bis 1905 mit Schweden in einer politischen Union vereinigt war. Geprägt wurde die Krone aber auch in Norwegen schon seit 1874. Die norwegischen Kronen trugen jedoch zunächst eine weitere Wertangabe in der alten Währung des Speciestaler.
Während des Ersten Weltkrieges kam es zu immer größeren Wechselkursunterschieden zwischen den Kronen der Mitgliedsländer. Die schwedische Variante hatte einen höheren Wert als die der anderen beiden Länder, was zu Arbitragegeschäften führte.
Aufgrund dessen wurde die Skandinavische Währungsunion 1924 aufgelöst. Trotzdem entschieden sich Dänemark, Schweden und Norwegen den Namen „Krone“ für ihre jeweiligen (nun unabhängigen) Währungen beizubehalten.
Die Krone im Lauf der Geschichte mini|links|1 Krone (1991) mini|links|1 Krone (1991)
Die folgende zeitliche Einteilung erfolgt bezüglich der Anbindung der Krone an verschiedene Rohstoffwerte (z. B. Gold, Silber) oder Währungen
1873–1914 Bei Einführung der Krone 1873 wurde der Silberstandard vom Goldstandard abgelöst, der bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 gehalten wurde.Lars Jonung: Money and Prices in Sweden 1732–1972. In: The Scandinavian Journal of Economics, Vol. 78, No. 1 (Mar., 1976), S. 40–58. Damals waren 2480 Kronen 1 Kilogramm Gold wert. Der Umtausch gegen Gold zu einem festen Wechselkurs wurde von der schwedischen Verfassung geschützt, was sich jedoch als nicht sehr zuverlässig erweisen sollte.
1914–1924 Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges entschied die Schwedische Reichsbank ohne Einwilligung des Parlaments zum Schutz der Goldreserven gegen einen Goldstandard und für einen Papierstandard, das heißt, Kronen konnten von da an nicht mehr in Gold umgetauscht werden.Michael D. Bordo und Anna J. Schwartz: A Retrospective on the Classical Gold Standard, 1821–1931 (PDF-Datei; 586 kB), selection from an out-of-print volume from the National Bureau of Economic Research, 1984, S. 368. Es herrschte ein flexibler Wechselkurs zu ausländischen Währungen, was in Kriegszeiten vorteilhafter als ein starrer Wechselkurs war. Die politischen Behörden wollten nach dem Ende des Krieges eine Rückkehr zum Goldstandard. Doch dazu musste die zur Finanzierung von Kriegsmitteln angestiegene Geldmenge zunächst gesenkt werden. Durch diese drastische Senkung des zur Verfügung stehenden Geldes sank das Preisniveau extrem stark, was Schweden 1920/22 eine schwere Deflationskrise bescherte. Der im Rahmen des Goldstandards festgelegte Wechselkursvgl.: Liste der Wechselkurse (Goldstandard) gegenüber der Mark betrug 1912Carl Otto: Der Haussekretär. Berlin 1913, S. 485, 3. Umschlagseite. 1,12 M und 1932Von A–Z: Das Konversationslexikon. Berlin 1932, Sp. 417ff. 1,25 RM.
1924–1931 Nachdem die Depression sich abgeschwächt hatte, wurde mit der Einführung der ersten unabhängigen schwedischen Variante der Krone 1924 in Schweden der Goldstandard wieder eingeführt. In der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre erlebte Schweden ein wirtschaftliches Hoch, was auf der starken Nachfrage nach schwedischen Exportgütern beruhte.Arthur Montgomery: How Sweden Overcame the Depression, 1930–1933, 1938, S. 23. Dieser wirtschaftliche Erfolg wurde jedoch schon bald durch die Weltwirtschaftskrise von 1929 und die darauf folgende Depression gebremst.
1931–1933 Als erstes Land setzte Schweden 1931 der Geldpolitik ein stabiles Preisniveau als Ziel.Claes Berg und Lars Jonung: Pioneering Price Level Targeting: The Swedish Experience 1931–1937. Für das „managed money“ wurde der Papierstandard als geeignete Basis gewählt. Im Zuge dieses Experimentes erhob die Zentralbank einen Verbraucherpreisindex, der als Leitfaden für die Geldpolitik diente.
1933–1939 Mit dem Gedanken der Preisstabilisierung erfolgte 1933 eine Anbindung der Krone an das britische Pfund, das als sehr stabil galt. Schweden war allerdings nicht das erste Land, das dies erkannte. Bereits 1931 hatte sich der sogenannte Sterling Block gebildet.
1939–1951 Aufgrund einer hohen Inflation im Vereinigten Königreich wurde die Krone 1939 an den stärkeren US-Dollar angebunden (1 USD = 4,20 SEK).Lars Jonung: (PDF-Datei; 121 kB). In: Ekonomisk Debatt 2000, årg. 28, nr. 1.
1951–1973 1951 trat Schweden dem Bretton-Woods-System, einem internationalen Währungssystem nach dem Zweiten Weltkrieg, bei. Basis bildete dabei der amerikanische Dollar, der wiederum an einen bestimmten Goldwert geknüpft war. Insgesamt gab es 45 Mitglieder weltweit in diesem System. Im Laufe der Zeit erwies sich das Währungssystem jedoch als mangelhaft. Unter anderem hatte sich die Zentralbank der USA verpflichtet, jederzeit den Dollar in Gold einzulösen, was sich als problematisch erwies. Zum Aufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg gaben die USA großzügig Kredite aus, womit die Menge an Dollars enorm anstieg, jedoch nicht die amerikanischen Goldreserven. So fürchteten viele Länder um ihr Tauschrecht und wechselten große Mengen an Dollars in Gold, bis schließlich 1971 die Golddeckungspflicht aufgehoben wurde. Deshalb trat Schweden im März 1973 aus dem Bretton-Woods-System aus.
1973–1977 Ebenfalls im März 1973 trat Schweden dem nächsten Währungssystem bei: Dem Europäischen Wechselkursverbund (EKV). Dieser war schon 1972 von den Mitgliedern der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (heute: Europäische Union) gegründet worden. 1977 verließ Schweden den EKV wieder, da dieser aufgrund einer hohen Mitgliederfluktuation keine Stabilität gewährleisten konnte.
1977–1991 In der Zeitspanne von 1977 bis 1991 verknüpfte man die Krone mit einem „trade-weighted basket index“, das heißt, man orientierte sich an den 15 größten Handelspartnern und ihren jeweiligen Währungen. Dabei wurde der US-Dollar aufgrund seiner Wichtigkeit doppelt gewichtet.
1991–1992 Im Mai 1991 wurde die Krone in das Europäische Währungssystem (EWS) eingebunden, ohne dass Schweden zu diesem Zeitpunkt schon Mitglied der Europäischen Gemeinschaft war.
1992–1995 Ein Jahr nach der Einbindung der Krone in das EWS kam es zur Krise desselben am sogenannten „Schwarzen Mittwoch“, dem 16. September 1992. Danach verzichtet die schwedische Politik auf eine zu enge Anbindung des Wechselkurses der Krone an andere europäische Währungen.
1995–heute
Am 1. Januar 1995 trat Schweden der Europäischen Union bei. Mit der damit verbundenen Unterzeichnung des Maastrichter Vertrages hat sich Schweden auch verpflichtet, den Euro als Währung einzuführen, sobald die Konvergenzkriterien erfüllt sind. Zum Start des Euro 1999 war dies noch nicht der Fall. Bei einer Volksabstimmung im Jahr 2003 stimmten 56 Prozent gegen die Einführung des Euro. Obwohl Schweden Stand 2013 die wirtschaftlichen Bedingungen für eine Euro-Einführung mit deutlichem Abstand erfüllt, werden die Konvergenzkriterien in einem Punkt absichtlich nicht erfüllt, um den Euro vorerst nicht einführen zu müssen: Schweden tritt nicht dem Wechselkursmechanismus II bei, der eine enge Bindung der Krone an den Euro bedingen würde. Eine Volksabstimmung sollte frühestens 2013, also zehn Jahre nach dem ersten Referendum, erneut stattfinden. Da laut Meinungsumfragen die Zustimmung zu einer Einführung infolge der Eurokrise massiv gefallen ist, gibt es keine Bestrebungen, eine neuerliche Abstimmung anzusetzen.
Ausgabeformen Münzen Aktuelle Münzen + Zurzeit gültige Münzen Nennwert Bild Entwurf Material Gewicht Durchmesser Dicke Umlaufzeit 1 Krone Ernst Nordin Stahl mit Kupfer-Ummantelung 3,6 g 19,5 mm 1,79 mm 3. Oktober 2016 bis heute 2 Kronen Ernst Nordin Stahl mit Kupfer-Ummantelung 4,8 g 22,5 mm 1,79 mm 3. Oktober 2016 bis heute 5 Kronen Ernst Nordin 89 % Cu, 5 % Al, 5 % Zn, 1 % Sn 6,1 g 23,75 mm 1,97 mm 3. Oktober 2016 bis heute 10 Kronen Ernst Nordin und Marita Norin 89 % Cu, 5 % Al, 5 % Zn, 1 % Sn 6,6 g 20,5 mm 2,9 mm 1991 bis heute
Über das Design und Aussehen der Münzen entscheidet die Nationalbank, doch eine Gemeinsamkeit haben alle Münzen: zwei kleine Buchstaben (Münzzeichen) auf der Rückseite. Der erste Buchstabe ist entweder ein „E“ oder ein „S“. Bis Ende 2007 wurde ein „E“ verwendet. Es steht für Eskilstuna, den Namen der Stadt, in der die Münzen geprägt wurden. Seit 2008 wird an derselben Stelle ein „S“ geprägt, was für Stockholm steht – den Hauptsitz der Nationalbank. Der zweite Buchstabe ist der Anfangsbuchstabe des Nachnamens einer Persönlichkeit. Bei allen Münzen, die vor 1987 geprägt wurden, war es der Manager der Münzanstalt. Seit 1987 ist es der Präsident der Schwedischen Reichsbank. Seit dem 11. Oktober 2005 ist Stefan Ingves Amtsinhaber. Die Münzen tragen daher die Buchstaben S und I..
Traditionell trägt die schwedische Ein-Kronen-Münze auf der Aversseite das Bild (Umrisszeichnung) des amtierenden schwedischen Monarchen und bis 2000 eine Darstellung des Staatswappens von Schweden auf dem Münzrevers. Außerdem ist das königliche Motto in die 10-Kronen-Münze geprägt. Die 2017 eingeführten Münzen haben als Thema Sonne, Wind und Wasser.Sonne, Wind und Wasser werden Thema auf Schwedens neuen Münzen Pressemitteilung der Schwedischen Reichsbank am 11. September 2012.
Die schwedischen Münzen werden mittlerweile nicht mehr in Schweden hergestellt. Die schwedische Münzprägeanstalt Myntverket in Eskilstuna wurde 2002 an die finnische Münze Rahapaja Oy in Vantaa verkauft. 2008 wurde die Produktion nach Finnland verlegt. Mit der endgültigen Abwicklung des kleinen noch verbliebenen Betriebs von Myntverket im Jahr 2011 ist Schweden ohne eigenen Münzenhersteller.
Im Laufe der Zeit gab die Nationalbank zu verschiedenen Anlässen Gedenkmünzen aus, wie zum Beispiel zum 150. Geburtstag von Selma Lagerlöf und Carl von Linné und zum Jubiläum der schwedischen Eisenbahn. Zwei weitere Gedenkmünzen wurden anlässlich der Hochzeit der schwedischen Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling am 19. Juni 2010 aufgelegt. Auch diese Münzen gelten als gesetzliches Zahlungsmittel.(abgerufen am 25. Mai 2012)
Ältere Münzen
+ Seit 2017 ungültige Münzen Nennwert Bild Entwurf Material Gewicht Durchmesser Dicke Umlaufzeit Sveriges Riksbank, abgerufen am 29. Oktober 2016. 1 Krone Ernst Nordin (Vorderseite) und Annie Winblad Jakubowski (Rückseite). Legierung: 75 % Cu, 25 % Ni 7 g 25 mm 1,88 mm 2009 bis 30. Juni 2017 2 Kronen unbekannt 1952–1966: 40 % Ag, 50 % Cu, 5 % Ni, 5 % Zn1968–1971: 75 % Cu, 25 % Ni 14 g 31 mm ? 1876 bis 30. Juni 2017 (geprägt bis 1971) 5 Kronen rahmenlos|hochkant=0.75|5 Kronen unbekannt Magnimat (zwei Schichten 75 % Cu, 25 % Ni, dazwischen eine Schicht 100 % Ni) 9,5 g 28,5 mm 2 mm 1976 bis 30. Juni 2017
Die kupferfarbene 50-Öre-Münze ist am 30. September 2010 ungültig geworden (Beschluss des Reichstages vom 25. März 2009).Femtioöringen tas bort (FiU37) Schon 1992 wurde die 10-Öre-Münze ungültig. Bereits 1985 verschwand die 25-Öre-Münze zusammen mit der 5-Öre-Münze. Seit 1972 sind die 1- und 2-Öre-Münzen ungültig. Ungültige Münzen können nicht mehr gewechselt werden und haben nur noch Sammler- oder Metallwert.Invalid coins. Sveriges Riksbank