Brachttal ist eine Gemeinde im südhessischen Main-Kinzig-Kreis. Die Gemeindeverwaltung liegt im Ortsteil Schlierbach.

Geographie Geographische Lage Brachttal liegt im südlichen Vogelsberg am östlichen Rand des Rhein-Main-Gebiets. Durch die Gemeinde fließen die Bracht und der Reichenbach, der wiederum beim Brachttaler Ortsteil Schlierbach in die Bracht mündet. Drei der Ortsteile: Schlierbach, Neuenschmidten und Hellstein liegen im Tal von Bracht und Reichenbach, während die anderen drei bereits auf den ansteigenden Höhen des Vogelsberges liegen, Spielberg und Streitberg auf der Spielberger Platte, rechts der Bracht und Udenhain links der Bracht.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Brachttal besteht aus den folgenden sechs Ortsteilen: Hellstein Neuenschmidten Schlierbach (Sitz der Gemeindeverwaltung) Spielberg Streitberg Udenhain

Nachbargemeinden Brachttal grenzt im Norden an die Gemeinden Kefenrod (Wetteraukreis) und Birstein, im Osten an die Stadt Bad Soden-Salmünster sowie im Süden und Westen an die Stadt Wächtersbach.

Geschichte Die Gemeinde Brachttal entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Juli 1970 durch den freiwilligen Zusammenschluss der selbstständigen Gemeinden Schlierbach, Hellstein und Neuenschmidten. Die Namensgebung wurde hierbei im Rahmen eines Schülerwettbewerbes ausgeschrieben. Brachttal leitet sich aus dem Namen des Flusses Bracht ab, welcher durch die Ortsteile Neuenschmidten und Schlierbach fließt. Am 1. Februar 1971 kamen Spielberg und Streitberg auf freiwilliger Basis hinzu. Nochmals drei Jahre später, am 1. Juli 1974, wurde kraft Landesgesetz auch Udenhain in die Gemeinde Brachttal eingegliedert.

Ortsbezirke Für die Gebiete der sechs ehemalig selbständigen Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.

Die jeweils eigenen Geschichten der vorher selbständigen Ortsteile drücken sich unter anderem in ihren Gründungsurkunden aus. So geht Hellstein bis auf die Zeit um 900 n. Chr. zurück. Spielberg wird urkundlich erstmals im Jahre 1258 als de Spegelberge genannt, Slierbach wird, ebenso wie die Waldschmiede, aus der Neuenschmidten hervorgegangen ist, zum ersten Mal im Jahre 1276 urkundlich erwähnt, Udenhain findet im Jahre 1325 eine urkundliche Ersterwähnung und Streitberg ist seit 1573 in den Annalen zu finden. Die älteste bekannte Erwähnung von Streitberg erfolgte im Jahr 1677 unter dem Namen „Striperg“.

Jüdisches Leben mini|Weißer Garten Hellstein – Mahnmal wider das Vergessen der jüdischen Mitbewohner Jüdisches Leben ist bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts, insbesondere in den Ortsteilen Hellstein, Udenhain und Schlierbach überliefert und belegt. Während die Zahl der jüdischen Einwohner in Schlierbach noch eher klein, in Udenhain zeitweise sogar einstellig war, wurde in Hellstein 1868 eine selbständige jüdische Gemeinde gegründet. Zuvor waren die jüdischen Bewohner an die jüdische Gemeinde in Birstein gebunden. Dort wurden auch die Toten beigesetzt. Die Gemeinde in Hellstein besaß eine Synagoge. Im Synagogengebäude befand sich auch eine jüdische Religionsschule und ein rituelles Bad (Mikwe). „Die jüdischen Familien in Hellstein lebten in guten wirtschaftlichen Verhältnissen. Es gab unter den jüdischen Familienvorständen drei Viehhändler, einen Metzger und einen Gastwirt“.Jüdische Gemeinde aufgerufen am 18. September 2022. Die jüdische Gemeinde bestand bis 1938, als die Synagoge (unter Zwang) verkauft wurde. Die meisten ehemaligen jüdischen Bewohner kamen in Konzentrationslagern um, nur wenigen gelang die Flucht in die USA.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Brachttal 5207 Einwohner. Darunter waren 264 (5,1 %) Ausländer, von denen 98 aus dem EU-Ausland, 136 aus anderen europäischen Ländern und 30 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 8,9 %.) Nach dem Lebensalter waren 897 Einwohner unter 18 Jahren, 2118 zwischen 18 und 49, 1200 zwischen 50 und 64 und 990 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 2169 Haushalten. Davon waren 554 Singlehaushalte, 629 Paare ohne Kinder und 774 Paare mit Kindern, sowie 183 Alleinerziehende und 29 Wohngemeinschaften. In 429 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 1449 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

Religionsstatistik • 1987: 3382 evangelische (= 73,1 %), 827 katholische (= 17,9 %), 415 sonstige (= 9,0 %) Einwohner • 2011: 3012 evangelische (= 57,8 %), 895 katholische (= 17,2 %), 1301 sonstige (= 25,0 %) Einwohner

Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Brachttal erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:.

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 29,5634,1927,7736,5932,3849,812 29,1528,0728,3730,6832,8834,19 bis 2024: Freie Wähler Brachttal (FWB) - Die Geschichte der UWB 25,2537,8923,6622,0523,16–– 16,33––6,5210,437,127,42 GFV Gemeinsam für Veränderungen In: Gelnhäuser Tageblatt. 12. Januar 2016.––––13,33–––––– ––––0,500,50–––– ––––––––4,718,72 Gesamt 100,0 19 100,0 25 100,0 25 100,0 25 100,0 25 100,0 25 Wahlbeteiligung in % 58,5 53,6 54,0 51,8 52,0 68,0

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Brachttal neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und fünf weitere Beigeordnete angehören.Gemeindevorstand. Bürgermeister ist seit dem 15. Juni 2017 Wolfram Zimmer (CDU). Er wurde als Nachfolger von Christoph Stürz (SPD), der nach einer Amtszeit nicht wieder kandidiert hatte, am 5. März 2017 im ersten Wahlgang bei 57,3 Prozent Wahlbeteiligung mit 64,8 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgte eine Wiederwahl im November 2022.Votemanager: Bürgermeisterwahl Gemeinde Brachttal 2022.

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden. Seit 2017: Wolfram Zimmer (CDU)Kinzig News, 8. November 2022: Das sagt Brachttals Bürgermeister Wolfram Zimmer zur Wiederwahl. 2011–2017: Christoph Stürz (SPD)Osthessen News, 19. Juli 2012: Gemeinde stellt sich dem demografischen Wandel - Dorferneuerung Udenhain; „Am 15. Juni konnte Christoph Stürz auf eine bereits einjährige Amtszeit als Bürgermeister der Gemeinde Brachttal zurückblicken.“ 2001–2011: Mirko Schütte (parteilos)Amtsantritt 1. November 2001, hat sich nach erfolgreichem Abwahlantrag der Gemeindevertretung am 5. Februar 2011 vorzeitig aus dem Amt in den Ruhestand verabschiedet und entging damit einem Bürgerentscheid zur Abwahl. Christoph Stürz leitete als Erster Beigeordneter die Gemeindeverwaltung kommissarisch bis zur Amtsübernahme als gewählter Bürgermeister. - FR, Februar 2011: Bürgermeister legt sein Amt nieder: „Neun Jahren und gut drei Monaten währte die Amtszeit Schüttes in der 5150-Einwohner-Gemeinde“ und Mai 2011: Drei wollen auf den Chefsessel; „Mirko Schütte, der sich nach einem Abwahlverfahren Anfang Februar mit 45 Jahren in den Ruhestand verabschiedet hatte.“ - Hessenschau, 3. Juni 2022: 1989–2001: Werner Gölz (SPD)Gelnhäuser Neue Zeitung, Januar 2008: 20 Jahre Druck- und Pressehaus Naumann KG: „1989: Werner Gölz wird Rathauschef in Brachttal“. 1979-1989: Heinz-Dieter Mielke (SPD) - Später Bürgermeister von Oestrich-Winkel 1976-1979: Heinrich Dudene (SPD) 1970-1976: Helmut Wegner (SPD) - Er war bereits vorher Bürgermeister von Schlierbach

Wappen und Flagge mini|100px links|100px|Wappen der Gemeinde

Wappen Blasonierung: „In Rot einen goldenen Lindenzweig mit sechs goldenen Blättern und im Schildfuß drei goldene Wellenbalken, dazu in der silbernen Flanke rechts zwei schwarze Balken.“

Das Wappen wurde am 29. Oktober 1984 durch das Hessische Innenministerium genehmigt, gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.

Flagge Am 24. Juli 1985 wurde der Gemeinde Brachttal durch das Hessische Innenministerium eine Flagge genehmigt, die wie folgt beschrieben wird:

„Die Flagge der Gemeinde Brachttal zeigt zwischen roten Seitenstreifen auf breiter weißer Mittelbahn das in der Oberen Hälfte aufgelegt Gemeindewappen“.

Gemeindepartnerschaften , Russland (Rossitten im ehemaligen Ostpreußen) – seit 28. März 2015.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Waechtersbacher Keramik – Verwaltungsgebäude mini|Schloss Eisenhammer

Bildung Kindertagesstätten Der nahe Kindergarten Regenbogen im Ortsteil Neuenschmidten verfügt über 3 Gruppen in dem bis zu 55 Kinder ab 3 Jahren bis zum Schulbeginn betreut werdenKindertagesstätte Regenbogen, abgerufen am 6. Januar 2022.. Ebenso wie der Kindergarten Regenbogen befindet sich auch die benachbarte Kita Schatzkiste in städtischer Trägerschaft.

Schulen Ende der 1950er Jahre kamen die damals noch unabhängigen drei Gemeinden Schlierbach, Neuenschmidten und Hellstein überein, eine größere „Zentralschule“ zu bauen. Die in den jeweiligen Orten vorhandenen „einklassigen Schulen waren in einem schlechten Zustand“. Eine neue Schule wurde am 12. Januar 1961 eingeweiht. Schon bald (1966) erfolgte, wegen des raschen Wachstums der Schülerzahl, eine erste Erweiterung, weitere folgten 1990 und 2003.

Die Schule entwickelte sich nach und nach von einer Schule mit Primar- und Sekundarstufe zu einer reinen Grundschule. Deren Einzugsbereich waren jetzt nicht nur die drei Talgemeinden Brachttals, sondern auch die auf der Spielberger Platte gelegenen Orte Streitberg, Spielberg sowie die Wächtersbacher Berggemeinden Wittgenborn, Waldensberg und Leisenwald. Udenhain wurde erst 1974 in die Gemeinde Brachttal eingemeindet. Deshalb sind die dort wohnenden Kinder in der Grundschule Birstein verblieben.

Die weiterführende Schule für die Gemeinde Brachttal mit ihren Ortsteilen ist die im Stadtzentrum von Wächtersbach befindliche kooperative Gesamtschule, die Friedrich-August-Genth-Schule. Alle Ortsteile sind mit Buslinien an dieses Schulzentrum angebunden. Für den gymnasialen Abschluss steht das Grimmelshausen-Gymnasium Gelnhausen zur Verfügung.

Bücherei Die Gemeindebücherei befindet sich im Ortsteil Udenhain, zudem gibt es einen öffentlichen Bücherschrank am evangelischen Pfarrhaus in Schlierbach.

Museen mini|Turmstumpf Burgstall Spyelberg Im Brachttaler Ortsteil Spielberg befindet sich das vom Museums- und Geschichtsverein Brachttal betriebene Brachttal-Museum. Neben einer umfangreichen Sammlung an Waechtersbacher Keramik werden hier Sonderausstellungen mit wechselnden Themen gezeigt. Im Dachgeschoss des Museums befindet sich ein Modelleisenbahn-Nachbau der Strecke der Vogelsberger Südbahn. Das Museum verfügt zudem über Vitrinen, in denen die Ausgrabungsgegenstände der Spielberger Burg gezeigt werden.

Im Brachttaler Ortsteil Streitberg befand sich das privat betriebene Lindenhof-Museum. Dieses wurde nach dem Tod der Betreiber 2022/2023 aufgelöst.

Vereine Eine Reihe von Vereinen repräsentieren das gesellschaftliche Leben der Gemeinde Brachttal. Unter ihnen sind: Museums- und Geschichtsverein SV Brachttal e. V. Musikverein Brachttal Karnevalsverein Dippegucker Brachttal 1955 e. V., und weitere. Hinzu kommen Vereine in den Ortsteilen der Gemeinde. Insgesamt sind es über 50 Vereine.

Bauwerke

Weithin sichtbare Landmarken: Schloss Eisenhammer Gebäude der Wächtersbacher Keramik Windpark Brachttal-Streitberg Windpark bei Spielberg Sendeturm bei Udenhain

Naturdenkmale