Meidling ist der 12. Wiener Gemeindebezirk und liegt südwestlich des Stadtzentrums.

Geografie Lage Der Bezirk wird wie folgt begrenzt: Norden: Rudolfsheim-Fünfhaus (15. Bezirk) und Mariahilf (6. Bezirk), Grenze: Wienfluss, rechtes, südliches Ufer Osten: Margareten (5. Bezirk) und Favoriten (10. Bezirk), Grenze: Gaudenzdorfer Gürtel, östlicher Fahrbahnrand, Frachtenbahnhof Matzleinsdorf, nördlicher Rand Richtung Westen, Längenfeldgasse, Karplusgasse, Unter-Meidlinger Straße, Köglergasse, Wienerbergstraße, Eibesbrunnergasse, Donauländebahn, Gutheil-Schoder-Gasse Süden: Liesing (23. Bezirk), Grenze: Wundtgasse, Emil-Behring-Weg, Bundesanstalt für Virusseuchenbekämpfung (südlicher Rand), Südbahn, nordwestlicher Bahndammrand, Kirchfeldgasse, Altmannsdorfer Straße, Südosttangente (A23) Westen: Hietzing (13. Bezirk) Grenze: Grünbergstraße, Gaßmannstraße, Am Fasangarten, Elisabethallee, Klimtgasse, Hetzendorfer Straße, Atzgersdorfer Straße

Der 12. Bezirk liegt im Südwesten Wiens, etwa 5 bis 10 km von der Inneren Stadt entfernt. Topografisch erstreckt er sich vom Wiental südlich des Wienflusses in die Ebene zwischen dem Wienerberg im 10. Bezirk und dem Grünen Berg, dem Schlosshügel von Schönbrunn, im 13. Bezirk.

Flächennutzung und Gewässer Das bedeutendste Gewässer des 12. Wiener Gemeindebezirks ist der Wienfluss, welcher von den Bezirken Hietzing und Penzing kommend der Bezirksgrenze zu Rudolfsheim-Fünfhaus entlang rinnt.

Ungefähr ein Prozent der Bezirksfläche von Meidling wird von Spielplätzen eingenommen. Dies ist der höchste Wert aller Wiener Bezirke. Mehr als 13 % der Bezirksfläche sind Grünflächen.

Name des Bezirks Der Name Meidling ist in der Form „Murlingen“ um 1140 und als „Meverlingen“ 1258 urkundlich nachweisbar (etymologisch „bei den Leuten, die an der kleinen Mauer wohnen“ [-ing-Ableitung vom Diminutiv zu mittelhochdeutsch můre, Mauer]), doch dürfte der Ort bereits um 1000 bestanden haben.

Bezirksteile Der Bezirk besteht im Wesentlichen aus: dicht verbauten Arbeitervierteln, die näher zur Innenstadt liegen: die 1806 in Obermeidling und Untermeidling geteilte Siedlung Meidling (am Wienfluss) und das 1819 davon abgetrennte Gaudenzdorf, lockerer verbauten ehemaligen Dörfern mit herrschaftlichem Schloss, die südwestlich anschließen: Hetzendorf und Altmannsdorf, Letzteres als gemischtes Industrie- und Wohngebiet bis zum nördlichen Abhang des Liesingtals, wo sich die Mischstruktur im 23. Bezirk fortsetzt. Dazwischen verlaufen die Ausläufer des Wienerbergs mit seinen geologisch jungen Strandterrassen und Ziegelgruben.

Neben den Katastralgemeinden Altmannsdorf, Gaudenzdorf, Hetzendorf und Meidling (Obermeidling und Untermeidling) befinden sich auch kleine Teilgebiete der Katastralgemeinden Atzgersdorf, Inzersdorf und Inzersdorf-Stadt im Meidlinger Bezirksgebiet. Das 1907 angegliederte Neumargareten gehört dagegen seither auch grundbüchlich zur Katastralgemeinde Meidling.

Eine Gliederung des Bezirksgebiets besteht ferner in den Zählbezirken der amtlichen Statistik, in denen die Zählsprengel des Gemeindebezirks zusammengefasst sind. Die elf Zählbezirke in Meidling sind Gaudenzdorf, Fuchsenfeld, Meidlinger Friedhof, Wilhelmsdorf, Meidlinger Hauptstraße, Tivoligasse, Gatterhölzl, Oswaldgasse, Am Schöpfwerk, Altmannsdorf und Hetzendorf. Trotz teilweiser Namensgleichheit stimmen die Grenzen der Zählbezirke nicht mit jenen der Katastralgemeinden überein.

Wappen rechts|140px|Meidlinger Bezirkswappen

Das Bezirkswappen von Meidling setzt sich aus fünf Teilen zusammen. Der Herzschild im Zentrum steht für den Bezirksteil Untermeidling. Er zeigt eine aus den Wellen wachsende Nymphe mit silbernen, blau verzierten Kannen. Sie weist damit auf die Bedeutung des Wienflusses und die Heilquellen des Gebiets hin. Darunter befindet sich ein quaderförmiger, römischer Altarstein, der 1853 gefunden wurde. Der vom Betrachter aus gesehene linke (heraldisch rechte) obere Wappenteil zeigt den heiligen Johannes Nepomuk, der als Patron der Pfarrkirche den Bezirksteil Gaudenzdorf repräsentiert. Er steht vor einer silbernen Brücke auf blauem Fuß. Da Johannes Nepomuk der Schutzpatron gegen Überschwemmungen ist, deutet er auf die Bedrohung des Gebiets vor der Wienflussregulierung hin. Der rechte obere Wappenteil steht für den Bezirksteil Hetzendorf und zeigt das Kreuz des Deutschen Ritterordens. Dieser hatte ab 1456 die Grundherrschaft des Gebietes inne. Der linke untere Wappenteil steht für den Bezirksteil Obermeidling. Er zeigt im oberen Teil ein goldenes Mühlrad als Symbol für die früher hier situierten Mühlenbetriebe. Darunter steht ein grüner Berg mit den Symbolen eines Halbmonds und eines goldenen sechszackigen Sterns für die einstige Bedeutung des Weinbaus. Der rechte untere Wappenteil steht schließlich für den Bezirksteil Altmannsdorf. Es zeigt einen schwarzen Raben mit einem goldenen Ring im Schnabel. Er steht für die Brautwerbung König Oswalds von England, des Patrons der Altmannsdorfer Pfarrkirche. Das Altmannsdorfer Wappen findet man auch am Haus Khleslplatz 2; diesem Wappen hat die Witterung schon arg zugesetzt.

Geschichte Unter dem Namen Murlingen ist der Ort Meidling schon seit dem Jahr 1104 nachweisbar. Ursprünglich gehörte der Grund zum Großteil dem Stift Klosterneuburg. Im Mittelalter wurde in Meidling hauptsächlich Feld- und Weinbau betrieben. 1755 entdeckte man eine schwefelhaltige Quelle, woraufhin die Gegend um das Theresienbad zu einem beliebten Ausflugsziel für die Wiener wurde. Am Ende des 18. Jahrhunderts siedelte sich immer mehr Industrie an, was den Charakter des Ortes völlig änderte. Dies führte 1806 zur Teilung der inzwischen schon recht groß gewordenen Gemeinde in Obermeidling und Untermeidling. In Untermeidling entwickelte sich auf altem Ziegelei-Gelände eine eigene Siedlung, die 1846 unter dem Namen Wilhelmsdorf abgetrennt wurde. 1819 entstand entlang des Linienwalls, an dessen Stelle um 1900 der Gürtel als mehrere Bezirke verbindende Hauptstraße entstand, der Vorort Gaudenzdorf, in dem sich wegen der Lage an der Wien zahlreiche Färber, Gerber und Wäscher ansiedelten.

Der Ort Altmannsdorf wurde 1314 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und hatte lange Zeit ländlichen Charakter. 1190 kam es zur Erstnennung von Hetzendorf, nach dem Henricus von Hetzendorf es als landesfürstlichen Lehen erhalten hatte. Später kam es in den Besitz des Stiftes Klosterneuburgs und des Deutschen Ritterordens. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zu einer Villensiedlung.

Mit 1. Jänner 1892 wurden alle diese Gemeinden zum 12. Wiener Gemeindebezirk Meidling vereinigt, der einen typischen Arbeiterbezirk darstellte. Der Wienfluss wurde 1895–1900 reguliert (siehe auch: Rechte Wienzeile), der Linienwall beim Gürtel ab 1894 abgetragen. 1907 wurde Neumargareten, der Teil des 5. Bezirks westlich des Gürtels, in den 12. Bezirk transferiert.

1898 wurde der Bezirk mit der Station Meidling Hauptstraße an das Netz der Wiener Dampfstadtbahn angeschlossen, die wiederum 1925 von der Wiener Elektrischen Stadtbahn abgelöst wurde.

1909 bis 1920 lebte Hermine Santrouschitz als Kind in armen Verhältnissen in Meidling. Sie wurde später als Miep Gies bekannt und war in Holland die wesentlichste Helferin der vom Nationalsozialismus bedrohten Anne Frank, deren Tagebuch sie rettete.

Seit 1980 verkehrt statt der Stadtbahn die U-Bahn-Linie U4 nach Meidling. Seit 1989 sind die neuen U-Bahn-Stationen Längenfeldgasse (Linien U4 und Linie U6), Niederhofstraße und Bahnhof Meidling (bis 2013 Philadelphiabrücke), beide U6, in Betrieb, 1995 kamen die Stationen Tscherttegasse und Am Schöpfwerk dazu, als die Straßenbahnlinie 64 nach Siebenhirten (23. Bezirk) auf U6-Betrieb umgestellt wurde.

Im Straßenverkehr wurde bis 1978 der so genannte Altmannsdorfer Ast der Südosttangente (A23) gebaut, der von der Altmannsdorfer Straße die Zufahrt zur Südautobahn A2 und zur Tangente Richtung Nordosten ermöglicht. Die Meidlinger Hauptstraße wurde 1994 als Fußgängerzone eröffnet.

Die westlich und südlich des Bahnhofs Wien Meidling befindlichen Gleisanlagen der ÖBB wurden für Schnellverkehr erweitert und umgebaut, da seit 2012 die Gleise des Lainzer Tunnels in diesen Bahnhof und die angeschlossene Donauländebahn führen.

Im Bereich des Gürtels entstanden in den 1920er Jahren viele, „Gemeindebauten“ genannte, kommunale Wohnhausanlagen. Die Gebiete von Hetzendorf und Altmannsdorf blieben ländlich geprägt, doch entstanden in der Zeit des Roten Wiens Reihenhaussiedlungen und nach dem Zweiten Weltkrieg ausgedehnte Wohnhausanlagen.

In den 1990er Jahren kam es zu mehreren kleinen Änderungen bei den Bezirksgrenzen. Die Grenze zum Gemeindebezirk Favoriten wurde 1995 im Bereich der WienerbergstraßeGesetz über eine Änderung der Grenze zwischen dem 10. und 12. Bezirk (LGBl. für Wien 16/1995), ausgegeben am 20. März 1995. und 1999 beim Frachtenbahnhof MatzleinsdorfGesetz über eine Änderung der Grenze zwischen dem 10. und 12. Bezirk (LGBl. für Wien 20/1999), ausgegeben am 25. März 1999. verschoben. Der Grenzverlauf zum Gemeindebezirk Liesing wurde wie folgt geändert: 1995 im Bereich Am SchöpfwerkGesetz über eine Änderung der Grenze zwischen dem 12. und 23. Bezirk (LGBl. für Wien 17/1995), ausgegeben am 20. März 1995. und im Bereich Wilhelm-Erben-GasseGesetz über eine Änderung der Grenze zwischen dem 12. und 23. Bezirk (LGBl. für Wien 18/1995), ausgegeben am 20. März 1995. sowie 1997 am Rosenhügel im Bereich Emil-Behring-Weg und Wundtgasse.Gesetz über eine Änderung der Grenzen zwischen dem 12., 13. und 23. Bezirk (LGBl. für Wien 30/1997), ausgegeben am 8. Oktober 1997. Betroffen von diesen Grenzänderungen waren neben Verkehrsflächen vor allem einzelne Wohnhäuser, Kleingartensiedlungen und ein großes Lehrlingsheim in der Kundratstraße, das an Favoriten fiel.

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungsentwicklung Der heutige Bezirksgebiet von Meidling umfasste 1869 nur rund 30.000 Einwohner. Durch den permanenten Zuzug von Menschen nach Wien und die angrenzenden Gemeinden hatte sich die Bevölkerung bis zur Eingemeindung 1892 bereits verdoppelt. Das Bevölkerungswachstum setzte sich bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs fort, sodass der Bezirk 1910 106.531 Einwohner umfasste. Nach einem leichten Rückgang nach dem Ersten Weltkrieg erreichte der Bezirk 1934 mit 109.538 Einwohnern seine höchste Bevölkerungszahl. In der Folge nahmen die Bevölkerungszahlen deutlich ab, und stabilisierten sich nach einer kurzen Erholung in den 1960er Jahren ab den 1980er Jahren bei einem Wert knapp unter 80.000 Einwohnern. Erst nach der Jahrtausendwende begann die Bezirksbevölkerung im wienweiten Trend wieder bis Anfang 2025 zu wachsen. Da lag die Einwohnerzahl bei 102.393 Menschen und 2026 waren es mit 102.344 leicht weniger.

Bevölkerungsstruktur Die Altersstruktur der Meidlinger Bevölkerung wich 2001 kaum vom Wiener Durchschnitt ab. Die Zahl der Kinder unter 15 Jahren lag mit 14,8 % im Bereich Gesamtwiens (14,7 %). Auch der Anteil der Bevölkerung zwischen 15 und 59 Jahren lag mit 63,0 % (Wien: 63,6 %) im durchschnittlichen Rahmen. Der Anteil der Menschen im Alter von 60 oder mehr betrug 2001 22,2 % (Wien: 21,7 %). Die Geschlechterverteilung lag im Bezirksgebiet bei 46,8 % Männern und 53,2 % Frauen, die Anzahl der verheirateten Meidlinger war mit einem Anteil von 40,7 % gegenüber 41,2 % nur leicht unter dem Durchschnitt Wiens.Statistik Austria (Volkszählung 2001): statistik.at (PDF; 10 kB), statistik.at (PDF; 11 kB).

Herkunft und Sprache